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“Tag des Kusses”: Maori bevorzugen Nasenreiben

Der Mitteldeutschen Zeitung zufolge ist heute, am 6. Juli der internationale Tag des Kusses. Im Internet, das ergab zumindest eine kurze Suche, gibt es keine offiziellen Infos zu diesem Tag – er ist vermutlich das Produkt von Massenmails, Kettenbriefen, eine dieser Wandergeschichten?

Jedenfalls befragt die Mitteldeutsche Zeitung eine Ethnologin zu verschiedenen Arten, Zuneigung auszudruecken. Sabine Klocke-Daffa, Ethnologin an der Universität Münster und Verfasseren des Buches Sex and the Body, erzaehlt, dass sich die Paerchen bei den Trobriandern in Papua-Neuguinea gegenseitig die Augenbrauen abknabbern. Das Zerkratzen des Rueckens stehe auch hoch im Kurs. Die Maori auf Neuseeland reiben sich die Nasen gegeneinander.

Vielleicht verbreiten sich diese Braeuche genauso wie der Kuss auf die Wange, der aus Suedeuropa stammt? “In Deutschland beginnen die Leute, diese Verhaltensweise zu übernehmen, weil sie das auf Reisen oder im Fernsehen kennen gelernt haben”, erklärt die Ethnologin.

>> weiter in der Mitteldeutschen Zeitung

“Today is International Kissing Day!” (bamber.blogspot.com)

Mehr Info zur Kulturgeschichte des Kusses in der Seattle Times: Kissing: nature’s cure-all, for most

Kuss – Zitate von Wikiquote

Der Mitteldeutschen Zeitung zufolge ist heute, am 6. Juli der internationale Tag des Kusses. Im Internet, das ergab zumindest eine kurze Suche, gibt es keine offiziellen Infos zu diesem Tag - er ist vermutlich das Produkt von Massenmails, Kettenbriefen, eine…

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Ethnologen-Band soll Musiktraditionen bewahren

Seit gut 30 Jahren bereisen sie Afrikas Dörfer, um die mündliche Überlieferung von Märchen, Sagen und Mythen zu sichern. Vor fuenf Jahren gruendeten die Ethnologen Gerhard Kubik und Moya Malamusi das Donald Kachamba´s Heritage Jazzquartett – um Musiktraditionen zu bewahren, u.a. Kwela-Musik.

Kuerzlich gasterierte das Quartett im Rheingau. In der Wiesbadener Zeitung gibt Ethnologieprofessor Gerhard Kubik folgendes Statement ab:

Wir haben inzwischen die weltweit größte Sammlung mündlicher Überlieferung in mehr als 80 Sprachen auf Tonband und Video aufgenommen. Der Großteil davon lagert im Berliner Ethnologie-Museum. Wir stehen so unter Zeitdruck, weil wir in den letzten Jahren einen derartigen Niedergang des Erzählens beobachten. Statt sich wie früher abends zu unterhalten und dabei Überlieferungen zu erhalten, hängen selbst Südafrikaner in entlegensten Dörfern immer häufiger vor Satelliten-TV und Computer oder kommunizieren per Handy in der Amtssprache Englisch. Mit den Erzählungen gehen auch die Kultur und die kleineren Sprachen jetzt ganz schnell verloren.

Sie benutzen nur Originalinstrumente wie Gitarre, Bass, Kwela-Flöte, Rassel und den einseitigen Musikbogen Nyakatangali. Elektronik ist verboten.

>> zum Text im Wiesbadener Kurier

Er scheint ein sehr statisches und konservatives Verstaendnis von Tradition zu haben. Informationstechnologie kann zum Bewahren von Sprachen beitragen. Das Erzaehlen lebt ja nach wie vor und steht u.a. besonders im Rap (oder Slam Poetry) sehr stark. Rapper verweisen gerne auf eine Kontinuitaet von Rap und den Erzaehlertraditionen der westafrikanischen Griots.

Ethnologe Henrik Sinding-Larsen, der norwegische Folkmusik studiert hat, sagte kuerzlich auf einer Konferenz, Tradition lebe dadurch, dass sie sich staendig veraendere. “Um ein guter Folkmusiker zu sein, musst man seinen eigenen Stil entwickelt haben”, sagte er. “Kopiert man lediglich, bricht man Tradition”. Die (norwegische) Folkmusik sei im 19. Jahrhundert viel lebendiger als im 20.Jahrhundert weil sie sich da viel mehr veraendert hat. Ein Grund fuer die mangelnde Weiterentwicklung der Folkmusik soll die staerkere Verwendung von Noten sein.

Seit gut 30 Jahren bereisen sie Afrikas Dörfer, um die mündliche Überlieferung von Märchen, Sagen und Mythen zu sichern. Vor fuenf Jahren gruendeten die Ethnologen Gerhard Kubik und Moya Malamusi das Donald Kachamba´s Heritage Jazzquartett - um Musiktraditionen zu…

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Deutsche Ethnologin hilft der Bundeswehr

Das Thema Ethnologie und Miltaer (oder grundsaetzlich die Kooperation mit Machthabern) fuehrt immer zu heftigen ethischen Debatten. In einem dpa-Bericht lesen wir, dass die Mainzer Ethnologin Anna-Maria Brandstetter der deutschen Bundeswehr bei der Vorbereitung ihres Kongo-Einsatzes hilft. Hier dreht es allerdings lediglich um etwas “Knigge für den Kongo”.

Ob die Bundeswehrler diesem Ratschlag folgen?

“Wir Deutschen kommen bei Gesprächen immer recht direkt zur Sache”, sagt die Ethnologin Anna-Maria Brandstetter von der Universität Mainz. Dagegen gelte es im Kongo als Ausdruck von Respekt und Höflichkeit, eine Unterhaltung mit einer ausführlichen Begrüßung zu eröffnen, um sich aufeinander einzustimmen. “So gehört es zum guten Ton, sich nach dem Wohlbefinden der Familie zu erkunden.”

>> zum dpa-Bericht in der Stuttgarter Zeitung (link aktualisiert)

Das Thema Ethnologie und Miltaer (oder grundsaetzlich die Kooperation mit Machthabern) fuehrt immer zu heftigen ethischen Debatten. In einem dpa-Bericht lesen wir, dass die Mainzer Ethnologin Anna-Maria Brandstetter der deutschen Bundeswehr bei der Vorbereitung ihres Kongo-Einsatzes hilft. Hier dreht es…

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Journal Ethnologie 3/2006 über Kunst am Körper

“Körperkunst und Körpermodifikation erzählen von Schönheitsidealen, Abstammung, Individualität, Rollenzuschreibung und Status innerhalb einer Gesellschaft”, erfahren wir im Editorial der neuesten Ausgabe der Online-Zeitschrift Journal Ethnologie. Sie hat dasselbe Thema wie die soeben eröffnete Ausstellung im Museum der Weltkulturen: Hautzeichen – Körperbilder. Vier der 14 Beiträge beschäftigen sich vier mit der Kunst des Tätowierens, z.B. in Japan oder bei den Berbern in Nordafrika. Spektakulär auch der Text über Hochzeitsbemalung in Indien und Zahnfeilen auf Bali. Leider sind die meisten Texte rein deskriptiv, etwas mehr vergleichende Analyse haette nicht geschadet.

>> zum Journal Ethnologie

Die direkten Links zu den Artikeln (ganz unten rechts jeweils) sind falsch, daher hier nur der Link zur Startseite.

SIEHE AUCH:

Piercings und Schmuck-Narben finden erstmals Weg ins Museum (Rhein-Main.net, 27.4.06)

Das Krokodil im Mann (Frankfurter Rundschau, 3.5.06)

"Körperkunst und Körpermodifikation erzählen von Schönheitsidealen, Abstammung, Individualität, Rollenzuschreibung und Status innerhalb einer Gesellschaft", erfahren wir im Editorial der neuesten Ausgabe der Online-Zeitschrift Journal Ethnologie. Sie hat dasselbe Thema wie die soeben eröffnete Ausstellung im Museum der Weltkulturen: Hautzeichen –…

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Deutschlandforschung: "Deutsche Hunde – Ein Beitrag zum Verstehen deutscher Menschen"

Auslaendische Forscher interessieren sich mehr und mehr fuer deutsche Gegenwartskulturen. Das Handelsblatt gibt einen Ueberblick und erwaehnt u.a. den Ethnologen Flavien Ndonko aus Kamerun. Er arbeitet am Thema „Deutsche Hunde – Ein Beitrag zum Verstehen deutscher Menschen“. Hunde, lesen wir, waren schon immer ein gefragter Forschungsgegenstand ausländischer Wissenschaftler in Deutschland.

Ndonko vertritt in seiner Arbeit die These, dass die “Desintegration der Familie dazu beigetragen hat, dass in die deutsche Familie zunehmend Hunde integriert werden“. Viele Deutsche haben ein sehr nahes Verhaeltnis zu ihrem Hund:

“Auf der Suche nach ihren verloren gegangenen Hunden bedecken ihre Herren Wände, Telefonzellen und Elektromasten mit Suchanzeigen. Diese Texte sind sehr pathetisch gehalten, so dass man sich unmittelbar dazu aufgerufen fühlt, auf die Suche nach dem armen Tier zu gehen.”

>> weiter im Handelsblatt (Link aktualisiert 27.6.2024)

In einem aehnlichen Text auf foerderland.de sagt Ethnologe Thomas Hauschild, dass seit der Wiedervereinigung 1989/1990 das Interesse ausländischer Forscher am deutschen Alltag boome. Besonders beliebt seien Themen wie Fastnacht, Humor oder die «Ostalgie» in Erinnerung an den Trabi der DDR:

“Vor allem in den USA wurden vielfältig Mittel für Deutschlandforschung freigesetzt. Dabei hat sicher auch Angst vor dem wieder erstarkenden Land eine Rolle gespielt.”

>> weiter bei foerderland.de

SIEHE AUCH:

Deutschlandforschung: Ethnologen beobachten uns. “In erster Linie interessiert nicht Goethe, sondern Hitler” (Judith Rauch, Psychologie heute, Februar 2000)

Das wilde Germanistan. Wie ausländische Ethnologen versuchen, das deutsche Wesen zu ergründen (Die ZEIT 40/1999)

Ethnologen beobachten wie die Mentalität der Deutschen sich wandelt

Auslaendische Forscher interessieren sich mehr und mehr fuer deutsche Gegenwartskulturen. Das Handelsblatt gibt einen Ueberblick und erwaehnt u.a. den Ethnologen Flavien Ndonko aus Kamerun. Er arbeitet am Thema „Deutsche Hunde – Ein Beitrag zum Verstehen deutscher Menschen“. Hunde, lesen wir,…

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