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Wie das Militär an deutschen Hochschulen Fuss fasst

In einem ausführlichen Aufsatz in der Jungen Welt zeigt Politologe Peer Heinelt wie das Militär zunehmend die Forschungsthemen an deutschen Universitäten bestimmt.

Bestimmungen, die Universitäten auf eine ausschließlich zivilen Zwecken dienende Forschung verpflichten, seien häufig blosse Makulatur.

Heinelt erwähnt u.a. die am Institut für Sozialwissenschaften der Uni Oldenburg angesiedelte Arbeitsstelle Interventionskultur. Über das »Netzwerk Interventionskultur« sei sie mit dem Sonderforschungsbereich 700 der Freien Universität Berlin Governance in Räumen begrenzter Staatlichkeit und dem “massgeblich” von der Bundeswehr gestalteten Studiengang Military Studies an der Universität Potsdam verbunden.

Die Kontroversen um die Bundeswehr-Ethnologin Monika Lanik, die an der Universität Tübingen ein Seminar leitete und auch später an der Uni München Werbung für Karriere in der Bundeswehr machte, darf natürlich nicht fehlen.

Im Projekt AirShield an der Technischen Universität Berlin wird kräftig an der Entwicklung von Drohnen geforscht. Dies obwohl die Zivilklausel Rüstungsforschung untersagt.

Alle sogenannten “sicherheitsrelevanten” Entwicklungsvorhaben werden daher zudem von einer Akzeptanzforschung begleitet, wo sicher auch Ethnologen stets gefragt sind.

>> mehr in der Jungen Welt

Heinelt hielt bei den diesjährigen Ostermärschen einen Appell über „Zivil-militärische Zusammenarbeit”

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Immer mehr Ethnologinnen bei der Bundeswehr

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In einem ausführlichen Aufsatz in der Jungen Welt zeigt Politologe Peer Heinelt wie das Militär zunehmend die Forschungsthemen an deutschen Universitäten bestimmt.

Bestimmungen, die Universitäten auf eine ausschließlich zivilen Zwecken dienende Forschung verpflichten, seien häufig blosse Makulatur.

Heinelt erwähnt…

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Ethnografie über Liebessuche im Netz

Die ZEIT interviewt die Ethnologin Julia Dombrowski über ihre Forschung auf Dating-Seiten im Netz. Sie promovierte 2009 an der Universität Bremen.

Wie so oft, so fordert ethnologische Forschung Voruteile heraus – in diesem Falle auch die Vorurteile der Forscherin:

Ich war wirklich überrascht, wie rational die Gründe für die Partnersuche im Internet einerseits sind, und wie emotional die Kontakte andererseits sind. Online-Dating ist keineswegs oberflächlich. Ich hätte vor der Untersuchung nicht an eine solche Gefühlsintensität beim Online-Dating geglaubt, was Freude, Enttäuschung und Ablehnung angeht.
Außerdem fand ich erstaunlich, dass die Leute so reflektiert mit den Partnerbörsen im Netz umgehen. Ich dachte, das würde alles wesentlich ungefilterter, undurchdachter passieren.

>> weiter in der ZEIT

Im Januar 2011 erscheint ihr Buch Die Suche nach der Liebe im Netz: Eine Ethnographie des Online-Datings

Für die unter uns, die sich auf solchen Seiten eine Weile aufgehalten haben, ist diese “Rationalität” nicht besonders erstaunlich. Erstaunt war ich dagegen von den konservativen (Familien-)Werten, die auf vielen Profilen kommuniziert wurden.

AKTUALISIERUNG: Interview mit Julia Dombrowski in der Sueddeutschen (14.2.2011)

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Anthropological research: Online dating as disappointing as the real-life dating scene

Sexual anthropologist explains how technology changes dating, love and relationships

Researched the sexual revolution in Iran

Die ZEIT interviewt die Ethnologin Julia Dombrowski über ihre Forschung auf Dating-Seiten im Netz. Sie promovierte 2009 an der Universität Bremen.

Wie so oft, so fordert ethnologische Forschung Voruteile heraus - in diesem Falle auch die Vorurteile der Forscherin:

Ich…

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Der Wert ethnologischer Krankenhausforschung

Wer ist krank? Wer ist gesund und “normal”, wer ist “verrückt”? Wie kann man Menschen am besten heilen? In der neuesten Ausgabe von Ethmundo erfahren wir mehr über ethnologische Krankenhausforschung und “transkulturelle Psychiatrie”.

In der Medizinethnologie wird seit einigen Jahrzehnten auch die “westliche” Medizin selbst, die sogenannte Biomedizin, erforscht, erklärt Nina Grube:

In der Ethnologie gehen wir davon aus, dass es keine kulturfreien Phänomene, Konzepte und Institutionen gibt. Auch die Biomedizin beruht auf bestimmten kulturellen Vorstellungen, wie dem Glauben an eine Trennung von Körper und Geist, der Annahme der Objektivität naturwissenschaftlicher Fakten oder der Vorstellung vom menschlichen Körper als einer Art Maschine, die man reparieren kann.

Ethnographische Untersuchungen von Krankenhäusern, so Grube weiter, fanden bis auf wenige Ausnahmen in der Sozialanthropologie lange Zeit kaum Beachtung. Es existieren grosse Forschungslücken – zum einen weil Krankenhäuser für manche Ethnologen nicht exotisch genug sind, zum anderen weil Krankenhäuser stark hierarchisch strukturierte und geschlossene Institutionen sind, die Forscher kaum oder nur unter großen Auflagen zulassen.

Sie schreibt über ihre jetzige Forschung in Berlin:

Für mich stand bei meiner Forschung besonders die Frage im Mittelpunkt, wie Mitarbeiter, Patienten und Angehörige mit kulturellen Differenzen in der Psychiatrie umgehen. Meine bisher ausgewerteten Ergebnisse legen in der Tendenz den Schluss nahe, dass diese Differenzen, entgegen meiner Annahmen, kaum eine Rolle spielen. Die Psychiatrie schafft hingegen selbst eine “klinische Kultur”, versteht sich jedoch als kulturlos, wissenschaftlich-objektiv und universell.

>> weiter in Ethmundo

Dieser Anspruch, kulturlos und universell zu sein, ist problematisch, meint Helene Basu. Sie bietet regelmässig Lehrveranstaltungen in Transkultureller Psychiatrie an der Uni Münster an. Die Medizinethnologie hinterfragt den alleinigen Gültigkeitsanspruch der Biomedizin und der Psychiatrie, erklärt sie:

Die Biomedizin erhebt den Anspruch, wissenschaftlich zu sein und rationale, wahre Erklärungsmodelle anzubieten, während alles, was davon abweicht, als Glaube betrachtet wird – im besten Falle Placebo und im schlimmsten Falle einfach abergläubisch und rückständig.

Da ist die Ethnologie sehr kritisch, wobei man nicht leugnen kann: Wenn man sich zum Beispiel ein Bein bricht, geht man eher ins Krankenhaus als zu einem Heiler. So sehen es durchaus auch viele Menschen in Indien. Medizinischer Pluralismus ermöglicht vielfältige Handlungsweisen. Eine Schwarz-Weiß-Sicht wäre da unangebracht.

>> weiter in Ethmundo

Basus Forschung ist übrigens Teil eines Exzellenzclusters mit einem Titel, der eigentlich der einer Vergangenheit angehört, von der sich unser Fach distanziert: Religion and Politics in Pre-Modern and Modern Cultures.

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Medicine as power: “Creates new categories of sick people”

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Ueber Heiler und Gesundbeter: Ethnologin schreibt Bestseller

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Wer ist krank? Wer ist gesund und "normal", wer ist "verrückt"? Wie kann man Menschen am besten heilen? In der neuesten Ausgabe von Ethmundo erfahren wir mehr über ethnologische Krankenhausforschung und "transkulturelle Psychiatrie".

In der Medizinethnologie wird seit einigen Jahrzehnten auch…

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Stadtethnologie: Münchner Stüberl meets Techno-Underground

Drei Artikel über ethnologische Stadtforschung sind in den vergangenen Tagen in den Medien erschienen. Im Freitag har Ethnologe Johannes Lauer einen wunderbaren Text über seine Forschung in Münchner Stüberl (Kneipen / Beizen) geschrieben. Diese Stüberl sind Orte, an den Stadtteil- und Arbeiterkultur gelebt wird, so Lauer. Vor fünf Jahren hatte er eine Magisterarbeit darüber verfasst, nun hat er die Orte seiner Forschung nochmal besucht.

Die faz bespricht Kosmonauten des Underground von Anja Schwanhäußer – eine ethnologische Studie des Techno-Szene in Berlin, eine völlig andere Welt. Das Buch ist vor einer Weile bereits in der taz vorgestellt worden. Ein ausführliches Interview hat jetzt.de mit ihr geführt.

Dazu passt perferkt der Übersichtsartikel des Deutschlandradios: Im Dickicht der Strassencafes: Ethnologie der Stadt. Ethnologe Wolfgang Kaschuba erzählt hier von neuen Entwicklungen in unseren Städten, von einer grösseren Vielfalt an Lebensformen, Mediterranisierung der Innerstädte und “Urban Gardening”. Sabine Hess, Leiterin der Ausstellung Crossing Munich, erinnert an den Beitrag von Migranten in der Stadtentwicklung. In München erbauten im 18. und 19. Jahrhundert zugereiste Italiener die Paläste der Stadt, im letzten Jahrhundert Gastarbeiter das Olympiastadion und die U-Bahn.

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Zentrale Lage, menschenleer: Ausstellung Schrumpfende Städte (Berlin)

Das Potenzial der Wirtschaftskrise – Riesen-Forschungsprojekt in Wittenberge zu Ende

Eine “grossartige” Ethnographie über die Dinge in unseren Wohnungen

“Punk-Gesetz eine Schande” – Kulturwissenschaftler studierten Grazer Punk-Szene

Was suchen Ethnologen im Unterholz der Metropole? Der Zauber der Stadtforschung

Urban anthropologist: “Recognize that people want to come to the big cities”

“Untouched” Amazone hosted large cities – a model for the future?

Drei Artikel über ethnologische Stadtforschung sind in den vergangenen Tagen in den Medien erschienen. Im Freitag har Ethnologe Johannes Lauer einen wunderbaren Text über seine Forschung in Münchner Stüberl (Kneipen / Beizen) geschrieben. Diese Stüberl sind Orte, an den Stadtteil-…

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Frauen auf dem Land: 150 Jahre Multitasking

Eineinhalb Jahre hat Ethnologin Annegret Braun Geschichte und Leben von Frauen auf dem Land studiert und Bäuerinnen zu ihrem Alltag auf Hof und Feld befragt. Ihr Buch “Frauen auf dem Land” wird im Standard wärmstens emphohlen. Sie wurde auch auf SWR4 interviewt

“Das Leben von Frauen auf dem Land war und ist vielschichtig, spannend, weit weg vom Klischee”, schreibt der Reutlinger Generalanzeiger über das Buch. Das Leben auf dem Land zwischen Melkschemel, Feldarbeit und Hühnerstall bot überraschende berufliche Perspektiven.

Annegret Braun ist übrigens selbst auf einem Bauernhof aufgewachsen.

Wie ein Blick in das Buch verrät, haben wir es hier nicht mit einer traditionellen Monografie zu tun!

SIEHE AUCH:

Vergessene Vielfalt: Ethnologin studiert 70jährige Bäuerinnen in Bayern

“Globalisierung macht Hirtenkultur cool”

Widerlegen den Mythos vom “Zerfall der Grossfamilie”

Eineinhalb Jahre hat Ethnologin Annegret Braun Geschichte und Leben von Frauen auf dem Land studiert und Bäuerinnen zu ihrem Alltag auf Hof und Feld befragt. Ihr Buch "Frauen auf dem Land" wird im Standard wärmstens emphohlen. Sie wurde auch auf…

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