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Er suchte nach den Gemeinsamkeiten der Völker

taz

Alle Kulturen haben gemeinsame Wurzeln. Aber durch den Kontakt mit Fremden entwickeln sich einige schneller als andere. Davon war Adolf Bastian überzeugt, der im Jahr 1873 das Königliche Museum für Völkerkunde in Berlin gründete.
25 Jahre reiste Adolf Bastian durch die Welt: Kein Ethnologe besuchte mehr Völker und sammelte mehr Zeugnisse ihrer Kulturen. Doch die Expeditionen des Begründers des Völkerkunde-Museums wurden vergessen. 100 Jahre nach seinem Tod zeigt eine Ausstellung Bastians Wirken >> weiter

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Schock des Kulturkontakts: Ethnologisches Museum erinnert an Adolf Bastian

taz

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Rassistische Ethnologie: ”Völkerkunde” abschaffen!

Gross sind die Unterschiede zwischen skandinavischer / britischer und deutschsprachiger Ethnologie. Darin erinnert ein interessanter Beitrag von Thomas Schmidinger auf Risse im Context XXI.

Seine Argumente hoeren sich bekannt an. Die deutschsprachige Ethnologie ist mir auch immer sehr altbacken vorgekommen, auf nationalromantischen Ideen von “Nation” und “Volk” beruhend. Anstatt – wie in Norwegen oder England ueblich – Menschsein ansich mit teilnehmender Beobachtung zu studieren, klammern sich immer noch viele deutschsprachige Ethnologen an ueberholten Ideen wie dem Studium von nationalen und ethnischen “Kulturen”.

Schmidinger zeigt im Artikel, wie weit Ansichten, die man teils als rassistisch bezeichnen kann, immer noch in der deutschsprachigen Ethnologie verbreitet sind. Er zitiert aus Vorlesungen am Institut für Sozial- und Kulturanthropologie in Wien, das bis vor kurzem noch Institut für Völkerkunde hiess und nennt Beispiele aus dem Standard-Woerterbuch von Walter Hirschberg, in dem offen von “rassischen Merkmalen” die Rede ist (und auch von sogenannter “voelkischer Einheit”, wie ich in meiner Lizenziatsarbeit anmerkte).

Er kritisiert auch die “weitgehende Theoriefeindlichkeit vieler VölkerkundestudentInnen”. “Da hört mensch sich lieber nette Geschichten von afrikanischen oder indischen Göttern an oder lauscht gebannt Erzählungen über möglichst exotische “Indianer” oder Aborigenes.” Seine Forderung: Begriffe “Kultur” und “Identität” hinterfragen. Volkerkunde abschaffen! Stattdessen ein Studium einer “internationalen Kulturwissenschaft”, einer “vergleichenden Soziologie”, die sich mit der Menschheit auf dem gesamten Planeten beschäftigt.

>> zum Text ‘Völkerkunde” abschaffen! (Link aktuallisiert 12.4.2020)

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Diskussion von Kultur, Nation und Ethnizität in der Ethnologie (Auszug aus meiner Lizarbeit “Wessen Kultur bewahren?”)

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Schock des Kulturkontakts: Ethnologisches Museum erinnert an Adolf Bastian

Henning Ritter, FAZ

Zum ersten Mal hat das Berliner Völkerkundemuseum am vergangenen Wochenende nun den Versuch gemacht, Bastian-Forscher, Historiker der Ethnologie und Museumsleute zu einer dreitägigen Konferenz sammenzubringen.

Man hat Bastian Unrecht getan, indem man ihn vorschnell mit dem romantischen Erbe seines ethnologischen Denkens identifizierte. Das Verwirrende ist vielmehr, daß sich diese Vorstellung bei ihm mit den jeweils aktuellsten wissenschaftlichen Ideen seiner Zeit verbanden: mit dem biologischem Entwicklungsgedanken, mit der zeitgenössischen Psychologie, mit soziologischen Begriffen von Comte oder Quetelet. >> weiter

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Adolf Bastian – Ein Schiffsarzt wurde zum Gründervater der Ethnologie in Deutschland

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Ethnologe Werner Schiffauer über Hintergründe von Verbrechen im Namen der Ehre

BerlinOnline

Seit Oktober 2004 sind in Berlin vier Frauen von ihren türkischen Ex-Männer umgebracht worden. In Tempelhof wurde eine junge Türkin vermutlich von ihren Brüdern erschossen. Müssen wir uns an sogenannte Verbrechen im Namen der Ehre gewöhnen? Die Zahlen sind auf jeden Fall alarmierend. Allerdings muss man genau hinblicken und auseinander halten, was tatsächlich ein Ehrverbrechen im klassischen Sinne ist, oder aber ein Mord aus anderen Gründen, der dann als Ehrdelikt ausgegeben wird. >> weiter

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Werner Schiffauer: Democratic culture and extremist Islam
Veröffentlichungen Prof. Dr. Werner Schiffauer

NACHTRAG (26.2.05):
Scheint sich um ein angesagtes Thema zu handeln. Ethno:log hat noch mehr Artiklel ueber Schiffauer und “Ehrenmorde” entdeckt:

Werner Schiffauer: Schlachtfeld Frau (Sueddeutsche Zeitung, sehr interessant: “Eine dritte, kulturalistische Bewegung führt dazu, dass die jungen Ausländer ihr ethnisches Anderssein betonen. Dafür greifen sie auf kulturelle Elemente zurück, die oft aus dem Kontext gerissen werden – wie Kopftuch und eben Ehre.”)

“Ehrenmord” – In den Fängen einer türkischen Familie (Sueddeutsche Zeitung)

»Wie eine Deutsche« – Erst jetzt wird der »Ehrenmord« zum Politikum (Die Zeit)

AKTUALISIERUNG
Und die taz legt am 28.2. nach mit “Multikulti ist verantwortungslos” – Interview mit Menschenrechtsaktivistin Seyran Ates

BerlinOnline

Seit Oktober 2004 sind in Berlin vier Frauen von ihren türkischen Ex-Männer umgebracht worden. In Tempelhof wurde eine junge Türkin vermutlich von ihren Brüdern erschossen. Müssen wir uns an sogenannte Verbrechen im Namen der Ehre gewöhnen? Die Zahlen sind auf…

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250. Todestag des Aufklärers Montesquieu

ORF

Montesquieu befasste sich eingehend mit Philosophie, Geschichte, Physik, Geografie, Klimatologie und Ethnologie. Sein Credo lautete: Alles hängt zusammen. Dementsprechend sollte die Philosophie sich nicht in den Elfenbeinturm der reinen Spekulation zurückziehen, sondern den konkreten Menschen in der Gesellschaft untersuchen. Am 10. Februar jährt sich sein Todestag zum 250. Mal. >> weiter

ORF

Montesquieu befasste sich eingehend mit Philosophie, Geschichte, Physik, Geografie, Klimatologie und Ethnologie. Sein Credo lautete: Alles hängt zusammen. Dementsprechend sollte die Philosophie sich nicht in den Elfenbeinturm der reinen Spekulation zurückziehen, sondern den konkreten Menschen in der Gesellschaft untersuchen. Am…

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