search expand

Vor 100 Jahren: Maji-Maji-Krieg in “Deutsch-Ostafrika”

ORF Science

Vor hundert Jahren wurde ein besonders blutiges Kapitel der Kolonialgeschichte Europas geschrieben, das heute ziemlich in Vergessenheit geraten ist. Die einheimische Bevölkerung des heutigen Tansania – damals “Deutsch-Ostafrika” – erhob sich gegen ihre deutschen Besatzer. Zwei Jahre dauerte der ungleiche Kampf, bei dem vermutlich 100.000 Einheimische getötet wurden – aber nur 15 Europäer.

Ein soeben erschienenes Buch geht den Geschehnissen in Afrika zum 100. Jahrestag des Beginns des Maji-Maji-Krieges nach, das von der Historikerin Felicitas Becker und dem Ethnologen Jigal Beez herausgegeben wurde. Der Maji-Maji-Krieg war “die erste antikoloniale Erhebung, bei der sich viele unterschiedliche Völker – insgesamt etwa 20 – gemeinsam gegen die Kolonialherrschaft zur Wehr setzten”, so Jigal Beez in seinem Buchbeitrag.

Von Beginn an geprägt war das Verhältnis von einem absoluten Überheblichkeitsgefühl der weißen Kolonialherren gegenüber den Afrikanern. Gerechtfertigt wurden damit Landenteignung, körperliche und psychische Gewalt, Zwangsarbeit auf Plantagen und – last but not least – auch die Einhebung von Steuern. >> weiter

ORF Science

Vor hundert Jahren wurde ein besonders blutiges Kapitel der Kolonialgeschichte Europas geschrieben, das heute ziemlich in Vergessenheit geraten ist. Die einheimische Bevölkerung des heutigen Tansania - damals "Deutsch-Ostafrika" - erhob sich gegen ihre deutschen Besatzer. Zwei Jahre dauerte der…

Read more

Christen und Muslime tun sich schwer in Ostafrika

Deutsche Welle

In Kenia und Tansania hat der Islam immer mehr Zulauf – mehr, als den Christen lieb ist. Beide Seiten werben um Anhänger, sogar mit billigem Wohnraum, Krediten und Kirchenbau-Wettstreit. Im jetzt entbrannten Streit um die Verfassung, die Einführung der Scharia und die Anerkennung der Kadi-Courts stehen sich die Lager unversöhnlich gegenüber.

“Sicherlich ist das der Wunsch nach einer institutionellen Anerkennung von Muslimen und des Islam in Kenia”, erklärt die Ethnologin Tabea Scharrer von der Humboldt-Universität Berlin. “Und das ist sicher auch eine gesellschaftliche Chance zum Zusammenwachsen.” Tabea Scharrer und ihr Kollege Chanfi Ahmed beschäftigen sich mit islamischer Missionierung in Ostafrika und sind beide von einem längeren Forschungsaufenthalt in der Region zurückgekehrt. >> weiter

SIEHE AUCH:
Info zum Forschungsprojekt “Islamische Mission im multikonfessionellen Kontext Ostafrikas”

Deutsche Welle

In Kenia und Tansania hat der Islam immer mehr Zulauf - mehr, als den Christen lieb ist. Beide Seiten werben um Anhänger, sogar mit billigem Wohnraum, Krediten und Kirchenbau-Wettstreit. Im jetzt entbrannten Streit um die Verfassung, die Einführung der…

Read more

Transnationale Migration – eine vielversprechende Perspektive?

Barbara Luethi (Uni Basel), geschichte.transnational

Die Analyse von Migration als ein transnationales Phänomen ist bereits länger Gegenstand der Migrationsforschung. Folgende Ausführungen beleuchten die potentiellen Erkenntnisgewinne wie auch Problematiken einer transnationalen Perspektive innerhalb der Migrationsforschung.

Anknüpfend an Netzwerktheorien erlebte die Migrationsforschung einen neuen “turn”, in dem die Autorinnen Glick Schiller, Szanton Blanc und Basch “transnationale Migration” als grenzüberschreitende Prozesse von Migrantengruppen beschrieben, deren soziale Beziehungen und Praktiken mindestens zwei oder mehrere Staaten verbinden. Ziel der Autorinnen war es, das in der Migrationsforschung vorherrschende binäre Modell von “Emigration” und “Immigration”, von “push” und “pull”-Faktoren zu überwinden und auf die länderübergreifenden Praktiken von Migranten aufmerksam zu machen. >> weiter

PS: geschichte.transnational ist eine ganz fantastische Webseite mit einer Fuelle von Artikeln und Buchbesprechungen!! Ein gutes Beispiel dafuer, wie man das Netz sinnvoll wissenschaftlich nutzen kann.

Barbara Luethi (Uni Basel), geschichte.transnational

Die Analyse von Migration als ein transnationales Phänomen ist bereits länger Gegenstand der Migrationsforschung. Folgende Ausführungen beleuchten die potentiellen Erkenntnisgewinne wie auch Problematiken einer transnationalen Perspektive innerhalb der Migrationsforschung.

Anknüpfend an Netzwerktheorien erlebte die Migrationsforschung einen neuen…

Read more

Was haben afrikanische und appenzellische Heiler gemeinsam?

Ethnologe David Signer, St.Galler Tagblatt

Es ist verblüffend, wie viele Parallelen es zwischen dem afrikanischen und dem appenzellischen Heilwesen gibt. Ich habe von 1997 bis 2000 in mehreren westafrikanischen Ländern eine Forschung zum Thema Heiler und Hexer durchgeführt. Vor kurzem las ich nun den Aufsatz «För Hitz ond Brand» über Gebetsheilerinnen und Gebetsheiler in Appenzell Innerrhoden von Roland Inauen und fühlte mich dabei geradezu in die tropischen Dörfer zurückversetzt! Noch bis weit ins 20. Jahrhundert war der Glaube an Hexerei auch im Appenzellerland ziemlich verbreitet. >> weiter (Link aktualisiert mit Kopie)

SIEHE AUCH
NZZ über David Signer, Hexerei und soziokulturelle Faktoren von Armut in Afrika

Ethnologe David Signer, St.Galler Tagblatt

Es ist verblüffend, wie viele Parallelen es zwischen dem afrikanischen und dem appenzellischen Heilwesen gibt. Ich habe von 1997 bis 2000 in mehreren westafrikanischen Ländern eine Forschung zum Thema Heiler und Hexer durchgeführt. Vor kurzem las…

Read more

UPDATE2: African Village eröffnet, Aussteller zeigen kein Verständnis für Kritik

In der ganzen Welt erregte das afrikanische Dorf im Augsburger Zoo Aufsehen und der Zoodirektorin wurde Rassismus vorgeworfen. Doch wie eine Bekannte, die den Zoo gestern besuchte, herausbekam, verstehen die afrikanischen Aussteller die Kritik nicht. Sie sind wegen des Geldverdienens da, und ob sie ihre Ringe im Zoo oder in der Einkaufsstrasse verkaufen, spielt für sie keine Rolle. Ausserdem “lieben Afrikaner Tiere”, bekam sie zu hören. Jeder Clan habe seinen eigenes Totemtier, das man wie einen Bruder behandele.

Jede Menge Journalisten waren bei der Eröffnung gestern zugegen, siehe u.a. Sueddeutsche Zeitung: Skandal im Zoo. “Das ist kein ´afrikanisches Dorf´, sondern ein ´African Village´ und Interview mit Norbert Finzsch: “Man kann nicht so tun, als bestünde Afrika nur aus Savanne”. Inzwischen berichtet auch die BBC darueber.

In der Augsburger Zeitung wird von fröhlichen Besuchern und Händlern berichtet: “Ich fühle mich nicht als Schauobjekt”, sagt Marieme Dia aus dem Senegal. “Afrika muss seine Waren verkaufen.” Und Kulturwissenschaftsstudentin Annariitta Grzonka kommentiert selbskritisch auf Ethno::log:

“Erinnert mich irgendwie mehr an Afrika Stände auf einem kommerziellen multikulti Stadtfest als an eine Völkerschau aus dem 19. Jahrhundert. (…) Ich möchte nicht die Reproduktion von Stereotypen und Reduktionen durch die Veranstaltung infrage stellen, nur wäre es angesichts der internationalen Diskussion und Aufmerksamkeit, die das African Village entfacht hat, angebracht genau hinzuschauen, um was für eine Art event es sich hier handelt.”

UPDATE 20.6.05:
Radio interview on African Village/ “Germans & Japanese less sensitive about race”

UPDATE 14.6.05: Bayerische Ausländerbeiräte üben scharfe Kritik an der Veranstaltung “African Village” (Der Standard, Wien)

UPDATE 13.6.: African Festival im Zoo in Detroit, African Nights im Londoner Zoo

UPDATE 11./12. 6.05: Noch kritischer über den Protest schreibt Jörg Schallenberg in der taz vom 11.6. : “Vor Ort entpuppt sich der hitzige öffentliche Streit um das “African Village” im Tierpark von Augsburg lediglich als Lehrstück über Arroganz und Ignoranz aller Beteiligten”, denn das afrikanische Village gibt es gar nicht: “Was vom “Skandal” übrig bleiben wird, ist das Befremden darüber, wie schnell die Arroganz der Kritiker die Ignoranz der Veranstalter eingeholt hat.”

UPDATE 12.6.05: Der Spiegel kommt zu einem aehnlichen Schluss: “Was bleibt vom Vorwurf des Kolonialismus, des Rassismus, der Menschenverachtung? Wenig bis gar nichts. Nur die Verbindung von “Afrika” und “Zoo” provoziert ungute Assoziationen und zeigt, wie nahe “Political correctness” und Hysterie beieinander liegen. Bei jedem “Karneval der Kulturen” in Berlin kommen mehr Rassismus, Sexismus und Voyeurismus zum Zuge als im “African Village”, das bis gestern Abend gezeigt wurde. ”

Wogegen zamamba auf ethno::log darauf hinweist: Dennoch ist das ganze bei weitem nicht so harmlos wie es aussieht, denn allem Anschein nach sieht es zwar aus wie ein afrikanischer Markt im 21. Jahrhundert, aber die Gedankenwelten und reproduzierten Stereotypen könnten ganz genau die gleichen sein, wie die des 19. Jahrhunderts, die sich bis heute anscheinend nur wenig verändert erhalten haben.

SIEHE AUCH:
Bewusster oder unbewusster Rassismus? Proteste gegen “African Village” im Zoo (Kommentar und Linksammlung)

In der ganzen Welt erregte das afrikanische Dorf im Augsburger Zoo Aufsehen und der Zoodirektorin wurde Rassismus vorgeworfen. Doch wie eine Bekannte, die den Zoo gestern besuchte, herausbekam, verstehen die afrikanischen Aussteller die Kritik nicht. Sie sind wegen des Geldverdienens…

Read more