search expand

Die uebliche Exotisierung: SPIEGEL ueber Garma-Festival der Aboriginees

Einmal im Jahr findet das Garma-Kulturfestival statt: eine einzigartige Gelegenheit für nur wenige geladene Reisende, die Rituale einer der ältesten Kulturen der Welt zu erleben. Ethnologen können hier in wenigen Tagen mehr Material sammeln als bei wochenlangen Reisen durch den Busch.

So startet der Spiegel-Bericht ueber das Garma-Festival der Aboriginees, der kuerzlich erschien. Das Festival findet jedoch jeweils im August statt. Als Ethnologe rauft man sich ja regelmasessig die Haare bei Texten ueber Urbevoelkerungen. Vielleicht sammelt man unter Kollegen Punkte, wenn man als Reisejournalist moeglichst exotisch ueber Ziele auf der anderen Seite der Erde schreibt?

>> zum Bericht im Spiegel: Garma-Festival. Die Erde ist ihr Himmel

Auf der Homepage des Festivals erfahren wir, dass mehr als Exotik geboten wird.

SIEHE AUCH:

“Leben wie in der Steinzeit” – So verbreiten Ethnologen Vorurteile

Die SZ und die Ureinwohner: Gestrandet im vorsintflutlichen Evolutionismus

Einmal im Jahr findet das Garma-Kulturfestival statt: eine einzigartige Gelegenheit für nur wenige geladene Reisende, die Rituale einer der ältesten Kulturen der Welt zu erleben. Ethnologen können hier in wenigen Tagen mehr Material sammeln als bei wochenlangen Reisen durch den…

Read more

Feldforschung bei den Tuareg: Makkaroni mit Tomatensauce – monatelang!

In der Presse ist ein leicht ironischer, mit Vorurteilen spielender Artikel ueber die Feldforschung der Wiener Ethnologin Ines Kohl bei den Tuareg zu lesen.

Der Text beginnt so…:

Sie sind eine der Ikonen der stadtmüden Authentizitäts-Sucher, die Tuareg, Herren der Wüste, grenzenlos frei. Die möchte man sehen, mit ihnen möchte man am Feuer sitzen, ihre Traditionen teilen, ihr Essen natürlich auch. “Es gibt Makkaroni mit Tomatensauce, monatelang”, desillusioniert Ines Kohl, Ethnologin der Uni Wien, die seit Jahren das Leben der Tuareg teilt, um deren Identität und ihre Brüche zu erkunden. In klassischen Interviews geht das nicht, es geht nur in teilnehmender Beobachtung, im Tratsch am Herd etwa, dann, wenn Kohl mit dem Makkaroni-Kochen – “in einem alten Tontopf” – an der Reihe ist: Sie ist in eine 20-köpfige Familie integriert, als “Tochter und Schwester”.

… und schliesst mit einer kritischen Andeutung:

Ende November ist sie wieder losgezogen zu den Makkaroni-Töpfen, diesmal mit Finanzhilfe einer Firma, die Geld aus Libyens Böden sprießen lässt, der Österreichischen Mineralölverwaltung OMV.

>> zum Text in der Presse (link aktualisiert 29.4.11)

In der Presse ist ein leicht ironischer, mit Vorurteilen spielender Artikel ueber die Feldforschung der Wiener Ethnologin Ines Kohl bei den Tuareg zu lesen.

Der Text beginnt so...:

Sie sind eine der Ikonen der stadtmüden Authentizitäts-Sucher, die Tuareg, Herren der Wüste,…

Read more

Ethnologe Thomas Hauschild: Böser Blick nicht nur im Mittelmeer

Den bösen Blick gibt es ueberall:

Sogar in der heutigen, völlig durchbebilderten Welt fühlen sich Großstadtmenschen durch Blicke oft belästigt, visuell bedrängt. Bedrohlich ist, dass jemand etwas an einem sieht, was er nicht sehen soll. Das unangenehme Gefühl führt dann zu Kopfschmerzen, Verspannungen. Menschen, die durch einen bösen Blick verletzt wurden, werden in fast allen Kulturen auf die gleiche Weise geheilt.

Das sagt Ethnologe Thomas Hauschild im Blatt Die Presse anlaessichlich des Symposiums “Kulturen des Blicks”.

Eine andere Gemeinsamkeit in Kulturen des Blickes: Das Vermeiden von Blickkontakt (z.B. durch Verschleierung) – gerade Frauen gegenueber, spielt sowohl im Islam wie im Christentum eine Rolle:

“Es gibt Nonnen, etwa die Theresianerinnen, denen man nicht ins Gesicht schauen darf. Will man mit ihnen sprechen, geht das nur durch eine Trennwand.” Vergessen werde oft, dass es in Europa bis in die 1950er Jahre üblich war, dass Frauen ihre Haare verschleierten, Kopftücher trugen. “Wer das nicht tat, wurde als Prostituierte angesehen.”

>> mehr in der Presse

SIEHE AUCH

Der böse Blick auf der Bruggeralm (sagen.at)

Der böse Blick – Märchen aus Polen (sagen.at)

Den bösen Blick gibt es ueberall:

Sogar in der heutigen, völlig durchbebilderten Welt fühlen sich Großstadtmenschen durch Blicke oft belästigt, visuell bedrängt. Bedrohlich ist, dass jemand etwas an einem sieht, was er nicht sehen soll. Das unangenehme Gefühl führt dann…

Read more

Völkerkundemuseum der Universität Zürich: Wie ist es im Jenseits und wie gelangt man dorthin?

Einen Einblick in die Vielfalt von Jenseitsvorstellungen gibt die Ausstellung «Jenseitswelten. Von Geistern, Schiffen und Liebhabern» im Völkerkundemuseum der Universität Zürich. In einem ist man sich jedoch in allen Gesellschaften einig: Die Fortexistenz nach dem Tod steht ausser Zweifel.

>> mehr in Unipublic (ZH)

>> Besprechung im Berner Bund

>> Praesentation auf der Seite des Völkerkundemuseums

Einen Einblick in die Vielfalt von Jenseitsvorstellungen gibt die Ausstellung «Jenseitswelten. Von Geistern, Schiffen und Liebhabern» im Völkerkundemuseum der Universität Zürich. In einem ist man sich jedoch in allen Gesellschaften einig: Die Fortexistenz nach dem Tod steht ausser Zweifel.

>>…

Read more

Kulturanthropologen veröffentlichen Kompendium zur Halloween-Forschung

Seit rund einem Jahrzehnt wird auch Österreich von einer Halloween-Welle überrollt. Am Institut für Volkskunde und Kulturanthropologie der Universität Graz hat man sich schon vor Jahren dem Phänomen gewidmet. Institutsleiterin Editha Hörandner hat nun einen Sammelband herausgebracht, der die Ergebnisse der steirischen Halloween-Forschung zusammenfasst. Laut Hörandner ist der vorliegende Band die erste Publikation, die sich umfassend mit der “Brauchtums-Innovation” Halloween befasst, meldet ap / digital world

SIEHE AUCH

Grusel mit christlichen Wurzeln: Volkskundler sehen Halloween-Kult vor allem in katholischen Regionen verbreitet (Saar Echo, 26.10.05)

Seit rund einem Jahrzehnt wird auch Österreich von einer Halloween-Welle überrollt. Am Institut für Volkskunde und Kulturanthropologie der Universität Graz hat man sich schon vor Jahren dem Phänomen gewidmet. Institutsleiterin Editha Hörandner hat nun einen Sammelband herausgebracht, der die Ergebnisse…

Read more