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“African Village” – Strafanzeige gegen die Augsburger Zoodirektorin

Der Protest gegen das afrikanische Dorf im Augsburger Zoo wächst, lesen wir im Berliner Tagesspiegel. Auch die südafrikanische Literaturpreisträgerin Nadine Gordimer hat sich kritisch geäussert. Und die international tätige Initiative Ecoterra hat Strafanzeige gegen die Augsburger Zoodirektorin Dr. Barbara Jantschke und die Veranstalterfirma Max-Vita erstattet. Hans-Jürgen Duwe vom Ecoterra-Büro in Kassel forderte in einem Schreiben die bayerische Landesregierung auf, „sofort tätig werden, um diese Zurschaustellung aufzuhalten“.

Norbert Finzsch, Professor für anglo- amerikanische Geschichte an der Universität Köln sagte dem Tagesspiegel, es sei falsch, die afrikanischen Kulturen unter einem einzigen Kulturbegriff zu subsumieren. Es sei „absurd, so zu tun, als ob Afrika, ein Kontinent mit vielen unterschiedlichen Kulturen und Kulturräumen, nur aus Savannen bestehe, in denen naturverbundene, freundliche Menschen ihrem Tagwerk in Hütten nachgehen“. >> weiter zum Artikel im Tagesspiegel

Uebrigens hat als erste regionale Zeitung der Donaukurier sich dem Thema angenommen.

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Museen leiden unter Personalnot, Chaos im Museum der Weltkulturen

Frankfurter Rundschau

Innerhalb von elf Jahren wurde ein Drittel der Stellen gestrichen – mit schlimmen Folgen für manche Sammlung: Hinter der Fassade des Museumsufers ist die Zahl der Fachkräfte arg geschrumpft. Im Museum der Weltkulturen liegt die Afrika-Abteilung im Keller, zum Teil unsortiert: Es ist keiner mehr da, der sich auskennt. >> weiter

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Frankfurter Rundschau

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Augsburger Oberbürgermeister: Zoo ein adäquater Veranstaltungsort für Afrikaner

wengert
Auf der Homepage der Stadt Augsburg hat Augsburgs Oberbürgermeister Paul Wengert (Bild: Wikipedia) eine Presseerklärung veroeffentlicht. Wie erwartet, verteidigt er die Veranstaltung und weist Vergleiche mit früheren Völkerschauen zurueck:

Wengert sieht “keine Notwendigkeit, diese Veranstaltung in Frage zu stellen, weil diese von Afrikanern selbst bzw. von Institutionen getragen wird, die sich mit Afrika im positiven Sinne verbunden fühlen.” Er weist auch darauf hin, dass es sich nicht um ein “afrikanisches Dorf” handle, dies wäre durchaus problematisch, sondern um “40 Stände mit Kunst-, Schmuck- und Gebrauchswaren”.

Ironischerweise rechtfertigt er den Wahl des Veranstaltungsortes damit, dass es “für afrikanische Vereine und einzelne afrikanische Kulturschaffende bekanntlich schwer ist, sich in der Öffentlichkeit „hör- und sehbar“ zu machen. Deshalb”, so der OB weiter, “halte ich die Wahl des Augsburger Zoos als Veranstaltungsort für durchaus adäquat.”

Wie heisst es doch im Protestbrief: “Wir weisen darüber hinaus mit Nachdruck darauf hin, dass Schwarze Deutsche auch während des Nationalsozialismus, nämlich von der Zwischenkriegszeit bis in die vierziger Jahre, dazu gezwungen waren, in Völkerschauen aufzutreten, weil ihnen andere professionelle Sphären verschlossen wurden.”

>> zur Presseerklaerung

Via Tierrechts-Blog bin ich auf einen Text in Human Ecology gestossen, der interessant zu sein scheint. Er zieht Parallelen zwischen Zoobesuch und Pornografie: “This paper compares the phenomenological structure of zoological exhibition to the pattern prevalent in pornography. The central idea uncovered in this process of interpretation is paradoxical: zoos are pornographic in that they make the nature of their subjects disappear precisely by overexposing them. It is suggested that the zoo as we know it be phased out in favor of more authentic modes of encountering other forms of life.” >> weiter

UPDATE (9.6.05)
Ethnologieprofessor Frank Heidemann hat einen Antwortbrief geschrieben: “Wenn den afrikanischen Kulturschaffenden kein anderer öffentlicher Raum als der Zoo zur Selbstpräsentation gegeben wird, so leisten Sie einem falschen und auch gefährlichen Bild Vorschub.” >> weiter auf ethno::log

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wengert

Auf der Homepage der Stadt Augsburg hat Augsburgs Oberbürgermeister Paul Wengert (Bild: Wikipedia) eine Presseerklärung veroeffentlicht. Wie erwartet, verteidigt er die Veranstaltung und weist Vergleiche mit früheren Völkerschauen zurueck:

Wengert sieht "keine Notwendigkeit, diese Veranstaltung in Frage zu stellen, weil diese…

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“Unbedarftheit gegenueber kolonialer Vergangenheit”: taz ueber African Village

Die taz hat als dritte Zeitung sich dem Thema african village im Augsburger Zoo angenommen und setzt die Veranstaltung in den Zusammenhang zunehmender Eventkultur in Zoos. Wie viele andere Kritiker findet die taz, dass der Zoo “etwas daneben gegriffen hat” und kommentiert:

“Symptomatisch ist die Provinzposse dafür, welch große Unbedarftheit in Deutschland mancherorts vorherrscht, wenn es um die eigene rassistische Kolonialvergangenheit geht. Pech nur für den Augsburger Zoo, dass die öffentliche Sensibilität diesbezüglich zugenommen hat und auch afrodeutsche Interessenverbände zunehmend selbstbewusst agieren. Das musste im vergangenen Jahr auch die Berliner Volksbühne lernen, die für das Theaterstück “Kampf des Negers und der Hunde” pseudoprovokant mit dem Wort “Neger” als riesigem Schriftzug an ihrer Fassade warb und sich damit massive Proteste einhandelte.”

Der Zoo will aber nicht auf die Veranstaltung verzichten und “bietet er nun als Kompromiss Workshops oder eine Diskussion zum Thema “Koloniale Vergangenheit” an”

, lesen wir. >> weiter zum Artikel in der taz

German Foreign Policy schreibt heute: “Wie die Augsburger Zooverwaltung bestätigt, werden vor den weißen Besuchern Schwarze auftreten, die sich neben Affenkäfigen darbieten dürfen”

Die Wochenzeitung Jungle World hat sich nun auch dem Thema angenommen.

UPDATE 2.6.: Neues Deutschland schreibt: Sollten die Veranstalter an dem Veranstaltungsort Zoo festhalten, wollen die Kritiker zu Aktionen vor Ort aufrufen.

Die WELT zeigt wenig Verstaendnis fuer Kritik an der Veranstaltung und zitiert mehrere Afrikaner, die “Verbindung von Exotik mit Afrikanern und afrikanischer Kultur als geradezu trefflich” ansehen.

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“Nähe zu Völkerschauen”: Tagesspiegel kritisiert “afrikanisches Dorf” im Zoo

Wie bereits berichtet werden im Augsburger Zoo demnaechst Afrikaner ausgestellt. Christiane Reichart vom Berliner Tagesspiegel akzeptiert nicht die Erklärung der Zoodirektorin Barbara Jantschke und enthüllt Parallelen zu den berüchtigten früheren Völkerschauen.

Auszug aus Artikel:

“Darf man Menschen im Zoo präsentieren? Kritiker sehen in der geplanten Veranstaltung eine gefährliche Nähe zu den Völkerschauen, die Ende des 19. Jahrhunderts als Unterhaltung für die nach Exotik süchtigen Großstädter in Mode kamen. Auf Jahrmärkten und im Zirkus sah man mit wohligem Schauer wilde Tiere an der Kette oder Menschen mit seltenen Missbildungen und erfreute sich der eigenen Normalität.

Sicher, sagt Zoodirektorin Barbara Jantschke, Parallelen zu den Völkerschauen seien vorhanden. Allerdings sei die Veranstaltung in Augsburg mit einem völlig gegensätzlichen Anspruch verbunden. Man wolle für Toleranz und Völkerverständigung werben.

Wie stand es 1897 in der Ausstellungsbroschüre zur Transvaal-Ausstellung auf dem Kurfürstendamm geschrieben? Sie soll „dem Publikum Gelegenheit bieten, sich durch eigene Anschauung mit dem Leben und Treiben fremder Völker und Menschenrassen, mit den Gewerbethätigkeiten, den Culturverhältnissen, den industriellen und Agrar-Verhältnissen, der landwirtschaftlichen Szenerie, der Pflanzen- und Thierwelt vertraut machen.“

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Bewusster oder unbewusster Rassismus? Proteste gegen “African Village” im Zoo (Kommentar und Linksammlung)

Wie bereits berichtet werden im Augsburger Zoo demnaechst Afrikaner ausgestellt. Christiane Reichart vom Berliner Tagesspiegel akzeptiert nicht die Erklärung der Zoodirektorin Barbara Jantschke und enthüllt Parallelen zu den berüchtigten früheren Völkerschauen.

Auszug aus Artikel:

"Darf man Menschen im Zoo präsentieren? Kritiker sehen…

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