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Leben in der Wüste – Ausstellung über 12 Jahre Afrika-Forschung

“Im Schatten der Akazie” heisst eine Ausstellung des transdiziplinären Forschungsprogrammes “Kultur- und Landschaftswandel im ariden Afrika” der Universität Köln. Dokumentiert werden der Lebensraum Wueste, Klimawandel, Kampf um Naturressourcen, Globalisierung und ihr Einfluss auf lokale Wirtschaftssysteme, meldet die Neue Rheinische Zeitung.

Michael Bollig, Direktor des Instituts für Völkerkunde in Köln und Sprecher des Programmes, kritisiert die Berichterstattung ueber die Folgen des Klimawandels. Bekannterweise werden jede Laender, die am wenigsten zum Klimawandel beitragen, besonders in Afrika, am härtesten betroffen sein.
Es fehle dort jeder Hinweis darauf, dass die Menschen höchst innovativ mit diesen immensen Herausforderungen umgehen.

>> zum Bericht in der Neuen Rheinischen Zeitung

>> zur recht informativen Webseite des Forschungsprogrammes

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How to survive in a desert? On Aboriginals’ knowledge of the groundwater system

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“Ethnologie macht Hilfe möglich”

Warum benutzen die Dorfbewohner keine Moskitonetze? Am Preis kanns nicht liegen. Dieser effektive Schutz gegen Malaria ist in Nigeria nicht teuer. Warum sie nicht verwendet werden – das herauszufinden, ist ein Job für Ethnologin Doris Burtscher, die fuer Aerzte ohne Grenzen arbeitet schreibt Vorarlberg online.

Sie fand heraus, dass die Dorfbewohner Malaria nicht den Moskitos zuschreiben, sondern u.a. dem heftigen Wind, der waehrend der Regenzeit uebers Land zieht.

Die Ethnologen moechte den Einheimischen nicht vorschreiben was sie zu tun haben. Dagegen moechte sie gerne einheimische Traditionen fuer ihre Zwecke benutzen:

In Niger lag der Schlüssel zur Lösung des Problems in Männerhand. „Ein Mann lebt mit bis zu vier Frauen zusammen.“ Als Zeichen von Wohlstand erhalten die Frauen Emailtöpfe geschenkt. „Richtige Statussymbole“, sagt Burtscher. Nun muss es noch gelingen, Moskitonetzen denselben Status zu verschaffen.

>> weiter bei Vorarlberg Online

Das erinnert an einen Text der Ethnologin Ingvild Solvang, die fuer Jesuit Refugee Service in Indonesien arbeitete. In Fetsawa Umamane – a wedding ceremony in support of durable solutions in West Timor. beschreibt sie wie Elemente einer Hochzeitszeremonie Konflikte zwischen Einheimischen und Fluechtlingen in West-Timor loesen konnten.

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Interview mit Verena Keck: “Ethnologen notwendig in der AIDS-Bekaempfung”

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Wissensintensiver Alltag in der Wüste

Ethnologen neigen bekanntlich dazu, andere Gesellschaften exotischer dazustellen als sie eigentlich sind. In Zeitungsartikeln stehen oft Steretypien Schlange. Anders in diesem Beitrag von Cornelia Brück im Main-Rheiner ueber Ethnologen Nikolaus Schareika, der in der Kinder-Uni ueber den Alltag in der Wueste berichten wird.

Zwei Jahre lang hat der Ethnologe bei den Wodaabe im Staate Niger gelebt und ist mit ihnen und ihren Rinderherden umhergezogen.

Wir lesen:

Bei der Tierhaltung und Arbeit konnte der Ethnologe seinen Gastgeber nicht helfen, denn “das Leben in der Sahelzone setzt Fertigkeiten voraus, die man nicht von heute auf morgen erwerben kann”. Welche Stelle im Busch ist günstig für ein Camp? Wie behandele ich ein krankes Tier mit einem Brandeisen? Ist das Risiko, die Tiere zum Tschadsee zu führen, vertretbar oder nicht? Diese und ähnliche Fragen bestimmen den Alltag der Wodaabe und es braucht viel Erfahrung, die richtigen Entscheidungen zu treffen.

Kinder sind ein Teil dieser nomadischen Lebenswelt und werden schon früh mit einbezogen. “Sie holen Wasser oder treiben auch schon mal als Dreijährige die Kälber nach Hause”, berichtet Dr. Schareika. “Ihre Schule ist der Busch, nicht schriftliches Wissen, sondern praktische Erfahrung bereitet sie auf das Leben in einem Dürregebiet vor.”

Die Wodaabe sind hier nicht “eine andere Kultur”, sondern Menschen, die mit einer anderen Wissenstradition gross geworden sind. Der Ethnologe zeigt dass ihr Leben genauso wissensintensiv ist wie der Alltag von IT-Experten.

>> weiter im Main-Rheiner

UPDATE: >> Bericht ueber den Vortrag

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Wie wärs mit einem Mercedes-Sarg? Ausstellung in Bern

Begraegnisse in Ghana sind kreative Anlaesse. Die Form des Sarges hat oft mit der Persoenlichkeit des Toten zu tun. In weiten Teilen Ghanas ist es Brauch geworden, die Toten in figürlichen Särgen zu Grabe zu tragen:

Gemäss mündlicher Überlieferung hat den ersten figürlichen Sarg um 1950 ein Schreiner für seine Grossmutter hergestellt – ein Flugzeug zur Erinnerung an ihren Wunschtraum zu Lebzeiten. Ein Fischer wünschte sich bald darauf ein Boot, um auch im Jenseits auf Fischfang zu gehen, die Marktfrau will im Maiskolben bestattet sein, der Militärattache im Gewehr.
(…)
Heute gehören der Mercedes-Sarg, der Huhn-Sarg, der Kakao- oder Auberginen-Sarg zu den Standardmodellen. Für Christen gibts den Bibel-Sarg. Kniffligere Aufträge – ein Uterus-Sarg für Gynäkologen – stammen oft von europäischen Kunden.

Verschiedene Museums-Särge stehen zur Zeit in der Ausstellung Six feet Under im Kunstmuseum Bern. Während Jahren hat die Berner Ethnologin Regula Tschumi in Ghana Feldforschung betrieben. Am Beispiel der Sarg-Kunst zeigt Tschumi, wie seit Jahrhunderten fremde Einflüsse zu einer Dynamik führen, die in Innovationen von lebendiger Frische mündet, schreibt das Tagblatt.

>> zum Bericht im Tagblatt

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Ghana: Im Kultsarg in den Himmel (ARD Weltspiegel)

Exklusiv ins Jenseits: Ghanas teure Designer-Särge (ZDF Auslandsjournal)

Begräbnis in der Kakaoschote oder im Flugzeug (Ärzte Zeitung)

Ghana: Im Autosarg in den Himmel (NDR)

Völkerkundemuseum der Universität Zürich: Wie ist es im Jenseits und wie gelangt man dorthin?

Begraegnisse in Ghana sind kreative Anlaesse. Die Form des Sarges hat oft mit der Persoenlichkeit des Toten zu tun. In weiten Teilen Ghanas ist es Brauch geworden, die Toten in figürlichen Särgen zu Grabe zu tragen:

Gemäss mündlicher Überlieferung hat den…

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In Berlin: Protest gegen Fortwirken des Kolonialismus in der Ethnologie

(via riemer-o-rama) Zu einer antikolonialen Kundgebung und Ausstellung vor dem Ethnologischen Museum in Berlin am kommenden Sonntag rufen der Berliner Entwicklungspolitische Ratschlag (BER e.V.) und die Antirassistsichen Initiative e.V. auf. Denn Ethnologie sei immer noch von kolonialen weissen Sichtweisen gepraegt, schreiben die Veranstalter:

“Ethnologisches Ausstellen findet aus einer europäischen Perspektive heraus statt und hat daher mehr mit europäischen Vorstellungen zu tun als mit den dargestellten Gesellschaften selbst. Durch die Ausstellungsstücke und die Art ihrer Präsentation werden koloniale und rassistische Bilderwelten der weißen Besucher_innen aktiviert und erneut bestätigt.

Zwar haetten die Ethnologen versucht, in ihrer neuen permanenten Afrika-Ausstellung versucht, mit Vorurteilen aufzuraeumen. Unter anderem wurde der Begriff der „primitiven Kunst“ verworfen:

Doch leider ist es nicht damit getan, diese rassistischen Vorstellungen als „überholt“ darzustellen. Vielmehr geht es darum, anzuerkennen, dass diese immer noch die Gedankenwelt der meisten weißen Deutschen prägen. Nach wie vor fehlen Hinweise auf die koloniale Herkunft der Gegenstände. In der neuen Ausstellung werden koloniale Machtverhältnisse sogar noch verschleiert, indem häufig Formulierungen wie „Handelsbeziehungen“ verwendet werden. Auch der europäische Blickwinkel bleibt bestehen, ohne in der Ausstellung als solcher benannt zu werden.

Die Veranstalter fordern zum einen die Rueckgabe geraubter Ausstellungsstuecke, zum andern die Umgestaltung des Ethnologischen Museums in ein Museum, das sich mit der kolonialen Geschichte der Sammlungen und der Tradition ethnologischen Ausstellens befasst.

>> mehr Information zur Kundgebung

>> Interview in der Jungen Welt

Gibt es eine Kontinuitaet zwischen diesen Ausstellungen und heutigen Ethno-Shows?

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“Unbedarftheit gegenueber kolonialer Vergangenheit”: taz ueber African Village im Augsburger Zoo

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(via riemer-o-rama) Zu einer antikolonialen Kundgebung und Ausstellung vor dem Ethnologischen Museum in Berlin am kommenden Sonntag rufen der Berliner Entwicklungspolitische Ratschlag (BER e.V.) und die Antirassistsichen Initiative e.V. auf. Denn Ethnologie sei immer noch von kolonialen weissen Sichtweisen gepraegt,…

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