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Ist Management kulturabhängig?

Fredmund Malik (Uni St. Gallen), Manager-Magazin

Der Gedanke der Kulturabhängigkeit ist zwar nahe liegend und plausibel, aber wie fast überall im Management ist Plausibilität ein schlechter Wegweiser. Die Idee von der Kulturabhängigkeit und somit der Notwendigkeit von inter- und multikulturellem Management ist bestenfalls eine Halbwahrheit, und insofern, als eine Wahrheit vorliegt, ist sie für praktisches Management weitgehend irrelevant.

Die Regeln managerieller Wirksamkeit und Professionalität sind überall gleich. Die Äußerlichkeiten des “Wie” können – übrigens auch in ein und demselben Land – verschieden sein und sind es in aller Regel auch.

Es gibt daher wenig Gründe, besonderes Aufheben zu machen von interkulturellem Management, wenn man einmal von der Selbstverständlichkeit absieht, dass es in jedem Land bestimmte Sitten und Gebräuche gibt, die man als Sache elementarer Höflichkeit erstens zu kennen und zweitens zu respektieren hat. Das hat aber nichts mit Management zu tun, sondern mit jenem Minimum an Kinderstube, Anstand und Kultiviertheit, die das Ergebnis einer den Namen verdienenden Erziehung ist. >> weiter

(link via ethno::log)

Kommentar: Das kann man auch anders sehen, aber es ist auch offensichtlich, dass Ethnologen und andere “Kulturexperten” in dem Gebiet einen Markt sehen (man denke an die vielen neuen ethnologischen Firmen und die unzaehlige Seminare) und deshalb Kulturunterschiede gerne uebertreiben (und damit den Menschen und dem Fach einen Baerendienst erweisen). Insofern ein lesenswerter Text.

SIEHE AUCH:

Ethnographisches Wissen in der Organisationsberatung

antropologi.info’s Special ueber Business- und Corporate Anthropology

Fredmund Malik (Uni St. Gallen), Manager-Magazin

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Hybridität ist das Wort der Stunde in der Kulturtheorie -nun auch für Attentäter

Robert Misik, taz

Selbst islamistische Märtyrer schließen typisch deutsche Lebensversicherungen ab: Es gibt keine kulturelle Reinheit. Nicht Fremde begegnen sich, wenn Kulturen aufeinander treffen, in uns steckt der Andere schon drin und wir in ihm. Selbst wenn wir dem “Wilden” begegnen, dann eher unseren Sehnsüchten (bzw. unseren Albträumen) als einer realen, fundamentalen Andersheit. Die Begegnung ist, sogar wenn es todernst wird, immer ein (unbewusstes) ironisches Spiel: Auch wenn wir uns noch so bemühen, mit den Augen des Anderen zu sehen, erblicken wir bisweilen nur, was wir schon im Auge haben. >> weiter

Robert Misik, taz

Selbst islamistische Märtyrer schließen typisch deutsche Lebensversicherungen ab: Es gibt keine kulturelle Reinheit. Nicht Fremde begegnen sich, wenn Kulturen aufeinander treffen, in uns steckt der Andere schon drin und wir in ihm. Selbst wenn wir dem "Wilden" begegnen,…

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Ethnologe Werner Schiffauer über Hintergründe von Verbrechen im Namen der Ehre

BerlinOnline

Seit Oktober 2004 sind in Berlin vier Frauen von ihren türkischen Ex-Männer umgebracht worden. In Tempelhof wurde eine junge Türkin vermutlich von ihren Brüdern erschossen. Müssen wir uns an sogenannte Verbrechen im Namen der Ehre gewöhnen? Die Zahlen sind auf jeden Fall alarmierend. Allerdings muss man genau hinblicken und auseinander halten, was tatsächlich ein Ehrverbrechen im klassischen Sinne ist, oder aber ein Mord aus anderen Gründen, der dann als Ehrdelikt ausgegeben wird. >> weiter

SIEHE AUCH:
Werner Schiffauer: Democratic culture and extremist Islam
Veröffentlichungen Prof. Dr. Werner Schiffauer

NACHTRAG (26.2.05):
Scheint sich um ein angesagtes Thema zu handeln. Ethno:log hat noch mehr Artiklel ueber Schiffauer und “Ehrenmorde” entdeckt:

Werner Schiffauer: Schlachtfeld Frau (Sueddeutsche Zeitung, sehr interessant: “Eine dritte, kulturalistische Bewegung führt dazu, dass die jungen Ausländer ihr ethnisches Anderssein betonen. Dafür greifen sie auf kulturelle Elemente zurück, die oft aus dem Kontext gerissen werden – wie Kopftuch und eben Ehre.”)

“Ehrenmord” – In den Fängen einer türkischen Familie (Sueddeutsche Zeitung)

»Wie eine Deutsche« – Erst jetzt wird der »Ehrenmord« zum Politikum (Die Zeit)

AKTUALISIERUNG
Und die taz legt am 28.2. nach mit “Multikulti ist verantwortungslos” – Interview mit Menschenrechtsaktivistin Seyran Ates

BerlinOnline

Seit Oktober 2004 sind in Berlin vier Frauen von ihren türkischen Ex-Männer umgebracht worden. In Tempelhof wurde eine junge Türkin vermutlich von ihren Brüdern erschossen. Müssen wir uns an sogenannte Verbrechen im Namen der Ehre gewöhnen? Die Zahlen sind auf…

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Schöne Aussichten: Ethnologie auf dem Balkon

Berlin Online

Schöne Aussichten: Bewohner des Pallasseums haben fotografiert, wie es hinter der Brüstung aussieht. Nun stellen sie die Bilder aus. Die Idee stammt von der Ethnologin Martina Kneis. Sie ist fasziniert von dem Haus. “Es hat einen schlechten Ruf, aber unverdient”. Gemeinsam mit der Afrikanistin Kathrin Henneberger hat Kneis im vergangenen Sommer den Mietern Einwegkameras in die Hand gedrückt.

“Die Balkone sind wichtige Lebensräume”, sagt Martina Kneis. Zwei Brüder aus Senegal haben einen Gebetsteppich ausgelegt. Er ist aus Ziegenfell wie in ihrer Heimat üblich. Markus aus der Schweiz hat sich Grassamen aus seinem Heimatdorf mitgebracht, jetzt wuchert eine Bergwiese auf seinem Berliner Balkon. Auch die Mieter selbst kommen in der Ausstellung zu Wort – unter Kopfhörern können Besucher ihren Erzählungen lauschen >> weiter (pdf!) / weitere Presseberichte auf der Ausstellungs-Homepage)

SIEHE AUCH:
“Schöne Aussichten” im Pallasseum (Kiezbox, Stadtteilzeitung)
Ausstellungs-Homepage mit Postkartenbuch und Balkongesichtern

Berlin Online

Schöne Aussichten: Bewohner des Pallasseums haben fotografiert, wie es hinter der Brüstung aussieht. Nun stellen sie die Bilder aus. Die Idee stammt von der Ethnologin Martina Kneis. Sie ist fasziniert von dem Haus. "Es hat einen schlechten Ruf, aber…

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Parallelgesellschaft,Leitkultur: Wieviel Zusammenhalt braucht eine Gesellschaft?

Vor zwei Monaten hab ich in der norwegischen Zeitung Utrop einen Kommentar zu der Debatte in Deutschland zum Thema Parallelgesellschaft und Leitkultur geschrieben. Nun hab ich den Text ins Deutsche übersetzt. >> weiter zum Text

Vor zwei Monaten hab ich in der norwegischen Zeitung Utrop einen Kommentar zu der Debatte in Deutschland zum Thema Parallelgesellschaft und Leitkultur geschrieben. Nun hab ich den Text ins Deutsche übersetzt. >> weiter zum Text

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