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Kritisk oppgjør med seg selv og antropologien

“Vit man reser till det inre av Afrika för att fråga ut svart man om magiska ritualer. 35 år efter mötet med örtdoktorn i dåvarande Zaire reflekterar Johannes Fabian över sina etnografiska tillkortakommanden.” Slik begynner Karl Steinick sin tekst i Svenska Dagbladet om Fabians nye bok Ethnography as Commentary: Writing from the Virtual Archive

Fabian, en av de store innen antropologien, er bl.a. kjent for boka Time and the Other som handler om hvordan antropologer betrakter “de andre”. Nå gjør han også et oppgjør med seg selv og skriver bl.a om hvordan “förutfattade meningar kan underminera tolkningsarbetet”:

Den kommenterande äldre antropologen ser (…) hur han i yngre dagar var mer formad av sin vetenskaps kolonialt anstrukna tankemönster, framför allt byggda kring motsatspar som traditionellt och modernt, tro och vetande, lantligt och urbant, då och nu. Detta ”förnekande av samtidighet” skulle han själv senare problematisera.

Hade Fabian valt att bearbeta stoffet tidigare, strax efter insamlandet, hade han antagligen skrivit en systematisk analys av ordinärt snitt utifrån kategorier som magi, släktskap, etnicitet. Nu har det istället blivit något avsevärt mer originellt, en studie som bland annat inkluderar en kritisk granskning av hur sådana begrepp har brukats, med exempel från sina egna frågor till samtalspartnern. Resultatet är, som titeln anger, en etnografi utformad som kommentar.

>> les hele saken I Dagens NyheterSvenska Dagbladet

Boka kom ut ifjor og er allerede blitt omtalt / anmeldt i ledende antropologiblogger som Open Anthropology og Savage Minds

SE OGSÅ:

“Modernitet” ødelegger antropologien: Er folk på Stillehavsøyene like moderne som vi i Europa?

Cicilie Fagerlid: Antropologi uten radikal annerledeshet

An exhibition and a movie: The French, colonialism and the construction of “the other”

"Vit man reser till det inre av Afrika för att fråga ut svart man om magiska ritualer. 35 år efter mötet med örtdoktorn i dåvarande Zaire reflekterar Johannes Fabian över sina etnografiska tillkortakommanden." Slik begynner Karl Steinick sin tekst i…

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Thomas Hylland Eriksen i valgkamp for De Grønne

For et par dager siden skrev jeg om antropologer som kastet seg inn i valgkampen. Her er enda en antropolog: I denne videoen forklarer Thomas Hylland Eriksen hvorfor han sympatiserer for Miljøpartiet De Grønne. Han mener det er for mye konformitet i norsk politikk og her kunne De Grønne stille spørsmål som ingen andre partier ville stilt. Men er ikke stemmer for De Grønne bortkastet? Nei, mener han: “Stem på partiet du tror på selv, og hvis mange nok gjør det, blir De Grønne et 10%-parti”.

For et par dager siden skrev jeg om antropologer som kastet seg inn i valgkampen. Her er enda en antropolog: I denne videoen forklarer Thomas Hylland Eriksen hvorfor han sympatiserer for Miljøpartiet De Grønne. Han mener det er for…

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The increasing feminization of anthropology

Have you been in an anthropology class / course with more men then women? I haven’t. In both Norway, Germany and Switzerland (pluss many other places incl South Africa, I heard), the gender balance between men and women is around 25-75. Eli Thorkelson, graduate student in cultural anthropology in Chicago, gives us some statistics from American universities that present a similar picture. But as he shows, it hasn’t always been like this. And according to him, we witness both an increasing feminization of anthropology and an ongoing masculine bias.

Here are some of his comments:

– The number of doctorates awarded to women has been greater than the number of doctorates awarded to men since 1992. Males were demographically dominant in the production of doctorates until 1984, after which there were eight years of approximate equality followed by divergence.

– The number of men enrolled has been falling slightly since 1995, while the number of women enrolled has continued to increase.

– While men are no longer demographically dominant, and are even a minority (remarkably so at the undergraduate level, where women receive nearly 70% of anthropology degrees), there are still gendered principles of selection at work in the field.

Nevertheless, the most demographically striking thing here is in his opinion the overall population growth of anthropology, hundreds of percent over the decades.

>> more in Eli Thorkelson’s post “Gender imbalance in anthropology”

There are by the way many other interesting posts in his blog about academic culture and on the anthropology of anthropology!

SEE ALSO:

India is not USA : The Scientific Gender Gap Should Be Understood Comparatively

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Ethnologin: Keine Angst vor Konvertiten!

Derzeit wimmelt es von Medienberichten über extremistische Konvertiten. In einem Interview mit der taz warnt Ethnologin Esra Özyürek davor Konvertiten pauschal zu verurteilen. Zum Islam konvertierte Deutsche leisten einen wichtigen Beitrag zur Integration, meint sie:

Sie spielen auffällig oft eine bedeutende Rolle in ihren Moscheegemeinden, ganz besonders die Frauen. Viele sind sehr aktiv im interreligiösen Dialog, organisieren deutsche Sprachkurse für Migranten oder sogar Seminare mit der Polizei, bei denen die Menschen über ihre Rechte aufgeklärt werden. Damit machen sie den migrantischen Muslimen Ressourcen zugänglich, die der Mehrheitsgesellschaft schon verfügbar sind.

Zwischen 20 000 und 100 000 Konvertiten gibt es in Deutschland. “Ich denke nicht, dass es gerechtfertigt ist, wegen so wenigen Fällen all diese Menschen pauschal zu verdächtigen”, sagt Esra Özyürek, Ethnologin an der University of California in San Diego, die derzeit an einem Projekt über Konvertiten in Deutschland arbeitet.

Sie hat u.a. Diskurse zu Konvertiten in Deutschland untersucht. Der Übergang zum Islam würde meist als etwas Aufgezwungenes dargestellt:

Vor dem 11. September war der typische Diskurs: “Unsere Frauen konvertieren, weil irgendein Mann aus dem Nahen Osten sie dazu verleitet”. Jetzt geht es um “unsere Jugendlichen”. Es wird immer direkt oder indirekt ausgedrückt, dass sie konvertieren, weil Terroristengruppen sie ausnutzen wollen. Die Konversion wird in beiden Diskursen nicht als eigene Entscheidung dargestellt, sondern als das Ergebnis eines Einflusses von “Außen”. Die religiöse Suche der Menschen steht nie im Vordergrund.

Warum? fragt die taz. Konvertiten würden als illoyal gegenüber Deutschland und dem Christentum angesehen, erklärt die Forscherin:

Weil sowieso gedacht wird, dass man als Deutscher eigentlich christlich sein sollte. Oder eben post-christlich, in dem Sinne, dass man nur noch an Weihnachten in die Kirche geht. Es wird so gesehen, dass nur so eine Person wirklich loyal zu Deutschland sein kann. Ein Konvertit wird aber nicht als loyal betrachtet, sondern als jemand, der sich von “europäischen” Werten verabschiedet hat, und deshalb gilt eine misstrauische Haltung ihm gegenüber als in Ordnung.

>> weiter in der taz

Dieses Interview unterscheidet sich in vielerlei Hinsicht von anderen Forscher-Interviews, sie u.a. Interview mit Stefan Reichmuth vom Seminar für Orientalistik und Islamwissenschaften an der Uni Bochum: Warum entscheiden sich Deutsche für den Islam? Konvertiten oft fanatisch? und Interview mit dem Soziologen Peter Waldmann: Warum Menschen zu Terroristen werden: Die Attraktivität einer Ideologie

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Werner Schiffauer: “Öffnung gegenüber dem Islam nicht der Terrorismusbekämpfung unterordnen”

Selected quotes from “On Suicide Bombing” by Talal Asad

Extremism: “Authorities -and not Imams – can make the situation worse”

Islamophobie in Österreich – “ein längst überflüssiges Werk”

Buchbesprechung: Unser merkwürdiger Umgang mit “Fremdem”

Derzeit wimmelt es von Medienberichten über extremistische Konvertiten. In einem Interview mit der taz warnt Ethnologin Esra Özyürek davor Konvertiten pauschal zu verurteilen. Zum Islam konvertierte Deutsche leisten einen wichtigen Beitrag zur Integration, meint sie:

Sie spielen auffällig oft eine bedeutende…

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Ethnologie und die Sehnsucht nach dem Tod

Vor drei Jahren hat sich sein bester Freund das Leben genommen. Den Ethnologen Falk Blask liess das Thema Suizid seitdem nicht mehr los. Schliesslich bot er ein Uni-Seminar zur Sehnsucht nach dem Tod an. Die Ausstellung “Sterben wollen. Denkraum Suizid” in Berlin ist Ergebnis dieses Seminares, so die Mitteldeutsche Zeitung.

Zum heutigen Welt-Suizid-Präventionstag symbolisieren alte Haustüren mitten in Berlin den freiwilligen Ausstieg aus dem Leben. Mehr als 9000 Menschen bringen sich in Deutschland jedes Jahr um. Weltweit sind es eine Million.

Einen normalen Umgang mit dem Thema Suizid gibt es nicht, prangern die Ausstellungsmacher an. Es ist immer noch ein Tabu-Thema. Sie hatten in all den Jahren ihrer Männerfreundschaft über vieles gesprochen, aber nie über den Tod, erzählt Ethnologe Falk Blask.

Doch der Bedarf darüber zu reden scheint gross zu sein. Blask schrieb das Suizid-Seminar für 15 Teilnehmer aus. Doch als er zur ersten Stunde kam, sassen da 90 Leute. Und niemand war bereit, wieder zu gehen.

Vielleicht liegt es daran, dass viele jemanden kennen, der sich das Leben genommen hat oder es versucht hat. Ja, nun weiss Blask, dass viele seiner Studenten ähnliche Erfahrungen haben wie er: Freunde, Eltern oder Geschwister nahmen sich das Leben.

>> weiter in der Mitteldeutschen Zeitung

Vermeidung braucht Öffentlichkeit heisst passenderweise der Text auf pressetext.at . Selbstmordprävention solle in Nachrichtensendungen oder auf Titelblättern denselben Stellenwert bekommen wie dies der HIV/Aids-Problematik bereits gelungen ist, so Georg Fiedler von der Deutschen Gesellschaft für Suizidprophylaxe. “Mehr Aufmerksamkeit und eine Enttabuisierung des Themas wären wünschenswert.”

Menschen nehmen sich das Leben aus verschiedenen Gründen. Persönliche Krisen werden verschlimmert durch gesellschaftliche Entwicklungen. Mehr Selbstmorde durch Krise erwartet, meldet der Stern Vor allen Dingen ältere Menschen denken an Suizid, erfahren wir bei domradio.de Und die taz schreibt über Selbstmord als Machtinstrument: Milliardär Adolf Merckle liess sich vom Zug ueberollen nachdem sein Unternehmen Konkurs ging. In dieser Ohnmacht wollte er noch einmal Macht beweisen – über das eigene Leben und den eigenen Tod. Zum Recht, sich das Leben zu nehmen, hat Michal Kolesar einen interessanten Text geschrieben: “Wert des Lebens“.

Selbstmord ist ein komplexes Thema, das fachlich von Psychologen und Medizinern dominiert wird. Inspiriert vom Selbstmord einer guten Freundin (einer Ethnologin uebrigens) habe ich letzte Nacht den Text “The Anthropology of Suicide” geschrieben. In den Wochen und Monaten nach ihrem Tod hab ich mir oft die Frage gestellt, ob ihr Leben haette gerettet werden koennen, wenn mehr ueber solche Themen geredet wuerde und wir damit mehr ueber “psychische Probleme” Bescheid wuessten – ein Bereich wo auch unser Fach wichtige Arbeit zu leisten hat.

Vor drei Jahren hat sich sein bester Freund das Leben genommen. Den Ethnologen Falk Blask liess das Thema Suizid seitdem nicht mehr los. Schliesslich bot er ein Uni-Seminar zur Sehnsucht nach dem Tod an. Die Ausstellung "Sterben wollen. Denkraum Suizid"…

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