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Nafisa.de – Frauen, Gesellschaft – Islam

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(via musafira)Drei muslimische Wissenschaftlerinnen – darunter auch eine Ethnologin- haben die Webseite Nafisa.de ins Leben gerufen. Nina Mühe, Silvia Horsch und Kathrin Klausing wollen den Diskurs über muslimische Frauen kritisch betrachten:

Wir – das sind drei muslimische Frauen und Wissenschaftlerinnen – beschäftigen uns aus persönlichen und beruflichen Gründen intensiv mit den Themenbereichen “Frau”, “Geschlecht”, “Islam” in einer pluralistischen Gesellschaft. Mit nafisa wollen wir über unsere Arbeit, Ansichten und Ergebnisse informieren. Dabei verfolgen wir zwei Ziele: Erstens möchten wir uns am gesellschaftlichen Diskurs über den Islam und muslimische Frauen beteiligen. Schon oft haben wir uns an einseitigen Debatten und tendenziöser Berichterstattung zu einer Reihe von Themen gestört und wollen deshalb unsere Sicht der Dinge in die Diskussion bringen.

Die Forscherinnen sind eifrig am Bloggen. Der neueste Eintrag handelt um Kopftuchstudien.

>> nafisa.de

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(via musafira)Drei muslimische Wissenschaftlerinnen - darunter auch eine Ethnologin- haben die Webseite Nafisa.de ins Leben gerufen. Nina Mühe, Silvia Horsch und Kathrin Klausing wollen den Diskurs über muslimische Frauen kritisch betrachten:

Wir - das sind drei muslimische Frauen und Wissenschaftlerinnen…

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Thomas Bargatzky – ein rechtsradikaler Ethnologe?

Er publiziert in angesehenen wissenschaftlichen Verlagen und hat auch ein Ethnologie-Einführungsbuch geschrieben. Im rechten Wochenblatt Junge Freiheit plädiert er für das Singen der Nationalhymne im Unterricht, wettert gegen den Islam und donnert “Europa muss christlich bleiben”. Thomas Bargatzky – ein rechtsradikaler Ethnologe?

Vorgestern tauchte ein Email in der Inbox auf:

“Dass es nicht nur Ethnologen gibt, die romantisierte Bilder verbreiten, sondern auch solche, die härtere Geschosse auffahren, beweist Thomas Bargatzky. Dieser ist schon länger Autor der rechtskonservativen Zeitschrift “Junge Freiheit”, die viele Schnittstellen und Kontakte mit Rechtsextremen hat.

Beigefügt waren ein paar Links zu Artikeln in der Jungen Freiheit, die ich gerade durchgelesen habe. Ja, der Ethnologe fährt in der Tat mit haerteren Geschossen auf, mit einem Gedankengut, das man bis vor etwa zehn Jahren hauptsächlich in rechtsradikalen Kreisen vorfand, nun aber stubenrein geworden ist.

Bargatzky wettert nicht nur gegen den Islam, sondern auch gegen die 68er-Generation und Homofile. Man kann ihn damit als Vertreter der neuen christlichen Rechte bezeichnen, die für konservative Familienwerte und einen ethnoreligioesen Nationalismus bekannt ist (er hat auch einiges mit anti-westlichen Okzidentalisten gemeinsam).

In Familie als kulturelle Universalie schreibt der an der Uni Bayreuth lehrende Ethnologe:

Die Familie ist ein Bollwerk gegen den Zugriff der Marktkräfte auf die Individuen. Es liegt daher auf der Hand, daß diese Kräfte über ihre Sprachrohre in den Parteien, den Nachrichtenmedien und der Unterhaltungsindustrie bei der Ehe als dem Angelpunkt der Familie in unserer Kultur ansetzen. Mit der Ehe soll zugleich die Familie aufgebrochen werden.

Vor diesem Hintergrund muß auch die Kampagne für die formelle Gleichsetzung “gleichgeschlechtlicher Lebensgemeinschaften” mit der Institution der Ehe gesehen werden. Die Ehe wird auf eine Ausdrucksform der individuellen “sexuellen Orientierung” reduziert und somit auch aus ihrer demographischen Funktion herausgelöst.
(…)
Wir dürfen nicht zulassen, daß sich – in welcher Partei auch immer – jene Fanatiker durchsetzen, die im Namen einer Totalemanzipation von der Natur uns nicht nur aus dieser, sondern aus der Kulturgemeinschaft mit dem Rest der Welt herauskatapultieren wollen.

Bargatzky liefert in seinen Texten eine akademische Legitimierung für anti-muslimische Aktivitäten. Er schreibt vom “Kampf der Kulturen” (sogar die Proteste der Jugendliche in den Pariser Vororten listet er hierfür als Bespiel auf!), von einem “Europa”, das vom “Islam” bedroht wird. Die Lösung ist christlicher Patriotismus.

In Europa muss christlich bleiben schreibt er:

Um dieser Bedrohung entgegentreten zu können, muß Europa Kraft schöpfen. Das kann jedoch nur gelingen, wenn es sich zuvor auf die Grundlagen seiner Identität besinnt. “Wer sind wir, was sind die anderen?” Bei der Suche nach einer Antwort auf diese Frage stoßen wir unweigerlich auf das Christentum, das fast zweitausend Jahre in Europa identitätsstiftend gewirkt hat.
(…)
Auf christlichem Boden wuchs die Aufklärung empor, in deren Namen ihm Kritiker und Gegner entgegentreten können. (…) Die asiatische Denkweise kreist vor allem um die Idee der Pflichten gegenüber dem Gemeinwesen, in der christlichen Tradition steht dagegen das Individuum im Fokus der Zuwendung Gottes. Nirgendwo sonst, in keiner anderen Religion, wird das Individuum so wichtig genommen. Dies ist gleichsam das Hauptgeschenk des Christentums an die Menschheit.
(…)
Die herausragende Bedeutung des Individuums weist das Christentum im Grunde als die Religion der Moderne aus. Daß gerade individualistisch gesonnene Zeitgenossen heute in exotische Religionen flüchten, die ja gerade die Auslöschung des Individuums lehren, ist eines der großen Mißverständnisse unserer Zeit.
(…)
Europa muß christlich bleiben – oder es wird nicht mehr sein.
(…)
Sorgen wir auch durch eine nationalen Eigeninteressen verpflichtete Einwanderungspolitik dafür, daß nicht eines Tages in Europa nur noch Moscheen errichtet werden!

In Leitkultur oder Patriotismus kritisiert er die “von vielen herbeigeträumte multikulturelle Gesellschaft”. In diesen globalisierten Zeiten sei ein “Bekenntnis zur Nation” wichtiger denn je:

Das Bekenntnis zur Nation ist die Antwort auf die Frage nach der deutschen Identität (…). Nur sie kann die Aufgabe lösen, in einer Zeit des verstärkten Migrationsdrucks den Bewohnern eines bestimmten staatlichen Gebildes, welchen ethnischen Hintergrund auch immer sie haben mögen, gewisse gemeinsame Überzeugungen und Orientierungen näherzubringen, ohne die ein Gemeinwesen nicht bestehen kann. Die Zugewandtheit zur Nation hat einen Namen: Patriotismus.

Er kritisiert die 68er-Generation, die “zum Verfall identitätsstiftender Institutionen” beigetragen habe. Zu diesen zählt er “Sprache, Familie, Kirche, Schulen, Universitäten, Streitkräfte, aber auch Theater, Sinfonieorchester, Opernhäuser”:

Jede dieser Institutionen stellt, für sich genommen, eine Verfallsgeschichte dar, denn seit der unseligen “Revolution” von Achtundsechzig gilt eine anti-institutionalistische Haltung in Deutschland als chic, sie ist geradezu eine Signatur unserer Zeit. Das geistig-moralische Vakuum, das heute den Ruf nach einer Leitkultur in Deutschland laut werden läßt, entstand als Folge jenes Bruchs mit tradierten Institutionen, Symbol- und Wertesystemen.

Patriotismus, schreibt er, muss seinen “Ausdruck in eingängigen Symbolen finden” – und diese müssen gepflegt werden – die USA könnte als Vorbild dienen::

Könnten nicht auch wir in Deutschland von anderen Nationen etwas über die Pflege dieser Symbole – cultura! – lernen und zum Beispiel das Hissen der Flagge auf dem Schulhof und das gemeinsame Absingen der Dritten Strophe des Deutschlandliedes durch Lehrer und Schüler in unser Schulwesen übernehmen? Wenigstens einmal im Monat oder zu Beginn des Schuljahres und vor dem Nationalfeiertag?

Der Ethnologe ist auch einer der Autoren des Buches „Gegen die feige Neutralität – Beiträge zur Islamkritik“, worüber bei Indymedia eine aufschlussreiche Besprechung erschienen ist.

Auf seiner Uni-Homepage macht er übrigens Werbung für Praktikumsstellen bei der Bundeswehr. Da ist auch ein Link zum Forum für Kultur und Sicherheit wo “Experten über Probleme der Interkulturalität in Zusammenhang mit Fragen der Sicherheit berichten” – zwei der fünf Experten stammen vom Militär, der dritte ist Polizist.

Einer Rezension in der Zeitschrift für Religionswissenschaft zufolge operiert Bargatzy mit “evolutionären Gesellschafts- und Religionskonzepten”.

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Ethnologie-Einführungen und die Sonderstellung der deutschen Ethnologie

In Berlin: Protest gegen Fortwirken des Kolonialismus in der Ethnologie

Ethnologen, raus aus der Kulturfalle!

Leitkultur und Parallelgesellschaft: Wieviel Zusammenhalt braucht eine Gesellschaft?

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Schiffauer über Integration von Türken: “Die Deutschen haben Schuld”

Schiffauer: “Die Deutschen haben nur auf jemanden wie Kelek gewartet”

Immer mehr Ethnologinnen bei der Bundeswehr

The dangerous militarisation of anthropology

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Orywal zu Moschee-Neubau: “Verantwortliche, nehmt Bedenken ernster”

Obwohl in Deutschland Religionsfreiheit herrscht, loest ein Moschee-Neubau hitzige Diskussionen aus. In einem Interview mit dem Kölner Stadtanzeiger ueber die geplante neue Moschee in Köln, fordert Ethnologe Erwin Orywal die Verantwortlichen auf, die Einwaende der Koelner Bevoelkerung ernster zu nehmen. Den Betroffenen würden fertige Baupläne serviert, auf die sie keinen Einfluss nehmen könnten, kritisiert er.

Er sagt, die Debatte drehe sich um viele praktische Probleme, die nicht nur mit Religion zu tun haben:

Die Gründe für eine Ablehnung sind übrigens über die Jahre immer die gleichen geblieben: der Ruf des Muezzins, Parkplatzprobleme, Verkehrsbehinderungen durch die vielen Besucher des Freitagsgebets.

Allerdings verbegen sich hinter der Sorge um genügend Parkplätze auch Ängste vor dem Islam, die von den “fast täglichen Nachrichten und Bilder von Gewalttaten radikaler Muslime” geschuert werden, raeumt er ein.

>> zum Interview im Kölner Stadtanzeiger

In der faz hat sich Ethnologe (und Soziologe) Wolf-Dietrich Bukow geaeussert. Der Streit über die Moschee hat ihn überrascht. „Woher kommt die Angst?“ Man kenne sich doch eigentlich, sagt er. Mittlerweile hat er zwei Erklärungen gefunden, lesen wir:

Die eine beruht auf dem, was er die „politische Großwetterlage“ nennt. Sie schüre eine Angst vor der Religion, die wenig mit dem Islam zu tun habe, der bei der Ditib praktiziert werde. „Das ist ein Zeichen von Globalisierung. Wir machen uns heute zu Hause Sorgen, wenn am anderen Ende der Welt etwas Schreckliches passiert.“

Bukows zweite Erklärung beruht auf einer falschen Zuwanderungspolitik in der Vergangenheit: „Man hat unterschichtet. Hätte man nicht nur Arbeiter, sondern auch Akademiker aus der Türkei einwandern lassen, hätten wir das Problem heute nicht.“ Immer wenn sich Migration mit einer bestimmten Gesellschaftsschicht verbinde, werde es schwierig, denn dann greife die alte Schichtenlogik: „Den Migranten wird nur die Rolle der kleinen Leute zuerkannt, der Aufstieg wird ihnen verwehrt.“ Der Bau eines Gotteshauses, der für das (Klein-)Bürgertum stehe, passe deshalb nicht ins Bild.

>> weiter in der faz: “Moscheebau: Die Angst vor dem Nachbarn”

Eine umfassende Sammlung von Kommentaren zum Moscheebau gibt es beim Too Much Cookies Network von Omar Abo-Namous.

SIEHE AUCH:

Ethnologe schreibt Migrationsgeschichte – Interview mit Erwin Orywal

Schiffauer zu Integration: “Die Deutschen haben Schuld”

Neue Studie: Islamisches Gemeindeleben in Berlin

Hauschild: “Wir müssen begreifen, was es heißt, als Muslim im Westen zu leben”

Schiffauer: “Öffnung gegenüber dem Islam nicht der Terrorismusbekämpfung unterordnen”

Obwohl in Deutschland Religionsfreiheit herrscht, loest ein Moschee-Neubau hitzige Diskussionen aus. In einem Interview mit dem Kölner Stadtanzeiger ueber die geplante neue Moschee in Köln, fordert Ethnologe Erwin Orywal die Verantwortlichen auf, die Einwaende der Koelner Bevoelkerung ernster zu nehmen.…

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Saison in Mekka: “Dieses Buch ist eine Sensation”

“Eine wunderbare publizistische, wissenschaftliche und literarische Brücke in die Welt des Islams”. Thomas Hauschild schreibt in der FAZ begeistert ueber das Buch “Saison in Mekka” des Ethnologen Abdellah Hammoudi.

In diesem Buch beschreibt der Ethnologe, wie er als “lauwarmer Muslim” am Haddsch teilnimmt, einer beschwerlichen Pilgerreise nach Mekka. Das Buch erschien bereits vor einem Jahr in Englisch (wie damals hier berichtet) und ist nun auch auf Deutsch erhaeltlich.

Das Buch ist laut Hauschild “wie ein Freund, ein Begleiter, der uns zu seinem Mitreisenden macht”:

Atemlos schleppt man sich am Rockzipfel von Hammoudis weißem Pilgergewand durch die riesigen Moscheen, fiebernd strudelt man mit ihm am Allerheiligsten der Kaaba vorbei, lässt sich von seinen Freunden über die Märkte von Medina und Mekka zerren, auf der ständigen Suche nach den Mitbringseln und Koffern zum Tragen der Mitbringsel, aus denen das große, beliebte Rückkehrfest bestritten werden wird, obwohl es in der dogmatischen Überlieferung nirgends vorgesehen ist – um schließlich nach kurzen Schlafphasen in überfüllten Quartieren wieder hochzuschrecken von schäbigen Schaumstoffmatratzen zu neuen Waschungen und Gebeten.

>> weiter zur Besprechung in der FAZ

>> Interview mit Abdellah Hammoudi in der ZEIT

>> Interview im Kölner Stadt-Anzeiger

>> “A Season in Mecca” – New book about real participant observation as a mecca pilgrim

>> Buchauszug (auf Englisch)

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Sind die Universitäten auf die »Wiederentdeckung der Religion« vorbereitet?

Neue Studie: Islamisches Gemeindeleben in Berlin

Doctoral thesis: Towards a transnational Islam

anpere. Anthropological Perspectives on Religion – New Open Access Anthropology Journal

"Eine wunderbare publizistische, wissenschaftliche und literarische Brücke in die Welt des Islams". Thomas Hauschild schreibt in der FAZ begeistert ueber das Buch "Saison in Mekka" des Ethnologen Abdellah Hammoudi.

In diesem Buch beschreibt der Ethnologe, wie er als "lauwarmer Muslim"…

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Schiffauer: “Die Deutschen haben Schuld”

Seit dem Jahr 2000 ist die Zahl der Einbürgerungen in Deutschland um mehr als ein Drittel gesunken. Der Rueckgang betrifft besonders türkische Staatsbürger. Das liegt vor allem an den Haltungen der deutschen Mehrheitsgesellschaft, sagt Ethnologe Werner Schiffauer in einem Interview mit der Berliner Zeitung:

Die Botschaft, dass man als Muslim, vor allem als rechtgläubiger Muslim, in diesem Land, in dem man aufgewachsen ist und dessen Sprache man spricht, nicht willkommen ist, hat etwas unglaublich Kränkendes. Das führt dazu, dass man sich zurückzieht und zunehmend Angst hat, die türkische Staatsbürgerschaft aufzugeben.

Werden wir die türkische Staatsbürgerschaft nicht vielleicht noch brauchen, nicht jetzt, aber in fünf oder zehn Jahren, wenn sich die Dinge so weiter entwickeln?” – das sind Fragen, die in den Gemeinden diskutiert werden. Es werden auch Erinnerungen an den Holocaust zitiert, die sich etwa an den zum Teil hysterischen Reaktionen auf den Van-Gogh-Mord in Holland festmachen. Es geht bei der doppelten Staatsbürgerschaft nicht mehr wie früher um eine Identitätsfrage, sondern um ein Zurückschrecken aus Sorge um die künftige Entwicklung.

Ein weiterer Grund fuer die sinkende Anzahl von Einbuergerungen ist das Einbuergerungsverfahren. Die Ausländerbehörden, so Schiffauer, reagieren zunehmend zögerlich, wenn es darum gehe, Muslimen die Einbürgerung zu bewilligen:

Der umstrittene Einbürgerungsfragebogen von Baden-Württemberg ist nur die Spitze des Eisbergs, das Misstrauen, das er artikuliert, spiegelt die bundesweite Praxis wider. Die Loyalitätsprüfung zur Verfassung lässt viel Spielraum für individuelle Beurteilungen, sie hat den Einbürgerungsbehörden die Tür weit für einen Abgrenzungsdiskurs gegen Muslime geöffnet.

Diese Anti-Islam-Haltungen gefaehrden Bemuehungen der juengeren Muslime, “die Gemeinden zu reformieren und sie in Europa verankern”. Reformpositionen werden von der Mehrheitsgesellschaft oft als Fassade, als Doppelzüngigkeit und Manipulation ausgelegt. Dies bestätige dann wieder diejenigen in den Gemeinden, die der Meinung seind, dass die deutsche Gesellschaft sowieso den Islam nicht akzeptiere, und dass man als Muslim letztlich nur in einer islamischen Gesellschaft leben koenne, sagt er.

Der Ethnologe ist alles anders als gluecklich ueber den Rueckgang der Einbuergerungen:

Wenn sich das bis in die dritte Generation fortschreibt, werden wir eine Bevölkerung haben, die langfristig in diesem Land bleibt, aber von den wesentlichen Aspekten der politischen Meinungsbildung ausgeschlossen ist.

>> zum Interview in der Berliner Zeitung (Link aktualisiert)

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Schiffauer: “Öffnung gegenüber dem Islam nicht der Terrorismusbekämpfung unterordnen”

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Seit dem Jahr 2000 ist die Zahl der Einbürgerungen in Deutschland um mehr als ein Drittel gesunken. Der Rueckgang betrifft besonders türkische Staatsbürger. Das liegt vor allem an den Haltungen der deutschen Mehrheitsgesellschaft, sagt Ethnologe Werner Schiffauer in einem Interview…

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