search expand

Vor 100 Jahren: Maji-Maji-Krieg in “Deutsch-Ostafrika”

ORF Science

Vor hundert Jahren wurde ein besonders blutiges Kapitel der Kolonialgeschichte Europas geschrieben, das heute ziemlich in Vergessenheit geraten ist. Die einheimische Bevölkerung des heutigen Tansania – damals “Deutsch-Ostafrika” – erhob sich gegen ihre deutschen Besatzer. Zwei Jahre dauerte der ungleiche Kampf, bei dem vermutlich 100.000 Einheimische getötet wurden – aber nur 15 Europäer.

Ein soeben erschienenes Buch geht den Geschehnissen in Afrika zum 100. Jahrestag des Beginns des Maji-Maji-Krieges nach, das von der Historikerin Felicitas Becker und dem Ethnologen Jigal Beez herausgegeben wurde. Der Maji-Maji-Krieg war “die erste antikoloniale Erhebung, bei der sich viele unterschiedliche Völker – insgesamt etwa 20 – gemeinsam gegen die Kolonialherrschaft zur Wehr setzten”, so Jigal Beez in seinem Buchbeitrag.

Von Beginn an geprägt war das Verhältnis von einem absoluten Überheblichkeitsgefühl der weißen Kolonialherren gegenüber den Afrikanern. Gerechtfertigt wurden damit Landenteignung, körperliche und psychische Gewalt, Zwangsarbeit auf Plantagen und – last but not least – auch die Einhebung von Steuern. >> weiter

ORF Science

Vor hundert Jahren wurde ein besonders blutiges Kapitel der Kolonialgeschichte Europas geschrieben, das heute ziemlich in Vergessenheit geraten ist. Die einheimische Bevölkerung des heutigen Tansania - damals "Deutsch-Ostafrika" - erhob sich gegen ihre deutschen Besatzer. Zwei Jahre dauerte der…

Read more

Symbolische Güter: Der Soziologe Pierre Bourdieu über «männliche Herrschaft»

NZZ

Pierre Bourdieu war ein soziologischer Grossmeister. Mit grosser Energie und systematischem Spürsinn hat er bis zu seinem Tod vor drei Jahren ein Forschungsprogramm verfolgt, das ihn von den Ehrbegriffen nordafrikanischer Berberstämme zu den Distinktionsstrategien französischer Oberschichten führte. Es ging ihm dabei stets darum, im Alltagshandeln der Menschen Strukturen und Regeln aufzufinden, die dieses Handeln bestimmten – er war auf der Suche nach einer «Theorie der Praxis». Mit diesen Fragen setzt sich auch die 1998 publizierte Studie Bourdieus über die «männliche Herrschaft» auseinander, die soeben in deutscher Übersetzung erschienen ist.

Worauf gründet sich der Primat der Männlichkeit? Bourdieu lokalisiert ihn im Markt der symbolischen Güter, also dort, wo «kulturelles Kapital» entsteht und reproduziert wird. Frauen können es lediglich erhalten und mehren helfen, sie sind Objekte oder Symbole der Kapitalbildung. Auf weite Strecken liest sich sein Buch wie die Beschreibung eines deterministischen Beziehungsgeflechts, dem sich niemand entziehen kann und unter dem letztlich alle, die Herrschenden (Männer) wie die Beherrschten (Frauen), leiden. Dass dieses Leiden sozial, zeitlich und räumlich sehr unterschiedlich gestaltet und skaliert war (und ist), wird zugunsten der «Konstanz der Struktur» ausgeblendet. >> weiter

SIEHE AUCH

Pierre Bourdieu sucht nach der heimlichen Magie männlicher Herrschaft

Wikipedia ueber Pierre Bourdieu

NZZ

Pierre Bourdieu war ein soziologischer Grossmeister. Mit grosser Energie und systematischem Spürsinn hat er bis zu seinem Tod vor drei Jahren ein Forschungsprogramm verfolgt, das ihn von den Ehrbegriffen nordafrikanischer Berberstämme zu den Distinktionsstrategien französischer Oberschichten führte. Es ging ihm…

Read more

Buchbesprechung: “Psyche. Annäherung an die Geisteskranken in Afrika”

N24 / Netzeitung

Die Bilder Leonore Maus halten so das moderne, “entfremdete” Afrika fest, das einerseits längst Anteil an westlicher Technologie hat, andererseits aber an seinen eigenen Denkweisen, Riten und religiösen Systemen festhält, die seit jeher das Interesse der Europäer entfacht haben. Hubert Fichte hat den Fotografien seiner langjährigen Lebensgefährtin Gedanken, Aufzeichnungen und Interviews gegenüber gestellt. Sie beschäftigen sich auf sehr unterschiedliche Weisen mit der Psyche der Afrikaner. >> weiter

SIEHE AUCH
Xango – Lebende Götter. Fotografien von Leonore Mau mit Texten von Hubert Fichte (tsantsa, Magazin der Kulturen, Leipzig)

N24 / Netzeitung

Die Bilder Leonore Maus halten so das moderne, "entfremdete" Afrika fest, das einerseits längst Anteil an westlicher Technologie hat, andererseits aber an seinen eigenen Denkweisen, Riten und religiösen Systemen festhält, die seit jeher das Interesse der Europäer entfacht…

Read more

Pierre Bourdieu sucht nach der heimlichen Magie männlicher Herrschaft

Ultrike Brunotte, Frankfurter Rundschau

Warum hat die Herrschaft von Männern über Frauen Jahrhunderte überdauert, und warum begegnet man ähnlichen Formen männlicher Herrschaft in unterschiedlichsten Gesellschaften und Kulturen? Innerhalb der Forschung situiert sich Pierre Bourdieu mit dem Buch “Die männliche Herrschaft” als ein engagierter “feministisch” orientierter Sozialhistoriker.

Im ersten Teil des Buches nimmt er seine frühen ethnologischen Studien zu den Berbern der Kabylei wieder auf. Was einige Kritiker als unhistorisch betrachten, nämlich die Übertragung der Untersuchungsergebnisse aus der “androzentrischen Welt” der Kabylei auf moderne europäische Gesellschaften, besticht gleichwohl durch die detailgenauen Darstellungen des täglichen “doing gender”. >> weiter

Ultrike Brunotte, Frankfurter Rundschau

Warum hat die Herrschaft von Männern über Frauen Jahrhunderte überdauert, und warum begegnet man ähnlichen Formen männlicher Herrschaft in unterschiedlichsten Gesellschaften und Kulturen? Innerhalb der Forschung situiert sich Pierre Bourdieu mit dem Buch "Die männliche Herrschaft" als…

Read more

Buchbesprechung “Kleine Geschichte Afghanistans”

Junge Welt

Der Bonner Ethnologe Conrad Schetter hat eine kleine Geschichte Afghanistans geschrieben. Die Stärke Conrad Schetters liegt in den Bereichen ethnologische und kulturelle Geschichte Afghanistans. Seine politische Darstellung ist von Detailverliebtheit und Langatmigkeit gekennzeichnet. Die jüngsten Ereignisse seit dem Krieg gegen Afghanistan 2001 werden nur oberflächlich wiedergegeben.

Er orientiert sich an einer afghanischen Geschichtsschreibung, die eher eine Geschichte von »unzähligen Herrschern« ist, während die Lage der Bevölkerung unerwähnt bleibt. Dem Anspruch von Geschichte als einer Wissenschaft, die die Entwicklung einer Gesellschaft und deren Gesetze zu behandeln hat, wird das nicht gerecht. >> weiter

Junge Welt

Der Bonner Ethnologe Conrad Schetter hat eine kleine Geschichte Afghanistans geschrieben. Die Stärke Conrad Schetters liegt in den Bereichen ethnologische und kulturelle Geschichte Afghanistans. Seine politische Darstellung ist von Detailverliebtheit und Langatmigkeit gekennzeichnet. Die jüngsten Ereignisse seit dem Krieg…

Read more