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Musikethnologie des Alphorns – neue Multimedia-Webseite

Swissinfo hat kuerzlich eine spannende Webseite ins Netz gestellt: www.swissalpinemusic.ch – Man erfaehrt dort nicht nur alles Moegliche ueber das Alphorn, ueber Jodeln und andere Alpentraditionen: Man kann sich nicht nur Schweizer Alpenmusik anhoeren, sondern sogar selbst Alphorn-Lieder komponieren, das Lied speichern und dann versenden.

André Scheurer, Musikredaktor bei Radio Swiss Classic, hat die Töne einzeln auf dem Alphorn für den “Composer” eingespielt. “Das Alphorn starb beinahe aus, weil es seine Bedeutung als Kommunikations-Werkzeug der Hirten um 1800 verlor”, sagt Musikethnologin Brigitte Bachmann-Geiser, die die Texte geschrieben hat. In den vergangenen 30 Jahren habe sich die Tradition des Alphornspielens wiederbelebt. Das Alphorn eroberte seinen Platz in der Klassik, im Pop und auch im Jazz.

>> zum Text in Swissinfo

>> zur Webseite www.swissalpinemusic.ch

Swissinfo hat kuerzlich eine spannende Webseite ins Netz gestellt: www.swissalpinemusic.ch - Man erfaehrt dort nicht nur alles Moegliche ueber das Alphorn, ueber Jodeln und andere Alpentraditionen: Man kann sich nicht nur Schweizer Alpenmusik anhoeren, sondern sogar selbst Alphorn-Lieder komponieren, das…

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Wieso immer noch Kasten in Indien?

Indien ist das Schwerpunktthema der neuesten Ausgabe der Zeitschrift Journal Ethnologie. Einer der Artikel handelt um das Kastensystem. Obwohl offiziell bereits vor knapp 70 Jahren abgeschafft, existiert es weiterhin, schreibt Ulrich Oberdiek. U.a werden Ehegesuche in indischen Tageszeitungen weiterhin nach Kasten geordnet: Brahmanen, Marwari (Händlerkasten), Punjabi (Sikhs, Kshatriyas) etc. Es gibt sogar die Charakterisierung “Kaste kein Hindernis!”.

Warum ueberlebt dieses anti-demokratische System? Ein wichtiger Grund ist dem Ethnologen zufolge die arrangierte Ehe:

Ehen werden von den Eltern oder Großeltern arrangiert, die dafür sorgen, dass die Ehepartner aus der eigenen Unterkaste kommen. Es lässt sich allerdings im „modernen“ Leben nicht immer vermeiden, dass zwei junge Leute verschiedener Kasten sich kennen lernen (etwa im College) und beschließen zu heiraten, aber das ist sehr selten. Vereinzelt kommt es auch vor, dass Eltern in solchen „Entgleisungsfällen“ einwilligen. Flucht und manchmal sogar Selbstmord zeigen jedoch die dramatische Wirklichkeit dieser Regeln auch heute.

>> zum Text in Journal Ethnologie

Frank Heidemann zeigt in seinem Beitrag u.a. einen Zusammenhang von Kolonialismus und dem Entstehen des Kastensystems auf:

Nicholas Dirks hat mit seinem Werk „Castes of Mind“ (2001) die langfristigen Folgen der kolonialen Durchdringung Indiens, vor allem die Kolonisation des Geistes, aufgezeigt. Nach Dirks waren Kasten vor der Ankunft der Briten keine festen Einheiten und bildeten nur eine unter vielen Möglichkeiten der Identifikation.

Durch die Praxis der Volkszählungen (bei denen sich jede Person zu einer Kategorie bekennen musste), durch die Festlegung einer Kastenhierarchie in Listen und Handbüchern, und durch die Zuschreibung kollektiver Identitäten wurden die Kasten zur wichtigsten sozialen Kategorie und jeweils mit spezifischen Qualitäten assoziiert.

>> zum Text Indien – mit Tradition und Moderne von Frank Heidemann

Weitere Texte in Journal Ethnologie:

Ulrich Demmer: An Sanesvaras Schrein. Lokale Modernität und Politik in den nördlichen Nilgiris (Südindien)

Markus Schleiter: “Zum Tanze”. Eine ethnographische Erzählung über den indischen „Stamm“ der Birhor

Bettina Weiz: Die Trommler der neuen Zeit. Besuche bei Experten der Informations-Technologie

Indien ist das Schwerpunktthema der neuesten Ausgabe der Zeitschrift Journal Ethnologie. Einer der Artikel handelt um das Kastensystem. Obwohl offiziell bereits vor knapp 70 Jahren abgeschafft, existiert es weiterhin, schreibt Ulrich Oberdiek. U.a werden Ehegesuche in indischen Tageszeitungen weiterhin nach…

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Immer mehr Ethnologinnen bei der Bundeswehr

Nicht nur die Ethnologinnen Barbara Mück oder Anna-Maria Brandstetter arbeiten bei der Bundeswehr. Der Deutschlandfunk berichtet von noch einer Ethnologin: Maren Tomforde. Die 36-jährige forscht im Auftrag des Verteidigungsministeriums und fährt in Afghanistan und Bosnien als Major mit auf Streife. Sie will wissen, wie die Soldaten in ihrem Einsatzland mit fremden Sitten und Gebräuchen umgehen. Sie ist bewaffnet und trägt Uniform, wenn sie zum Beispiel mit auf Streife fährt.

Die Ethnologin erzaehlt:

Zum Beispiel waren wir jetzt kürzlich in Afghanistan und haben Umfragen zur interkulturellen Kompetenz der Soldaten im Auslandseinsatz gemacht, aber gleichzeitig haben mein Kollege und ich auch Interviews durchgeführt, um zu sehen, wie die Soldaten mit einer fremden Kultur im Einsatzland umgehen, welches Vorwissen sie mitbringen, welche Informationsquellen sie nutzen, und auch, auf welche Probleme sie stoßen, wenn sie dann im Süden Kabuls oder in Kundus auf Patrouille gehen.

Wir haben Soziologen, Politologen, Pädagogen, Psychologen… Ich bin die einzige Ethnologin hier, aber ich werde mit meinem Fachwissen auch ernst genommen, und das ist schön.

(…)

[Die Soldaten] akzeptieren mich in der Hinsicht, dass sie sehen, dass ich Zeit mitbringe, dass ich mich mit ihnen unterhalte, dass ich einfach auch Interesse an ihrem Arbeitsalltag habe, dass ich nicht wie die meisten Besucher für drei, vier Stunden in so ein Feldlager komme, sondern dass ich auch mehrere Wochen da bin, mit auf Patrouille fahre, und mir einfach Zeit für Gespräche nehme.

>> zum Interview im Deutschlandfunk

Maren Tomforde hat bereits im Auftrag der deutschen Regierung das Leben der Truppen in Bosnien erforscht, lesen wir in der Berliner Morgenpost.

Im Netz ist zudem von ihr der Text Zwischen Einsatzauftrag und Lagerkoller. Soziokulturelle Dimension des Auslandseinsatzes der Bundeswehr zu lesen sowie Participation of ethnic mountain groups in sustainable highland development in Northern Thailand: Outcomes and difficulties (MS Word)

SIEHE AUCH:

Zwei Tage im Leben der Bundeswehr Ethnologin Barbara Mück

Mit in Kongo dabei: Noch eine Bundeswehr-Ethnologin

Deutsche Ethnologin hilft der Bundeswehr

Embedded anthropology? Anthropologist studies Canadian soldiers in the field

“War on terror”: CIA sponsers anthropologists to gather sensitive information

Nicht nur die Ethnologinnen Barbara Mück oder Anna-Maria Brandstetter arbeiten bei der Bundeswehr. Der Deutschlandfunk berichtet von noch einer Ethnologin: Maren Tomforde. Die 36-jährige forscht im Auftrag des Verteidigungsministeriums und fährt in Afghanistan und Bosnien als Major mit auf Streife.…

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“Mediterranean Voices” – Ethnologen mit neuer Multimedia-Datenbank im Netz

“Mediterranean Voices – Mündliche Überlieferung und Kulturelles Brauchtum in Mittelmeer-Städten” heisst ein EU-Projekt, wofuer Ethnologen drei Jahre lang Stimmen, Klänge, Erzählungen und Eindrücke in 13 Städten gesammelt haben. Ziel des Projektes war die Rolle des kulturellen Erbes im Mittelmeerraum kritisch zu beleuchten. Man wollte sich der Geschichte und der Erinnerung jener Menschen widmen, die heute in den urbanen Vierteln und Städten am Mittelmeer leben, meldet der ORF.

Auch Migration und Multikulturalismus sind Themen: Wie wird kulturelles Erbe in eine zunehmend globalisierten Welt konstruiert? Und wie Konzepte des Kulturbegriffes erweitert werden können, was ist zum Beispiel in Multikulturalität enthalten?

>> zum Artikel beim ORF

>> zur Webseite Mediterranean Voices

"Mediterranean Voices - Mündliche Überlieferung und Kulturelles Brauchtum in Mittelmeer-Städten" heisst ein EU-Projekt, wofuer Ethnologen drei Jahre lang Stimmen, Klänge, Erzählungen und Eindrücke in 13 Städten gesammelt haben. Ziel des Projektes war die Rolle des kulturellen Erbes im Mittelmeerraum kritisch…

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Neues Museum fuer DDR-Alltagskultur

Ostdeutscher Alltag “zum Anfassen” – dies soll ein neues Museum in Berlin den Besuchern bieten. Museumsinitiator und Ethnologe Peter Kenzelmann wollte bei einem Berlin-Besuch seiner Freundin die DDR erklären. Vergeblich suchten sie nach einem Museum, dass sich mit dem täglichen Leben der DDR-Bürger beschäftigte. Doch nun gibt es es – das DDR-Museum:

Viele Ausstellungstücke – wie etwa Schulranzen, Orden oder Tagebücher – liegen in Schubladen in den Raumteilern untergebracht. Besucher können in einem Trabant Probe sitzen. In einer Ecke ist ein typisches ostdeutsches Wohnzimmer aufgebaut. Propaganda-Parolen wie “Von der Sowjetunion lernen, heißt siegen lernen” hängen an der Wand.

Es gab kritische Stimmen. “Ich bin sehr skeptisch, ob es möglich ist, ein diktatorisches Regime über die Darstellung des Alltages zu vermitteln”, sagt der Leiter der Gedenkstätte Stasi-Gefängnis Berlin-Hohenschönhausen, Hubertus Knabe.

>> weiter bei der Deutschen Welle

“Die DDR als Puppenstube”, titelt die Märkische Allgemeine:

Lässt sich einem Ausstellungsmacher trauen, der treuherzig beteuert, “keine musealisierte Ostalgie-Show” zu wollen und im selben Atemzug “eine sehr interessante Stasi-Ecke” empfiehlt? Und “Soundduschen”, unter denen von einem Kabarettisten in sächsischer Mundart verlesene Erinnerungsprotokolle zu hören sind? Eine Geruchsmaschine gibt es übrigens auch: mit Duftstoffen wie “Grillabend” oder “Desinfektionsmittel”.

Die Zeitung empfielt andere Museen:

In Berlin kann man sich in der ehemaligen Stasi-Zentrale an der Normannenstraße, in der Mauergedenkstätte Bernauer Straße oder im nahegelegenen Deutschen Historischen Museum über DDR-Geschichte informieren. Wer freilich einen Hauch von “Good bye Lenin!” sucht, musste bislang nach Eisenhüttenstadt fahren: Im Dokumentationszentrum Alltagskultur der DDR, seit 1999 in einer ehemaligen Kinderkrippe der sozialistischen Musterstadt untergebracht, werden vorbildliche Ausstellungen zur ostdeutschen Alltagsgeschichte geboten – stets verbunden mit dem Anspruch, im kleinen Glück die große Bevormundung aufscheinen zu lassen.

>> weiter in der Märkischen Allgemeinen

>> Webseite des DDR-Museums

Ostdeutscher Alltag "zum Anfassen" - dies soll ein neues Museum in Berlin den Besuchern bieten. Museumsinitiator und Ethnologe Peter Kenzelmann wollte bei einem Berlin-Besuch seiner Freundin die DDR erklären. Vergeblich suchten sie nach einem Museum, dass sich mit dem täglichen…

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