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Ethnologen und Oeffentlichkeit: “Moderne und weniger entwickelte Gesellschaften”

Ethnologe Oswald Iten stellt seine Bilder von diversen Urbevoelkerungen aus und der ausgesandte Swissinfo-Journalist kommt mit diesen Gedanken zurueck in die Redaktion:

Die Bilder von Oswald Iten dokumentieren, wie sich moderne und weniger entwickelte Gesellschaften mit der Lebenswirklichkeit der indigenen Völker schwer tun.
(…)

Wie nie zuvor werden heute die Kulturen der indigenen Völker der Erde durch bewaffnete Konflikte, Kriege und durch den Rohstoffhunger der Industrie- und Dienstleistungs-Gesellschaften des Nordens verdrängt und zerstört. Dadurch verliert die Menschheit immer mehr den Blick auf Lebensweisen und Produktionsformen, die während Tausenden von Jahren in Urwäldern, Steppen und Hochländern auf allen Kontinenten überlebt haben.

(…)
Wo einst Lebensfreude, Spontaneität und Animismus herrschte, regiert jetzt religiöse Strenge, Verschämtheit und Zucht.

(…)
“Die Welt der Yanomami – der Indianer auf allen Kontinenten überhaupt – ist nicht heil”, scheint uns Oswald Iten mit seinen Bildern zu sagen. Trotzdem sollen sie ein Recht haben, ihr geistig-kulturelles Erbe und Eigentum parallel zur rasend-mobilen Weltgesellschaft zu leben.

Liegt es an der Ausstellung oder am Journalist? Jedenfalls eignet sich der Text sehr gut, um Vorurteile und Klischees gegenueber Urbevoelkerungen sowie die hartnaeckige Dominanz von Denkweisen aus der Kolonialzeit zu studieren.

>> zum Text in Swissinfo

Alex Golub hat soeben seine Dissertation veroeffentlicht, in der er u.a. zeigt, dass indigene Gesellschaften nicht unbedingt Opfer der oekonomischen Globalisierung sind

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Ethnologe Oswald Iten stellt seine Bilder von diversen Urbevoelkerungen aus und der ausgesandte Swissinfo-Journalist kommt mit diesen Gedanken zurueck in die Redaktion:

Die Bilder von Oswald Iten dokumentieren, wie sich moderne und weniger entwickelte Gesellschaften mit der Lebenswirklichkeit der indigenen Völker…

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Interkulturelle Gärten

(via ethno-log) Nach Städten wie Göttingen, Berlin, München und Leipzig, gibt es nun auch in Köln einen Interkulturellen Garten. Auf einer 1.700 m2 großen Fläche in Köln-Niehl können Menschen mit und ohne Migrationshintergrund künftig Blumen, Kräuter, Obst und Gemüse pflanzen – ganz nach eigenen Wünschen und kulturellen Vorstellungen:

Viele von ihnen bauen die Pflanzen an, die sie aus ihrer Heimat kennen und hier vermissen. Anders als in vielen deutschen Kleingärten wird durch das Gärtnern direkt die Kommunikation zwischen den Menschen gefördert, denn die Parzellen sind zwar gekennzeichnet, aber nicht durch Zäune voneinander abgetrennt. (…) Integrierend soll der Garten wirken. Bei Gartenfesten, Brotbackaktionen und dem Verkaufen der eigenen Produkte auf dem Markt kommen sich Einheimische und Migranten näher.

>> mehr Info auf www.interkultureller-garten.de

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“Sterbehilfe ist ein westlicher Begriff”

Anlaessich eines politischen Vorstosses fuer aktive Sterbehilfe sprach das Hamburger Abendblatt mit Bernd Schmelz vom Hamburger Museum für Völkerkunde. Schmelz erzaehlt von “Sterbehilfe” bei den Inuit und afrikanischen Koenigstuemern, kommt dennoch zum Schluss:

Daß man töten muß, um jemanden vom Leiden zu erlösen, ist mir von den Traditionen anderer Kulturen her nicht bekannt. Sterbehilfe scheint mir ein westlich geprägter Begriff zu sein.

>> weiter im Hamburger Abendblatt

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Anlaessich eines politischen Vorstosses fuer aktive Sterbehilfe sprach das Hamburger Abendblatt mit Bernd Schmelz vom Hamburger Museum für Völkerkunde. Schmelz erzaehlt von "Sterbehilfe" bei den Inuit und afrikanischen Koenigstuemern, kommt dennoch zum Schluss:

Daß man töten muß, um jemanden vom…

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ZEIT nicht beeindruckt ueber “Projekt Migration”

Nur wenige Texte wie der von Sabine Hess über »Au-pair«-Kräfte aus Osteuropa lösen den hohen Anspruch des Projekts ein, eine andere Perspektive auf Migration zu erarbeiten, urteilt die ZEIT in einer Besprechung des 869 Seiten starken Werkes Projekt Migration, in dem 50 Jahre Migration erforscht werden.

Beteiligt sind das Kölner Dokumentationszentrum über die Migration in Deutschland, das Institut für europäische Ethnologie der Universität Frankfurt, der Kölner Kunstverein und die Züricher Hochschule für Gestaltung und Kunst.

>> weiter in der ZEIT

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Ausstellung “Projekt Migration”im Kölnischen Kunstverein

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Einwanderung, Stadtentwicklung und die Produktion von “Kulturkonflikten”

Die Frankfurter Rundschau berichtet ueber eine Tagung in Frankfurt zum Thema Einwanderung und Stadtentwicklung.

Ethnologe Werner Schiffauer nannte als einen der Gründe für mangelhafte Integration von Einwanderern den Wandel der SPD und der Gewerkschaften. Diese haetten ihre Kraft als “Integrationsmaschinen” verloren. Diese Luecke haetten islamische Gemeinden wie Milli Görüs gefuellt, die “der Straße etwas entgegensetzen”, nicht zuletzt mit “einer Anreizstruktur” für Jugendliche und mit Familienberatung samt Hotline.

Interessant auch Aussagen des Geografen Andreas Pott. Anwohner fuehlten sich durch die Gebetsrufe eines Muezzins gestört – eigentlich ein gewoehnlicher staedtischer Konflikt (vergleichbar mit lauter Musik der Nachbarn etc). Eine Dramatisierung entstand erst durch eine Ethnisierung der Auseinandersetzung, bei der Deutsche unterschiedslos als Christen und Türken als Muslime klassifiziert wurden.

>> weiter in der Frankfurter Rundschau

Schiffauer sagte vor kurzem in einem Interview mit dem Deutschlandfunk Islamunterricht an deutschen Schulen sei ueberfallig.

Die Frankfurter Rundschau berichtet ueber eine Tagung in Frankfurt zum Thema Einwanderung und Stadtentwicklung.

Ethnologe Werner Schiffauer nannte als einen der Gründe für mangelhafte Integration von Einwanderern den Wandel der SPD und der Gewerkschaften. Diese haetten ihre Kraft als "Integrationsmaschinen" verloren.…

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