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“Transkulturelles Lernen”

Kluge Worte von Ethnologin Christiane Klingspor vom Transkulturellen und interreligiösen Lernhaus der Frauen in der taz. Sie meint (wie viele andere Ethnologen auch), dass wir Kultur neu definieren müssen:

Die Art, wie wir Kultur definieren, prägt unser Verständnis von Gesellschaft. Meist wird unter Kultur etwas Geschlossenes verstanden, das mal durch Ethnie, mal durch Volk, mal durch Geschichte zusammengehalten ist.

Ein transkulturelles Verständnis indes geht davon aus, dass es nie eine abgeschlossene Kultur gab. Leute sind immer gewandert und haben etwas von einer Gesellschaft in eine andere getragen. Wenn man mit dieser Brille guckt, kann man besser miteinander auskommen.

(…)

(W)enn jemand sagt: “Wir sind die deutsche Leitkultur”, dann verkrampft das doch das Miteinander. Wenn man dagegen versteht, dass die Kultur des Okzidents nicht denkbar wäre, wenn der Orient nicht ordentlich zugeliefert hätte, dann kann man etwas entspannter damit umgehen. Dass die transkulturelle Wahrnehmung aber nicht einfach ist, das sieht man schon, wenn Leute aus Berlin auf einen Feuerwehrball in einem sauerländischen Dorf einfallen.

>> weiter in der taz Berlin

Die taz-Reportage über das Lernhaus ist jedoch weniger “transkulturell” – vielleicht liegt es ja an der Journalistin?

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Die Art, wie wir Kultur definieren, prägt unser Verständnis von Gesellschaft.…

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Ethnologe: “Ethnien und Religion sind keine Kriegsursachen”

“Kulturelle Verschiedenheit korreliert nicht mit der Konflikthäufigkeit”, erklärt Günther Schlee, Direktor am Max-Planck-Institut für ethnologische Forschung in Halle an der Saale, in einem langen Interview mit der Sueddeutschen.

Wir finden wir häufig Konflikte gerade zwischen kulturell besonders ähnlichen Gruppen, sagt er. Als grobe Faustregel koenne man sagen: Zwischen Menschen mit völlig unterschiedlichen Kulturen ist die Konfliktwahrscheinlichkeit geringer.

Konflikte hätten häufig eine ethnische oder religiöse Ausdrucksform. Aber die eigentlichen Konflikt- oder Kriegsursachen haben damit sehr wenig zu tun. Die eigentlichen Konfliktursachen seien oft der Zugang zu materiellen Ressourcen sein, Macht etc. Als sich einander ausschließende Einheiten wurden die ethnischen Gruppen aber erst im Konflikt erschaffen. Die ethnische Zugehörigkeit war nur ein wichtiges Mobilisierungselement für bestimmte Akteursgruppen, die den Konflikt wollten.

>> zum Inteview in der Sueddeutschen

Auf der Webseite des Department Integration and Conflict des Max Planck Instituts gibt es auch zwei Radioprogramme zum Herunterladen, u.a. “Soziale Konstruktion von Feindschaft” (mp3)

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"Kulturelle Verschiedenheit korreliert nicht mit der Konflikthäufigkeit", erklärt Günther Schlee, Direktor am Max-Planck-Institut für ethnologische Forschung in Halle an der Saale, in einem langen Interview mit der Sueddeutschen.

Wir finden wir häufig Konflikte gerade zwischen kulturell besonders ähnlichen Gruppen, sagt…

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“Neukölln ist nicht die Bronx”: Eine einschläfernde Tagung im “Haus der Kulturen”?

“Eine Diskussion mit vielen Sackgassen”, schreibt die taz war nicht gerade begeistert über die Konferenz New York – Berlin. Kulturelle Vielfalt in urbanen Räumen im Berliner Haus der Kulturen. Berlin lasse sich nicht mit New York in Sachen Migration vergleichen. Es gab der taz zufolge viel ratloses Schulterzucken und eine Diashow wurde “durch lautstarkes Schnarchen sabotiert. Dabei waren einzelne Beiträge für sich genommen nicht gänzlich uninteressant, lesen wir.

>> weiter in der taz

Der Tagesspiegel schreibt weniger skeptisch: “Vielleicht kann die hiesige Kommunalpolitik ganz praktische Dinge von den New Yorkern lernen”

>> weiter im Tagesspiegel

Übrigens: Das Haus der Kulturen bloggt!

"Eine Diskussion mit vielen Sackgassen", schreibt die taz war nicht gerade begeistert über die Konferenz New York - Berlin. Kulturelle Vielfalt in urbanen Räumen im Berliner Haus der Kulturen. Berlin lasse sich nicht mit New York in Sachen Migration vergleichen.…

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Forschungsprojekt TIES: Wie geht es den Nachkommen von Einwanderern?

Der Standard schreibt ueber mangeldes Interesse fuer ein EU-Forschungsprojekt ueber die Situation der Nachkommen von Einwanderern aus Ex-Jugoslawien und der Türkei in acht europäischen Ländern. Das Projekt heisst “TIES” (The Integration of the European Second Generation).

15 Städte wurden als Befragungsorte ausgewählt: Berlin und Frankfurt in Deutschland, Zürich und Basel in der Schweiz, Paris und Straßburg in Frankreich, Madrid und Barcelona in Spanien, Amsterdam und Rotterdam in den Niederlanden, Brüssel und Antwerpen in Belgien, Stockholm in Schweden sowie Wien und Linz in Österreich.

Erstmals werde dabei die Situation der Nachkommen von Einwanderern mittels standardisierten Verfahren ermittelt, erklärt Ethnologin Barbara Herzog-Punzenberger. Doch anders als in den übrigen sieben Staaten wollen in Österreich Parteien und Kommunen keinen Handlungsbedarf sehen, geben keine Gelder frei, kritisiert sie.

“In Österreich gibt es keine Kultur, sich kritischen Diskussionen zu stellen”, meint sie. Auch verwendeten Verantwortliche den Begriff Integration synonym zu Assimilation, von der niemand spreche. Die Ethnologin selbst geht vom “bürgerschaftlichen Integrationsbegriff” aus: frühestmögliche Einbürgerung, verbunden mit allen Rechten und Pflichten eines Staatsbürgers.

>> weiter im Standard

Auf der Webseite des Forschungsprogrammes finden wir auch einige Papers

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15 Städte wurden als Befragungsorte…

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Neues Buch: Wer sind die “Jugos” in der Schweiz?

book cover

Ein Vorteil von Migration und Globalisierung ist dass mehr und mehr Forscher “mit Migrationshintergrund” Klischees über “die andere” herausfordern. Ein Beispiel ist der NZZ zufolge Ethnologe Dejan Mikic. Er ist Mitherausgeber von “Jugoslawien–Schweiz einfach”, ein Buch, das ein mehr nuanciertes Bild von Einwanderen aus (Ex-)Jugoslawen in der Schweiz zeigen möchte. Mikic ist selber als 6-Jähriger mit seinen Eltern in die Schweiz gekommen und hat besonders seit Ende der 1980er-Jahre Diskriminierung erfahren.

>> Besprechung des Buches in der NZZ

>> Interview im St.Galler Tagblatt

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