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Ethnologiestudenten erforschen KZ-Alltag

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Wie lebte man im KZ? Dieser Frage haben sich auch 15 Studenten des Instituts für Europäische Ethnologie der Universität Wien angenähert, melden oesterreichische Medien.

In einem dreisemestrigen Projekt konzipierten die Studenten für die Gedenkstätte im Konzentrationslager Dachau die Ausstellung “Zeit Raum Beziehung”, die bis zum 14. September im Wiener Volkskundemuseum zu sehen ist.

In der Ausstellung geht es vor allem um Beziehungen: um Freundschaften, um Kontakte zur Außenwelt – und vor allem um Beziehungen zu Dingen, die zu Erinnerungsstücken wurden. Texte erzählen von heimlichen, geschmuggelten Geschenken, einer Mundharmonika oder einer winzigen Statuette. Zu den Recherchen gehörten auch Interviews mit Zeitzeugen sowie mit deren Angehörigen.

>> Vienna Online: Leben in Dachau: “Zeit Raum Beziehung” im Volkskundemuseum

>> Der Standard: Ausstellung: Die Blechschüssel als “KZ-Lektion”

>> ORF: Alltag im Albtraum. Dachau-Ausstellung im Volkskundemuseum

>> Zeit Raum Beziehung: Webseite der Ausstellung

Uebrigens: Der ORF hat das Institut für Europäische Ethnologie ins Institut für österreichische Ethnologie umbenannt

SIEHE AUCH:

Neue Webseite zur Ethnologie im Nationalsozialismus

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Wie lebte man im KZ? Dieser Frage haben sich auch 15 Studenten des Instituts für Europäische Ethnologie der Universität Wien angenähert, melden oesterreichische Medien.

In einem dreisemestrigen Projekt konzipierten die Studenten für die Gedenkstätte im Konzentrationslager Dachau die Ausstellung "Zeit Raum…

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Benin-Ausstellung: “Plötzlich sind die Europäer mal die Exoten”

benin-ausstellung bild

Die Wanderausstellung Benin – 600 Jahre höfische Kunst aus Nigeria ist nun in Berlin angekommen und ist von nun an im Ethnologischen Museum Dahlem zu sehen. Tagesspiegel-Autor Michael Zajonz findet, dass “wir Europäer” plötzlich mal die Exoten sind:

Wilde, langhaarige Kerle mit zotteligen Bärten, diese Portugiesen, die seit dem 15. Jahrhundert als Handelspartner und Waffenbrüder (Feuerwaffen!) des westafrikanischen Königreichs Benin in Erscheinung treten. Oder die englischen Kaufleute in ihren karierten Anzügen und Tropenhelmen, die sich vier Jahrhunderte später anschicken, die koloniale Ausbeutung des bis dahin unabhängigen, vom Sklavenhandel profitierenden Landes zu organisieren. Auch der Blick der Künstler aus Benin auf uns ist die Sicht aus einer elaborierten Kultur heraus auf das Fremde.

>> weiter im Tagesspiegel

Die Ausstellung ist umstritten. “Ein Großteil dieser Objekte wurde im Jahre 1897 aus Nigeria von den Briten nach einer Strafexpedition geraubt”, meinen Kritiker, siehe frueherer Bericht zur Ausstellung in Wien “Kunstraub aus Nigeria im Wiener Völkerkundemuseum zu besichtigen”

benin-ausstellung bild

Die Wanderausstellung Benin – 600 Jahre höfische Kunst aus Nigeria ist nun in Berlin angekommen und ist von nun an im Ethnologischen Museum Dahlem zu sehen. Tagesspiegel-Autor Michael Zajonz findet, dass "wir Europäer" plötzlich mal die Exoten sind:

Wilde, langhaarige…

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Journal Ethnologie 6/2007 über Papua Neu-Guinea

Die neue Ausgabe von Journal-Ethnologie, herausgegeben vom Frankfurter Museum der Weltkulturen widmet sich einer Region, die bei Ethnologen sehr beliebt ist: Papua Neu Guinea. Die meisten Beiträge handeln um den Sepik – eine Region die, wie Jürg Wassmann in seinem Beitrag schreibt “auf allen Gebieten Superlative aufweist”:

in der dualen Organisation der Sozialstruktur, die heute noch an der Anordnung der Wohnhäuser ablesbar ist; der mythologischen Bedeutung der urzeitlichen Ereignisse und Totems – durchaus mit dem „Dreamtime“-Konzept der australischen Aborigines vergleichbar; in den Initiationsritualen für junge Männer mit ihrem stufenweisen Zugang zu immer stärker esoterischem religiösem Wissen;

bei den heiligen und geheimen Flöten, Schlitztrommeln und weltberühmten Schnitzereien; bei den eindrucksvollen Männerhäusern, die sowohl religiöses als auch soziales Zentrum sind; schließlich im Namensystem, das allen Dingen dieser Welt eine Ordnung gibt, indem es alles mit einem Namen versieht und diese zu Tausenden in bestimmten Reihenfolgen memoriert werden müssen.

Die neue Ausgabe ist sehr umfangreich. Wegen der etwas komplizierten Navigation auf der Webseite hier die Links zu den Texten:

Meinhard Schuster: Einheimische und Ausländer im Landschaftsraum Sepik, 1961

Katja Reuter: “Überall nur Männer” Gesellschaftliche Veränderungen am Mittelsepik, Papua Neuguinea

Christian Kaufmann: Kunst vom Sepik. Ornament, Skulptur und Malerei im Wettstreit

Eva Ch. Raabe: Vom Sepik an den Main. Stücke aus der Neuguinea-Sammlung des Museums der Weltkulturen

Brigitta Hauser-Schäublin: Feldforschung bei den Iatmul. Zwischen Erlebnis und Wissenschaft

Jürg Wassmann: Sozialordnung und Landschaft in Papua Neuguinea

Christin Kocher Schmid: Merbau – Baum der Mythen. Indigene Waldwirtschaft in Nordneuguinea

Zum Schluss ein paar “moderne” Themen. Das Stadtleben scheint gefährlich zu sein. Hauptstaft Port Moresby zählt offenbar zu den kriminellsten Hauptstädten der Welt. Die Anwendung von Gewalt habe sich seit der Unabhängigkeit des Landes im Jahre 1975 “zunehmend als normales Verhaltensmuster zur Lösung von Problemen und Konflikten etabliert”, schreibt Politikwissenschaftler Roland Seib:

Roland Seib: Kriminalität in Papua Neuguinea. Eine Annäherung an gesellschaftliche Verhältnisse

Noch ein Problem ist AIDS, Neuguinea habe offenbar die Kontrolle über das Problem bereits verloren. Der ländliche Raum werde in der AIDS-Bekämpfung vernachlässigt. Erschwerend für die Aufklärungsarbeit seie zudem “das geringe Bildungsniveau und die immense kulturelle und Sprachenvielfalt des Landes”:

Marion Struck-Garbe: HIV/AIDS und Menschenrechte in Papua Neuguinea

Zu guter letzt ein Beitrag eines Pfarrers und “Entwicklungshelfers” (benutzt man diesen Begriff noch?), der in der Hauptstadt mit Flüchtlingen aus West-Papua arbeitet:

Clemens Schermann: Die „Mantras“ der Europäer. Als Entwicklungshelfer in Papua Neuguinea

Der Themenschwerpunkt Sepik – Papua Neuguinea ist zugleich Thema der Ausstellung Reisen und Entdecken. Vom Sepik an den Main, die das Museum der Weltkulturen in Frankfurt am Main vom 27. Oktober 2007 bis zum 19. Oktober 2008 zeigt.

SIEHE AUCH:

Fieldwork in Papua New Guinea: Who are the exotic others?

Auf zum Zoo der archaischen Riten in Papua New Guinea!

Anthropology and Colonial Violence in West Papua

“Good story about cannibals. Pity it’s not even close to the truth”

Papua New Guinea and Paternalistic anthropology

Die neue Ausgabe von Journal-Ethnologie, herausgegeben vom Frankfurter Museum der Weltkulturen widmet sich einer Region, die bei Ethnologen sehr beliebt ist: Papua Neu Guinea. Die meisten Beiträge handeln um den Sepik - eine Region die, wie Jürg Wassmann in seinem…

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Ethnologie- und Kunststudierende stellen riechende Strassen aus

Das Ausstellungsprojekt “Sensing the street” erforscht die Sinnlichkeit von Straßen. Studierende der Ethnologie und Kunst zeigen, wie die Ackerstraße riecht, die Adalbertstraße tönt und die Karl-Marx-Straße sich anfühlt, schreibt die taz:

“Sensing the street” heißt das interdisziplinäre studentische Ausstellungsprojekt, das drei Straßen unter die sinnliche Lupe nimmt. Drei Semester lang haben Studierende des Instituts für Europäische Ethnologie an der Humboldt-Universität (HU) und des Instituts für Klangkunst der Universität der Künste (UdK) zusammen geforscht und experimentiert: Wie fühlt sich Berlin an? Diese Frage wollen sie anhand der Ackerstraße, der Kreuzberger Adalbertstraße und der Neuköllner Karl-Marx-Straße beantworten.

Die drei Straßen stehen exemplarisch für typische Berliner Erfahrungen: Teilung, Wiedervereinigung, wirtschaftlicher Niedergang. “Künstlerisch-ethnologische Verdichtung” nennt der Ethnologie-Professor Rolf Lindner die Methode, mittels derer seine Studierenden die besondere Stimmung einer Straße wiedergeben.

>> weiter in der taz

>> Webseite der Ausstellug

UPDATE: Der Tagesspiegel berichtet ueber die Ausstellung: So schmeckt die Großstadt

Das Ausstellungsprojekt "Sensing the street" erforscht die Sinnlichkeit von Straßen. Studierende der Ethnologie und Kunst zeigen, wie die Ackerstraße riecht, die Adalbertstraße tönt und die Karl-Marx-Straße sich anfühlt, schreibt die taz:

"Sensing the street" heißt das interdisziplinäre studentische Ausstellungsprojekt, das drei…

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“Neukölln ist nicht die Bronx”: Eine einschläfernde Tagung im “Haus der Kulturen”?

“Eine Diskussion mit vielen Sackgassen”, schreibt die taz war nicht gerade begeistert über die Konferenz New York – Berlin. Kulturelle Vielfalt in urbanen Räumen im Berliner Haus der Kulturen. Berlin lasse sich nicht mit New York in Sachen Migration vergleichen. Es gab der taz zufolge viel ratloses Schulterzucken und eine Diashow wurde “durch lautstarkes Schnarchen sabotiert. Dabei waren einzelne Beiträge für sich genommen nicht gänzlich uninteressant, lesen wir.

>> weiter in der taz

Der Tagesspiegel schreibt weniger skeptisch: “Vielleicht kann die hiesige Kommunalpolitik ganz praktische Dinge von den New Yorkern lernen”

>> weiter im Tagesspiegel

Übrigens: Das Haus der Kulturen bloggt!

"Eine Diskussion mit vielen Sackgassen", schreibt die taz war nicht gerade begeistert über die Konferenz New York - Berlin. Kulturelle Vielfalt in urbanen Räumen im Berliner Haus der Kulturen. Berlin lasse sich nicht mit New York in Sachen Migration vergleichen.…

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