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For mer bruk av religion i psykiatrien

Religion kan hjelpe psykisk syke mennesker til å bli frisk igjen. Derfor kan det være en fordel å bruke tro og religiøsitet i større grad i den psykiatriske behandlingen, mener antropolog Ricko Damberg Nissen.

Antropologen har skrevet en doktoravhandling om religionens rolle i psykiatrien.

Han fant ut at religion spiller bare en liten rolle for psykiaterne han snakket med, leser vi på videnskab.dk. Danmark er jo offisielt et sekulært samfunn og de færreste psykiaterne er selv religiøse. Det er heller ikke overraskende at psykiatere kan være fullstendig uinteressert i religion.

Denne holdningen til religion er ifølge antropologen uheldig. Også i offisielt sækulære samfunn er religion viktig for mange mennesker. Samtidig finnes det en del forskning på at troen kan hjelpe til å håndtere sykdom, understreker han:

Det er så nemt at tænke, det er da bare noget pjat med det der religion. At det må man lige lægge på hylden, mens man er indlagt, men for nogle er religion det grundlæggende omdrejningspunkt i hele livet. Selv om man får en psykisk sygdom, er man jo stadig muslim eller kristen eller Jehovas Vidne, også mens man er indlagt. Og der vil ens tro stadig være vigtig for en. I Danmark er religion ekstremt privat, men der er meget forskning, der viser, at positive religiøse tilgange hjælper på recovery.

>> les hele saken på videnskab.dk

Avhandlingen In That Most Secular of Rooms: The Religious Patient in Secular Psychiatry kan lastes ned fra ResearchGate. Dessuten er det flere av hans tidligere artikler tilgjengelig på nett:

Approaching the religious patient in forensic psychiatry, with special focus on ethnic minority patients (skrevet sammen med Frederik Alkier Gildberg og Niels Christian Hvidt)

Psychiatry, a Secular Discipline in a Postsecular World? A Review (skrevet sammen med Frederik Alkier Gildberg og Niels Christian Hvidt)

The Catalogue of Spiritual Care Instruments: A Scoping Review (skrevet sammen med Erik Falkø,Dorte Toudal Viftrup,Elisabeth Assing Hvidt,Jens Søndergaard,Arndt Büssing,Johan Albert Wallin og Niels Christian Hvidt.

SE OGSÅ RELATERTE TIDLIGERE SAKER:

For en kultursensitiv psykiatri: “Hør på syke mennesker!” – Intervju med antropolog Berit Rustand

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Antropolog: Sykepleiere må kjenne pasientenes hverdag

AIDS:”Traditional healers are an untapped resource of great potential”

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Antropologen har skrevet en doktoravhandling om religionens…

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The new Anthropology Journal Ticker (beta): Get updated with recent open access journal articles!

How do you stay up to date with the most recent journal articles in anthropology? How do you navigate the growing amount of texts? How do you find something interesting? While most academics might have their own personal routine, there is as far as I know no public overview online.

The overview over Anthropology Open Access Journals is one of the most visited pages on antropologi.info. I recently updated the list and and then used it to create The Anthropology Journal Ticker. This new site displays the most recent articles from more than 80 anthropology open access journals.

screenshot.

Currently it features articles from Mana, Cultural Anthropology, the Journal of Extreme Anthropology, the New Florida Journal of Anthropology, and Anuac on the front page.

Unfortunately I was not able to include all journals. The reason is that the only automated way to create such an overview works via RSS feeds. In the same way I created a few years ago The Anthropology Newspaper that displays the most recent blog posts. While all blogs publish RSS-feeds by default, this is not the case with journals. I found out that around one in three journals lack RSS feeds. But there are ways to create feeds for websites without feeds and I am exploring the options. With the Feed Creator by Fivefilters I was able to add the journals Cultural Anthropology andf Asian Ethnology to the list. RSS Bridge is another tool.

Categorizing the journals is no easy task. So far I only categorized them by language. Many journals are multilingual, though, they post articles in both English and Spanish for example. Selecting the category English will therefore also display posts in Spanish. I will have to find a better solution. As additionaly only very few journals tag their entries, I was looking for other ways to browse the content of this site. A good solution seems to be the Random Posts page. Each time you visit or refresh this page three random articles are displayed. Have a try!

Visit The Anthropology Journal Ticker at https://journals.antropologi.info

This site is work in progress. Let me know if there are journals to add and how to make the site more useful. Thanks!

Thanks to the Corona slowdown, I had time to do some work with antropologi.info – some updates behind the scenes, correcting dead links, working with the layout etc, I hope it stays like that!

SEE ALSO:

Do we (still) need journals?

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Was haben Corona-Hamsterkäufe mit der AIDS-Epidemie zu tun?


Leergeräumt: Egoistisches Verhalten ist gewöhnlich zu Beginn von Krisen. Foto: bazzadarambler, flickr


Nicht nur Virologen sind bei einem Virusausbruch, wie wir ihn derzeit weltweit erleben, gefragt. Auffallend viele Anthropologen (Ethnologen) sind in den Medien präsent. Wie wichtig es ist, das menschliche Verhalten zu verstehen, haben uns ja u.a. die Hamsterkäufe gezeigt. Warum räumen die Menschen die Supermarktregale leer, horten Klopapier, Dosenspaghetti, Seife und Desinfektionsmittel und lassen somit ihre Mitmenschen leer ausgehen? Ist das Verhalten der Menschen noch schlimmer als der Virus selbst?

Für den Medizinanthropologen Hansjörg Dilger ist dieses egoistisches Verhalten gar nicht überraschend. Es ist typisch für den Anfang von Epidemien. Es gibt sogar ein Fachwort dafür sagt er in einem Interview mit der Welt, und zwar soziale Anomie (ein Begriff vom Soziologen Emile Durkheim).

Dilger erkennt bei Corona Muster, die er von anderen Epidemien kennt, u.a. von der AIDS-Epidemie, über die er viel geforscht hat, erklärt er:

Gerade zu Beginn einer Epidemie wissen die Menschen nicht genau, ob sie individuell konkret gefährdet sind und wie eine Ansteckung verläuft; gesicherte Erkenntnisse verbreiten sich erst nach und nach. Bis dahin versuchen die meisten erst einmal, ihren eigenen Schutz zu sichern; dann denken sie an ihr unmittelbares Umfeld und erst danach an den Schutz der Gesellschaft als Ganzes. Diese Reaktion findet man eigentlich bei allen Epidemien.

Ich habe sehr viel zu HIV/Aids im ostafrikanischen Tansania gearbeitet. Dort konnte man sehen, wie gewisse Werte zeitweilig aufgehoben wurden – gerade wenn die Belastungen in den Familien übermäßig waren: Verwandte zogen sich zurück, Patienten blieben auf sich gestellt oder starben sogar alleine. In den Sozialwissenschaften nennt man das “soziale Anomie”: Das heißt, dass Regeln, Normen und Verbindlichkeiten unter solchen Bedingungen teilweise oder ganz außer Kraft gesetzt werden – zum Beispiel der ethische Wert einer Gesellschaft, füreinander da zu sein.

Dieses Verhalten hänge auch damit zusammen, dass uns in Mitteleuropa die Erfahrung fehle, wie bedrohlich solch ein Virus werden kann. “Das haben uns andere Länder voraus; nicht nur die asiatischen”, sagt er. Bislang sei der reiche Norden von Epidemien eher verschont geblieben: “Von hier aus gesehen waren das letztlich immer die Krankheiten der anderen.” Das habe sich völlig verändert.

Eine extreme Gattung der Hamsterkäufer sind die Prepper. Zu ihrem Lebensstil gehört es dazu, sich ständig auf Krisen und Katastrophen vorzubereiten. Julian Genner vom Institut für Kulturanthropologie und Europäische Ethnologie der Universität Freiburg studiert dieses Phänomen. Ihnen geht es nicht nur um Klopapier, sondern auch um das Horten von Ausrüstungsgegenstände wie Gaskocher, Kerzen, Outdoor-Ausrüstungen und Rucksäcke, um gegebenenfalls schnell aus dem Krisengebiet fliehen zu können, infolge einer Medienmitteilung. „Die Popularität dieses Trends passt in eine Zeit, in der viele Menschen eher pessimistisch in die Zukunft blicken“, sagt er.

Die Prepper sind ihm zufolge jedoch nicht für die leeren Supermarktregalen verantwortlich, wie wir im Interview mit der Stuttgarter Zeitung erfahren:

Sicher haben manche Prepper jetzt auch aufgestockt. Aber die meisten lehnen sich zurück und sagen: Ich habe keine Panik. Ich habe von allem genug zu Hause. Ich muss mich jetzt nicht in die Schlange stellen. Ich kann ganz gelassen abwarten, ob die Ausgangssperre kommt. (…)

Diese Leute sagen, Vorbereitung ist eine Form gesellschaftlichen Engagements. Wären alle vorbereitet, müsste jetzt niemand Hamsterkäufe tätigen. Diese Leute sehen Preppen als Beitrag zum Funktionieren der Gesellschaft. (…)

Manche bezeichnen sich ohnehin lieber als Krisenvorsorger. Diejenigen, die es ernst nehmen, grenzen sich von denen ab, die nur hamstern oder sinnlos Dinge anhäufen. Vielen, mit denen ich spreche, ist es wichtig, dass es sich um eine kontinuierliche Auseinandersetzung handelt, dass man Vorräte ständig erweitert oder optimiert, Listen führt und Konserven an der Verfallsgrenze wieder in den Alltag integriert und verbraucht. Und dass man sich überlegt, welche Fähigkeiten man sich noch aneignen sollte: Erste Hilfe, Selbstverteidigung, Feuermachen. Das ist eine echte Freizeitbeschäftigung.

Beide Interviews haben die Medien hinter einer Bezahlschranke versteckt. Ich frage mich: Sollte man sein Wissen mit Akteuren teilen, die es nicht der Allgemeinheit zur Verfügung stellen? Wer übrigens einen Bibliotheksausweis hat, kann die Artikel über genios.de lesen.

Ein weiteres Interview mit Hansjörg Dilger gibt es u.a. in der Zeit, wo er vor Klischees über “die Chinesen” oder “die Asiaten” warnt. Auf dem Blog medizinethnologie.net ist er mit seinen Mitstreitern auch aktiv. Dort sind bereits mehrere Corona Beiträge erschienen. Zum Hören gibt es ein Interview mit ihm im Deutschlandfunk.

UPDATE

Noch ein Ethnologe studiert Prepper: SRF interviewt den Ethnologen Bradley Garrett

SIEHE AUCH:

Der Wert ethnologischer Krankenhausforschung

Interview mit Verena Keck: “Ethnologen notwendig in der AIDS-Bekaempfung”

Why we need more disaster anthropology

Leergeräumt: Egoistisches Verhalten ist gewöhnlich zu Beginn von Krisen. Foto: bazzadarambler, flickr

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Migrationspolitik: "Abgelehnte Asylbewerber sind die perfekten Ansprechpartner"

Foto: Rasande Tyskar, flickr Demonstration in Hamburg am 29.09.2018 mit 30 000 Teilnehmern


Viele Menschen, die aus ihrer Heimat nach Deutschland geflüchtet sind, dürfen nicht bleiben. Was passiert mit den Rückkehrern in ihrer alten Heimat? Usman Mahar, Doktorand am Institut für Ethnologie an der Uni München, forscht über Asylbewerber aus Pakistan, die abgeschoben wurden oder “freiwillig” wieder zurückgekehrt sind.

In einem Interview im Spiegel sagt der Forscher, dass die Rückkehrer nur einen Gedanken im Kopf haben: Was muss ich besser machen, damit mein nächster Versuch klappt? Das bisherige System, wonach “freiwillige” Rückkehrer ein paar Tausend Euro Starthilfe bekommen, funktioniert seiner Meinung nach nicht. Der Drang, wieder aufzubrechen, sei zu groß:

Die meisten wollen sich sofort wieder auf den Weg machen. Sie nehmen eine weitere Flucht in Kauf, die oft in einer der folgenden Varianten endet: erwischt, eingesperrt, abgeschoben zu werden – oder unterwegs zu sterben. (…)

Ich beobachte eine Migrationsbewegung, die wie ein Multi-Generationen-Kreislauf funktioniert. Ein System, das ständig dazulernt – jede neue Generation von Migranten lernt aus den Rückschlägen der vorherigen. Ein Beispiel: Ein pakistanischer Vater verlässt die Heimat, schafft es bis nach Iran oder in die Türkei, verdient dort ein bisschen Geld, wird dann abgeschoben. Zu Hause ist sein Sohn mittlerweile alt genug, um sich selbst auf den Weg zu machen. Er nutzt die Erfahrungen seines Vaters – und schafft es vielleicht bis nach Griechenland.

Wenn man diesen Kreislauf unterbrechen und den Menschen bei ihrem Neuanfang helfen wolle, müsse man nicht nur an die Einzelperson denken, sondern auch an das Umfeld, an die Strukturen vor Ort. Hier käme den Rückkehrern eine zenzttrale Rolle zu, sagt Mahar:

Das Geld für die Reintegration müsste viel breiter investiert werden. Nicht nur in Einzelpersonen, sondern gerade in die Dörfer und Städte, wo der Exodus geschieht. Dafür könnte man gerade Rückkehrer einbinden. Sie wären die perfekten Ansprechpartner, um Fragen zu beantworten: Was bringt Menschen dazu, zu fliehen? Und was müssen Orte anbieten, damit die Leute dableiben? Rückkehrer hätten so eine verantwortungsvolle Aufgabe. Und die Drehtür außer Landes würde aufhören, sich zu drehen.

Sein Lösungsvorschlag sei zwar teurer. Diese Summe, so Mahar, käme EU-Staaten trotzdem weit günstiger als eine zwangsweise Abschiebung.

>> zum Interview im Spiegel

Usman Mahar hat in der pakistanischen Zeitung The Nation ein paar schöne Texte veröffentlicht:

Evil is banal – and the devil is in the details: The complex times we live in require us to equip ourselves with a better understanding of everything that is human in a more human, more anthropological way

A case against culture and tradition: Could it all be mere habit and practice?

The business of violence and human rights: The case of Balochistan — when human life and reason are both collateral damage

Ich muss an die Forschung von Heike Drotbohm vom Institut für Ethnologie und Afrikastudien an der Uni Mainz denken. Vor einigen Jahren nahm sie an einer Tagung an der Uni Oslo teil und erzählte dort von den Folgen restriktiver Migrationspolitik für abgeschobene Migranten. Meine Zusammenfassung begann so:

When Jacky was deported from the USA to Cape Verde, his life came to a sudden standstill. Within a short time his face grew deep wrinkles; it looked resigned, exhausted, and drained. Merely at his age of 45, Jacky looked like an old man.

SIEHE ALSO:

Erforschte das Leben illegalisierter Migranten

The “illegal” anthropologist: Shahram Khosravi’s Auto-Ethnography of Borders

“Human smugglers fight global apartheid”

Foto: Rasande Tyskar, flickr Demonstration in Hamburg am 29.09.2018 mit 30 000 Teilnehmern

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Wozu Arbeit, Stress und Hierarchien? Vergessener Klassiker wieder erhältlich

Im Blatt Freitag stellt Thomas Wagner einen Klassiker der Ethnologie umd Sozialanthropologie vor, der jetzt zum ersten Mal seit 1976 in einer Neuauflage wieder verfügbar ist: Staatsfeinde von Pierre Clastres.

Einer der wichtigsten Aufgaben unseres Faches ist es zu zeigen, dass die Welt oft anders funktioniert als wir meinen, dass Vieles, das von der Mehrheit als normal erarchtet wird, gar nicht normal ist, wenn wir über unseren beschränkten Tellerrand hinausblicken. Die Vielfalt menschlichen Lebens ist nämlich grenzenlos.

Pierre Clastres, schreibt Wagner, hat einen “wichtigen frühen Beitrag zur heute erst richtig in Fahrt gekommenen Debatte um die Dekolonisierung des politischen Denkens” geleistet. Er forderte nämlich in seinem 1974 veröffentlichten Hauptwerk La Société contre l’État (Die Gesellschaft gegen den Staat), so Wagner, nichts weniger als eine „kopernikanische Revolution“: Statt „die primitiven Kulturen um die abendländische Zivilisation“ kreisen zu lassen, forderte er, diese aus sich selbst heraus zu verstehen.

Das ist natürlich eine klassisch ethnologische Position, doch auch in seiner Disziplin sah Clastres einen Ethnozentrismus. Er kritisierte vor allem Theorien, denen zufolge der Staat die krönende Schöpfung jeder Gesellschaft ist. Gesellschaften ohne Staat sind, so Clastres, nicht unterentwickelt oder “primitiv”.

Seine Thesen basieren u.a. auf seine eigenen Feldforschungen bei den Guayaki und Guarani in Paraguay und Brasilien.

Zwang und Unterwerfung bilden Clastres zufolge keineswegs „überall und immer das Wesen der politischen Macht “. Das politisches Handeln vieler Bevölkerungsgruppen in Nord- und Südamerika ziele darauf ab, die Konzentration von Macht in einer Hand so effektiv zu blockieren, dass so etwas wie ein Staat erst gar nicht entstehen konnte.

Die Bedeutung der “Häuptlinge” hätten viele Europäer ihm zufolge überschätzt. Wagner schreibt:

Selbst jene herausgehobenen Personen, von denen die Europäer dachten, sie verfügten über so etwas wie Kommandogewalt, die sogenannten Häuptlinge, waren nicht in der Lage, ihre vermeintlich Untergebenen zu irgendetwas zu zwingen. (…) „Fast immer wendet sich der Anführer täglich bei Morgengrauen oder in der Abenddämmerung an die Gruppe. In seiner Hängematte liegend oder neben seinem Feuer sitzend, spricht er laut die erwartete Rede. Und gewiss muss seine Stimme kräftig sein, um sich vernehmbar zu machen. Denn es herrscht keinerlei Andacht, wenn der Häuptling spricht, keine Stille, jeder fährt in aller Ruhe fort, seinen Beschäftigungen nachzugehen, als ob nichts geschähe.“

Dieses Fehlen einer zentralen Macht hat auch Einfluss auf das Bild von Arbeit. Nicht alle Menschen leben in erster Linie, um zu arbeiten, wenn sie nicht dazu gezwungen werden.

Die ersten europäischen Beobachter stellten unter großer Missbilligung fest, „dass gesunde Burschen sich lieber wie Weiber anmalten und mit Federn schmückten, als in ihren Gärten zu schwitzen. Leute also, die entschieden nicht wussten, dass man sein Brot im Schweiße seines Angesichts verdienen muss.“
(…)
Anders als vielfach angenommen, seien sie nicht etwa nicht dazu in der Lage gewesen, einen ökonomischen Überschuss zu erzielen, sondern legten überhaupt keinen Wert darauf, mehr zu produzieren, als sie benötigten.

Thomas Wagner merkt jedoch an, dass Clastres’ Überlegungen zum Verhältnis zwischen den Geschlechtern in staatslosen Gesellschaften nicht überzeugen können.

>> zum Text auf freitag.de: Heimlicher Klassiker

Ansonsten wird Clastres oft vorgeworfen, dass er zu sehr romantisiere, staatenlose Gesellschaften darstelle als friedlich und konfliktfrei, die Gegensätze zwischen den staatslosen Gesellschaften und der sogenannten westlichen Welt übertreibe, siehe unter anderem weitere Besprechungen auf goodreads.com sowie von Marc Purcell von der University of Washington und Stephen Machan auf Thoughts Explained.

Das Buch kann man in seiner älteren deutschen Ausgabe vom Mois-Blog herunterladen. Die englische Ausgabe gibt es bei archive.org. Die Neu-Ausgabe kann man bei der Konstanz University Press bestellen.

SIEHE AUCH:

“Leben wie in der Steinzeit” – So verbreiten Ethnologen Vorurteile

“Leben doch nicht im Einklang mit der Natur”

Anthropologists condemn the use of terms of “stone age” and “primitive”

Im Blatt Freitag stellt Thomas Wagner einen Klassiker der Ethnologie umd Sozialanthropologie vor, der jetzt zum ersten Mal seit 1976 in einer Neuauflage wieder verfügbar ist: Staatsfeinde von Pierre Clastres.

Einer der wichtigsten Aufgaben unseres Faches ist es zu zeigen, dass…

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