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“Gar nicht so einfach mit den ‘TürkInnen’, ‘Deutschen’ und ‘AusländerInnen’ “

Der Türkische Ringerverein ist in die Bundesliga aufgestiegen. Wie wir auf anders deutsch erfahren, ist es gar nicht so einfach, genau zu sagen wer nun was ist – türkisch oder deutsch. Denn der “Migrantenverein” ist “deutscher” als viele seiner künftigen “deutschen” Mitkonkurrenten in der Bundesliga…

>> weiter bei anders deutsch: Türkisch, nein deutsch, oder ausländisch?

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Buchbesprechung: Sylvia Keim (2003). “So richtig deutsch wird man nie sein …”

For an Anthropology of Cosmopolitanism

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“Der geteilte Schmerz ist der Kern jener teilnehmenden Beobachtung”

Er lässt sich schlagen, beschneiden, bespucken und mit Exkrementen beschmieren. Um Gedanken und Gefühle der Einheimischen besser zu verstehen, ist ein echter Ethnologe zu fast allem bereit, schreibt Ethnologe Nigel Barley in der NZZ Folio zum Thema Schmerz.

Schmerz ist nicht nur etwas Negatives, zeigt er an mehreren Beispielen – das betrifft auch Ethnologen schreibt er in seinem bekannten humoristischen Stil:

Denn der geteilte Schmerz gilt als unschlagbarer Beweis für die Ernsthaftigkeit der ethnologischen Absicht, für Sympathie und Empathie mit den Gastgebern. Der geteilte Schmerz ist der Kern jener teilnehmenden Beobachtung, die gleichsam das einzige intellektuelle Kapital des forschenden Subjekts ausmacht.

(…)

Knaben wird bei der Erektion der Penis aufgeschnitten, damit er sich öffnet wie eine Blüte. Oder sie treiben sich Nadeln durch Nase und Zunge. Erwachsene Männer schlitzen sich ihre Genitalien mit Glasscherben auf. Mädchen wird die Klitoris abgeschnitten, ihre Lippen werden durchbohrt oder ihre Füsse gefesselt. Rücken und Gesichter und Bäuche werden mit stumpfen Nägeln gestochen, aufgeschlitzt, tätowiert. Leute werden entstellt und verstümmelt und verkrüppelt. Die menschliche Kultur ist voll von Schmerz. Zum Teil wird er sogar freiwillig erlitten. Denn Schmerz ist eine wichtige kulturelle Ressource.

Sogar wir Westler wachsen in einer Ökonomie des Schmerzes auf. Als Kind erklärte man mir, dass Christus auch für mich gelitten habe. Auch ich würde durch Leiden erlöst, und falls ich einmal zu leiden hätte, sollte ich ihm meinen Kummer und Schmerz darbringen.

Schmerz hat “spirituelle Funktionen”, deshalb haben vermutlich Reformer, die gegen die Brutalität schmerzhafter Rituale zu Felde ziehen, so wenig Erfolg, schreibt Barley.

>> zum Text in NZZ-Folio “Ein Schmerz und eine Seele”

Den Text gibts auch auf Englisch und der Uebersetzung vorzuziehen. Mir ist aufgefallen, dass im deutschen Text Begriffe vorkommen, die man nicht mehr in der Ethnologie benutzt – wie etwa “Naturvölker” oder “Stamm”. Dies liegt an der Uebersetzung. Bailey spricht nicht von “tribes”:

The words of an anthropologist describing his initiation into a men’s masking society in East Africa.

wird so uebersetzt:

Mit diesen Worten schildert ein Ethnologe seine Initiation in eine Maskengesellschaft der Männer in einem ostafrikanischen Stamm

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Selbstkreuzigung unter Christen: Wenn Religion zum “Theater” wird

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Er lässt sich schlagen, beschneiden, bespucken und mit Exkrementen beschmieren. Um Gedanken und Gefühle der Einheimischen besser zu verstehen, ist ein echter Ethnologe zu fast allem bereit, schreibt Ethnologe Nigel Barley in der NZZ Folio zum Thema Schmerz.

Schmerz ist nicht…

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Ethnologen protestieren gegen Mel Gibsons „Apocalypto“

Wissenschaftler und Studierende des Faches Altamerikanistik und Ethnologie (IEA) der Universität Bonn protestieren gegen den aktuellen Film von Hollywood-Star Mel Gibson, meldet Kultur in Bonn. In „Apocalypto“ werde ein “Zerrbild der mesoamerikanischen Hochkultur“ gezeichnet, dass der wissenschaftlichen Forschung nicht ansatzweise gerecht werde. Gibsons Film sei “auf den Spuren einer kolonialistischen Propaganda”.

In ihrer Stellungnahme schreibt das Institut, dass die Maya als “kulturloses und primitives Volk disqualifiziert” wuerden. Der Film habe das Potential, weiteren Nährboden für den ohnehin schon bestehenden Rassismus gegen die heutige Mayabevölkerung in den Staaten Mexiko, Guatemala, Belize, Honduras und El Salvador zu schaffen.

>> zur Stellungnahme der Ethnologen

Der Film hat bereits auf diversen Ethnoseiten zu Diskussionen gefuehrt. Fuer eine Zusammenfassung, siehe Savage Minds: Apocalypto Roundup.

UPDATE: Siehe auch die Reaktionen auf der Website der European Association of Mayanists (WAYEB ).

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Neue Studie: Islamisches Gemeindeleben in Berlin

Muslimische Gemeinden öffnen sich mehr. Sie haben einen viel besseren Kontakt zu Verwaltung, Polizeidienststellen und Schulen als noch vor ein paar Jahren. Das ist eines der wichtigen Ergebnisse der neuen Studie “Islamisches Gemeindeleben in Berlin”, einer Pressemeldung zufolge.

Die Studie wurde geleitet von der Islamwissenschaftlerin Riem Spielhaus und der Stadtanthropologin Alexa Färber. An der Auswertung der Untersuchung und der Publikation waren insgesamt 11 Islamwissenschaftlerinnen, Europäischen Ethnologinnen, Stadt- und Migrationssoziologen und Religionswissenschaftlerinnen beteiligt.

>> Download der Studie (pdf, 2,3MB )

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Die…

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Schiffauer: “Öffnung gegenüber dem Islam nicht der Terrorismusbekämpfung unterordnen”

Die Öffnung gegenüber dem Islam darf nicht der Terrorismusbekämpfung und Sicherheitspolitik untergeordnet werden, meinen Ethnologe Werner Schiffauer und Soziologe Michael Bommes, Herausgeber des neuen Migrationsberichts. Sie kritisieren, dass die Politik wird immer mehr von Bedrohungsszenarien dominiert wuerde, schreibt der SPIEGEL. Der Migrationsbericht 2006 ist noch nicht online. Ein interessanter Kommentar zu Islam in Deutschland liefert Omar Abo-Namous im Beitrag Sind Muslime integrationsresistent?

Vermutlich weil diese irrationalen Bedrohungsszenarien auch in den Medien beliebt sind, meint fast die Haelfte der deutschen Bevoelkerung, es gebe zu viele Auslaender in Deutschland. Besonders schlimm ist die Fremdenfeindlichkeit in Doerfern Ostdeutschlands laut der neuen Studie “Deutsche Zustände” des Bielefelder Sozialwissenschaftlers Wilhelm Heitmeyer, schreibt die taz. Einen laengeren Bericht dazu gibts in der ZEIT. “Heitmeyer verteufelt Andersdenkene”, kritisiert ein Kommentator auf dem Soziologie-Blog Soziologie und ihre mediale Aufmerksamkeit.

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