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Die neue Ethnologik ist im Netz!

Sehr schoen. Powerflower – die aktuelle Herbst-Ausgabe der Muenchner Ethnologie-Zeitschrift Ethnologik ist nun im Netz.

Warum heisst die neue Ausgabe Powerflower? In der (kontroversen) Einleitung steht:

Wenn es sich bei der Ethnologie nur um ein hübsches Blümchen handeln soll, dann aber nicht um eine Orchidee. Ethnologie ist wie eine Blume – schön anzusehen – doch birgt sie durch ihr Potential etwas noch viel wichtigeres in sich. Sie hilft, uns selbst und die anderen zu verstehen. Daher sagen wir: Wenn schon Blume – dann Powerflower!

Es gibt Beitraege zu Ethnologie und Oeffentlichkeit, Ethnologie und Praxis und neue Beitraege ueber die sogenannte Muenchner Normalitaet.

Eine Besprechung folgt.

>> Download von Ethnologik 2/2006 (pdf, 1,8 MB )

SIEHE AUCH:

Ethnologik 1/2006 nun endlich im Netz

Ethnologie und Oeffentlichkeit II: Das ambitioese Projekt der Muenchner Ethnologiestudierenden

Sehr schoen. Powerflower - die aktuelle Herbst-Ausgabe der Muenchner Ethnologie-Zeitschrift Ethnologik ist nun im Netz.

Warum heisst die neue Ausgabe Powerflower? In der (kontroversen) Einleitung steht:

Wenn es sich bei der Ethnologie nur um ein hübsches Blümchen handeln soll, dann…

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“Die Ethnologie sollte die Chance des Graswurzel-Publizierens ergreifen”

Auf mediascapes.de kritisiert Medienethnologe Markus Biedermann die passive Rolle vieler Ethnologen gegenueber traditionellen und neuen Medien. Aufgrund ihrer negativen Haltung gegenueber Massenmedien ziehen sich viele Ethnologen in ihren Elfenbeinturm zurueck: Ethnologen schreiben lieber für einen kleinen Kreis von Fachkollegen, schreibt Karl-Heinz Kohl, und in der Formulierung klinge zwischen den Zeilen mit, das sei wohl gut so, meint Biedermann.

Er zititert Hans Fischer, der rhetorisch fragt:

“Was wollen wir eigentlich in den Medien? Diese Gesellschaft bezahlt uns, zweifellos. Aber sind wir verpflichtet, ihr deshalb auf dem Kopf stehend Akkordeon vorzuspielen [sic]?” (Fischer 1999: 43)

Gelegenheiten zum Diskus in den Medien einzubringen, gibt es bekanntlicherweise genug. Und als Alternative, schreibt er, gibt es die Weblogtechnik. “Man kann so nicht nur an bestehenden Diskursen teilnehmen, sondern ist auch in der Lage, ein eigenes Thema zu setzen”, so Biedermann:

Thematisch gibt es keine Beschränkungen und auch die Furcht davor, ein Thema verkürzt darstellen zu müssen, entfällt. Internetnutzer suchen ja gerade die Hintergrundinformationen, die klassische Medien nicht bieten. Die Ethnologie sollte die Chance des Graswurzel-Publizierens ergreifen und anstatt sich in das System schreiben zu lassen, selbst in das System schreiben.

>> zum Beitrag auf mediascapes.de: Mehr Öffentlichkeit für die ethnologische Perspektive

SIEHE AUCH:

Thomas Hylland Eriksen: More and more anthropologists, but they’re absent from public debates – “Engaging Anthropology”

P. Kerim Friedman: Open Source Anthropology (Do we want our intellectual contributions to be hidden in dusty archives, or available to anyone who can Google?)

Envisioning a More Public Anthropology: An Interview with Fredrik Barth

Ethnologie und Oeffentlichkeit II: Das ambitioese Projekt der Muenchner Ethnologiestudierenden

The Anthropologists – Last primitive tribe on earth? (Take a look at indigineuos people’s use of online communication as a mean of resistance and raising awareness)

Open Access Konferenz in Wien: Wissenschaftler für freien Zugang zu Wissen

Maximilian Forte (1999): Building Anthropology’s Global Future Via the Internet?

antropologi.info survey: Six anthropologists on Anthropology and Internet

Auf mediascapes.de kritisiert Medienethnologe Markus Biedermann die passive Rolle vieler Ethnologen gegenueber traditionellen und neuen Medien. Aufgrund ihrer negativen Haltung gegenueber Massenmedien ziehen sich viele Ethnologen in ihren Elfenbeinturm zurueck: Ethnologen schreiben lieber für einen kleinen Kreis von Fachkollegen, schreibt…

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“Deutsche Migranten schlecht erforscht”

Seit 120 Jahren sollen nicht mehr soviele Deutsche ins Ausland migriert, ist z.Zt ueberall zu lesen (ich gehoere auch dieser Gruppe). Fuer uns speziell interessant: Im Gegensatz zu tuerkischen Migranten sind deutsche Migranten sind so gut wie gar nicht erforscht:

Auf die Frage der tagesschau “Wie gut erforscht ist die Motivation der Auswanderer?” antwortet Migrationsforscher Klaus J. Bade von der Uni Osnabrück:

Miserabel. Abgesehen von den aus Visa-Statistiken ablesbaren Absichten, zu bestimmten Zwecken auf Zeit in bestimmte Länder zu gehen, sind wir da erst ganz am Anfang. Auswanderung war eben lange kein aktuelles wissenschaftliches Thema mehr. Es wird Zeit, daß sich das ändert.

Die Zahlen (145 000 Auswanderer im vergangenen Jahr) sind offenbar mit Vorsicht zu geniessen. Diese Zahl gebe nicht an, wie lange die Menschen fortblieben, schreibt die faz. Auch eine befristete Tätigkeit für eine ausländische Firma wuerde als „Fortzug“ erfasst werden. Ausserdem scheinen gewisse Milieus die Zahlen fuer ihre eigenen Steckenpferde zu nutzen (weniger Sozialstaat, mehr Neoliberalismus).

Und da Panikstimmung zu herrschen scheint: Solange der Wegzug freiwillig erfolgt, tun jedem ein paar Jahre im Ausland gut – sollte eigentlich obligatorisch sein fuer alle :)

Recherchetip: Man koennte bei den zahlreichen Auswandererforen im Netz mal anfangen, z.B. im Norwegen Freunde Forum

Zwei Kommentare zur Auswanderwelle:

Clemens Wergin: Tschüss Deutschland
Auswanderung: Staat, Wirtschaft und Gewerkschaften vertreiben viele Leistungsträger (tagesspiegel, 25.10.06)

Uwe Kalbe: Migrations-Paradox
Deutschland ist nicht nur ein Einwanderungsland. Deutschland ist auch ein Auswanderungsland (Neues Deutschland, 24.10.06)

Seit 120 Jahren sollen nicht mehr soviele Deutsche ins Ausland migriert, ist z.Zt ueberall zu lesen (ich gehoere auch dieser Gruppe). Fuer uns speziell interessant: Im Gegensatz zu tuerkischen Migranten sind deutsche Migranten sind so gut wie gar nicht erforscht:

Auf…

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Ethnologie und Volkskunde/Europäische Ethnologie – Ein spannungsreiches Verhältnis?

EVIFA – Die virtuelle Fachbibliothek Ethnologie (und einer der wichtigsten Ethnologie-Seiten im Netz) hat eine Diskussion gestartet zum Verhaeltnis Ethnologie und Volkskunde:

Wer sich in diesem Portal mal umgeschaut hat, der wird wissen, dass wir in unseren Angeboten die Volks- und Völkerkunde auch nicht sauber auseinander halten. ;-) Dafür sind wir gescholten, aber auch gelobt worden. Sowohl Vertreter der Ethnologie als auch der Europäischen Ethnologie haben uns schon vorhgehalten, doch wohl stärker das jeweils andere Fach zu vertreten. Daran läßt sich erkennen, wie sehr nach wie vor aus der Perspektive ‘die’ und ‘wir’ gedacht wird. Für ein Portal, dass NutzerInnen von beiden Seiten für sich gewinnen will, ist das eine durchaus schwierige Situation.

(…)

Sei es aufgrund von Veränderungen in den von uns empirisch untersuchten Lebenswelten, Verschiebungen im fachidentitären Selbstverständnis oder institutionellem Druck im Zuge universitärer Umstrukturierungen – an Gründen für rekapitulierende und doch zukunftsorientierte Blicke auf Gemeinsamkeiten und Unterschiede der Fächer mangelt es nicht.

Vier Texte werden zur Diskussion gestellt (zuvor veröffentlicht in den Mitteilungen der “Deutschen Gesellschaft für Völkerkunde” Mai 2006, Nr. 36), ein Forum ist eingerichtet (das leider jetzt schon mit Spam zugeschuettet wurde, ein bekanntes Problem aller Forenbetreiber)

>> Zur Diskussion bei EVIFA

SIEHE AUCH:

Umbenenung: “Institut für populäre Kulturen” statt “Volkskundliches Seminar” (Ethnologie statt Voelkerkunde. Sozial-/Kulturanthropologie statt Ethnologie. Namensaenderungen widerspiegeln Aenderungen im Fach)

Diskusssion: Ethnologie vs Kulturanthropologie

EVIFA - Die virtuelle Fachbibliothek Ethnologie (und einer der wichtigsten Ethnologie-Seiten im Netz) hat eine Diskussion gestartet zum Verhaeltnis Ethnologie und Volkskunde:

Wer sich in diesem Portal mal umgeschaut hat, der wird wissen, dass wir in unseren Angeboten die Volks- und…

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Alltagsforschung: “Hoppla, da steckt ja viel viel mehr dahinter”

“Was ist das für ein Fach, das sich mit dem Alltäglichen befasst, das beobachtet, wann die Leute aufstehen und was sie als erstes tun?” fragt der Deutschlandfunk in einem Artikel ueber das Fach Ethnologie / Volkskunde, berichtet ueber diverse Projekte und interviewt u.a. Ruth-E. Mohrmann, Professorin für Volkskunde in Muenster.

Sie ist stolz, dass ihr Fach tatsächlich Nachwuchs aus vielen Nachbar-Disziplinen anzieht:

Bei uns wechseln relativ viele Studierende von der Kunstgeschichte, Soziologie und Geschichte, weil die sagen: “Bei Ihnen ist das viel spannender, bei Ihnen kommt man viel dichter an den Menschen heran, und dort werden uns Fragen beantwortet, die wir uns in den anderen Disziplinen auch stellen, die aber nicht beantwortet werden.”

Die Professorin erklaert:

Wir wollen mehr über die Menschen erfahren und insofern ist eben die Kleidung, in denen Menschen auftreten, das Interieur, mit dem sie sich in ihren Wohnungen umgeben, ist die Art, wie sie Geräte benutzen, mit welchen Manieren sie miteinander umgehen, etwas, was sehr viel über die Menschen aussagt und was gegebenenfalls nicht nur über die Gesellschaft uns Aufschlüsse gibt, sondern auch über den jeweiligen Zeitgeist

>> weiter beim Deutschlandfunk

SIEHE AUCH:

Umbenenung: “Institut für populäre Kulturen” statt “Volkskundliches Seminar”

“Mein 18. November” – Ethnologen dokumentieren Erlebnisse eines Tages

"Was ist das für ein Fach, das sich mit dem Alltäglichen befasst, das beobachtet, wann die Leute aufstehen und was sie als erstes tun?" fragt der Deutschlandfunk in einem Artikel ueber das Fach Ethnologie / Volkskunde, berichtet ueber diverse Projekte…

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