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Kein Ethnologiestudium mehr an der Uni Göttingen

Keine guten Zukunftsaussichten scheint das Ethnologiestudium im deutschsprachigem Raum zu haben. Politiker und Rektoren setzten an unserem Fach immer gleich als erstes den Rotstift an. In Göttingen soll die Ethnologie geschlossen werden, und die Studenten resignieren, ueberlegen ob es nach all den Protesten noch Sinn macht in Göttingen zu bleiben, schreibt das Hamburger Abendblatt.

Leider kommen keine Ethnologen in der Reportage zu Wort, der Artikel fokussiert auf die Politologie, die auch geschlossen wird. Die bekannten Politikwissenschaftler Peter Lösche, Franz Walter (beide Parteienforschung) und Bassam Tibi (internationale Beziehungen) wehren sich vielleicht auch lautstaerker gegen den Kahlschlag?

Statt zusammenzuhalten und gemeinsam mehr Geld fuer die Forschung zu fordern, beschimpfen sich die Fakultaeten gegenseitig. Manche Naturwissenschaftler haben ein merkwuerdiges Verstaendnis von der Rolle von Wissenschaft:

“Der Professor der Biochemie nennt seine Kollegen “Feuilletonpolitologen”, die wie Lösche und Tibi im Fernsehen profunde Analysen abgeben oder wie Walter kluge Zeitungsbeiträge – auch im Hamburger Abendblatt – liefern, statt Aufsätze für die Fachwelt zu schreiben. Die Politologen ihrerseits vermuten, daß Figura als Naturwissenschaftler die Geisteswissenschaftler einfach nicht versteht.”

>> weiter zur Geschichte im Hamburger Abendblatt

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Eine Schweizer Migrantin in Deutschland ueber Integration und Identitaet

Es tut immer gut, seine eigene Gesellschaft oder das vermeintlich bekannte zu exotisieren. Migranten, das sind nicht nur Tuerken oder Pakistaner, sondern auch die Leute aus dem Nachbarland. Einige Aussagen der von Swissinfo portraitierten Schweizer Migrantin, die nach Deutschland gezogen ist, koennten auch aus einem Interview mit einer Tuerkin stammen:

Dass sie einen Deutschen heiratete und wegging, war für ihr Umfeld nicht einfach. “Für meine Mutter war es am Anfang schwer.” Das habe sich dann zum Glück bald geändert, denn sie “liebte ihren Schwiegersohn”, sagt Ruth Ziegler mit einem Zwinkern zu ihrem Ehemann.

(…)

Schattenseiten gebe es überall, sagt Ziegler. “Als Fremde muss ich mich anpassen, nicht mein Gastland.” Und: “Meine Heimat ist die Schweiz, doch zu Hause bin ich hier.”

Wir erfahren auch, dass es Freiburg – nur 60km von der Schweiz entfernt, einen Schweizer Verein gibt.

>> weiter bei Swissinfo: “”Ich bin Gast, aber keine Ausländerin”” (Link aktualisiert)

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Studenten besetzen Universitätspräsidium in Göttingen – Sozialwissenschaften droht das Aus

In Göttingen haben 60 bis 70 Studierende das Universitätspräsidium besetzt, meldet der Deutschlandfunk. Die Uni will mehrere sozialwissenschaftliche Faecher kuerzen. Gestaerkt werden sollen Fächer, die in Forschung und Lehre herausragend sind. Ueberraschenderweise gehoeren Ethnologie (und Soziologie) zu den Faechern die bestehen bleiben. Der vom Radio befragte Göttinger Parteienforscher Franz Walter weist auf eine beunruhigende Tendenz hin, die wir schon in frueheren Beitragen beobachten konnten:

“In diesem Land spürt man Konjunktur der Naturwissenschaftler. Die Kanzlerin ist Naturwissenschaftlerin, der Chef der Opposition ist Ingenieur. Das ist Trend, weil Naturwissenschaften sind wichtig für ökonomisches Wachstum während Geisteswissenschaften, Orchideen sind, Dinge deuten, Kultur bringen. Das ist im Moment Trend aber in 10 Jahren auch wieder vorbei. Dann sieht man, welche ungeheuren Löcher man geschlagen hat in diese Kultur. Aber im Moment sieht es schlecht für uns aus.”

>> weiter im Deutschlandfunk

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Kulturwandel: Sind Initiativbewerbungen out?

Frueher wurde uns geraten, Initiative zu zeigen, nicht auf Stellenausschreibungen zu warten, sondern im voraus mit aktuellen Firmen Kontakt aufzunehmen. Ist dem nicht mehr so?

Die Massenarbeitslosigkeit in Deutschland scheint die Bewerbungskultur zu veraendern. Mir sind mehrere Geschichten zu Ohren gekommen, in denen Versender von Initiativbewerbungen unfreundliche Antworten bekommen haben. Die Stadt Ulm z.B. soll sehr unhoeflich geantwortet haben. Man solle es unterlassen, sich blind zu bewerben und darauf warten, dass Stellen ausgeschrieben werden (mundliche Kommunikation).

Gleichzeitig entstehen neue Traditionen: “Skurrile Angebote wie die Absageagentur im Internet (von Ethnologen gegruendet) liegen im Trend”, schrieb kuerzlch der VDI (Verein deutscher Ingenieure). Im Artikel wird u.a. die Seite www.jubdumping.de erwaehnt, wo Arbeitskraft zu ver- und ersteigern ist. Auf suchbrett.de und www.einfach-leben.de/ werden Graphikdesign und Entwicklungshilfe in Afrika verscherbelt, erfahren wir.

>> zum Artikel: Skurrile Angebote wie die Absageagentur im Internet liegen im Trend

Wie bereits gemeldet, haben Arbeitslose Akademiker sich selbst auf einer Messe ausgestellt.

Frueher wurde uns geraten, Initiative zu zeigen, nicht auf Stellenausschreibungen zu warten, sondern im voraus mit aktuellen Firmen Kontakt aufzunehmen. Ist dem nicht mehr so?

Die Massenarbeitslosigkeit in Deutschland scheint die Bewerbungskultur zu veraendern. Mir sind mehrere Geschichten zu Ohren…

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Ethnologe Thomas Hauschild: Böser Blick nicht nur im Mittelmeer

Den bösen Blick gibt es ueberall:

Sogar in der heutigen, völlig durchbebilderten Welt fühlen sich Großstadtmenschen durch Blicke oft belästigt, visuell bedrängt. Bedrohlich ist, dass jemand etwas an einem sieht, was er nicht sehen soll. Das unangenehme Gefühl führt dann zu Kopfschmerzen, Verspannungen. Menschen, die durch einen bösen Blick verletzt wurden, werden in fast allen Kulturen auf die gleiche Weise geheilt.

Das sagt Ethnologe Thomas Hauschild im Blatt Die Presse anlaessichlich des Symposiums “Kulturen des Blicks”.

Eine andere Gemeinsamkeit in Kulturen des Blickes: Das Vermeiden von Blickkontakt (z.B. durch Verschleierung) – gerade Frauen gegenueber, spielt sowohl im Islam wie im Christentum eine Rolle:

“Es gibt Nonnen, etwa die Theresianerinnen, denen man nicht ins Gesicht schauen darf. Will man mit ihnen sprechen, geht das nur durch eine Trennwand.” Vergessen werde oft, dass es in Europa bis in die 1950er Jahre üblich war, dass Frauen ihre Haare verschleierten, Kopftücher trugen. “Wer das nicht tat, wurde als Prostituierte angesehen.”

>> mehr in der Presse

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