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Feldforschung bei den Tuareg: Makkaroni mit Tomatensauce – monatelang!

In der Presse ist ein leicht ironischer, mit Vorurteilen spielender Artikel ueber die Feldforschung der Wiener Ethnologin Ines Kohl bei den Tuareg zu lesen.

Der Text beginnt so…:

Sie sind eine der Ikonen der stadtmüden Authentizitäts-Sucher, die Tuareg, Herren der Wüste, grenzenlos frei. Die möchte man sehen, mit ihnen möchte man am Feuer sitzen, ihre Traditionen teilen, ihr Essen natürlich auch. “Es gibt Makkaroni mit Tomatensauce, monatelang”, desillusioniert Ines Kohl, Ethnologin der Uni Wien, die seit Jahren das Leben der Tuareg teilt, um deren Identität und ihre Brüche zu erkunden. In klassischen Interviews geht das nicht, es geht nur in teilnehmender Beobachtung, im Tratsch am Herd etwa, dann, wenn Kohl mit dem Makkaroni-Kochen – “in einem alten Tontopf” – an der Reihe ist: Sie ist in eine 20-köpfige Familie integriert, als “Tochter und Schwester”.

… und schliesst mit einer kritischen Andeutung:

Ende November ist sie wieder losgezogen zu den Makkaroni-Töpfen, diesmal mit Finanzhilfe einer Firma, die Geld aus Libyens Böden sprießen lässt, der Österreichischen Mineralölverwaltung OMV.

>> zum Text in der Presse (link aktualisiert 29.4.11)

In der Presse ist ein leicht ironischer, mit Vorurteilen spielender Artikel ueber die Feldforschung der Wiener Ethnologin Ines Kohl bei den Tuareg zu lesen.

Der Text beginnt so...:

Sie sind eine der Ikonen der stadtmüden Authentizitäts-Sucher, die Tuareg, Herren der Wüste,…

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“Leben wie in der Steinzeit” – So verbreiten Ethnologen Vorurteile

We’re all modern now heisst ein interessanter Beitrag im Ethnologie-Blog Savage Minds. Kritisiert wird das Pflegen von Klischees in den Medien ueber “urspruengliche Voelker”, die angeblich auch heute noch wie in der Steinzeit leben. Doch tragen auch Ethnologen zu diesen ethnozentrischen Vorurteilen bei.

In einem Veranstaltungshinweis in einem deutsch-belgischen Blatt ist folgendes ueber Patrick Bernards Film »Kenya, voyage aux sources de l’humanité« (Kenia, eine Reise zu den Urspruengen der Menschheit) zu lesen:

Der international renommierte Ethnologe Patrick Bernard, seines Zeichens engagierter Verteidiger von Minderheiten und unterdrückten Völkern, taucht ein ins Herz des Rift Valleys, um dort nach den Ursprüngen der Zivilisation zu forschen. Auch zu Beginn des dritten Jahrtausends gibt es in Afrika wilde Landstriche, in denen das Leben noch so verläuft wie zu Urzeiten. Nahezu unberührt von Fortschrittsgedanken und modernen Gesellschaftsformen erzählen diese ebenso schönen wie grausamen Gegenden, die große Geschichte unserer Menschheit.

Bernard gibt Einblick in das Schicksal und das alltägliche Leben der kenianischen Hirten- und Nomadenvölker. Er beschreibt ihre Traditionen, ihre Anmut und Würde, ihre Existenz in perfektem Einklang mit der Natur – ein außergewöhnlicher Blickwinkel, der den sogenannten »zivilisierten« Menschen wieder den wahren Sinn des Lebens vor Augen führt.

Solche Darstellungen der “anderen” begegnet uns regelmaessig, u.a. in den Debatten um das “African Village” im Augsburger Zoo und in der Berichterstattung ueber die Opfer der Tsunamikatastrofe.

SIEHE AUCH:

Ancient People: We are All Modern Now: The oldest cliché, guaranteed to be found in any newspaper article or TV show about indigenous peoples, is the moniker “ancient people”

Our obsession with the notion of the primitive society

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Afrikanistik online: Das Internet als Forschungsinstrument für die Afrikanistik

Afrikanistik online heisst eine neue Open-Access-Zeitschrift. Alle Artikel sind daher gratis verfuegbar fuer alle Interessierten. Die neue Publikation soll das Internet in der Afrikanistik stärker als Forschungs- und Arbeitsmedium etablieren. Die internationale Diskussion und die Kooperation zwischen Sprach- und Kulturwissenschaftlern inkl Ethnologen soll erleichtert werden.

Zum anderen sollen Leser in wirtschaftlich benachteiligten Regionen besseren Zugriff auf aktuelle Forschungsergebnisse bekommen, schreibt Helma Pasch von der Uni Köln im Text Das Internet als Forschungsinstrument für die Afrikanistik. Ihr Text selbst ist mit vorbildlich vielen Links ausgestattet!

Die afrikanische Perspektive auf Open-Access-Publikationenen finde ich besonders spannend. Sie schreibt dass afrikanische Konferenzteilnehmer die Veröffentlichung der Konferenzergebnisse im Internet wünschten, während die europäischen und amerikanischen Teilnehmer sich mehrheitlich für eine konventionelle gedruckte Publikationsform aussprachen:

“Die Schwierigkeiten, die aufgrund der in vielen Fällen schlechten Versorgung der meisten Gebiete Afrikas mit Elektrizität, Rechnern, Software und vor allem Serverkapazitäten bestehen, soll nicht geleugnet werden, aber sie lassen sich – zumindest langfristig – sicherlich eher überwinden als die unzureichende Versorgung mit gedruckter wissenschaftlicher Literatur.”

>> zum Text Das Internet als Forschungsinstrument für die Afrikanistik

Die Zeitschrift ist erst im Aufbau, es sind erst ein paar Texte im Netz

>> zur Startseite von Afrikanistik Online

SIEHE AUCH:

Open Access Konferenz in Wien: Wissenschaftler für freien Zugang zu Wissen

Spezial Open Access Anthropology

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Ausstellung soll Grenzen zwischen Kunstgeschichte und Ethnologie aufbrechen

Berliner Morgenpost

Jahrzehntelang prägte das Bild des “Primitiven” den Blick auf die “Kunst aus Afrika”. Doch ist diese so heterogen, daß sie mit den allseits beliebten Plastiken nicht zu fassen ist, wie sie die westliche Moderne rezipierte. Mit 180 Objekten aus seiner weltberühmten Sammlung zeigt sich die Afrika-Schau des Ethnologischen Museums in Dahlem in neuem Licht. Grenzen zwischen Kunstgeschichte und Ethnologie sollen aufgebrochen werden. >> weiter

Berliner Morgenpost

Jahrzehntelang prägte das Bild des "Primitiven" den Blick auf die "Kunst aus Afrika". Doch ist diese so heterogen, daß sie mit den allseits beliebten Plastiken nicht zu fassen ist, wie sie die westliche Moderne rezipierte. Mit 180 Objekten aus…

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Ausstellung »Africa Screams« widmet sich dem Bösen in Kunst, Kultur und Kult

Jungle World

Kulturanthropologe und Filmemacher Tobias Wendl hat das Konzept der Ausstellung entwickelt, die derzeit im Frankfurter Museum der Weltkulturen zu sehen ist. Sie widmet sich ganz dem Bösen in Kunst, Kultur und Kult – freigegeben ab 16 Jahren. »Africa Screams« bezieht sich vielmehr auf den Kontext der Kunst- und Kulturgeschichte des afrikanischen Kontinents und präsentiert rund 250 Werke von Künstlern und Künstlerinnen, Filmproduktionen aus Westafrika (vor allem aus Nigeria, Togo, Kamerun und Sierra Leone) sowie aus Angola und Südafrika. >> weiter

Jungle World

Kulturanthropologe und Filmemacher Tobias Wendl hat das Konzept der Ausstellung entwickelt, die derzeit im Frankfurter Museum der Weltkulturen zu sehen ist. Sie widmet sich ganz dem Bösen in Kunst, Kultur und Kult – freigegeben ab 16 Jahren. »Africa Screams«…

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