search expand

Pfusch in Ethnologie-Filmen?

Kürzlich waren im Münchner Völkerkundemuseum die “Tage des ethnologischen Films”. U.a wurde der Film “Dead Birds” von Robert Gardner aus dem Jahr 1961 gezeigt, schreibt Pietzler im antropologi.info-Forum. Er ging mit mehreren anderen Leuten nicht gerade begeistert nach Hause. Denn der Film, behauptet er, ist inszenmiert. Die Dani, die Gardner filmte, wussten nicht dass ein Film über sie gedreht wurde. Gardner wollte sie in ihrer Welt möglichst wenig stören. Pietzler fragt: Ist es ok, Fremde derart zu bevormunden? Pietzler hat noch mehrere kritische Aspekte im Film entdeckt >> weiter im Forum

Kürzlich waren im Münchner Völkerkundemuseum die "Tage des ethnologischen Films". U.a wurde der Film "Dead Birds" von Robert Gardner aus dem Jahr 1961 gezeigt, schreibt Pietzler im antropologi.info-Forum. Er ging mit mehreren anderen Leuten nicht gerade begeistert nach Hause. Denn…

Read more

Ethnologin untersucht “Grisi Siknes” – kollektiver Wahnsinn in Schüben

Der Standard

Seit Jahrhunderten befällt die “Grisi Siknes”, ein kollektiver Wahnsinn in Schüben, die indigene Bevölkerung Nicaraguas. Bisher konnte sich die Wissenschaft keinen Reim auf das Phänomen machen. Gerhild Trübswasser, freischaffende Ethnologin aus Wien und von einer dortigen Uni zu Feldforschungen über den Wahnsinn eingeladen, ist mit nicaraguanischen Kollegen nun drauf und dran, der “Grisi Siknes” Rätsel zu lösen: Auslöser dürften äußere soziale Faktoren sein. Die Ursachen des Leidens hingegen reichten weit in die Kolonialzeit zurück. >> weiter

Der Standard

Seit Jahrhunderten befällt die "Grisi Siknes", ein kollektiver Wahnsinn in Schüben, die indigene Bevölkerung Nicaraguas. Bisher konnte sich die Wissenschaft keinen Reim auf das Phänomen machen. Gerhild Trübswasser, freischaffende Ethnologin aus Wien und von einer dortigen Uni zu Feldforschungen…

Read more

Die SZ und die Ureinwohner: Gestrandet im vorsintflutlichen Evolutionismus

(via Ethno::log) Ein haarstraeubender Artikel ist in der SZ zu lesen. Ueber die Ureinwohner auf den Andaman-Inseln, die wir von der Tsunami-Katastrofe kennen. Der Text ist ein gutes Beispiel dafuer, wie weitverbreitet die vergessen geglaubte evolutionismustische Weltsicht noch ist: Wir, der sogenannte moderne Westen steht auf der Spitze der Entwicklungspyramide. Ureinwohner repraesentieren nach dieser Sichtweise den Urzustand der Menschheit. Man bezeichnet sie als “Steinzeitmenschen”, vergleicht sie mit Tieren, bringt sie in Reservate unter.

Originalzitat aus dem Text:

Der Kameramann sagt: „Da sind sie.“ Wie aufgescheuchte Tiere rennen nackte Menschen hin und her, schieben Auslegerboote ins Wasser. Um ihre Bäuche gelbe Matten, in ihren Händen Speere.

Daher wird ein Naturschuetzer zitiert, der sich nun um die Ureinwohner kuemmert:

„Wenn man die Tiger vor der Ausrottung retten kann, kann man jeden retten. Wir haben hier keine großen Katzen. Unsere großen Katzen sind die Ureinwohner.“

Ein wirklich richtig uebler Text, geschrieben wie vor hundert Jahren, der daran erinnert, dass genau diese Art von ethnozentrischem Evolutionismus, der die Menschen in Ueber- und Unterlegene einteilt, die Grundlage von Fremdenfeindlichkeit, Nationalismus und Rassismus bildet.

>> zum Text “Ureinwohner. Gestrandet in der Vergangenheit (Link aktualisiert)

MEHR ZUM THEMA:
Ten Little Niggers: Tsunami, tribal circus and racism
“Stone Age Tribes”, tsunami and racist evolutionism

(via Ethno::log) Ein haarstraeubender Artikel ist in der SZ zu lesen. Ueber die Ureinwohner auf den Andaman-Inseln, die wir von der Tsunami-Katastrofe kennen. Der Text ist ein gutes Beispiel dafuer, wie weitverbreitet die vergessen geglaubte evolutionismustische Weltsicht noch ist: Wir,…

Read more

Die Chanten bangen um Taiga und Tundra. Ölfirmen bedrohen ihre Lebensgrundlage

Ethnologin Vera Thümmel, Rheinischer Merkur

Die Chanten, der indigenen Bevölkerung Westsibiriens – zählt zu den „kleinen Völkern des Nordens“, wie sie auf Russisch genannt werden. Viele leben an den unzähligen Nebenarmen des Ob, der zu den größten Flüssen der Erde zählt und wie eine Ader das gesamte Territorium der Westsibirischen Tiefebene durchzieht. Doch Hecht, Stör und sibirischer Weißlachs haben es hier nicht mehr so gut wie einst. Taiga und Tundra sind getränkt vom Erdöl. Über die Hälfte des russischen Erdöls wird in Westsibirien, im autonomen Bezirk der Chanten und Mansen, gefördert.

Mitte der neunziger Jahre raste Westsibirien mit mehr als 3100 registrierten Unfällen einer Ökokatastrophe entgegen. Eine starke Protestbewegung unter der indigenen Bevölkerung schaffte es, neue Rechte und Gesetze sowie eine Vertretung in der staatlichen Duma und der Duma des autonomen Bezirks durchzusetzen und die Tragödie abzuwenden. Kulturzentren und Museen wurden eröffnet, Kulturfestivals und internationale Forschungsprojekte finanziert.

Beträchtliche Teile der veralteten Ölleitungen wurden jedoch bisher nicht erneuert. Die Importmenge hat sich in den letzten Jahren sogar erhöht, ungeachtet der Verschmutzung und Probleme, die es bewirkt. >> weiter

SIEHE AUCH:
Indigenous Russians Unite Against Oil and Gas Development
Die Mari in Russland: Die kleinen Leute aus dem Wald

Ethnologin Vera Thümmel, Rheinischer Merkur

Die Chanten, der indigenen Bevölkerung Westsibiriens – zählt zu den „kleinen Völkern des Nordens“, wie sie auf Russisch genannt werden. Viele leben an den unzähligen Nebenarmen des Ob, der zu den größten Flüssen der Erde zählt…

Read more

Dänen, Sorben, Rastafaris: Deutsche Minderheitenpolitik

Ivo Bozic, Jungle World

Insgesamt gibt es vier anerkannte »nationale Minderheiten« in Deutschland: Dänen, Friesen, Sinti und Roma sowie Sorben. Die rund 50 000 Dänen sind die einzigen, die mit dem Südschleswigschen Wählerverband eine eigene Partei haben. Während man den Sorben und Friesen zweisprachige Ortsschilder in die Landschaft stellt, wird von der 50 Mal größeren türkischen oder der polnischen Minderheit, aber auch von den Sinti und Roma eine zügige und möglichst vollständige Assimilation verlangt. Für Türken Deutschkurse, für Sorben sorbische Schulen.

Was macht die sorbische oder friesische Kultur so schützenswert? Minderheiten unterscheiden sich von der Mehrheit angeblich durch eine eigene kulturelle Identität. Doch ein kiffender Rastafari aus Neukölln hat sicher weniger kulturelle Gemeinsamkeiten mit dem Mainstream als eine keusche sorbische Kindergärtnerin in Cottbus. Wenn es wirklich um kulturelle Vielfalt geht, wo sind dann die Staatsgelder für Rastafaris, Punks, Skins, Veganer, Opernfreunde, Bayern-München-Fans? >> weiter

(via Abdel Kader im Gaestebuch meiner privaten Homepage)

Ivo Bozic, Jungle World

Insgesamt gibt es vier anerkannte »nationale Minderheiten« in Deutschland: Dänen, Friesen, Sinti und Roma sowie Sorben. Die rund 50 000 Dänen sind die einzigen, die mit dem Südschleswigschen Wählerverband eine eigene Partei haben. Während man den Sorben…

Read more