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Doktoravhandling: Tvangen har steget faretruende i norsk psykiatri

Dette skjer ikke ofte: En antropolog og en sykepleier skriver en doktoravhandling sammen. Tema: Dagliglivet i en psykiatrisk institusjon. – Forskjellene mellom disiplinene våre er ikke så store som vi hadde trodd. Jeg vet om et par felles doktorgrader fra Universitetet i Bergen (UiB), men etter det jeg vet er det 15-20 år siden sist, forteller Aina Skorpen og Christine Øye i et intervju i På Høyden.

Doktorgraden er basert på et ni måneder langt etnografisk feltarbeid på et norsk psykiatrisk sykehus.

Studien viser at de demokratiske prinsippene blir tilsidesatt av det forskerne kaller sykehusets ”medisinpsykiatriske behandlingsregime”. Tvangen har “steget faretruende”. Dette er ikke bare et problem for pasientene, forteller antropologen og sykepleieren som disputerte forrige uke:

– Personalet prøver så godt de kan. De har ikke noen mangel på teori eller fagkunnskap, men balansen i arbeidet er så krevende at det blir mange sykemeldinger. Tvangen har steget faretruende i norsk psykiatri. Og det er stort sett mot folk som har lite å stille opp med, de fattigste blant de fattige.

Sykepleieren og antropologen mener man burde avskaffe begrepet om brukermedvirkning i norsk psykiatri:

– Pasientene inviteres til dialog, men på falske premisser. Selv om man blir spurt om hva man vil ha til middag eller noe så enkelt som om man vil i svømmehallen eller på biblioteket, kan pasienten bli overstyrt. Det er bedre å si at det ikke er brukermedvirkning.

>> les hele saken i På Høyden

Avhandlingen er ikke lagt inn i UiBs digitale arkiv Bora. Sannsynligvis vil den aldri havne der og dermed være utilgjengelig på nett. “Avhandlingen kan lånes på Bibliotek for psykologi, utdanning og helse. For kjøp/bestilling av avhandlingen, kontakt kandidaten direkte”, heter det nemlig i pressemeldingen.

For regelmessige kritiske analyser av psykiatrien, se Sigruns blogg.

OPPDATERING 13.6.2010: Avhandlingen kan nå lastes ned fra Bora. – Takk, Sigrun!

SE OGSÅ:

For en kultursensitiv psykiatri: “Hør på syke mennesker!”

– Mangler etiske standarder innen omsorgen

Hvordan studere og forstå lidelse?

Helsevesenet etterlyser antropologer

Why anthropologists should politicize mental illnesses

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Neuer Anthro-Gruppenblog “Teilnehmende Medienbeobachtung” und Podcasts!

Sieben Sozialanthropologinnen mit Link zur Uni Wien haben soeben den Blog Teilnehmende Medienbeobachtung ins Leben gerufen. Aus der Selbstbeschreibung:

In Österreichs Medien finden sich immer wieder Stereotype und Falschinformationen über als fremd empfundene Menschen, Gesellschaften, Religionen oder Regionen. Auch verschiedene diskriminierende Diskurse – zum Beispiel rassistische, sexistische, exotisierende – werden erzeugt und fortgeführt.

Die Kultur- und Sozialanthropologie, die sich mit dem Menschen als sozialem und kulturellem Wesen beschäftigt, hätte daher viel zum medialen Diskurs in Österreich zu sagen – und die Initiative „Teilnehmende Medienbeobachtung“ will hier aktiv werden.

Unser Ziel ist es, Medien kritisch zu beobachten, zu hinterfragen und zu kommentieren bzw. zu ergänzen. Mindestens alle zwei Wochen, bei Bedarf auch öfter, werden Beiträge zu verschiedenen Themen gestaltet, die hier veröffentlicht und den jeweiligen Medien als LeserInnenbriefe bzw. Gastkommentare zugesandt werden. Dadurch möchte die Initiative „Teilnehmende Medienbeobachtung“ problematische Medieninhalte nicht nur innerhalb eines akademischen Rahmens diskutieren, sondern direkt im öffentlichen Diskurs sichtbar machen.

Der erste Beitrag besteht aus einem Leserbrief, den Margit Wolfsberger, Vizepräsidentin der Österreichisch-Südpazifischen Gesellschaft an den Standard geschickt hat. Anlass ist die neue Serie “Exotische Staaten”. Sie hat einiges Kritikwürdiges entdeckt in den Texten “Politik mit der Wurzel des Pfefferbaums” und “Warum Tuvalu ein Staat ist, Prinz Leonard aber kein echter Prinz”. Der Beitrag beinhaltet auch die Antwort des Leserbeauftragten im Standard, Otto Ranftl.

>> zum Blog “Teilnehmende Medienbeobachtung”

Ein vielversprechender Beginn. Willkommen in der Blogosphäre!

Teilnehmende Medienbeobachtung hat ausserdem zwei Webseiten auf seiner Linkliste, die ich noch nicht kannte: Talking Anthropology und Ethnowelle. Beide bieten Podcasts an.

Aus der Selbstbeschreibung von Talking Anthropology:

Ziel von Talking Anthropology ist es, anthropologische Themen einem breiten Publikum zu vermitteln. Dafür wird das universelle Mittel des Gesprächs gewählt, Menschen sollen aus ihren Erfahrungen, ihrer Arbeit und ihrem persönlichen Hintergrund heraus Themenfelder mit anthropologischem Bezug veranschaulichen. Die Sendungen sollen möglichst allgemein verständlich sein, gleichzeitig aber auch theoretische Hintergründe und komplexe Zusammenhänge beleuchten.

Die erste Folge handelt um “Roma und Sinti”. Hinter dem Projekt steht MASN – Moving Anthropology Social Network – Austria

Die Ethnowelle ist schon seit zwei Jahren aktiv mit Podcasten und scheint auch aus Wien zu stammen. Der neueste Beitrag heisst Ethnologie und die Kunst am Fließband zu arbeiten.

Ich hab die drei Seiten sind nun auch der Uebersichtseite, der Ethnologie Blog Zeitung, hinzugefuegt.

Sieben Sozialanthropologinnen mit Link zur Uni Wien haben soeben den Blog Teilnehmende Medienbeobachtung ins Leben gerufen. Aus der Selbstbeschreibung:

In Österreichs Medien finden sich immer wieder Stereotype und Falschinformationen über als fremd empfundene Menschen, Gesellschaften, Religionen oder Regionen. Auch verschiedene diskriminierende…

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Die Angst vor den Minderheiten – Appadurai nun auch auf deutsch

Warum richten sich Hass und Aggressionen so leicht gegen Minderheiten, die doch, eben weil sie zahlenmässig unterlegen sind, die Mehrheit gar nicht ernsthaft zu bedrohen imstande wären? Das ist eine der Fragen, die Arjun Appadurai, einer der bekanntesten heutigen Ethnologen, in seinem Buch “Fear of Small Numbers” stellt, das nun auch in deutscher Uebersetzung erschienen ist.

Uwe Justus Wenzel bespricht das Buch, das auf Deutsch “Die Geographie des Zorns” heisst, in der NZZ eingehend und konkludiert:

Wer bei der Lektüre des gedanklich nicht auf einer geraden Linie voranschreitenden Essays Komponenten einer möglichen Theorie über den Zusammenhang von Globalisierung und Gewalt einsammelt, wird am Ende neben den fatalen Spiegelungen von Mehrheiten und Minderheiten einige weitere auflisten können: von der «gefährlichen Idee» des Nationalstaats, deren Gefahrenpotenzial sich gerade im historischen Augenblick der Erosion dieses Staatsmodells zu realisieren scheint, über den Zusammenhang von sozialer Verunsicherung und ideologischer Gewissheit bis zum aggressiven Narzissmus der kleinen Unterschiede. Dass «die Globalisierung» – die weltweite und unübersichtliche Verknüpfung von Staaten, Märkten, Menschen, Kulturen und Vorstellungen – die Ausbrüche kollektiver Gewalt wahrscheinlicher werden lasse, ist des Autors Vermutung und Befürchtung; dass sie nicht notwendigerweise dazu führe, seine Überzeugung und Hoffnung.

Wie nahe beieinander Furcht und Hoffnung liegen, wird sinnfällig in den beiden gegensätzlichen Verkörperungen des «zellularen Prinzips», das Appadurai als politisches Organisationsprinzip weltweit im Aufstieg begriffen sieht: Nichtzentralistisch und nichthierarchisch – eben zellular – agierten sowohl Terroristen als auch transnationale Nichtregierungsorganisationen, die Protagonisten einer freundlichen und friedlichen «Graswurzelglobalisierung».

>> weiter in der NZZ

Appadurais Analysen der Gewalt gehen tiefer als das Gros an tagesaktuellen Meinungen, schreibt das Titel Magazin. Aber Kritiker Carl Wilhelm Macke ist nicht 100% ueberzeugt, teils wohl aus politischen Gruenden:

Appadurais Versuch, ein Interpretationsraster für diese täglich durch die Medien präsentierte Gewalt in Kriegsgebieten wie in friedlichen Weltzonen zu liefern, hat seinen intellektuellen Reiz. Vieles spricht für die These des Autors, dass das Aufleben extrem fremdenfeindlicher und aggressiver Demagogen, Parteien und Gruppen eine Folge der Globalisierungsängste ist. Aber genügen zwei, drei Formeln, um alle Formen von Gewaltexzessen verstehen zu können? Auch die bei Appadurai immer wieder auftauchenden Anklagen gegen die katastrophale Weltsicht der Bush-Regierung sind im Übrigen durch den politischen Wechsel in den USA stumpf und hohl geworden.

>> weiter im Titel Magazin

SIEHE AUCH:

Interview with Arjun Appadurai: “An increasing and irrational fear of the minorities”

Buchbesprechung: Unser merkwürdiger Umgang mit “Fremdem”

How to challenge Us-and-Them thinking? Interview with Thomas Hylland Eriksen

Warum richten sich Hass und Aggressionen so leicht gegen Minderheiten, die doch, eben weil sie zahlenmässig unterlegen sind, die Mehrheit gar nicht ernsthaft zu bedrohen imstande wären? Das ist eine der Fragen, die Arjun Appadurai, einer der bekanntesten heutigen Ethnologen,…

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In Wien: Neues Zentrum zur Jäger- und Sammler-Forschung

Am Museum für Völkerkunde Wien entsteht derzeit ein Zentrum zur Jäger- und Sammler-Forschung, meldet der ORF:

Kernstück des Projekts rund um Helmut Lukas ist eine komparative, kulturanthropologische Studie, das die Subsistenzaktivitäten zweier Jäger- und Sammlergesellschaften untersucht. Zum einen, die Maniq, eine 200 bis 250 Menschen zählende Jäger und Sammler – Gesellschaft in Südthailand. (…) Zum anderen die Anak Dalam oder Orang Rimbo, die die dichten Regenwälder der Provinzen Jambi und Palembang auf der indonesischen Insel Sumatra bewohnen.

Neben einer intensiven kulturökologischen Studie will das Wiener Jäger-und Sammlerprojekt die gesellschaftliche Strukturen der Maniq und Kubu, aber auch die Außenbeziehungen zu sesshaften Gruppen einer gründlichen Analyse unterziehen. Besonderen Wert legen die Forscher auf eine Untersuchung der Wechselbeziehungen und Interaktionen von sozialer und natürlicher Umwelt.

Interessant sind die Positionen der beteiligten Forscher. Christian Wawrinec räumt ein, er hätte diese Gesellschaften anfangs romantisch verklärt. Dies sei nach einem ersten Feldforschungsaufenthalt jedoch anders.

Helmut Lukas bekennt sich als aktionistischer Ethnologe: “Die Daten, die wir sammeln, müssen wir nutzen für diese schwer bedrohten Gruppen”, sagt er. Die Alternative sei, “dass die Mitglieder einer klassenlosen Gesellschaft in dörfliche Strukturen integriert würden, und zwar am untersten Ende der sozialen Skala”. Tamara Neubauer hält das für “westliche Anmassung”. Die wahren Experten ihrer Zukunft seien die Betroffenen selbst, so der ORF.

>> weiter beim ORF

Am Museum für Völkerkunde Wien entsteht derzeit ein Zentrum zur Jäger- und Sammler-Forschung, meldet der ORF:

Kernstück des Projekts rund um Helmut Lukas ist eine komparative, kulturanthropologische Studie, das die Subsistenzaktivitäten zweier Jäger- und Sammlergesellschaften untersucht. Zum einen, die Maniq, eine…

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Video: Musikethnologie auf der Strasse

(via sound7.de) Anja Kolbinger, Jorge Porras und Janika Herz vom Institut für Ethnologie in Mainz haben einen tollen Film über Musik auf der Strasse gedreht. In “Living Road” begleiten sie den Musiker Samuel Harfst mit seiner Band beim Spielen in der Fussgängerzone und haben auch die Reaktionen des ständig wechselnden Publikums eingefangen.

Was bedeutet Musik für die Zuhörenden? Bilde sagen mehr als Worte. Als das ausgeglichendste Publikum bezeichnen die Musiker ihre Zuhörer in der Fussgängerzone. Einen Spiegel der Gesellschaft bekomme man hier geboten, sagen sie. Musiker als Feldforscher?

DOKU Samuel Harfst - Straßenmusik

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Problematische Weltmusik und argentinische Klassik: Neue Ethmundo über Musik

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Neue Arbeit im Volltext: Mundartrap zwischen Lokalpatriotismus und Globalisierung

Via YouTube: Anthropology students’ work draws more than a million viewers

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