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“Neukölln ist nicht die Bronx”: Eine einschläfernde Tagung im “Haus der Kulturen”?

“Eine Diskussion mit vielen Sackgassen”, schreibt die taz war nicht gerade begeistert über die Konferenz New York – Berlin. Kulturelle Vielfalt in urbanen Räumen im Berliner Haus der Kulturen. Berlin lasse sich nicht mit New York in Sachen Migration vergleichen. Es gab der taz zufolge viel ratloses Schulterzucken und eine Diashow wurde “durch lautstarkes Schnarchen sabotiert. Dabei waren einzelne Beiträge für sich genommen nicht gänzlich uninteressant, lesen wir.

>> weiter in der taz

Der Tagesspiegel schreibt weniger skeptisch: “Vielleicht kann die hiesige Kommunalpolitik ganz praktische Dinge von den New Yorkern lernen”

>> weiter im Tagesspiegel

Übrigens: Das Haus der Kulturen bloggt!

"Eine Diskussion mit vielen Sackgassen", schreibt die taz war nicht gerade begeistert über die Konferenz New York - Berlin. Kulturelle Vielfalt in urbanen Räumen im Berliner Haus der Kulturen. Berlin lasse sich nicht mit New York in Sachen Migration vergleichen.…

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Forschungsprojekt TIES: Wie geht es den Nachkommen von Einwanderern?

Der Standard schreibt ueber mangeldes Interesse fuer ein EU-Forschungsprojekt ueber die Situation der Nachkommen von Einwanderern aus Ex-Jugoslawien und der Türkei in acht europäischen Ländern. Das Projekt heisst “TIES” (The Integration of the European Second Generation).

15 Städte wurden als Befragungsorte ausgewählt: Berlin und Frankfurt in Deutschland, Zürich und Basel in der Schweiz, Paris und Straßburg in Frankreich, Madrid und Barcelona in Spanien, Amsterdam und Rotterdam in den Niederlanden, Brüssel und Antwerpen in Belgien, Stockholm in Schweden sowie Wien und Linz in Österreich.

Erstmals werde dabei die Situation der Nachkommen von Einwanderern mittels standardisierten Verfahren ermittelt, erklärt Ethnologin Barbara Herzog-Punzenberger. Doch anders als in den übrigen sieben Staaten wollen in Österreich Parteien und Kommunen keinen Handlungsbedarf sehen, geben keine Gelder frei, kritisiert sie.

“In Österreich gibt es keine Kultur, sich kritischen Diskussionen zu stellen”, meint sie. Auch verwendeten Verantwortliche den Begriff Integration synonym zu Assimilation, von der niemand spreche. Die Ethnologin selbst geht vom “bürgerschaftlichen Integrationsbegriff” aus: frühestmögliche Einbürgerung, verbunden mit allen Rechten und Pflichten eines Staatsbürgers.

>> weiter im Standard

Auf der Webseite des Forschungsprogrammes finden wir auch einige Papers

SIEHE AUCH:

Neues Buch: Wer sind die “Jugos” in der Schweiz?

“Gar nicht so einfach mit den ‘TürkInnen’, ‘Deutschen’ und ‘AusländerInnen’ “

“Anders Deutsch” und “Die virtuelle zweite Generation”

Schule, Integration und Kosmopolitismus

Einwanderung, Stadtentwicklung und die Produktion von “Kulturkonflikten”

Bedrohliche Schweiz: Tamilen fürchten “Kulturverlust”

Der Standard schreibt ueber mangeldes Interesse fuer ein EU-Forschungsprojekt ueber die Situation der Nachkommen von Einwanderern aus Ex-Jugoslawien und der Türkei in acht europäischen Ländern. Das Projekt heisst "TIES" (The Integration of the European Second Generation).

15 Städte wurden als Befragungsorte…

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Telepolis über Ethnologen im Irak-Krieg: “Sollten lieber das Militär studieren”

Eines der heissesten Themen in der Ethnologie ist die Zusammenarbeit mit Geheimdiensten und dem Militaer im Terrorkrieg der Bush-Administration. Kuerzlich wurde das Network of Concerned Anthropologists gegruendet, wenige Tage spaeter landete das Thema auf der Titelseite der New York Times.

Nun hat sich Telepolis dem Thema angenommen. “Amerikas Militärführung entdeckt die Ethnologie – möglicherweise von der falschen Seite her”, schreibt Peter Mühlbauer:

Während über die Zusammenarbeit von Militär und Ethnologie bereits zahlreiche Fachaufsätze veröffentlicht wurden, klafft bezüglich der soldatischen Subkulturen im amerikanischen Militär eine auffällige Lücke – was möglicherweise auch mit der Genehmigungsfreudigkeit der Militärbehörden für die Durchführung solcher Studien zu tun hat.

Dabei könnte es für ein US-Militär, dessen in West Point ausgebildete “Elite” ihre ethnologischen Kurse als “nuts in huts” bezeichnet, mindestens ebenso notwendig sein, über Studien zu kulturellen Besonderheiten und Mechanismen innerhalb des US-Militärs zu verfügen, als nur über die von Militäraktionen betroffenen Gruppen. In der Ethnologie existiert solch ein “studying-up” genanntes Untersuchen von Eliten bereits seit längerer Zeit – mit durchaus interessanten Ergebnissen, etwa über das Giri-Konzept bei japanischen Geschäftsleuten.

(…)

Dass Abu Ghraib ein Skandal wurde, deutet (ebenso wie die Tatsache, dass keine Massenvernichtungswaffen “gefunden” wurden) zum einen darauf hin, das die USA noch kein totalitäres System sind. Es deutet aber auch darauf hin, dass es beim amerikanischen Militär Subkulturen gibt, deren Werte diametral entgegengesetzt zu denen sind, welche die amerikanische Nation als Wunschbild von sich selbst hegt.

>> weiter bei Telepolis

Diese Meinung vertritt auch Hugh Gusterson in seinem Paper Anthropology and Militarism im Annual Review of Anthropology 2007 (mehr dazu im Laufe der Woche)

Mehr Beitraege auf antropologi.info zum Thema Ethnologie und Militaer (eine Auswahl):

The dangerous militarisation of anthropology

Anthropologists at war: “No wonder that anthropology is banished from universities in the ‘decolonized’ world”

Anthropology and CIA: “We need more awareness of the political nature and uses of our work”

Oppose participation in counter-insurgency! Network of Concerned Anthropologists launched

Zwei Tage im Leben der Bundeswehr Ethnologin Barbara Mück

“War on terror”: CIA sponsers anthropologists to gather sensitive information

Protests against British research council: “Recruits anthropologists for spying on muslims”

Bush, “war of terror” and the erosion of free academic speech: Challenges for anthropology

Embedded anthropology? Anthropologist studies Canadian soldiers in the field

Secret rituals: Folklorist studied the military as an occupational folk group

Eines der heissesten Themen in der Ethnologie ist die Zusammenarbeit mit Geheimdiensten und dem Militaer im Terrorkrieg der Bush-Administration. Kuerzlich wurde das Network of Concerned Anthropologists gegruendet, wenige Tage spaeter landete das Thema auf der Titelseite der New York Times.…

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Erfolgreiche Zusammenarbeit zwischen “traditionellen” und “westlichen” Heilern

Im afrikanischen Malawi genießen traditionelle Heiler hohes Ansehen. In der Entwicklungszusammenheit nutzt man nun mehr und mehr deren Kompetenz, schreibt der Mannheimer Morgen. Die GTZ, für die Ethnologin Angelika Wolf tätig ist, “unterstützt den Austausch zwischen traditionellen und westlichen Heilern”, lesen wir. Regelmäßige Kontakte sind vorgesehen, Barrieren sollen im Interesse der Patienten abgebaut werden. Erste Erfolge im Kampf gegen Aids und hohe Müttersterblichkeit zeichnen sich ab, erzählt die Ethnologin.

>> weiter im Mannheimer Morgen

>> Schwerpunkt Medizinethnologie / “Aids in Afrika” an der FU Berlin

AKTUALISIERUNG: Mehr Info bei Telepolis: Trommeln und Spritzen: Im südafrikanischen Malawi schweißt Aids traditionelle Heiler und westlich ausgebildete Mediziner zusammen

SIEHE AUCH:

Doctoral dissertation: AIDS:”Traditional healers are an untapped resource of great potential”

Interview mit Verena Keck: “Ethnologen notwendig in der AIDS-Bekaempfung”

Schamanismus im Alpenraum: Uralte Praktiken wurden vom Christentum übernommen

Was haben afrikanische und appenzellische Heiler gemeinsam?

Journal Ethnologie 2/2007 ueber Medizinethnologie

Im afrikanischen Malawi genießen traditionelle Heiler hohes Ansehen. In der Entwicklungszusammenheit nutzt man nun mehr und mehr deren Kompetenz, schreibt der Mannheimer Morgen. Die GTZ, für die Ethnologin Angelika Wolf tätig ist, "unterstützt den Austausch zwischen traditionellen und westlichen…

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Feldforschungspraktikum in Tübingen: Drei Monate bei den Krim-Tartaren!

Wie üblich sind lange Feldforschungspraktika? In Basel hatten wir damals sechs Wochen. Der Deutschlandfunk schreibt von acht Tübinger Ethnologie-Studenten, die ganze drei Monate im Feld waren – und zwar auf der ukrainischen Schwarzmeer-Halbinsel Krim bei den Krim-Tataren. “Ich kann nur sagen dass ich gemerkt habe, dass ich so arbeiten kann, das mir das viel Spaß macht, und ich mir jetzt durch das Praktikum vorstellen kann, Feldforschung zu machen, was davor nicht der Fall war. Und das hat für mich eine Stärkung und eine Bestätigung fürs Fach gegeben” sagt eine der Teilnehmerinnen.

>> weiter beim Deutschlandfunk

SIEHE AUCH:

“Der geteilte Schmerz ist der Kern jener teilnehmenden Beobachtung”

Feldforschung bei den Tuareg: Makkaroni mit Tomatensauce – monatelang!

Feldforschung machte Ethnologin zum Filmstar

Ägypter über ethnologische Feldforschung: “Warum wollen die Deutschen so viel über uns wissen?”

Wie üblich sind lange Feldforschungspraktika? In Basel hatten wir damals sechs Wochen. Der Deutschlandfunk schreibt von acht Tübinger Ethnologie-Studenten, die ganze drei Monate im Feld waren - und zwar auf der ukrainischen Schwarzmeer-Halbinsel Krim bei den Krim-Tataren. "Ich kann…

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