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Einwanderung, Stadtentwicklung und die Produktion von “Kulturkonflikten”

Die Frankfurter Rundschau berichtet ueber eine Tagung in Frankfurt zum Thema Einwanderung und Stadtentwicklung.

Ethnologe Werner Schiffauer nannte als einen der Gründe für mangelhafte Integration von Einwanderern den Wandel der SPD und der Gewerkschaften. Diese haetten ihre Kraft als “Integrationsmaschinen” verloren. Diese Luecke haetten islamische Gemeinden wie Milli Görüs gefuellt, die “der Straße etwas entgegensetzen”, nicht zuletzt mit “einer Anreizstruktur” für Jugendliche und mit Familienberatung samt Hotline.

Interessant auch Aussagen des Geografen Andreas Pott. Anwohner fuehlten sich durch die Gebetsrufe eines Muezzins gestört – eigentlich ein gewoehnlicher staedtischer Konflikt (vergleichbar mit lauter Musik der Nachbarn etc). Eine Dramatisierung entstand erst durch eine Ethnisierung der Auseinandersetzung, bei der Deutsche unterschiedslos als Christen und Türken als Muslime klassifiziert wurden.

>> weiter in der Frankfurter Rundschau

Schiffauer sagte vor kurzem in einem Interview mit dem Deutschlandfunk Islamunterricht an deutschen Schulen sei ueberfallig.

Die Frankfurter Rundschau berichtet ueber eine Tagung in Frankfurt zum Thema Einwanderung und Stadtentwicklung.

Ethnologe Werner Schiffauer nannte als einen der Gründe für mangelhafte Integration von Einwanderern den Wandel der SPD und der Gewerkschaften. Diese haetten ihre Kraft als "Integrationsmaschinen" verloren.…

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Revolutinierte Afrika-Forschung: FAZ portraetiert den Ethnologen Georges Balandier

Anlaesslich der Herausgabe seines neuen, in Frankreich offenbar vieldiskutierten Buches “Le grand derangement” stellt faz-Autor Andreas Eckert en Ethnologen Georges Balandier vor. Von Balandier stammt u.a. die sympathische Aussage

“Eine Ethnologie, welche die gegenwärtige Situation ihrer Untersuchungsgegenstände ignoriert, pfeift auf die Welt, in der sie existiert.”

Diese Kritik richtete sich an Kollegen, die sich nur mit der Bedeutung von Ritualen, Mythen und Symbolen beschaeftigten.

In seinen heute als Klassiker geltenden Monographien, so die faz weiter, stellte Balandier viele der bis dahin gängigen Lehren über Kolonialismus und gesellschaftliche Ordnungen in Afrika in Frage. Er veröffentlichte mit die ersten Studien, die sich mit dem städtischen Leben im frankofonen Afrika beschäftigten.

Er hatte auch Bedeutung fuer die Entwicklung von Theorien ueber Ethnizitaet:

Nationalistische afrikanische Politiker nannten Ethnizität Hochverrat und wetterten gegen “tribalistische Tendenzen”. Balandier dagegen bezweifelte, daß ethnische Gruppen als ineffiziente und unbefriedigende Formen der menschlichen Gesellschaft zwangsläufig und mit Recht zum Untergang verurteilt waren. Er kehrte subversiv die Modernisierungstheorie um und deutete Tribalismus als Kampf gegen kapitalistische Ausbeutung und staatliche Unterdrückung.

>> weiter in der faz

Anlaesslich der Herausgabe seines neuen, in Frankreich offenbar vieldiskutierten Buches "Le grand derangement" stellt faz-Autor Andreas Eckert en Ethnologen Georges Balandier vor. Von Balandier stammt u.a. die sympathische Aussage

"Eine Ethnologie, welche die gegenwärtige Situation ihrer Untersuchungsgegenstände ignoriert, pfeift…

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Dissertation: Wie entwickelt sich eine Stammeskultur in der Stadt?

(via lightning.antville.org) Eine sehr schön geschriebene Geschichte in der taz über eine Ethnologin, die fuer ihre Doktorarbeit die Stammeskultur in Berliner Clubs erforscht. Das Thema: “alternative Technoszene”.

Anna Schöne steht allein an der Bar. Sie trägt eine modische Achtzigerjahrefrisur und ein ärmelloses, neonrosa Top mit russischen Sportabzeichen. Ihr Blick wandert langsam durch den Raum und streift jeden der Anwesenden. “Ich arbeite wie eine Kamera”, erklärt sie. “Ich versuche, erst einmal alles aufzunehmen.”

Anna Schöne ist Ethnologin.

Sie untersucht grundlegende Fragen zum Leben in der Stadt:

“Inwieweit lässt eine Stadt eine bestimmte Szene zu? Und inwieweit nimmt eine Szene die Gegebenheiten einer Stadt auf und entwickelt auch aus dem Ideellen, das wir mit einer Stadt verbinden, einen bestimmten Stil? Die Analyse der Szene als urbaner Akteur stellt bisher ein soziologisches Defizit dar.” Viel zu lange, glaubt sie, ist Subkultur als bloße Gegenkultur verstanden worden. “Das Spezifische an der Subkultur ist, dass sie das, was unsere Kultur ausmacht, bewusst macht, ausdrückt und in Begriffe und einen Stil bringt.”

taz-Autor Matthias Andreae beschreibt auch sehr schoen wie die Ethnologin – wie es sich gehoert – teilnehmend beobachtet. Zusehr? Sogar den Leitspruch “Don#t fuck the natives” fordert sie heraus.

Auch Schöne ist von den anderen Szenegängern auf der Tanzfläche kaum zu unterscheiden. Die langen dunkelbraunen Haare fallen ihr ins Gesicht. Sie reckt die geballte Faust in die Höhe und hüpft im Takt der Musik auf und ab. Mehr und mehr scheint sie selbst Teil dieser Welt zu werden.

Interessant ihre Einschaetzung von Ethnologen. Laesst sich das so verallgemeinern?

“Alle Ethnologen sind Ersatzabweichler. Sie fühlen sich zu exotischen Milieus hingezogen, ihnen fehlt aber der Mut, selbst einen solchen Lebensentwurf zu verwirklichen. Deshalb unternehmen sie nur Ausflüge mit Rückfahrkarte.”

>> zum Bericht in der taz: Die Argonauten des östlichen Berlins

PS: Erst als ich den Beitrag fertiggeschrieben hatte, bemerkt, dass der Text nicht gestern (27.1.), sondern bereits am 27.12.03 veroeffntlicht wurde. Ueber Anna Schöne ist merkwuerdigerweise seitdem nix im Netz erschienen

(via lightning.antville.org) Eine sehr schön geschriebene Geschichte in der taz über eine Ethnologin, die fuer ihre Doktorarbeit die Stammeskultur in Berliner Clubs erforscht. Das Thema: "alternative Technoszene".

Anna Schöne steht allein an der Bar. Sie trägt eine modische Achtzigerjahrefrisur…

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“Punk-Gesetz eine Schande” – Kulturwissenschaftler studierten Grazer Punk-Szene

In Graz haben manche Leute Probleme mit den Punks. Der Journalist der “Presse” schreibt hilflos drauflos, verwechselt Kommentar und Nachricht und schreibt, es drehe sich um “Das auffällige, störende und zum Teil anstößige Verhalten der Randgruppe”. Der Grazer Bürgermeister Siegfried Nagl (VP), lesen wir, ließ mit Büschen den Brunnen “umzäunen”, um den Punks ihren Aufenthaltsraum zu vereiteln. Nun wurde sogar ein Gesetz erlassen, das die Punks vertreiben soll.

Da kommt vermutlich der Bericht von Elisabeth Katschnig-Fasch, Leiterin des Instituts für Kulturanthropologie und Volkskunde an der Grazer Universität, zu spaet? Katschnig-Fasch wurde mit dem Erstellen der Studie “Bürgerschreck Punk” betraut. Ziel der Studie war es, die strukturellen Bedingungen aufzudecken, die hinter dem Weg ins Abseits stehen. Sie sagt: “Das Punk-Gesetz ist eine Schande”. >> zum Text in der Presse

SIEHE AUCH

Ich hab auf die Schnell nichts Naeheres zu der Studie gefunden. Es gibt jedoch ein paar Texte zu einem frueheren Forschungsprojekt von Elisabeth Katschnig-Fasch:

Versprechen, die sich nicht erfüllen: Leiden an der Gesellschaft

Unizeit, Uni Graz

Eine transdisziplinäre Forschungsarbeit unter der Leitung von Elisabeth Katschnig-Fasch vom Institut für Volkskunde und Kulturanthropologie der Universität Graz erregt Aufmerksamkeit: “Das ganz alltägliche Elend” dokumentiert gesellschaftliches Leiden als Folge des Neoliberalismus und der Machtstrukturen der globalisierenden Wirtschaft. >> weiter

Völlig schwerelos

Österreichische HochschülerInnenschaft – ÖH

Unter dem Titel „Das Elend der Welt“ veröffentlichte 1993 ein französisches Team rund um Pierre Bourdieu „Zeugnisse und Diagnosen alltäglichen Leidens an der Gesellschaft“. Eine Forschungsgruppe untersuchte nun Graz und fand eine vergleichbare Situation auch hierzulande. >> weiter

In Graz haben manche Leute Probleme mit den Punks. Der Journalist der "Presse" schreibt hilflos drauflos, verwechselt Kommentar und Nachricht und schreibt, es drehe sich um "Das auffällige, störende und zum Teil anstößige Verhalten der Randgruppe". Der Grazer Bürgermeister Siegfried…

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Neues Zentrum an TU Berlin untersucht kulturellen Wandel in Grosstädten

TU Berlin

Das neue Center für angewandte Metropolenforschung an der Technischen Universität Berlin bringt Städteplaner wie Architekten, Ethnologen wie Medienwissenschaftler, Sicherheitsexperten wie Unternehmer zusammen; gemeinsam erforschen sie die Alltagsprobleme der Metropolen und erarbeiten konkrete Lösungsvorschläge. Das Center for Metropolitan Studies ist die erste interdisziplinäre, international orientierte Forschungseinrichtung dieser Art. >> weiter

TU Berlin

Das neue Center für angewandte Metropolenforschung an der Technischen Universität Berlin bringt Städteplaner wie Architekten, Ethnologen wie Medienwissenschaftler, Sicherheitsexperten wie Unternehmer zusammen; gemeinsam erforschen sie die Alltagsprobleme der Metropolen und erarbeiten konkrete Lösungsvorschläge. Das Center for Metropolitan Studies ist…

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