search expand

Die Realität erweitern: Ethnografischer Film über Liverollenspiel

Krieg. Hoch oben im tiefverschneiten Schweizer Wallis kämpfen sie mit Schwertern in schweren Rüstungen. Es hat Schamane und Vampire. Was macht Ihr denn? Wieso müsst Ihr Euch verkleiden? Diese Fragen bekommen Rollenspieler oft. Ethnologe Michael Waser hat einen faszinierenden Film über die LARP-Szene gedreht. LARP steht für Live Action Role Playing (Liverollenspiel). Der Film gibt viele Antworten – u.a. diese: “Beim LARP sind wir nicht auf die Realität beschränkt”. Hier ist sein Film “Einblick in die LARP-Szene”

[video:vimeo:9932433]

SIEHE AUCH:

Video: Musikethnologie auf der Strasse

Video: Headbangen und Kühemelken – Kulturclash in Norddeutschland

Interview: Meet Dai Cooper from The Anthropology Song!

Anthropological activism in Pakistan with lullabies

Via YouTube: Anthropology students’ work draws more than a million viewers

Krieg. Hoch oben im tiefverschneiten Schweizer Wallis kämpfen sie mit Schwertern in schweren Rüstungen. Es hat Schamane und Vampire. Was macht Ihr denn? Wieso müsst Ihr Euch verkleiden? Diese Fragen bekommen Rollenspieler oft. Ethnologe Michael Waser hat einen faszinierenden…

Read more

Etnografi om jegersamfunn får skryteomtale i danske aviser

Det skjer ikke ofte at en etnografi om et ukjent folkeslag i Afrika blir omtalt i mainstreamaviser. “Dansker bag fortryllende historie om nomadefolk“, skryter Politiken. Antropologisk bog om Haddad-folkets sidste leveår er smuk, velformidlet og original, skriver historiker og globetrotter Hjalte Tin i anmeldelsen. “Haddad-folket står frisk og nærværende for læseren, godt hjulpet af stemningsfulde fotos.”

Boka det dreier seg om heter Elusive Hunters. The Haddad of Kanem and the Bahr el Ghazal og er skrevet av antropolog Ida Nicolaisen. Den er del av “dansk antropologis mest prestigiøse bogprojekt”, de 18 store bind i The Carlsberg Foundation’s Nomad Research Project.

Boka er basert på antropologens første møte med Haddad-samfunnet for rundt 40 år siden. Ingen andre skal senere ha skrevet om Haddad-folket. “’Elusive Hunters’ vil derfor forblive det eneste værk baseret på et antropologisk studie af et levende jægersamfund i hele Nord- og Vestafrika” ifølge anmelderen. En finner ikke mye på nettet bortsatt fra en utstillingsomtale og et kort innlegg i Wikipedia

Anmelderen skriverat boka er også interessant for ikke-spesialister fordi antropologen setter Haddad-samfunnets liv i en større kontekst:

Hendes dokumentation af, at Haddad-jægere levede sammen i en slavelignende relation med både kvægfolk og agerbrugere, vil berige og provokere antropologiske grundantagelser om historisk udvikling og klassifikation af etniske grupper.

Hendes påvisning af, at Haddad-folkets smede kendte jernet meget tidligt, vil yderligere udfordre den almindeligt antagne sammenhæng mellem jernet, agerbruget og statsdannelser i Vestafrika.

I Tsjad “findes de ikke mere” og den største betydning boka kan få, er å bli brukt av Haddad-samfunnet “til at dokumentere deres unikke sociale og kulturelle bedrifter og deres bidrag til menneskehedens historie”. Anmelderen oppfordrer derfor Århus Universitetsforlaget å legge boka gratis ut på nett.

>> les hele anmeldelsen i Politiken

Nå ser jeg at boka også ble omtalt i Weekendavisen av Anne Knudsen (antropolog). Hun er også begeistret. Boka er “rasende interessant”:

Det handler ikke bare om et enestående jægerfolk og deres kultur, men også om den righoldige og oprivende historie i et område, vi kender meget lidt til. Desuden har skildringen af feltarbejdet i 1963 en helt henrivende atmosfære.

Oppdatering 24.5.10: Weekendavisen har fjernet anmeldelsen fra nettet

Det skjer ikke ofte at en etnografi om et ukjent folkeslag i Afrika blir omtalt i mainstreamaviser. "Dansker bag fortryllende historie om nomadefolk", skryter Politiken. Antropologisk bog om Haddad-folkets sidste leveår er smuk, velformidlet og original, skriver historiker…

Read more

(aktualisiert) Friedensbewegung protestiert gegen “Ethnologie und Militär” Seminar

(AKTUALISIERUNG Ethnologie und Militär: Der Protest hat genutzt – mehr updates weiter unten) “Bundeswehr-Werbung im Ethnologie-Seminar?” schrieb ich vor einer Woche. In einem Offenen Brief an die Tübinger Ethnologie fordern Mitglieder mehrerer Organisationen, das Hauptseminar “Angewandte Ethnologie und Militär” unter der Leitung von Bundeswehr-Ethnologin Monika Lanik abzusagen. Ansonsten werde es “im Vorfeld und auch während des Seminars zu Störungen kommen”. Interessanterweise befinden sich keine Ethnologen unter den Unterzeichnenden.

An Prof. Dr. Bernd Engler, Prof. Dr. Stefanie Gropper, Prof. Dr. Roland Hardenberg, Mitarbeiter_innen der Abteilung für Ethnologie am Asien-Orient Institut und die Presse.

Sehr geehrte Damen und Herren,

in Afghanistan wird de facto Krieg geführt, wie mittlerweile auch die Bundesregierung eingesteht. Dass sie de jure die Definition als Krieg für den Einsatz der Bundeswehr zurückweist hat schlicht damit zu tun, dass ein solcher Kriegseinsatz weder mit dem Grundgesetz, noch mit dem internationalen Recht noch mit dem ISAF-Mandat zu vereinbaren wäre. Darüber hinaus wird das Töten und Töten-Lassen von Menschen, wie es den Krieg und den Alltag in Afghanistan charakterisiert, von einer Mehrheit der Bevölkerung aus ethischen und moralischen Beweggründen abgelehnt.

Kürzlich hat sich die Universität Tübingen in der Präambel ihrer Grundordnung dazu verpflichtet, „Lehre, Forschung und Studium an der Universität sollen friedlichen Zwecken dienen, das Zusammenleben der Völker bereichern und im Bewusstsein der Erhaltung der natürlichen Lebensgrundlagen erfolgen.“ Wir begrüßen das ausdrücklich!

Dies steht jedoch in eklatantem Widerspruch zu der Tatsache, dass bereits im ersten Semester nach dem Beschluss der neuen Präambel am Institut für Ethnologie ein Seminar mit dem Titel „Angewandte Ethnologie und Militär“ stattfinden soll, gehalten von einer Ethnologin, die selbst für die Bundeswehr, u.a. in Afghanistan, tätig ist und vom Bundesverteidigungsministerium bezahlt wird. Sie wird Methoden darlegen, wie Ethnologen bei Konflikten wie in Afghanistan für die Streitkräfte unterstützend tätig werden können um solche Kriege führ- und gewinnbar zu machen. Die als Reaktion auf den Protest einiger Studierender eilig in das Seminarprogramm eingefügte ethische Fragestellung ist angesichts der Stellung der Lehrenden unglaubwürdig.

Sollte dieses Seminar tatsächlich stattfinden, so würde die Universität jegliche Glaubwürdigkeit hinsichtlich ihrer neuen Präambel verspielen. Das wäre eine traurige Konsequenz.

Für schlicht unerträglich halten wir die Tatsache, dass das Seminar ganz unabhängig von Zivilklausel, Forschung und Lehre auch deutliche Züge einer Rekrutierungsveranstaltung trägt, mit der EthnologInnen für den Dienst für das „umgangssprachlich Krieg“ führende Verteidigungsministerium gewonnen werden können und dass diese Veranstaltung aufgrund des bescheidenen Angebots an Lehrveranstaltungen im Hauptstudium darüber hinaus einen gewissen Pflichtcharakter trägt.

Wir bitten Sie deshalb inständig, zu intervenieren, damit dieses Seminar nicht stattfindet. Ansonsten gehen wir davon aus und sollten auch Sie davon ausgehen, dass es im Vorfeld und auch während des Seminars zu Störungen kommen wird.

Mit freundlichen Grüßen,

Carol Bergin (Initiative Colibri), Ilse Braun und Markus Braun (Ohne Rüstung Leben), Hans und Waltraud Bulling (Save-Me Kampagne und AK Asyl), Dr. Anne Frommann (Senioren für den Frieden), Benno Malte Fuchs (DFG-VK Tübingen und Informationsstelle Militarisierung IMI e.V.), Gudrun Kleinhaus (Mahnwache Tübingen), Christoph Marischka (IMI e.V.), Tobias Pflüger (IMI e,V.), Penelope Pinson (Tübingen Progressive Americans), Jens Rüggeberg (Friedensplenum/Antikriegsbündnis Tübingen), Ingrid Rumpf (AK Palästina), Michael Schwarz (Friedensplenum/Antikriegsbündnis Tübingen), Jürgen Wagner (IMI e.V.), Walburg Werner (Friedensplenum/Antikriegsbündnis Tübingen) und weitere.

Laut den Aktivisten des Infoportal Tuebingen hat sich Rektor Engler mittlerweile “in vielen Punkten schockiert über die ihm bis dahin angeblich unbekannte Vita der Frau Dr. Lanik” gezeigt und kündigte an “den Fall zu prüfen”.

NEU:

Es gibt wenig Informationen im Netz zu den neuesten Entwicklungen, und es scheinen sich merkwürdigerweise nur Linksaktivisten dafür zu interessieren. Die meisten Ethnologinnen schweigen weiterhin.

Wortgefechte zu Beginn: Haptseminar über Ethnologie und Militär nahm die Arbeit auf (Schwäbisches Tagblatt 24.4.10)

Interview mit Marxistischer Aktion zum Seminar “Angewandte Ethnologie und Militär” (Bildungsseminar der Wüsten Welle, 24.4.10)

Militarisierung durch die Hintertür (Junge Welt, 20.4.10)

Streit zwischen Friedensgruppen und Lehrenden um Uni-Zivilklausel und Studenten störten eine Veranstaltung über Sicherheitspolitik (Schwäbisches Tagblatt, 16.4.10)

Daten und Fakten zu Frau Dr. Lanik (jpberlin.de, 16.4.10)

SIEHE AUCH:

Bundeswehr-Werbung im Ethnologie-Seminar?

The dangerous militarisation of anthropology

(AKTUALISIERUNG Ethnologie und Militär: Der Protest hat genutzt - mehr updates weiter unten) "Bundeswehr-Werbung im Ethnologie-Seminar?" schrieb ich vor einer Woche. In einem Offenen Brief an die Tübinger Ethnologie fordern Mitglieder mehrerer Organisationen, das Hauptseminar "Angewandte Ethnologie und Militär" unter…

Read more

Rassismus gegen Ossis – oder: So entstehen “Ethnien”

(Aktualisierung: Deshalb sind Ossis eine Ethnie – Ethnologe Thomas Bierschenk im Stern)

Sind Ostdeutsche eine “ethnische Gruppe”? Mehrere Medien berichten über den Fall einer Buchhalterin, die sich wegen ihrer ostdeutschen Herkunft bei einer Bewerbung diskriminiert sah. Sie klagte vor Gericht und macht einen Verstoss gegen das Allgemeine Gleichbehandlungsgesetz geltend, wonach niemand wegen seiner ethnischen Zugehörigkeit benachteiligt werden darf. Auf den zurückgesandten Bewerbungsunterlagen hatte die Firma ein Minuszeichen mit dem Wort “Ossi” vermerkt.

Ossis sind keine Ethnie“, urteilt das Gericht.

“Spannend wie um eine reale Diskriminierung anzuklagen, jetzt eine Ethnie konstruiert wird”, kommentiert Urmila Goel:

Das erinnert mich an einen Fall in den 1990er in Britannien. Da war Diskriminierung aufgrund ethnischer Herkunft verboten nicht aber aufgrund von Religion und so haben Sikhs argumentiert eine ethnische Gruppe (und nicht eine Religionsgemeinschaft) zu sein.

Diese Konstruktionen von kollektiven Identitäten sind nötig, da die Ausgrenzungen aufgrund von zugeschriebenen kollektiven Identitäten in unserem Rechtssystem nur so verfolgt werden können.

Dies wiederum erinnert daran, dass ethnische Gruppen (oder “Ethnien” wie man im deutschsprachigen Raum ja oft sagt) Konstrukte sind. Sie sind irgendwann aus irgendwelchen Gruenden entstanden. Sie sind keine biologischen “organisch gewachsene” Einheiten.

Wenn der Richter erklaert, es fehle an Gemeinsamkeiten in Tradition, Sprache, Religion, Kleidung und Ernährung, um die Ostdeutschen als “Ethnie” zu bezeichnen, irrt er sich. Denn Ethnizitaet hat nicht unbedingt viel mit Kultur zu tun. Denn ethnische Gruppen entstehen in Abgrenzung zu anderen Gruppen, vor allem Nachbargruppen – “Ich bin Schweizer, weil ich mich nicht als Deutscher sehe”).

Interessanterweise wurden im Ossi-Fall Ethnologen befragt.

“Die Ethnologin Judith Schlehe kann darüber nur den Kopf schütteln”, schreibt der Tagesspiegel (es wird aber nicht klar, warum).

Die Freie Presse befragt Ethnologen Wolfgang Kaschuba. Er meint, 50 Jahre reichten nicht zur Herausbildung einer Ethnie. Er vertritt eine eher nationalromatische Sicht auf Ethnizitaet:

Natürlich gebe es gemeinsame Erfahrungen der DDR-Bürger, die prägend gewesen sind für zwei, drei Generationen. Diese Erfahrungen seien sicher auch verbindend. “Sie sind aber nicht so homogen, dass man sagen könnte: Daraus entsteht nun quasi eine ethnische Identität.”

Uebrigens: Der norwegische Ethnologe Jan-Kåre Breivik meint, man koenne Gehörlose als ethnische Gruppe bezeichnen – selbst mit einer eher traditionellen Definition von Ethnizitaet. Taube sehen sich selbst als kulturelle Minderheit.

Siehe auch Ethnizität und Kultur (meine Lizarbeit) und Economies of ethnicity (Thomas Hylland Eriksen)

AKTUALISIERUNG: Schlimm was da bei ntv zu lesen ist:

Aus Sicht von Ethnologen sind die Kriterien relativ klar: Eine Menschengruppe, die kulturell, sozial, historisch und genetisch eine Einheit bildet, ist – kultursoziologisch, nicht biologisch – eine eigene Ethnie, man könnte auch Stamm oder Volk sagen.

Der Kommentar in der Welt Unter Eingeborenen veranschaulicht gut, dass das Diskriminierungsgesetz geaendert werden muss. In seiner jetzigen Form bleiben Ossis (und anderen in gewissen Situationen benachteiligte Gruppen) offenbar keine andere Wahl.

NEU (23.4.10): Ostdeutsche sind eine Ethnie, schreibt Ethnologin Katrin Zinoun auf ihrem Blog dialogtexte und bespricht eine Pressemeldung der Uni Mainz. Ethnologe Thomas Bierschenk kritisiert darin den veralteten Ethnienbegriff, auf den sich sowohl die Richter am Stuttgarter Arbeitsgericht als auch der Anwalt der Klägerin bezogen.

Deshalb sind Ossis eine Ethnie – Ethnologe Thomas Bierschenk im Stern

(Aktualisierung: Deshalb sind Ossis eine Ethnie - Ethnologe Thomas Bierschenk im Stern)

Sind Ostdeutsche eine "ethnische Gruppe"? Mehrere Medien berichten über den Fall einer Buchhalterin, die sich wegen ihrer ostdeutschen Herkunft bei einer Bewerbung diskriminiert sah. Sie klagte vor Gericht…

Read more

What can people learn from your research?

Yesterday, I had to answer the question: “What can people learn from your research?” Eh… Learn from what I do? So this job isn’t just a way of keeping another overqualified person out of unemployment statistics? Well, joke aside, …but I have to admit that such an upfront and naïve question up here in our ivory tower-existence made me realise that I think far too little about the very simple fact that people might learn something from what I do. Even if I often think that much in this world is outside of my jurisdiction and beyond repair, I hope I haven’t totally given up on the idea that what I do might be useful, – also above the personal pleasure of it and the societal benefit of not spending my days doing something that is harming the environment more. From now on, I’ll have in the back of my mind; what can the reader learn from what I write… or perhaps less didactic and patronising; which experiences do I want to convey? What do I want the reader to experience and retain from my text? Something like that…

And what did I answer to the question yesterday? First, I though eh… something about social classification blah blah…? That they are different in different societies…? That social cohesion and nationalism is different in different societies…? No, these things people say all the time. What I really want try to convey is perhaps the greatest thing about the Parisian slam poetry: How little it takes to create an inclusive environment where even a newbie like me can feel at home, and where one get to know others and get to express oneself. Can I write a manual to an open, cosmopolitan democracy in practice!?

Yesterday, I had to answer the question: “What can people learn from your research?” Eh… Learn from what I do? So this job isn’t just a way of keeping another overqualified person out of unemployment statistics? Well, joke aside, ...but…

Read more