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Wie Samenspenden das Selbstbild von Männern verändern

Bis zu 100 000 Kinder sind Schätzungen zu Folge in Deutschland seit den 80er Jahren durch Spendersamen gezeugt worden. Ein Studienprojekt am Berliner Institut für Europäische Ethnologie wird untersuchen wie Samenspenden das Selbstbild von Männern verändern, Fragen nachgehen ob durch anonymen Fremdsamen gezeugte Personen das Recht haben, die Identität ihres genetischen Erzeugers kennen zu lernen. Und: Sind Ei- und Samenzellen gleich zu behandeln? Wie sollten sie gesellschaftlich bewertet werden: Als Ware, als natürliche Ressource – oder als ein Beziehungen stiftendes Geschenk?

>> weiter im Tagesspiegel(Link aktualisiert)

Bis zu 100 000 Kinder sind Schätzungen zu Folge in Deutschland seit den 80er Jahren durch Spendersamen gezeugt worden. Ein Studienprojekt am Berliner Institut für Europäische Ethnologie wird untersuchen wie Samenspenden das Selbstbild von Männern verändern, Fragen nachgehen ob durch…

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Frauenpower, Juden und Muslime: Journal Ethnologie 1/2007 über den Iran

Viel Interessantes gibt es zu lesen in der neuen Ausgabe von Journal Ethnologie zum Thema Iran, die in Kooperation mit der iranischen Ethnologin Shahnaz Nadjmabadi entstanden ist.

Hier ein Ueberblick ueber die Texte:

Mehdy Naficy: Die Jüdische Anlage in Isfahan, Iran. Ein Feldforschungsbericht
Wenn man in der Geschichte zurückblickt, so waren die Beziehungen zwischen Juden und Muslimen weniger spannungsreich als die zwischen Juden und Christen. Vor allem das Verhältnis der Juden zu den Iranern (Persern) war immer gut, und historische Fakten belegen diese Aussage.

Ulrich Marzolph: Der Märtyrer und das Paradies. Schiitische Megaposter als Ausdruck des normativen Gedenkens
Wer heute nach Teheran reist, dem wird bereits bei der Fahrt vom Flughafen ins Zentrum ein Phänomen auffallen, das besonders in den späten 1990er-Jahren immer mehr um sich gegriffen hat: Die zu den Straßen hin liegenden fensterlosen Wände der großen Wohnblocks und Geschäftshäuser sind mit Megapostern verziert. Sie sind ein von religiös-politischen Organisationen genutztes Medium, die Märtyrer darstellen, die im Dienste des schiitisch-islamischen Bekenntnisses ihr Leben gelassen haben.

Erika Friedl: Dornen im Ehebett. Eheprobleme im modernen Iran
Es gibt mehr und mehr unverheiratete junge Menschen, die im Elternhaus, in Studentenheimen Wohngemeinschaften und – in den Städten – auch ganz allein leben. Aber auch die Scheidungszahlen steigen an. Junge Leute lassen sich nicht mehr einfach von den Eltern verheiraten, sie verlangen zumindest Mitspracherecht in der Wahl des Ehepartners. Überall im Iran wird über diese neuen sozialen Trends diskutiert.

Mary Elaine Hegland: Großmutter lebt allein in ihrem Häuschen. Alte Frauen in einem iranischen Dorf
Es ist nicht mehr selbstverständlich, dass eine Schwiegertochter der Mutter ihres Mannes ohne Widerrede gehorcht, für sie arbeitet, oder sich von ihr bekritteln oder kontrollieren lässt. Dieser Wandel von traditionellen zu modernen persönlichen Beziehungen hat schwerwiegenden Einfluss auf das Leben der älteren Frauen.

Barbara Aboueldahab: “Wir können auch denken!” Iranische Frauenpower bei der RoboCup Soccer-WM 2006
In einem fußballverrückten Land wie dem Iran macht auch dieser Sport vor den Frauen nicht halt. Laut Umfragen sind 60 Prozent aller Fußballfans weiblich. Diese Fußballbegeisterung könnte auch der Grund für die hohe Beteiligung von iranischen Frauen bei der diesjährigen Roboter-Fußball-WM, dem RoboCup sein.

Shahnaz Nadjmabadi: Bandar-e Lengeh, die „Braut“ am Persischen Golf. Eine Ethnologin unter Seeleuten
Der Prozess der sich im Wandel befindenden lokalen Handelstradition in Bandar-e Lengeh und die Entschlüsselung der Netzwerke, die die iranische und arabische Welt miteinander verbinden, stehen im Mittelpunkt meiner ethnologischen Forschungen in diesem Raum.

SIEHE AUCH:

Oxford to Host First Conference on Visual Anthropology of Iran

Visual ethnography and Kurdish anthropology by Kameel Ahmady

Censorship of research in the USA: Iranians not allowed to publish papers

Viel Interessantes gibt es zu lesen in der neuen Ausgabe von Journal Ethnologie zum Thema Iran, die in Kooperation mit der iranischen Ethnologin Shahnaz Nadjmabadi entstanden ist.

Hier ein Ueberblick ueber die Texte:

Mehdy Naficy: Die Jüdische Anlage in Isfahan, Iran. Ein…

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Frauen und Fussball: Warum sich die Geschlechterklischees trotzdem halten

Laut Statistik gucken etwa gleich viele Frauen wie Männer Fußball. Wieso halten sich die Geschlecherklischees dennoch? Die taz interviewt Ethnologin Almut Sülzle von der Uni Marburg. Sie promoviert über “Frauen in Männerdomänen” und ist Mitautorin des Buches “Arena der Männlichkeit. Über das Verhältnis von Fußball und Geschlecht.” Sie sagt:

Ich interpretiere das so, dass die bisher geltende selbstverständliche Gleichsetzung von Fußball und Männlichkeit mit der Thematisierung gegen eine Invasion vom Rand, die Fußballerinnen, verteidigt werden sollte.

(…)

Es ist so, dass Fußball zur Konstruktion der Männlichkeit dazugehört. Männlichkeit ist Fußball, und zwar ganz unabhängig davon, dass 50 Prozent der Männer sich nicht für Fußball interessieren.

>> zum Interview in der taz

SIEHE AUCH:

Frauensache Fußball (Deutschlandfunk)

Weibliche Fans: Die zwölfte Frau (faz)

Fußball: Arena der Männlichkeit (ORF ON Science)

Ethnologie und Fussball: “Der Fußball hat ein Problem mit der Homosexualität”

Laut Statistik gucken etwa gleich viele Frauen wie Männer Fußball. Wieso halten sich die Geschlecherklischees dennoch? Die taz interviewt Ethnologin Almut Sülzle von der Uni Marburg. Sie promoviert über "Frauen in Männerdomänen" und ist Mitautorin des Buches "Arena der Männlichkeit.…

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Ethnologie und Fussball: “Der Fußball hat ein Problem mit der Homosexualität”

Kurz vor dem Beginn der Fussball-WM haeufen sich die Berichte ueber gesellschaftliche Aspekte dieser Sportart. In der Wiener Zeitung schreibt Peter Landerl ueber das Tabu Homesexualitaet im Fussball.

Während es in der Kunst kaum Probleme bereitet, sich als Homosexueller zu outen, es selbst in der Politik möglich ist, homosexuell zu sein, ist – obwohl statistisch unmöglich – in ganz Europa kein homosexueller Fußballprofi zu finden. Es gibt sie, aber keiner von ihnen wagt es, sich zu outen. Der Fußball hat ein Problem mit der Homosexualität.

Er zitiert Tatjana Eggeling vom Institut für Kulturanthropologie und europäische Ethnologie der Universität Göttingen. Sie bezeichnet Fussball als “einer der konservativsten Bereiche unserer Gesellschaft”.

Wir erfahren auch von Initiationsriten, die dafuer sorgen sollen, dass Fußball nur von “echten, harten Kerlen” gespielt werden kann.

>> weiter in der Wienerzeitung

>> Habilitiert über “Homosexualität im Sport”

Volkskundlerin Johanna Rolshoven meint:

Je schwieriger das Geschlechterverhältnis wird und je mehr Männer unter Druck geraten, desto mehr halten sie sich vielleicht an traditionelle Männerbastionen wie den Fussball.

MEHR ZU FUSSBALL UND ETHNOLOGIE:

Fussball: Keineswegs nebensächlich für Ethnologen

“Faszination Fußball” im Hamburger Völkerkundemuseum -ueber diese Ausstellung berichtet sogar die Zeitung The National (Papua New Guinea)

Ethnologe Kurt Wachter: Von “Othello” bis Milla – Fußball in Afrika

Marc Auge: Ein Ethnologe bei der Fußball-WM

Aus der Halbdistanz – Fussballbiografien und Fussballkulturen heute (Studienprojekt des Instituts für Europäische Ethnologie der Humboldt Universität Berlin)

Blickpunkt Fussball-WM: eine Form von Religion?

Kurz vor dem Beginn der Fussball-WM haeufen sich die Berichte ueber gesellschaftliche Aspekte dieser Sportart. In der Wiener Zeitung schreibt Peter Landerl ueber das Tabu Homesexualitaet im Fussball.

Während es in der Kunst kaum Probleme bereitet, sich als Homosexueller zu…

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Ausstellung: Verhütung mit Leinensäckchen, Kondome aus Fischblase

Marita Metz-Becker hält einen weißen Blechbecher in die Höhe. Daran baumelt ein dünner roter Schlauch. Eine Scheidenspülung, erklärt die Ethnologin an der Universität Marburg. “Bis Mitte des 20. Jahrhunderts war das die gängigste Verhütungsmethode”, sagt sie in einem Vorabbericht des epd ueber die Ausstellung “Wenn Liebe ohne Folgen bliebe … Zur Kulturgeschichte der Verhütung”, die in Marburg vom 28. April an zu sehen ist. Das “erste Kondom” in der Geschichte wurde uebrigens aus der Fischblase eines Stöhrs hergestellt. Wir erfahren auch dass Verhütung stets Frauensache war und ein Tabuthema.

>> weiter beim epd (Evangelischer Pressedienst)

SIEHE AUCH:

Besprechung Marita Metz-Beckers Buch: Der verwaltete Körper. Die Medikalisierung schwangerer Frauen in den Gebärhäusern des frühen 19. Jahrhunderts

Marita Metz-Becker hält einen weißen Blechbecher in die Höhe. Daran baumelt ein dünner roter Schlauch. Eine Scheidenspülung, erklärt die Ethnologin an der Universität Marburg. "Bis Mitte des 20. Jahrhunderts war das die gängigste Verhütungsmethode", sagt sie in einem Vorabbericht des…

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