search expand

Vom Sinn einer Streitkultur

Berliner Zeitung

In Burkina Faso zanken sich Bauern und Hirten ständig. Vielleicht ist das besser, als sich aus dem Weg zu gehen: Wenn es zwischen zwei Volksgruppen zu Konflikten kommt, liegt es nahe, die Streitenden voneinander zu trennen. Doch so plausibel diese Lösung erscheint – sie kann zu erheblichen Problemen führen. Darauf weisen zwei Forscher des Max-Planck-Instituts für ethnologische Forschung in Halle an der Saale hin. Michaela Pelican und Andreas Dafinger haben die Landrechtspolitik in Burkina Faso und Kamerun verglichen und dabei untersucht, wie sie sich auf das Zusammenleben der ethnischen Gruppen auswirken. Ihr Ergebnis: Werden Konflikte künstlich reduziert, sind die verbleibenden dafür um so gewalttätiger. >> weiter

SIEHE AUCH:
Das Max-Planck Institut hat beeindruckende Internetseiten. Besonders erfreulich: Sie listen nicht nur ihre Papers auf, sondern stellen sie zum Download zur Verfuegung. Mehrere Working Papers kann man in voller Laenge lesen >> weiter zum Max Planck Institute for Social Anthropology
Department I – Integration and Conflict

Berliner Zeitung

In Burkina Faso zanken sich Bauern und Hirten ständig. Vielleicht ist das besser, als sich aus dem Weg zu gehen: Wenn es zwischen zwei Volksgruppen zu Konflikten kommt, liegt es nahe, die Streitenden voneinander zu trennen. Doch so plausibel…

Read more

“Karneval ist Politik durch Performance” – taz interviewt Berliner Ethnologen

taz

Ethnologen der Humboldt-Universität haben den Karneval der Kulturen erforscht und mit anderen Städtekarnevalen verglichen. Ein Gespräch über Spektakel, die Sehnsucht nach einem anderen Berlinbild, Caipirinha und karibisches Bier mit den Ethnologen Michi Knecht und Levent Soysal >> weiter

SIEHE AUCH
Urbane Sommerkarnevale – ethnologische Perspektiven (Projektseite des Instituts für Europäische Ethnologie der Humboldt-Universität zu Berlin)

taz

Ethnologen der Humboldt-Universität haben den Karneval der Kulturen erforscht und mit anderen Städtekarnevalen verglichen. Ein Gespräch über Spektakel, die Sehnsucht nach einem anderen Berlinbild, Caipirinha und karibisches Bier mit den Ethnologen Michi Knecht und Levent Soysal >> weiter

SIEHE AUCH
Urbane…

Read more

Symbolische Güter: Der Soziologe Pierre Bourdieu über «männliche Herrschaft»

NZZ

Pierre Bourdieu war ein soziologischer Grossmeister. Mit grosser Energie und systematischem Spürsinn hat er bis zu seinem Tod vor drei Jahren ein Forschungsprogramm verfolgt, das ihn von den Ehrbegriffen nordafrikanischer Berberstämme zu den Distinktionsstrategien französischer Oberschichten führte. Es ging ihm dabei stets darum, im Alltagshandeln der Menschen Strukturen und Regeln aufzufinden, die dieses Handeln bestimmten – er war auf der Suche nach einer «Theorie der Praxis». Mit diesen Fragen setzt sich auch die 1998 publizierte Studie Bourdieus über die «männliche Herrschaft» auseinander, die soeben in deutscher Übersetzung erschienen ist.

Worauf gründet sich der Primat der Männlichkeit? Bourdieu lokalisiert ihn im Markt der symbolischen Güter, also dort, wo «kulturelles Kapital» entsteht und reproduziert wird. Frauen können es lediglich erhalten und mehren helfen, sie sind Objekte oder Symbole der Kapitalbildung. Auf weite Strecken liest sich sein Buch wie die Beschreibung eines deterministischen Beziehungsgeflechts, dem sich niemand entziehen kann und unter dem letztlich alle, die Herrschenden (Männer) wie die Beherrschten (Frauen), leiden. Dass dieses Leiden sozial, zeitlich und räumlich sehr unterschiedlich gestaltet und skaliert war (und ist), wird zugunsten der «Konstanz der Struktur» ausgeblendet. >> weiter

SIEHE AUCH

Pierre Bourdieu sucht nach der heimlichen Magie männlicher Herrschaft

Wikipedia ueber Pierre Bourdieu

NZZ

Pierre Bourdieu war ein soziologischer Grossmeister. Mit grosser Energie und systematischem Spürsinn hat er bis zu seinem Tod vor drei Jahren ein Forschungsprogramm verfolgt, das ihn von den Ehrbegriffen nordafrikanischer Berberstämme zu den Distinktionsstrategien französischer Oberschichten führte. Es ging ihm…

Read more

Digitale Bewerbungen und das Wettrüsten zwischen Bewerber und Personalchef

Telepolis

Die Bewerber verschicken heute fast vier mal so viele Bewerbungen wie noch vor drei Jahren, nämlich 45 Bewerbungen pro Suchphase statt 12 drei Jahre zuvor. Der Anzahl der digitalen Bewerbungen wird weiter zunehmen, Ende des Jahres 2004 betrug ihr Anteil 53 Prozent. Die Umstellung von Papier auf digitale Bits verführt manche Bewerber zu Lässigkeiten. Die Personalchefs bemängeln die fehlende Medienkompetenz der Bewerber: Schlechte Formatierung, Monsterdateien einer Größe von mehreren Megabyte, schlecht strukturierte Unterlagen und zu viele einzelne Anhängsel in so allerhand Dateiformaten.

Digitale Bewerbungen tragen im Vergleich zur klassischen Papierbewerbung nicht zu einer effizienten Bewerberauswahl bei. Das ist das Ergebnis einer Umfrage bei Personalchefs und Bewerbern. Im Zuge der steigenden Bewerbungsflut müssen die Personalentscheider die Unterlagen immer schneller vorsortieren, was wiederum die Bewerbungsschwemme weiter steigen lässt. Eine Rückkehr zur angestaubten Bewerbungsmappe erscheint jedoch abwegig. >> weiter

SIEHE AUCH:

Frustriert von der Jobsuche: Ethnologiestudenten gründen “Absageagentur”

Links Ethnologie und Beruf

Telepolis

Die Bewerber verschicken heute fast vier mal so viele Bewerbungen wie noch vor drei Jahren, nämlich 45 Bewerbungen pro Suchphase statt 12 drei Jahre zuvor. Der Anzahl der digitalen Bewerbungen wird weiter zunehmen, Ende des Jahres 2004 betrug ihr Anteil…

Read more

NZZ über soziokulturelle Faktoren von Armut in Afrika

“Gemeinhin wird die Unterentwicklung des afrikanischen Kontinents auf den (Neo-) Kolonialismus, Kriege und Korruption, geringe Wirtschaftskraft und Naturkatastrophen zurückgeführt. Zweifellos tragen diese Faktoren zur Armut bei, allerdings bleibt eine Analyse ohne die Berücksichtigung von soziokulturellen Faktoren ungenügend”, schreibt die NZZ und bespricht drei Bücher. Darunter ist auch das Buch vom Ethnologen David Signer, der Hexerei als wichtige Ursache von “Unterentwicklung” sieht.

Eine einseitige Argumentation ist immer problematisch, Signers Ethnozentrismus jedoch genauso, siehe auch ein Interview mit Signer in den Freiburger Nachrichten. Für eine etwas andere Perspektive auf Hexerei, siehe Klavs Sedlenieks Aufsatz Corruption as witchcraft for Latvia during the transition: Unsere sogenannte moderne Gesellschaft ist nicht weniger “irrational”.

UPDATE:

Buchbesprechung Die Ökonomie der Hexerei auf myblog.de/nichtidentisches

Kritische Kommentare zu Signers Buch vom Ethnologen Thomas Bierschenk (Uni Mainz)

"Gemeinhin wird die Unterentwicklung des afrikanischen Kontinents auf den (Neo-) Kolonialismus, Kriege und Korruption, geringe Wirtschaftskraft und Naturkatastrophen zurückgeführt. Zweifellos tragen diese Faktoren zur Armut bei, allerdings bleibt eine Analyse ohne die Berücksichtigung von soziokulturellen Faktoren ungenügend", schreibt die NZZ…

Read more