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Dänen, Sorben, Rastafaris: Deutsche Minderheitenpolitik

Ivo Bozic, Jungle World

Insgesamt gibt es vier anerkannte »nationale Minderheiten« in Deutschland: Dänen, Friesen, Sinti und Roma sowie Sorben. Die rund 50 000 Dänen sind die einzigen, die mit dem Südschleswigschen Wählerverband eine eigene Partei haben. Während man den Sorben und Friesen zweisprachige Ortsschilder in die Landschaft stellt, wird von der 50 Mal größeren türkischen oder der polnischen Minderheit, aber auch von den Sinti und Roma eine zügige und möglichst vollständige Assimilation verlangt. Für Türken Deutschkurse, für Sorben sorbische Schulen.

Was macht die sorbische oder friesische Kultur so schützenswert? Minderheiten unterscheiden sich von der Mehrheit angeblich durch eine eigene kulturelle Identität. Doch ein kiffender Rastafari aus Neukölln hat sicher weniger kulturelle Gemeinsamkeiten mit dem Mainstream als eine keusche sorbische Kindergärtnerin in Cottbus. Wenn es wirklich um kulturelle Vielfalt geht, wo sind dann die Staatsgelder für Rastafaris, Punks, Skins, Veganer, Opernfreunde, Bayern-München-Fans? >> weiter

(via Abdel Kader im Gaestebuch meiner privaten Homepage)

Ivo Bozic, Jungle World

Insgesamt gibt es vier anerkannte »nationale Minderheiten« in Deutschland: Dänen, Friesen, Sinti und Roma sowie Sorben. Die rund 50 000 Dänen sind die einzigen, die mit dem Südschleswigschen Wählerverband eine eigene Partei haben. Während man den Sorben…

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19 angehende Historiker und Ethnologen sichteten Tausende von Feldpostsendungen

Tagesspiegel

40 Milliarden Feldpostsendungen beförderte die deutsche Wehrmacht zwischen 1939 und 1945. Die Bedeutung dieser Dokumente als historische Quellen hat das Museum für Kommunikation Berlin (MfK) erkannt. Als erstes Ergebnis wurde am 8. April die Kabinettausstellung „Überlebenszeichen. Feldpostbriefe des Zweiten Weltkriegs“ eröffnet. Die kleine, aber dichte Schau wurde von Studierenden der Humboldt-Universität entwickelt. In einem fächerübergreifenden Praxisseminar unter der Leitung von MfK-Direktor Joachim Kallinich sichteten 19 angehende Historiker und Ethnologen Tausende Briefe. >> weiter

Tagesspiegel

40 Milliarden Feldpostsendungen beförderte die deutsche Wehrmacht zwischen 1939 und 1945. Die Bedeutung dieser Dokumente als historische Quellen hat das Museum für Kommunikation Berlin (MfK) erkannt. Als erstes Ergebnis wurde am 8. April die Kabinettausstellung „Überlebenszeichen. Feldpostbriefe des Zweiten Weltkriegs“…

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Besitzen Sie eine ethnische Herkunft?

BETTINA RÖHL, taz

Sind Sie Frau? Unbedingt bleiben. Haben Sie eine andere Rasse? Besser geht’s gar nicht. Besitzen Sie eine ethnische Herkunft? Fein. Haben Sie eine Religion zur Hand? Wenn nein, machen Sie sich eine. Eine Weltanschauung werden sie sicher irgendwo auftreiben. Nennen sie eine Behinderung Ihr Eigen – das wäre sehr günstig. Was soll das alles? Es soll Gesetz werden. Und zwar in Gestalt eines Gesamtkunstwerks mit dem Namen Antidiskriminierungsgesetz (ADG). Sieht man sich das konkrete Regelwerk genauer an, in das Gegenteil dessen kippen, was es bewirken soll. >> weiter

BETTINA RÖHL, taz

Sind Sie Frau? Unbedingt bleiben. Haben Sie eine andere Rasse? Besser geht's gar nicht. Besitzen Sie eine ethnische Herkunft? Fein. Haben Sie eine Religion zur Hand? Wenn nein, machen Sie sich eine. Eine Weltanschauung werden sie sicher irgendwo…

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Ethnologe: «Ehrenmorde» gemeinsam mit Muslimen bekämpfen

freenet.de / dpa

– Der Kampf gegen so genannte Ehrenmorde an türkischstämmigen Frauen in Deutschland ist nach Expertenmeinung nur in Zusammenarbeit mit den islamischen Gemeinden zu gewinnen. «Wir dürfen den Islam nicht pauschal in die Ecke stellen, weil wir dann die Ansprechpartner in den Gemeinden verlieren», sagte der Ethnologie-Professor und Spezialist für türkische Zuwanderer, Werner Schiffauer, in einem dpa-Gespräch.

Besonders interessant und konstruktiv sei das Engagement von muslimischen Frauen in den Gemeinden. Gerade Frauen seien dort oft das aktive Element, sagte der Ethnologie-Professor. «Sie kritisieren frauenfeindliche Traditionen und berufen sich auf den eigentlichen Islam.» Frauen mit Kopftüchern dürften daher nicht ausgegrenzt werden. >> weiter

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Ehrenmorde: Ist Kultur ein mildernder Umstand?

freenet.de / dpa

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Ehrenmorde: Ist Kultur ein mildernder Umstand?

Mark Siemons, FAZ

Seit dem 7. Februar, als die 23 Jahre alte Hatun Sürücü an einer Bushaltestelle in Berlin-Tempelhof erschossen wurde, weiß jeder, was ein „Ehrenmord” ist: ein Mord in der Familie, der sich auf Traditionen und Kultur beruft. Was bedeutet die „Kultur” als Motiv für eine Tat? Ist die Kultur, wie manche das bisher annahmen, ein mildernder Umstand? Oder macht sie das Übel nicht noch größer?

Ethnologe Werner Schiffauer meint, daß die Morde in deutschen Großstädten nicht auf archaische Stammestraditionen zurückgefürt werden könnten. Für die gewalttätige Eskalation macht er die Abgrenzungsbedürfnisse einer neuen „ethnischen Unterklasse” verantwortlich. Dies aber scheint, nimmt man den Bericht aus der kurdischen Innenwelt ernst, nicht zu stimmen. >> weiter

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