search expand

Neue Studie: Islamisches Gemeindeleben in Berlin

Muslimische Gemeinden öffnen sich mehr. Sie haben einen viel besseren Kontakt zu Verwaltung, Polizeidienststellen und Schulen als noch vor ein paar Jahren. Das ist eines der wichtigen Ergebnisse der neuen Studie “Islamisches Gemeindeleben in Berlin”, einer Pressemeldung zufolge.

Die Studie wurde geleitet von der Islamwissenschaftlerin Riem Spielhaus und der Stadtanthropologin Alexa Färber. An der Auswertung der Untersuchung und der Publikation waren insgesamt 11 Islamwissenschaftlerinnen, Europäischen Ethnologinnen, Stadt- und Migrationssoziologen und Religionswissenschaftlerinnen beteiligt.

>> Download der Studie (pdf, 2,3MB )

SIEHE AUCH:

Schiffauer: “Öffnung gegenüber dem Islam nicht der Terrorismusbekämpfung unterordnen”

Ethnologe: «Ehrenmorde» gemeinsam mit Muslimen bekämpfen

Hauschild: “Wir müssen begreifen, was es heißt, als Muslim im Westen zu leben”

Muslims in Calcutta: Towards a middle-class & moderation

Islam in Morocco: TV and Internet more important than mosques

What does it mean to be Muslim in a secular society? Anthropologist thinks ahead

Muslimische Gemeinden öffnen sich mehr. Sie haben einen viel besseren Kontakt zu Verwaltung, Polizeidienststellen und Schulen als noch vor ein paar Jahren. Das ist eines der wichtigen Ergebnisse der neuen Studie "Islamisches Gemeindeleben in Berlin", einer Pressemeldung zufolge.

Die…

Read more

Ethnologen studierten Konsequenzen von Zwangsräumungen

(LINKS AKTUALISIERT 16.1.2022) Von einem guten Beispiel ethnologischer Forschung in Deutschland berichtet Die Welt. Ethnologen der Universität Hamburg gingen unter der Leitung von Waltraud Kokot acht Monate lang der Frage nach, welche Schicksale sich hinter den Räumungs-Statistiken verbergen. Hauptergebnis: Menschen mit Mietschulden bekommen oft nicht die Hilfe, die sie brauchen, und verlieren in der Folge ihre Wohnung.

Wenn der Gerichtsvollzieher vor der Tür steht, so die Forscher, ist das Kind längst in den Brunnen gefallen. “Die Probleme der Menschen fangen viel früher an – auch wenn es den Betroffenen oft nicht bewusst ist”, so Kokot. Fast alle Betroffenen waren arbeitslos und litten unter psychischen Problemen. Viele hatten schon länger Sucht- und Schuldenprobleme.

>> weiter in der Welt

“Eine Zwangsräumung mitzuerleben war das Bedrückendste, was ich bei meiner Forschung bislang erlebt habe”, sagt Ethnologe Martin Gruber zum Magazin Hinz&Kunzt, in dem mehr ueber die Studie nachzulesen ist. >> weiter bei Hinz&Kunzt

UPDATE: Aufgrund der Studie fordert die SPD besseren Schutz vor Obdachlosigkeit, siehe mehr in der taz

(LINKS AKTUALISIERT 16.1.2022) Von einem guten Beispiel ethnologischer Forschung in Deutschland berichtet Die Welt. Ethnologen der Universität Hamburg gingen unter der Leitung von Waltraud Kokot acht Monate lang der Frage nach, welche Schicksale sich hinter den Räumungs-Statistiken verbergen. Hauptergebnis:…

Read more

Feldforschung am Tresen: Magisterarbeit über Münchens Bierstüberl

Nach einem Jahre Feldforschung in Münchner Bierstüberln war Johannes Lauer pleite. Daher hat es ihn besonders gefreut, dass er neulich den Hochschulförderpreis der Stadt München gewonnen hat. Jetzt.de – das Magazin der Sueddeutschen, hat den frischgebackenen Ethnologen interviewt ueber seine Magisterarbeit „Stüberl in München. Heimat – Entspannungsoase – Katzentisch? Teilnehmende Beobachtung im Münchner „Stüberl“.

Angefangen hat all das mit einem Feldforschungsseminar, lesen wir:

Da sollten die Studenten in München Orte suchen und auch aufsuchen, die ihnen fremd waren – „the alien next door“. Für manche Studenten war das der örtliche Tennisclub oder die Schwulen-Szene. Für Johannes und ein paar Kommilitonen waren es die Stüberl Münchens. Gemeinsam untersuchten sie zunächst ihre eigenen Vorurteile, Vorbehalte und Ängste, dann überwanden sie die und begaben sich an diese „fremden Orte“. Nach dem Seminar löste sich die Gruppe auf, doch Johannes Lauer blieb bei den Stüberln hängen.

Bei seiner Recherche hat Johannes Lauer Unmengen dieser Stüberl aufgesucht und sehr viel Bier getrunken und – diese Erfahrung haben sicher viele Feldforscher gemacht – seine anfängliche Angst hat er sich abgewöhnt. Die Angst und viele der Vorurteile, die er vorher hatte, stellt er fest, waren zum größten Teil unbegründet:

Stüberl sind von außen nicht einsehbar. Durch die Abschottung des Draußen entsteht im Inneren der Kneipe ein Rückzugsgebiet für die, die mit der Welt draußen, und sei es nur für ein paar Stunden, nichts zu tun haben wollen.

Stüberl sind, hat man sich erst einmal reingetraut, nicht halb so schlimm wie ihr Ruf. Es gibt Bier, eine robuste Schnaps-Auswahl und längst vergessen geglaubte Mixgetränke wie Rüscherl oder Whiskey-Cola. Man geht ausgesprochen familiär miteinander um, und wenn ein Gast eine halbe Stunde dort verbracht hat, kennt er vermutlich alle anderen Anwesenden mit Namen. Denn im Stüberl wird, im Gegensatz zu den sonst üblichen Kneipen-Regeln, der Kontakt gesucht.

Doch diese Stüberl, hat Johannes Lauer festgestellt, sind eine bedrohte Art:

Wenn das Stüberl-Sterben noch nicht begonnen hat, so kündigt es sich zumindest an. Das haben ihm auch viele Gäste und Wirte bestätigt. Es gibt keinen Nachwuchs. Es gibt immer weniger Arbeiter, aus ehemaligen Arbeiter-Vierteln werden teure Wohnlagen und die Mieten gehen entsprechend hoch. Die Stüberl leben fast ausschließlich von der Stammkundschaft, die nachziehenden Bewohner dagegen wandern von einer Kneipe, die momentan in ist, zur nächsten. Die Nähe, die in einem Stüberl entsteht, ist ebenfalls nicht jedermanns Geschmack. Man redet miteinander, jeder weiß vom Leben des anderen und passt auch aufeinander auf. Da lässt sich schwer an der eigenen Legendenbildung basteln oder eine coole Fassade aufbauen.

>> weiter beim Magazin Jetzt.de

>> isarplatz.de: Stadt vergibt LMU-Preis für Arbeit über “Stüberln in München”

SIEHE AUCH:

Anthropologist gets paid for hanging out in bars

The Anthropologist as Barman

Drinking Cultures – Anthropology of Food

Nach einem Jahre Feldforschung in Münchner Bierstüberln war Johannes Lauer pleite. Daher hat es ihn besonders gefreut, dass er neulich den Hochschulförderpreis der Stadt München gewonnen hat. Jetzt.de - das Magazin der Sueddeutschen, hat den frischgebackenen Ethnologen interviewt ueber seine…

Read more

“Mediterranean Voices” – Ethnologen mit neuer Multimedia-Datenbank im Netz

“Mediterranean Voices – Mündliche Überlieferung und Kulturelles Brauchtum in Mittelmeer-Städten” heisst ein EU-Projekt, wofuer Ethnologen drei Jahre lang Stimmen, Klänge, Erzählungen und Eindrücke in 13 Städten gesammelt haben. Ziel des Projektes war die Rolle des kulturellen Erbes im Mittelmeerraum kritisch zu beleuchten. Man wollte sich der Geschichte und der Erinnerung jener Menschen widmen, die heute in den urbanen Vierteln und Städten am Mittelmeer leben, meldet der ORF.

Auch Migration und Multikulturalismus sind Themen: Wie wird kulturelles Erbe in eine zunehmend globalisierten Welt konstruiert? Und wie Konzepte des Kulturbegriffes erweitert werden können, was ist zum Beispiel in Multikulturalität enthalten?

>> zum Artikel beim ORF

>> zur Webseite Mediterranean Voices

"Mediterranean Voices - Mündliche Überlieferung und Kulturelles Brauchtum in Mittelmeer-Städten" heisst ein EU-Projekt, wofuer Ethnologen drei Jahre lang Stimmen, Klänge, Erzählungen und Eindrücke in 13 Städten gesammelt haben. Ziel des Projektes war die Rolle des kulturellen Erbes im Mittelmeerraum kritisch…

Read more

Symbolische “Verschmutzung” durch Migranten – Journal Ethnologie ueber Stadtansichten

Die neue Ausgabe der Online-Zeitschrift Journal-Ethnologie ist draussen. Schwerpunktthema: Stadtansichten. Einer der Texte handelt um die “symbolische Verschmutzung durch Migranten” in Auckland. Eveline Dürr benutzt Mary Douglas’ Konzept ueber Reinheit und Unreinheit, um die Einwanderungsdebatte in Neuseeland zu analysieren.

Neuseeland vermarket sich selbst gerne als „unberührt“, „rein“ und „sauber“ geltende Peripherie. Dieses Selbstbild wird durch Migration herausgefordert – jedoch nicht auf rationeller Grundlage:

Das romantisierte internationale Image steht sozialem Wandel skeptisch gegenüber und ist auf Bewahrung ausgerichtet. Durch die wachsende Migration, insbesondere aus dem asiatischen Raum, wird diese Eigenwahrnehmung bedroht.

(…)

Die Hauptachse des Stadtteils ist die so genannte Queenstreet, auf der täglich ca. 50.000 Fußgänger unterwegs sind. Gerade hier wird auf Sauberkeit besonders großen Wert gelegt. Dies zeigt sich darin, dass zehn Personen mit der täglichen Straßenreinigung beauftragt sind, die Mülleimer dreimal pro Tag leeren und die Straße fünfmal pro Woche mit Wasser abspritzen. Dennoch beklagen sich die Anwohner und Geschäftsinhaber über die zunehmende, als unerträglich empfundene Verschmutzung. Als Grund hierfür wird übermäßig häufig die Präsenz der asiatischen Migranten genannt.

(…)

Mit den Methoden der ethnographischen Feldforschung ist es möglich, die spezifischen sozialen Bedeutungen von sauber, rein und schmutzig zu erschließen und ihre Wechselbeziehung mit dem Gesamtsystem der städtischen Gemeinschaft aufzudecken. Mary Douglas (1984) beispielsweise veranschaulichte mit ihren Arbeiten, dass sich „Reinheit“ weniger auf Hygiene als vielmehr auf die Konstruktion und Aufrechterhaltung verschiedener Aspekte der sozialen Struktur bezieht. Als „Schmutz“ wird Störendes, Fremdes, Nicht-Integrierbares empfunden, das eine spezifische soziale Ordnung zu bedrohen scheint.

>> weiter im Text von Eveline Dürr: Unberührt und ursprünglich? Symbolische Verschmutzung durch Migranten in Auckland, Neuseeland

>> Startseite Journal Ethnologie

Die neue Ausgabe der Online-Zeitschrift Journal-Ethnologie ist draussen. Schwerpunktthema: Stadtansichten. Einer der Texte handelt um die "symbolische Verschmutzung durch Migranten" in Auckland. Eveline Dürr benutzt Mary Douglas' Konzept ueber Reinheit und Unreinheit, um die Einwanderungsdebatte in Neuseeland zu analysieren.

Neuseeland vermarket…

Read more