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"Kuriose Osterbräuche in Bayern"

Beim «Gockelholen» geht es um die Damengunst – «Ostereierwerfen» soll vor Blitzschlag schützen. Neben Karfreitagsprozession, Speisenweihe und Osterspaziergang existieren in Bayern zahlreiche “kuriose Osterbräuche”, erinnert ein Argenturbericht. Viele Bräuche haben keinen religiösen Hintergrund.

In Ostheim an der Röhn kommt Ostern nicht der Osterhase, sondern der Storch. Über 3000 Osterstörche verlassen deswegen jedes Jahr eine kleine Backstube im Ort. «Es gibt eine Vielzahl von Eierbringern, um pädagogische Ziele wie Ordnung, Fleiß und Sparsamkeit durchzusetzen», erklärt Ethnologin Heidrun Alzheimer.

>> weiter zum ddp-Bericht “Kuriose Osterbräuche in Bayern” (Mittelbayrische, Link aktualisiert)

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“Wie in Afrika!” Ausstellung über archaische süddeutsche Bräuche

Multimedia-Webseite: Feste – Bräuche – Traditionen in Europa

Neue Ausgabe von Ethmundo: Das Fest – ein ganz normaler Ausnahmezustand

Beim «Gockelholen» geht es um die Damengunst - «Ostereierwerfen» soll vor Blitzschlag schützen. Neben Karfreitagsprozession, Speisenweihe und Osterspaziergang existieren in Bayern zahlreiche "kuriose Osterbräuche", erinnert ein Argenturbericht. Viele Bräuche haben keinen religiösen Hintergrund.

In Ostheim an der Röhn kommt Ostern nicht…

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Liberia: Kannibalismus und Rituale eines Geheimbundes?

Vor dem Sierra Leone-Tribunal in Den Haag wird Liberias Ex-Präsident Charles Taylor bezichtigt, seine Kämpfer zum Kannibalismus angestiftet zu haben. Bestätigt dieser Fall längst überwunden geglaubte Vorurteile über “Afrikaner”? Nein, meint Ethnologe Gerhard Anders und zeigt in einem Artikel in der taz die komplexen Hintergründe auf.

Seit 7. Januar 2008 wurden bereits zwanzig Zeugen gehört. Joseph “Zigzag” Marzah, der Taylor über zehn Jahre diente, berichtete von kannibalistischen Ritualen eines Geheimbundes, des Poro, dessen Anführer Liberias Ex-Präsident gewesen sein soll:

Marzah beschrieb wie Taylor und seine engsten Vertrauten bei Ritualen ihrer poro-Gesellschaft die Herzen ermordeter Konkurrenten aßen und im Jahre 1995 ein okkultes Ritual auf dem Strand außerhalb Monrovias, der Hauptstadt Liberias, veranstalteten. Bei diesem Ritual soll eine schwangere Frau lebendig begraben und ein lebendes Schaf von den anwesenden Kämpfern mit bloßen Händen in Stücke gerissen geworden sein.

Diese Phänomene lassen sich nicht mit “angeblichen primordialen Veranlagungen der Afrikaner” zu tun, sondern haben Geschichte. Es geht wie immer um Politik und Macht(missbrauch):

Doch obwohl die Wurzeln des poro mindestens bis ins 16. Jahrhundert zurückreichen, ist der heutige poro ein modernes Phänomen. Einst eine Institution, mit dem die indigene Bevölkerung die Vertreter des Kolonialstaates zu kontrollieren versuchte, nun ein Herrschaftsinstrument des Staates:

In den 1950er Jahren unternahm der liberianische Staat Versuche den poro bei der Ausweitung seiner Herrschaft über die ethnischen Gruppen des Hinterlandes einzusetzen. Diese Bestrebungen gipfelten darin, dass der Präsident Liberias seit den 1950er Jahren auch das Oberhaupt aller poro-Bünde des Landes ist.

(…)

Sollte die Aussage des Zeugen zutreffen, stand Taylor an der Spitze eines komplexen Herrschaftssystems bei dem er sowohl Anführer einer bewaffneten Gruppe, der National Patriotic Front of Liberia (NPFL), als auch der spirituelle Führer einer Geheimloge war, durch deren magische Rituale er sich die unbedingte Treue ihrer Mitglieder sicherte. Der Kannibalismus, bei dem die Mitglieder des Bundes zusammen einen Mord begehen und das Herz des Feindes gemeinsam verspeisen, wäre hierfür ein äußerst wirksames Mittel.

>> weiter in der taz

AKTUALISIERUNG: Peter Mühlbauer stellt in Telepolis die Frage ob “ZigZag” tatsächlich so “glaubwürdig” ist, wie dies der Ethnologe Gerhard Anders befand, siehe Menschenopfer, Anthropophagie, Schuld und Religion

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“Good story about cannibals. Pity it’s not even close to the truth”

“Tavua – Der weiße Kannibale” – oder: Unsere heutigen Maerchenerzähler

Disney-Film depicts indigenous people as involved in cannibalism

Ethmundo.de – neues ethnologisches Online-Magazin zu Kannibalismus

Vor dem Sierra Leone-Tribunal in Den Haag wird Liberias Ex-Präsident Charles Taylor bezichtigt, seine Kämpfer zum Kannibalismus angestiftet zu haben. Bestätigt dieser Fall längst überwunden geglaubte Vorurteile über "Afrikaner"? Nein, meint Ethnologe Gerhard Anders und zeigt in einem Artikel in…

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Karl-Heinz Kohl: “Inzest bedeutet nicht überall auf der Welt das gleiche”

Ein 30-jähriger Sachse muss ins Gefängnis weil er vier Kinder mit seiner Schwester hat. Der Kölner Stadtanzeiger hat sich mit dem Ethnologen Karl-Heinz Kohl zu diesem universalen Tabu unterhalten.

Der Ethnologe sagt, dass Inzest zwar ein universelles Tabu ist, jedoch unterschiedlich definiert wird:

Was als Inzest aufgefasst wird, ist von Kultur zu Kultur verschieden. Es gibt etwa Gesellschaften, in denen es vorgeschrieben ist, dass ein Mann die Tochter seines Mutterbruders heiraten muss, während die Heirat mit der Tochter der Vaterschwester zugleich streng verboten ist. Eine genetische Begründung lässt sich für diese Vorschrift nicht geben. Denn hinsichtlich des gemeinsamen Genpools unterscheiden sich die beiden Kusinentypen ja nicht. Es handelt sich hierbei um komplizierte Regeln, und es hat lange gedauert, bis die Ethnologie sie erfasst hat.

Kohl hält Claude Levi-Strauss’ Theorie über das Inzest-Tabu am überzeugendsten:

Er fasst das Inzestverbot nicht auf als ein Verbot, sondern als ein Gebot zur Exogamie: also zur Heirat nach außen. Nach Lévi-Strauss stellt die Heirat die Urform des Tauschs dar. Geschlossene soziale Gruppen sind auf feste Beziehungen zu anderen geschlossenen Gruppen angewiesen. Solche Allianzen herzustellen sei in der frühen Menschheitsgeschichte durch den wechselseitigen Austausch von Frauen geschehen, der erst durch das Inzestverbot ermöglicht wurde.

>> weiter im Kölner Stadt-Anzeiger

Ein 30-jähriger Sachse muss ins Gefängnis weil er vier Kinder mit seiner Schwester hat. Der Kölner Stadtanzeiger hat sich mit dem Ethnologen Karl-Heinz Kohl zu diesem universalen Tabu unterhalten.

Der Ethnologe sagt, dass Inzest zwar ein universelles Tabu ist, jedoch unterschiedlich…

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Je mehr Wissenschaft, je mehr Okkultismus

buch cover

Der Glaube an verborgene Kräfte ist im angeblich rationalen Europa heute keineswegs ausgestorben. Im Gegenteil. In dem Mass, in dem Wissenschaft und Rationalität sich als Organisationsprinzipien des modernen Lebens durchsetzen konnten, stieg auch das Bedürfnis nach dem Unerklärlichen, schreibt Ethnologin / Volkskundlerin Sabine Doering-Manteuffel in ihrem neuen Buch Das Okkulte, das u.a. in der faz besprochen wird.

Sabine Doering-Manteuffel lässt ihre Geschichte des Okkulten mit der Erfindung des Buchdrucks in der zweiten Hälfte des fünfzehnten Jahrhunderts beginnen. Denn die Buchdruckerkunst war die Voraussetzung für die “Erfolgsgeschichte des Okkulten”, lesen wir:

Wenn aufklärerische Geister hofften, der Buchdruck werde den Sieg der Vernunft über den Aberglauben herbeiführen, sollten sie sich getäuscht sehen. Denn gleich nach der gedruckten Heiligen Schrift entstanden “Ersatzbibeln”, in denen alle Spielarten des Aberglaubens in einem bis dahin nicht gekannten Maß verbreitet wurden: “Die Geburt der modernen Esoterik lässt sich in derselben Zeit verorten, in der Bildung und Wissenschaft aufblühten”, schreibt Sabine Doering-Manteuffel und weist nach, wie mit der Lesefähigkeit und dem Bildungsgrad der Menschen der Bedarf an Okkultem stieg.

>> weiter in der faz

Wie wir in der Besprechung im Deutschlandradio erfahren, stellt das Internet für Doering-Manteuffel “ganz allgemein ein okkultes Medium dar, in dem nicht nur unüberprüfte Informationen Wildwuchs treiben, sondern auch alle möglichen obskurantistischen, esoterischen und magischen Inhalte gepflegt werden, deren Überleben bis in die Wissensgesellschaft der Gegenwart eigentlich als erstaunlich erscheinen könnte”.

Der Begriff des “Okkulten” werde jedoch im Buch zu wenig theoretisiert:

Die noch immer schwierige Frage, wo genau die Trennlinien zwischen guter wissenschaftlicher Praxis und rationalem Wissen einerseits und okkulten Praktiken und Wissensformen andererseits zu ziehen sind, wird wenig thematisiert. Gerade diese Frage ist aber interessant. Denn ganz abgesehen davon, dass auch heute noch wissenschaftstheoretische Debatten über das Verhältnis von legitimem und illegitimem Wissen geführt werden, wird ja gerade in der frühen Neuzeit diese Abgrenzung erst etabliert.

Die Alchemie etwa ist nicht einfach “okkult”, sondern Vorläuferin sowohl von esoterischen Strömungen als auch unserer heutigen Wissenschaft Chemie. Doering-Manteuffel beschreibt in spannender Weise das Okkulte als langen Schatten der Aufklärung; wo aber genau die Grenze zwischen Schatten und Licht liegt, ist vielleicht doch etwas unklarer, als es dieses Buch an manchen Stellen vorauszusetzen scheint.

>> weiter beim Deutschlandradio

Ich war vor rund zehn Jahren fuer die Badische Zeitung auf einer Esoterik-Messe. Das war sehr exotisch, siehe meinen Bericht “Esoterik? Das ist der Weg zu mir”

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Schamanismus im Alpenraum: Uralte Praktiken wurden vom Christentum übernommen

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Steps to an analysis: from impressions to data

After I mapped out an outline two and a half months ago, my project has appeared amazingly ordered and under control. Perhaps it’s no wonder then, that I’ve postponed delving back into my fieldnotes for as long as I could, keeping myself busy with ordered and controllable intellectual activities like reading books for literature seminars and writing abstracts for upcoming workshops and conferences as well as even an article.
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But I know the kind of chaos that waits in my eight small notebooks and six larger ones, one personal diary, skype chats, e-mails, smses and scattered word documents, and what kind of threat it poses to the ordered outline. Is my fieldwork as I remember it to be? I try to start from the beginning, but quickly gets discouraged. The notes from my first months are chaotic. All kinds of impressions and observations are jumbled together, often without even reference to where and when:

“Nuit noire [“black night”, 17th Oct. 1961 when several hundred peaceful protesters against the war in Algeria were thrown into the Seine]: that was of course what that they were commemorating…” Who, where?!?

“Sarkozy – visit in the banlieue on the news a few days ago. He was thrown things at…” And my comment, without question mark, with capital letters: “what they show on tv”… If I’m not completely wrong and Sarkozy was thrown things at in the suburbs many times in October 2005, this must have been the time he uttered the (in)famous words about using a high-pressure water cleaner in the suburbs (nettoyer au kärcher) to get rid of the hoodlum (voyous). I think perhaps I was surprised that the interior minister got mixed up in such a violent confrontation and uncivilised behaviour and that they showed it on tv, but my comment is of little use.

On a more positive tone; my first fieldnotes indicate what issues I noticed and found worthwhile writing about. Sarkozy’s mediatised confrontation with people in the suburb happened just a few days before the death of the two teenagers that spurred the three weeks of riots in October-November 2005.

The month I was in Paris before the riots broke out, I was mostly concerned about various aspects of identity like gender, ethnic background and class in my neighbourhood in East Paris. Not so strange, since the reason why I had chosen to live in that particular area was it’s ethnic mix. However, I think the link between identity categories and public space was not something I had planned to look for. A blog post from two weeks after my arrival, signals how early that interest struck me. In my fieldnotes, in between page after page with descriptions of interaction between strangers, I found this comparisons between middle class and working class behaviour in the partly gentrified area:

On my way to the bus stop, I walk behind a very agile 6-7 years old girl in full rollerblades gear, and her mom, apparently, wearing a spring green skirt and shirt in another bright colour. A boy, just a little younger, turns to look when the girl swirls past. He tries to copy her superb turn- and break movement (with her heal) and says something to his mother (or grandmother) in French. She (rather plump, in tight-fitting trousers in polyester) replies brusquely in a Slavic language. She takes his hand, and stops, indicating that he should make space for me to pass.

I had just read Distinction by Bourdieu, and I was thinking about the bourgeoisie [in this case a typical bobo bourgeois bohemian] who teach their children to be self-assured about the space they take up in the world, while the children of the working class should be seen but not heard

For about a month, before the riots started, the weather was wonderful and I spent much time outdoors, just walking around, getting a feeling for this part of the city, for gender, class, ethnic background, age… the presence, mixing and variations of these variables. And then came the riots, and emphasised even more strongly the connection between space and categories of people.

After I mapped out an outline two and a half months ago, my project has appeared amazingly ordered and under control. Perhaps it’s no wonder then, that I’ve postponed delving back into my fieldnotes for as long as I could,…

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