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Germanic Y-chromosomes? Racial theories still alive?

(via Livejournal Anthropologist Community) What? Germanic Y-chromosomes? What’s that? And “Germanic genes”? Are racial theories alive and kicking?

The BBC writes about an “abundance of Germanic genes in England today”:

There are a very high number of Germanic male-line ancestors in England’s current population. Genetic research has revealed the country’s gene pool contains between 50 and 100% Germanic Y-chromosomes.

Or what are “native British genes”?

“We believe that they [Anglo Saxons] also prevented the native British genes getting into the Anglo-Saxon population by restricting intermarriage in a system of apartheid that left the country culturally and genetically Germanised.”

We don’t get any explanations on how these genes are defined. Race – as we know – “doesn’t exist biologically, but it does exist socially,” as anthropologist Alan Goodman once said. “Human populations are not unambiguous, clearly demarcated, biologically distinct groups” (AAA-Statement on Race). But reading the articles in the BBC and New Scientist, it seems that race has become a biological reality.

UPDATE (20.7.06): Comment by Alex Golub at Savage Minds:

There are things that I find curious about the article—the assumption that ‘marriage’ and ‘reproduction’ are the same thing and that ethnic identity is always corelated with a genetic marker for instance—but there doesn’t seem to be very much to be ‘racial’ to me.

>> read the whole comment

SEE ALSO:

Race again: Anthropologist Kerim Friedman comments on controversial article

“It will take a long time for people to grasp the illusory nature of race”

Anthropology and Race – Discussions in the Classroom

Savage Minds: Recent Debates on Race and Class

Racism: The Five Major Challenges for Anthropology

American Anthropological Association Statement on “Race” and Race – A Scholars’ Preview

(via Livejournal Anthropologist Community) What? Germanic Y-chromosomes? What's that? And "Germanic genes"? Are racial theories alive and kicking?

The BBC writes about an "abundance of Germanic genes in England today":

There are a very high number of Germanic male-line ancestors in…

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Kindesmissbrauch bei den Aborigines: Kultur als Vorwand

(via anders deutsch) Viele Ethnologen benutzen das Wort Kultur so wenig wie moeglich oder gar nicht mehr. Oft verschleiert dieser Begriff mehr als dass er erklaert. Oft wird der Begriff naemlich missbraucht. Ein aktuelles Beispiel war in der gestrigen taz zu lesen ueber Kindesmissbrauch bei den Aborigines: Sowohl die Bleichgesichter wie auch die Taeter unter den Aborigines selbst benutzen Kultur als Vorwand – die Weissen um die Aboriginees zu attackieren, die Taeter um ihr kriminelles Verhalten zu legitimieren:

Viele Verbrechen blieben nicht nur ungeahndet, sondern würden von den Tätern und Entscheidungsträgern in den Aboriginal-Gemeinden unter Hinweis auf “Traditionen der Männer” entschuldigt.

“In den “Talkback”-Sendungen der kommerziellen Radiostationen liefen die Telefone heiß. Moderatoren und Hörer attackierten die rund 300.000 australischen Ureinwohner mit offen rassistischen Bemerkungen.
(…)
Der nationale Gesundheitsminister Tony Abbott schlug vor, nicht funktionierende Aboriginal-Gemeinden in Zukunft “paternalistisch” zu verwalten. Einzelheiten nannte er nicht, aber die Idee tönt sehr nach weißen Administratoren für schwarze Siedlungen. Die mehrheitlich regierungsfreundliche Presse jubelte.

Kultur ist ein wichtiges politisches Werkzeug geworden – gerade auch fuer Urbevoelkerungen im Kampf um ihre Rechte. Nicht zuletzt deshalb faellt es den Tätern (oft Männer mit großer Autorität) leicht, das Kultur-Argument einbringen. Sie werden von anderen Aborigines angeklagt, ihre Macht zu missbrauchen: “Sex mit Kindern war nie akzeptabel. Unter traditionellem Recht wäre eine solche Tat sofort mit dem Tod bestraft worden.”

Wie in vielen anderen Faellen, ist “Kultur” keine Erklaerung:

Fachleute sind der Meinung, der Grund liege vor allem beim Alkoholmissbrauch und der sozialen Verwahrlosung ganzer Gemeinden. Nicht selten sind in einer Familie Angehörige von drei Generationen konstant unter Alkohol- und Drogeneinfluss.

Wie Urmila “anders deutsch” Goel schreibt:

Das hört sich nicht nach ‘Kultur’ an, das hört sich eher nach den Folgen von Rassismus, Diskriminierung und Marginalisierung an. Aber wie in ‘Deutschland’ ist es auch in ‘Australien’ einfacher, die ‘Kultur’ der ‘Anderen’ als Sündenbock zu stilisieren als an die wirklichen Ursachen des Problems zu gehen.

>> zum Bericht in der taz

Kuerzlich hat Ethnologe John Morton zu der Problematik Stellung bezogen:

Ever since Europeans first came to Australia, public views of Aborigines have veered between two extremes. Aborigines have been promoted either as disgusting savages or as admired paragons, uncivilised riff-raff or as noble bearers of their culture – bad or good, but never ordinary.
(…)
There are many people both inside and outside Aboriginal communities who recognise that there are big problems in Aboriginal affairs. It’d be good if they could all be allowed to get on with the job of finding appropriate solutions to those problems without “culture” getting in the way.

SIEHE AUCH:

Aboriginees in Australia: Why talking about culture?

The Culture Struggle: How cultures are instruments of social power

Ehrenmorde: Ist Kultur ein mildernder Umstand?

Die ethnologische Kritik am Kultur-Konzept

(via anders deutsch) Viele Ethnologen benutzen das Wort Kultur so wenig wie moeglich oder gar nicht mehr. Oft verschleiert dieser Begriff mehr als dass er erklaert. Oft wird der Begriff naemlich missbraucht. Ein aktuelles Beispiel war in der gestrigen taz…

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Verbesserte Version des Ethnologie-Forums

Das Ethnologie-Forum auf antropologi.info ist erfreulicherweise in letzter Zeit eifrig genutzt worden. Nun habe ich eine neue Version mit Spam-Schutz installiert. Dieser Spam-Schutz betrifft nicht-registrierte Forum-Nutzer, die nun mit einer Rechen-Aufgabe herausgefordert werden (z.B. 45+18), bevor sie einen Beitrag veroeffentlichen koennen. Solche Anti-Spam-Massnahmen sind inzwischen gang und gaebe im Netz, da Spammer saemtliche Foren, Blogs und Gaestebuecher mit ihrer Werbung fuer Viagra u.a. zumuellen.

Dank des Spam-Schutzes funktioniert nun wieder die Email-Funktion: Wenn Du Deine Email-Adresse angegeben hast, koennen Dir andere Forum-Nutzer via Kontaktformular eine Mail schicken.

Registrierte Nutzen koennen einander PMs (persoenliche Mitteilungen) innerhalb des Forums versenden.

>> zum Forum

Das Ethnologie-Forum auf antropologi.info ist erfreulicherweise in letzter Zeit eifrig genutzt worden. Nun habe ich eine neue Version mit Spam-Schutz installiert. Dieser Spam-Schutz betrifft nicht-registrierte Forum-Nutzer, die nun mit einer Rechen-Aufgabe herausgefordert werden (z.B. 45+18), bevor sie einen…

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Zidane’s Kopfstoss: Helfen ethnologische Erklärungen weiter?

Warum hat Zidane Materazzi im Finale der Fussball-WM mit einem Kopfstoss zu Boden gebracht? Warum hat er ihn nicht geboxt, getreten oder geschlagen? Ethnologe Thomas Hauschild macht sich ein paar Gedanken ueber – in seiner Ansicht – “eine der emblematischsten und faszinierendsten Szenen der jüngsten Kulturgeschichte”. Fast alle Konfliktlinien, die die Gegenwart prägen, so der Ethnologe euphorisch, lassen sich dort studieren.

Solche Worte lassen erstmal aufhorchen: Sind nun wieder Ethnologen dabei, zu kulturalisieren, Handlungen ueberzuinterpretieren? Doch die Ausgangsfrage ist durchaus legitim, und wir alle – oder viele unter uns – werden uns wohl ueber Zidanes Kopfstoss gewundert haben. Fuer Mittelmeerethnologen, so Hauschild, ist dieser Kopfstoss gar nicht ueberraschend. Im “mediterranen Ehrbegriff” spielen naemlich Kopfstoesse (und Hornsymbolik) eine zentrale Rolle. Doch den Kopfstoss allein mit dem Konzept der Ehre zu erklaeren greift zu kurz. Genauso wichtig, so Hauschild weiter, ist es, den Klassenbegriff mit in die Analyse einzubringen.

Der Ethnologe schreibt:

Die zum Ziegengehörn gereckten Finger signalisieren, daß das Gegenüber sich benimmt wie ein Ziegenbock – die mächtigeren Böcke lassen nach der Begattung auch jüngere Männchen an ihre Weibchen heran. Ein Klatscher der linken Hand gegen den rechten Oberarm, manchmal verbunden mit nach hinten gebogenen Fingern aber signalisiert den Widder. Sein Kopfstoß ist bei Hirten zu Recht gefürchtet und trifft jeden, den er zu nah bei seinen Weibchen sieht.
(…)
Zidane verpaßte also dem Italiener einen Widderstoß: Zidanes Kopfstoß wandelt die klassischen Themen der Ehrsymbolik virtuos in ein internationales Fußballdrama um.

(..)

Er hat vielleicht gehandelt wie ein algerischer Hirte, aber er hing dabei nicht am langen Faden der Tradition, sondern er hat als moderner selbstbewußter Aufsteiger gehandelt, der am Endpunkt seiner Karriere Zeichen setzt. Die Zeichen gelten nicht islamischen Moralaposteln, sondern in paradoxer Weise auch einem Teil jener Kinder, derentwegen er sich nun wieder so schämen muß.

Es sind die Kinder aus den Banlieues. Es sind also nicht die auf ihre Ehre bedachten Kinder der algerischen Hirten, um die es geht. (…) La Castellane, der von Migranten und ihren Nachfahren bevölkerte Vorort von Marseille, aus dem Zidane stammt, ist der primäre räumliche Bezugspunkt seines Aktes im Olympiastadion, nicht Algerien allein oder der Mittelmeerraum an sich.

[Zidane hat] allen Franzosen und der Welt gezeigt, daß man sich als “beur” nicht alles gefallen lassen muß, daß man sich wehren kann.

>> weiter in der Faz

SIEHE AUCH:

Hauschild: “Wir müssen begreifen, was es heißt, als Muslim im Westen zu leben”

Warum hat Zidane Materazzi im Finale der Fussball-WM mit einem Kopfstoss zu Boden gebracht? Warum hat er ihn nicht geboxt, getreten oder geschlagen? Ethnologe Thomas Hauschild macht sich ein paar Gedanken ueber - in seiner Ansicht - "eine…

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(aktualisiert) Mit in Kongo dabei: Noch eine Bundeswehr-Ethnologin

“Für den Einsatz hat die blonde Frau mit dem Pferdeschwanz erstmals ihre Zivilkleidung mit einer Uniform getauscht”, lesen wir im FuldaInfo ueber Bundeswehr-Ethnologin Barbara Muck. Sie ist “seit der Verlegung der ersten deutschen Soldaten in den Kongo mit dabei”, um “den Soldaten vor Ort die völlig andere Umgebung nahe zu bringen und kulturellen Missverständnissen vorzubeugen”: Nur nicht zu stark Händeschütteln, Vorsicht mit Hierarchien, sagt sie.

Und dann lesen wir dies:

Den Bundeswehrsoldaten versucht die Ethnologin, deren Spezialgebiet der Sudan ist, zu verdeutlichen, dass in der afrikanischen Tradition sich die Menschen gern mit starken Führungspersönlichkeiten identifizierten. Entsprechend hart fallen dann die “Wahlkämpfe” aus, wenn verfeindete Lager aufeinandertreffen. In dieser Gemengelage hängt vieles davon ab, dass die Kongolesen die Eufor-Truppe als neutral wahrnehmen.

So ist die Ethnologin viel in Uniform auf den Straßen unterwegs und geht auf die Menschen zu. “Musik, Fußball und Kirche”, so ihre Einschätzung, bestimmen das alltägliche Leben. Deshalb wurde für die Informationstour der Eufor-Soldaten schon ein Jingle produziert, der die Einsätze auf der Straße begleitet. Und “ganz im Kleinen” nimmt Mück einfach mal einen Ball mit, wenn sie eine Schule besucht.

>> weiter bei FuldaIfo

Komischerweise konnte ich keine Infos ueber die Ethnologin im Netz finden. Ist der Name falsch geschrieben?

Sie ist nicht die einzige Ethnologin, die mit der Bundeswehr kooperiert. Vor sechs Wochenkuerzlich hatten wir hier die Ueberschrift Deutsche Ethnologin hilft der Bundeswehr (handelte um Anna-Maria Brandstetter)

UPDATE: Der Name scheint faktisch falsch geschrieben zu sein. Bei riemer-o-rama hats sogar ein Bild von jener Barbara Mück. Eine kurze Google-Suche ergab, dass von der Truppen-Ethnologin ein interessanter Text ueber ethnologische Deutschlandforschung im Netz ist.

"Für den Einsatz hat die blonde Frau mit dem Pferdeschwanz erstmals ihre Zivilkleidung mit einer Uniform getauscht", lesen wir im FuldaInfo ueber Bundeswehr-Ethnologin Barbara Muck. Sie ist "seit der Verlegung der ersten deutschen Soldaten in den Kongo mit dabei", um…

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