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Wissensintensiver Alltag in der Wüste

Ethnologen neigen bekanntlich dazu, andere Gesellschaften exotischer dazustellen als sie eigentlich sind. In Zeitungsartikeln stehen oft Steretypien Schlange. Anders in diesem Beitrag von Cornelia Brück im Main-Rheiner ueber Ethnologen Nikolaus Schareika, der in der Kinder-Uni ueber den Alltag in der Wueste berichten wird.

Zwei Jahre lang hat der Ethnologe bei den Wodaabe im Staate Niger gelebt und ist mit ihnen und ihren Rinderherden umhergezogen.

Wir lesen:

Bei der Tierhaltung und Arbeit konnte der Ethnologe seinen Gastgeber nicht helfen, denn “das Leben in der Sahelzone setzt Fertigkeiten voraus, die man nicht von heute auf morgen erwerben kann”. Welche Stelle im Busch ist günstig für ein Camp? Wie behandele ich ein krankes Tier mit einem Brandeisen? Ist das Risiko, die Tiere zum Tschadsee zu führen, vertretbar oder nicht? Diese und ähnliche Fragen bestimmen den Alltag der Wodaabe und es braucht viel Erfahrung, die richtigen Entscheidungen zu treffen.

Kinder sind ein Teil dieser nomadischen Lebenswelt und werden schon früh mit einbezogen. “Sie holen Wasser oder treiben auch schon mal als Dreijährige die Kälber nach Hause”, berichtet Dr. Schareika. “Ihre Schule ist der Busch, nicht schriftliches Wissen, sondern praktische Erfahrung bereitet sie auf das Leben in einem Dürregebiet vor.”

Die Wodaabe sind hier nicht “eine andere Kultur”, sondern Menschen, die mit einer anderen Wissenstradition gross geworden sind. Der Ethnologe zeigt dass ihr Leben genauso wissensintensiv ist wie der Alltag von IT-Experten.

>> weiter im Main-Rheiner

UPDATE: >> Bericht ueber den Vortrag

SIEHE AUCH:

Ethnologen und Oeffentlichkeit: “Moderne und weniger entwickelte Gesellschaften”

“Leben wie in der Steinzeit” – So verbreiten Ethnologen Vorurteile

How to survive in a desert? On Aboriginals’ knowledge of the groundwater system

“Aboriginal knowledge is science”

Ethnologen neigen bekanntlich dazu, andere Gesellschaften exotischer dazustellen als sie eigentlich sind. In Zeitungsartikeln stehen oft Steretypien Schlange. Anders in diesem Beitrag von Cornelia Brück im Main-Rheiner ueber Ethnologen Nikolaus Schareika, der in der Kinder-Uni ueber den Alltag in der…

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Forschungsvermittlung einmal anders: Forschungsergebnisse auf Ethno-Kalender

Statt ein Buch zu schreiben oder Zeitschriftartikel oder gewoehnliche Seminararbeiten haben Studierende am Institut für Europäische Ethnologie an der Universität Wien einen Wandkalender erstellt meldet DieUniversitaet-online, die Zeitung der Universität Wien. “Der Kalender ‘Herz 2007’ ist ein Versuch, neue Formate zur Vermittlung wissenschaftlicher Forschung zu erproben, erklärt die Herausgeberin Elisabeth Timm.

Denn die Ergebnisse kulturwissenschaftlicher Forschung sollen auch außerhalb der Universität nutzbar gemacht werden”, sagt sie:

“Das Studienprojekt nutzt das Format eines Wandkalenders auch deshalb, weil wir es für notwendig halten, dass die Europäische Ethnologie als empirische Kulturwissenschaft solche populären Medien nicht nur untersucht, sondern sie auch für die Popularisierung ihrer wissenschaftlichen Erkenntnisse einsetzt.”

Der Kalender dokumentiert auf zwölf Monatsblättern Forschungen zur Geschichte und Gegenwart des Herzens als Organ und als Symbol:

“Im Mittelpunkt der Forschungen stand das Herz als Symbol im Alltag. Jedes Blatt wurde von einem Studierenden betreut, die Themen reichen von “Valentinstag und Muttertag: Das Herz als Angebot” (Mai-Blatt), “Die Nation als Herz, Herz für die Nation” (Oktober-Blatt) oder “Herz als Mahlzeit: zwischen Tabu und regionaler Spezialität” (Dezember-Blatt). Zeitgenössische Zitate, Fotos und Grafiken zur jeweiligen Monatsthematik vermitteln anschaulich die Welt des Herzens.”

>> mehr in der Zeitung “Die Universitaet”

Ueber eine andere innovative Art der Wissensvermittlung war hier kuerzlich zu lesen, siehe Musikethnologie des Alphorns – neue Multimedia-Webseite

Statt ein Buch zu schreiben oder Zeitschriftartikel oder gewoehnliche Seminararbeiten haben Studierende am Institut für Europäische Ethnologie an der Universität Wien einen Wandkalender erstellt meldet DieUniversitaet-online, die Zeitung der Universität Wien. "Der Kalender 'Herz 2007' ist ein Versuch, neue Formate…

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Ethnologen studierten Konsequenzen von Zwangsräumungen

(LINKS AKTUALISIERT 16.1.2022) Von einem guten Beispiel ethnologischer Forschung in Deutschland berichtet Die Welt. Ethnologen der Universität Hamburg gingen unter der Leitung von Waltraud Kokot acht Monate lang der Frage nach, welche Schicksale sich hinter den Räumungs-Statistiken verbergen. Hauptergebnis: Menschen mit Mietschulden bekommen oft nicht die Hilfe, die sie brauchen, und verlieren in der Folge ihre Wohnung.

Wenn der Gerichtsvollzieher vor der Tür steht, so die Forscher, ist das Kind längst in den Brunnen gefallen. “Die Probleme der Menschen fangen viel früher an – auch wenn es den Betroffenen oft nicht bewusst ist”, so Kokot. Fast alle Betroffenen waren arbeitslos und litten unter psychischen Problemen. Viele hatten schon länger Sucht- und Schuldenprobleme.

>> weiter in der Welt

“Eine Zwangsräumung mitzuerleben war das Bedrückendste, was ich bei meiner Forschung bislang erlebt habe”, sagt Ethnologe Martin Gruber zum Magazin Hinz&Kunzt, in dem mehr ueber die Studie nachzulesen ist. >> weiter bei Hinz&Kunzt

UPDATE: Aufgrund der Studie fordert die SPD besseren Schutz vor Obdachlosigkeit, siehe mehr in der taz

(LINKS AKTUALISIERT 16.1.2022) Von einem guten Beispiel ethnologischer Forschung in Deutschland berichtet Die Welt. Ethnologen der Universität Hamburg gingen unter der Leitung von Waltraud Kokot acht Monate lang der Frage nach, welche Schicksale sich hinter den Räumungs-Statistiken verbergen. Hauptergebnis:…

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Wie wärs mit einem Mercedes-Sarg? Ausstellung in Bern

Begraegnisse in Ghana sind kreative Anlaesse. Die Form des Sarges hat oft mit der Persoenlichkeit des Toten zu tun. In weiten Teilen Ghanas ist es Brauch geworden, die Toten in figürlichen Särgen zu Grabe zu tragen:

Gemäss mündlicher Überlieferung hat den ersten figürlichen Sarg um 1950 ein Schreiner für seine Grossmutter hergestellt – ein Flugzeug zur Erinnerung an ihren Wunschtraum zu Lebzeiten. Ein Fischer wünschte sich bald darauf ein Boot, um auch im Jenseits auf Fischfang zu gehen, die Marktfrau will im Maiskolben bestattet sein, der Militärattache im Gewehr.
(…)
Heute gehören der Mercedes-Sarg, der Huhn-Sarg, der Kakao- oder Auberginen-Sarg zu den Standardmodellen. Für Christen gibts den Bibel-Sarg. Kniffligere Aufträge – ein Uterus-Sarg für Gynäkologen – stammen oft von europäischen Kunden.

Verschiedene Museums-Särge stehen zur Zeit in der Ausstellung Six feet Under im Kunstmuseum Bern. Während Jahren hat die Berner Ethnologin Regula Tschumi in Ghana Feldforschung betrieben. Am Beispiel der Sarg-Kunst zeigt Tschumi, wie seit Jahrhunderten fremde Einflüsse zu einer Dynamik führen, die in Innovationen von lebendiger Frische mündet, schreibt das Tagblatt.

>> zum Bericht im Tagblatt

SIEHE AUCH:

Ghana: Im Kultsarg in den Himmel (ARD Weltspiegel)

Exklusiv ins Jenseits: Ghanas teure Designer-Särge (ZDF Auslandsjournal)

Begräbnis in der Kakaoschote oder im Flugzeug (Ärzte Zeitung)

Ghana: Im Autosarg in den Himmel (NDR)

Völkerkundemuseum der Universität Zürich: Wie ist es im Jenseits und wie gelangt man dorthin?

Begraegnisse in Ghana sind kreative Anlaesse. Die Form des Sarges hat oft mit der Persoenlichkeit des Toten zu tun. In weiten Teilen Ghanas ist es Brauch geworden, die Toten in figürlichen Särgen zu Grabe zu tragen:

Gemäss mündlicher Überlieferung hat den…

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Deutschsprachige Zeitungen zum Tod des Ethnologen Clifford Geertz

Wie bereits erwaehnt, ist der Ethnologe Clifford Geertz im Alter von 80 Jahren verstorben. In mehreren deutschsprachigen Zeitungen sind Nachrufe erschienen:

taz: Der beschreibende Dichter

Frankfurter Rundschau: Der Weltenleser

Tagesspiegel: Der Inspirator

Tagblatt: Der Mensch, das verstrickte Wesen

Der Bund: Einen Hahnenkampf lesen

Berliner Zeitung: Dichte Beschreibung eines Hahnenkampfs

Zu internationalen Reaktionen siehe Beitraege auf Savage Minds: Remembering Clifford Geertz: Some links und Clifford Geertz – Rest In Peace

Wie bereits erwaehnt, ist der Ethnologe Clifford Geertz im Alter von 80 Jahren verstorben. In mehreren deutschsprachigen Zeitungen sind Nachrufe erschienen:

taz: Der beschreibende Dichter

Frankfurter Rundschau: Der Weltenleser

Tagesspiegel: Der Inspirator

Tagblatt: Der Mensch, das verstrickte Wesen

Der Bund: Einen Hahnenkampf lesen

Berliner Zeitung: Dichte…

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