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Pfusch in Ethnologie-Filmen?

Kürzlich waren im Münchner Völkerkundemuseum die “Tage des ethnologischen Films”. U.a wurde der Film “Dead Birds” von Robert Gardner aus dem Jahr 1961 gezeigt, schreibt Pietzler im antropologi.info-Forum. Er ging mit mehreren anderen Leuten nicht gerade begeistert nach Hause. Denn der Film, behauptet er, ist inszenmiert. Die Dani, die Gardner filmte, wussten nicht dass ein Film über sie gedreht wurde. Gardner wollte sie in ihrer Welt möglichst wenig stören. Pietzler fragt: Ist es ok, Fremde derart zu bevormunden? Pietzler hat noch mehrere kritische Aspekte im Film entdeckt >> weiter im Forum

Kürzlich waren im Münchner Völkerkundemuseum die "Tage des ethnologischen Films". U.a wurde der Film "Dead Birds" von Robert Gardner aus dem Jahr 1961 gezeigt, schreibt Pietzler im antropologi.info-Forum. Er ging mit mehreren anderen Leuten nicht gerade begeistert nach Hause. Denn…

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Neuer dtv-Atlas Ethnologie verhöhnt die Leserschaft?

(via ethno::log) “Die universitäre Bildung ist durch PowerPoint-Denken und infantilisierende Veranschaulichung gefährdet”, schreibt die Sueddeutsche in ihrem Text ueber den neuen dtv-Atlas Ethnologie.

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Die Sueddeutsche geht nicht gnaedig mit dem Buch um:

Man muss kein platonischer Bilderhasser sein, um in der Art und Weise, wie hier Theorien und Methoden des Faches in Was-ist-was-Bildchen umgesetzt werden, eine groteske Verhöhnung der Studierfähigkeit der vorgestellten Zielgruppe zu sehen.

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Nachdem ich die beiden Abbildungen aus dem Buch in der Sueddeutschen gesehen habe, war mein erster Gedanke: Stammt das Buch aus dem 19. Jahrhundert? Soll Kolonialbeamten mit geringer Schulbildung das Verhalten der “Wilden” naehergebracht werden? Doch man soll ein Buch nicht beurteilen, ohne es gelesen zu haben. Vielleicht sind die anderen Illustrationen gluecklicher gewaehlt. Und vielleicht ist der Text ja annehmbar (deutsche Ethnologie-Lehrbuecher sind in der Regel schlecht und veraltet). Das Inhaltsverzeichnis sind z.T vielversprechend aus. Hervorzuheben ist die Behandlung nationaler Fachtraditionen (Frankreich, Russland, Brasilien, Japan, Indien, Native Anthropology etc). Im Vorwort wird viel Wert auf eine interdisziplinaere Perspektive gelegt.

Skeptisch macht einem jedoch das Titelblatt – in Zeiten wo Ethnologen ihre Feldarbeit in Shoppingzentren, Computerfirmen und Fussfallvereinen machen, ziert dennoch einer jener “edlen Wilden” das Cover.

>> zur Besprechung des Buches in der Sueddeutschen

Der Autor – Dieter Haller – hat uebrigens eine eigene Homepage mit nuetzlicher Linksammlung

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(via ethno::log) "Die universitäre Bildung ist durch PowerPoint-Denken und infantilisierende Veranschaulichung gefährdet", schreibt die Sueddeutsche in ihrem Text ueber den neuen dtv-Atlas Ethnologie.

Die Sueddeutsche geht nicht gnaedig mit dem Buch um:

Man muss kein platonischer Bilderhasser sein, um in der Art…

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Kulturwandel: Sind Initiativbewerbungen out?

Frueher wurde uns geraten, Initiative zu zeigen, nicht auf Stellenausschreibungen zu warten, sondern im voraus mit aktuellen Firmen Kontakt aufzunehmen. Ist dem nicht mehr so?

Die Massenarbeitslosigkeit in Deutschland scheint die Bewerbungskultur zu veraendern. Mir sind mehrere Geschichten zu Ohren gekommen, in denen Versender von Initiativbewerbungen unfreundliche Antworten bekommen haben. Die Stadt Ulm z.B. soll sehr unhoeflich geantwortet haben. Man solle es unterlassen, sich blind zu bewerben und darauf warten, dass Stellen ausgeschrieben werden (mundliche Kommunikation).

Gleichzeitig entstehen neue Traditionen: “Skurrile Angebote wie die Absageagentur im Internet (von Ethnologen gegruendet) liegen im Trend”, schrieb kuerzlch der VDI (Verein deutscher Ingenieure). Im Artikel wird u.a. die Seite www.jubdumping.de erwaehnt, wo Arbeitskraft zu ver- und ersteigern ist. Auf suchbrett.de und www.einfach-leben.de/ werden Graphikdesign und Entwicklungshilfe in Afrika verscherbelt, erfahren wir.

>> zum Artikel: Skurrile Angebote wie die Absageagentur im Internet liegen im Trend

Wie bereits gemeldet, haben Arbeitslose Akademiker sich selbst auf einer Messe ausgestellt.

Frueher wurde uns geraten, Initiative zu zeigen, nicht auf Stellenausschreibungen zu warten, sondern im voraus mit aktuellen Firmen Kontakt aufzunehmen. Ist dem nicht mehr so?

Die Massenarbeitslosigkeit in Deutschland scheint die Bewerbungskultur zu veraendern. Mir sind mehrere Geschichten zu Ohren…

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Ethnologe Thomas Hauschild: Böser Blick nicht nur im Mittelmeer

Den bösen Blick gibt es ueberall:

Sogar in der heutigen, völlig durchbebilderten Welt fühlen sich Großstadtmenschen durch Blicke oft belästigt, visuell bedrängt. Bedrohlich ist, dass jemand etwas an einem sieht, was er nicht sehen soll. Das unangenehme Gefühl führt dann zu Kopfschmerzen, Verspannungen. Menschen, die durch einen bösen Blick verletzt wurden, werden in fast allen Kulturen auf die gleiche Weise geheilt.

Das sagt Ethnologe Thomas Hauschild im Blatt Die Presse anlaessichlich des Symposiums “Kulturen des Blicks”.

Eine andere Gemeinsamkeit in Kulturen des Blickes: Das Vermeiden von Blickkontakt (z.B. durch Verschleierung) – gerade Frauen gegenueber, spielt sowohl im Islam wie im Christentum eine Rolle:

“Es gibt Nonnen, etwa die Theresianerinnen, denen man nicht ins Gesicht schauen darf. Will man mit ihnen sprechen, geht das nur durch eine Trennwand.” Vergessen werde oft, dass es in Europa bis in die 1950er Jahre üblich war, dass Frauen ihre Haare verschleierten, Kopftücher trugen. “Wer das nicht tat, wurde als Prostituierte angesehen.”

>> mehr in der Presse

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Der böse Blick auf der Bruggeralm (sagen.at)

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Kulturwissenschaftliche Weblog- und Technikforschung: Tagungspapiere sind online!

Vom 25.–27. November findet in Hamburg der „Kongress Kulturwissenschaftliche Technikforschung“ statt. Die Veranstalter haben mehrere Texte, darunter auch ethnologische, bereits ins Netz gestellt – sehr vorbildlich!!

Ausserdem, schreiben die Veranstalter in ihrem Blog, hat das kulturwissenschaftlich-sozialwissenschaftliche Online-Journal kommunikation@gesellschaft heute einen Schwerpunkt unter dem Titel “Erkundungen des Bloggens. Sozialwissenschaftliche Ansätze und Perspektiven der Weblogforschung” im Netz veroeffentlicht. Viel zum Lesen, mit anderen Worten!

Vom 25.–27. November findet in Hamburg der „Kongress Kulturwissenschaftliche Technikforschung“ statt. Die Veranstalter haben mehrere Texte, darunter auch ethnologische, bereits ins Netz gestellt - sehr vorbildlich!!

Ausserdem, schreiben die Veranstalter in ihrem Blog, hat das kulturwissenschaftlich-sozialwissenschaftliche Online-Journal kommunikation@gesellschaft heute einen…

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