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Neue Magisterarbeit: Interkulturelle Kommunikation Norwegen-Deutschland

“Die Internationalisierung hat in den letzten Jahren z.B. dazu beigetragen, dass die Nachfrage nach Benimmbüchern, die auf Kulturunterschiede zwischen Ländern näher eingehen, deutlich gestiegen ist”, schreibt Stian Aske in der Einleitung seiner Magisterarbeit in Germanistik an der Uni Bergen. Er hat die relevante Literatur zum Thema interkulturelles Management zusammengefasst sowie deutsche und norwegische Geschaeftsleute interviewt.

Er konnte deutliche Unterschiede ausmachen. Norwegen ist als Land demokratischer als Deutschland, daher sind die Leute auch offener fuer Neues, allerdings daher auch softer im Umgangston. Darauf basieren einige der Schlussfolgerungen der Arbeit:

Der direkte deutsche Kommunikationsstil kann von den Norwegern als arrogant und unhöflich, sogar als beleidigend aufgefasst werden.

(…)

Die Norweger haben den Willen zu riskieren und auf den wirtschaftlichen Erfolg zu hoffen, während die Deutschen ein solches Risiko durch eine gründlichere Vorarbeit im Vorfeld vermeiden möchten.

(…)

Den deutschen Geschäftspartnern wird von den norwegischen Informanten eine Unflexibilität unterbreitet, die dazu beiträgt, dass man wenig konstruktiv wird, was auf die hierarchischen Elemente der deutschen Unternehmen zurückgeführt wird.

>> Download der Arbeit (pdf 1,4MB )

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Schuhe – die Sammelwut der Frau. Und andere Feldforschungsarbeiten im Volltext

Die Berner Ethnologie oder „Institut für Sozialanthropologie” – so die Bezeichnung seit 1.September hatte schon immer einer der besten Ethnologieseiten. Gerade entdeckt, dass das Institut saemtliche Feldforschungsarbeiten des vergangenen Sommersemesters ins Netz gestellt hat. UPDATE (30.3.06): Die Links funktionieren nach einer Umstrukturierung der Berner Ethnologie nicht mehr, es gibt eine Kopie im Internetarchiv) Das Thema lautet “Jagen und Sammeln”. Der erste Gedanken geht Richtung traditionelle Ethnografie im afrikanischen Busch, doch die Studenten waren sehr kreativ bei der Wahl ihrer Themen.

Merkwuerdigerweise basieren mehrere Studien lediglich auf Frageboegen (was ist daran ethnologisch?) und nicht auf teilnehmender Beobachtung. Die Erlebnisse im Feld kommen leider oft zu kurz (zuviel Theorie!) – dennoch hier ist viel Interessantes zu lesen

Hier ein paar Beispiele:

SCHUHE – Die Sammelwut der Frau. Stephanie Nathalie Stüdle hat beobachtet wie Frauen Schuhe kaufen und Interviews gefuehrt: “Eine Frau kann sich weder auf einen Mann noch auf ein Paar Schuhe beschränken, eine Frau macht keine Kompromisse beim Schuhkauf und bei ihren Beziehungen mit Männern.”

Junge Maenner in der ICF (International Christian Fellowship): Jagd nach Jesus Christus oder Sammeln von Freunden Franziska Fankhauser, Dalila Ingold, Florence Reichmuth und Len Schiess haben einen Gottesdienst der ICF- Church besucht und Glaeubige interviewt.

„Es chunnt gar nid druf a was du eigentlech verzeusch“. Mitgliederjäger und ihre Strategie. Die Rolle der Zuneigung im Tausch zwischen Jäger und Opfer Joëlle Glauser und Andreas von Känel beobachteten und interviewten die – in der Regel nervigen – Mitgliedersammler humanitaerer Organisationen. Sehr lustig ihre Versuche, sich als Restaurantgaeste – im Freien sitzend) zu tarnen, s.9ff.

Erfahrungen sammeln in einer fremden Kultur. Der Versuch sich als Austauschschülerin in eine fremde Gesellschaft zu integrieren Gabriela Rauber und Sandra Mooser interviewten Austauschschülerinnen.

Download von Musik bei StudentInnen: Bewusstes Suchen oder reine Willkür? Annick Vollmar, Annick Wangler, Ksenija Vujotić und Fabienne Studer interessierte besonders das Verhältnis zwischen Männern und Frauen in Bezug auf ihren persönlichen Downloadkonsum. Auf Frageboegen basierend.

Jagen und Sammeln nach dem „Selbst“ Ariane Schneider, Michelle Harnisch, Michèle Reist und Anna Wyss interessierte: Welche Art von Erfahrungen sammeln Studentinnen und Studenten, um sich selbst näher zu kommen? Basiert auf Frageboegen

Jagd nach Bekanntschaften Sarah Ryser, Nathalie Waser, Laura Weidmann untersuchten die Motivation und das Vorgehen bei Bekanntschaftsschliessungen – leider nur via Fragebogen.

>> Uebersicht ueber alle Feldforschungsarbeiten

Die Berner Ethnologie oder „Institut für Sozialanthropologie" - so die Bezeichnung seit 1.September hatte schon immer einer der besten Ethnologieseiten. Gerade entdeckt, dass das Institut saemtliche Feldforschungsarbeiten des vergangenen Sommersemesters ins Netz gestellt hat. UPDATE (30.3.06): Die Links funktionieren nach…

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NZZ etwas zu einseitig: Stimmen aus der Arktis immer noch rar?

Die NZZ gibt einen Ueberblick ueber Literatur ueber und aus der Arktis. Die Konklusion:

Ein Blick auf die heute in deutscher Sprache vorliegende Literatur erweist, dass authentische Stimmen aus dem hohen Norden nach wie vor rar sind.

Schade, dass nicht englischsprachige Texte mit einbezogen wurden – oder auch Literatur in lokalen Sprachen. Dann waere der Autor Martin Zähringer sicher fuendig geworden. Die Saamen haben viele Autoren hervorgebracht, dasselbe laesst sich sicher ueber die kanadischen Inuit sagen. Der Text konzentriert sich zu sehr auf Grønland. Zur Arktis gehøren jedoch auch noerdliche Gebiete Kanadas, Alaskas und Sibiriens, eventuell auch Teile Nordskandinaviens.

>> zum Text in der NZZ

Die NZZ gibt einen Ueberblick ueber Literatur ueber und aus der Arktis. Die Konklusion:

Ein Blick auf die heute in deutscher Sprache vorliegende Literatur erweist, dass authentische Stimmen aus dem hohen Norden nach wie vor rar sind.

Schade, dass nicht englischsprachige Texte…

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«Angry Monk» – neuer Film des Zürcher Ethnologen Luc Schaedler

Till Brockmann von der NZZ ist ganz begeistert ueber den neuen Tibet-Film “Angry Monk” des Zürcher Filmemachers und Ethnologen Luc Schaedler. Denn dieser Film faellt nichts ins uebliche Muster – “entweder einseitige Lobpreisungen des tibetischen Buddhismus, des Landes als spirituelles Kleinod, der traditionellen Medizin oder der uralten Kultur der Nomadenvölker oder die Folgen der brutalen chinesischen Unterdrückung zu dokumentieren.”

Dagegen wird ein rebellischer Monch portraetiert, der die eigene Kultur hinterfragt. Gendun Choephel (1903-1951), eine im Westen weitgehend unbekannte, doch für viele Tibeter heute wieder aktuelle Figur aus der Vergangenheit. «In Tibet ist alles, was alt und traditionell ist, ein Werk Buddhas. Alles Neue hingegen ein Werk des Teufels. Das ist die traurige Tradition meines Landes», schrieb er in einer seiner Gedichte. >> zum Text in der NZZ / Kopie

>> zur Webseite des Films “Angry Monk”

Interview mit dem Filmemacher auf students.ch

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Made in Hong Kong – ueber Luc Schaedlers Lizenziatsarbeit in Visuelle Anthropologie
Gendun Choephel: Vier Gedichte

Till Brockmann von der NZZ ist ganz begeistert ueber den neuen Tibet-Film "Angry Monk" des Zürcher Filmemachers und Ethnologen Luc Schaedler. Denn dieser Film faellt nichts ins uebliche Muster - "entweder einseitige Lobpreisungen des tibetischen Buddhismus, des Landes als spirituelles…

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Ethnologen: Sizilien ist mehr als Mafia

Die Wissenschaftsredaktion vom ORF fasst einen Artikel in der aktuellen Ausgabe der Zeitschrift “Current Anthropology” zusammen! Jane Schneider (City University of New York) und Peter Schneider (Fordham University) gehts um ein differenzierteres Bild Siziliens. Ihr Text handelt von der Konstruktion des Mythos Sizilien, an der auch Ethnologen ihren Anteil hatten.

Die Autoren betonen das widerständige Potenzial Siziliens, dessen Wurzeln sich in der Kultur der Handwerker finden lassen. In den Werkstätten der Handwerker haetten sich schon sehr früh so etwas wie Gegenöffentlichkeiten gebildet. >> zum Artikel beim ORF

>> zum Originaltext “Mafia, Antimafia, and the Plural Cultures of Sicily” in Current Anthropology (fuer kurze Zeit in voller Laenge online verfuegbar – allerdings nur uebers Inhaltsverzeichnis, nicht direkt verlinkbar)

Die Wissenschaftsredaktion vom ORF fasst einen Artikel in der aktuellen Ausgabe der Zeitschrift "Current Anthropology" zusammen! Jane Schneider (City University of New York) und Peter Schneider (Fordham University) gehts um ein differenzierteres Bild Siziliens. Ihr Text handelt von…

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