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Hybridität ist das Wort der Stunde in der Kulturtheorie -nun auch für Attentäter

Robert Misik, taz

Selbst islamistische Märtyrer schließen typisch deutsche Lebensversicherungen ab: Es gibt keine kulturelle Reinheit. Nicht Fremde begegnen sich, wenn Kulturen aufeinander treffen, in uns steckt der Andere schon drin und wir in ihm. Selbst wenn wir dem “Wilden” begegnen, dann eher unseren Sehnsüchten (bzw. unseren Albträumen) als einer realen, fundamentalen Andersheit. Die Begegnung ist, sogar wenn es todernst wird, immer ein (unbewusstes) ironisches Spiel: Auch wenn wir uns noch so bemühen, mit den Augen des Anderen zu sehen, erblicken wir bisweilen nur, was wir schon im Auge haben. >> weiter

Robert Misik, taz

Selbst islamistische Märtyrer schließen typisch deutsche Lebensversicherungen ab: Es gibt keine kulturelle Reinheit. Nicht Fremde begegnen sich, wenn Kulturen aufeinander treffen, in uns steckt der Andere schon drin und wir in ihm. Selbst wenn wir dem "Wilden" begegnen,…

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Ethnologe Werner Schiffauer über Hintergründe von Verbrechen im Namen der Ehre

BerlinOnline

Seit Oktober 2004 sind in Berlin vier Frauen von ihren türkischen Ex-Männer umgebracht worden. In Tempelhof wurde eine junge Türkin vermutlich von ihren Brüdern erschossen. Müssen wir uns an sogenannte Verbrechen im Namen der Ehre gewöhnen? Die Zahlen sind auf jeden Fall alarmierend. Allerdings muss man genau hinblicken und auseinander halten, was tatsächlich ein Ehrverbrechen im klassischen Sinne ist, oder aber ein Mord aus anderen Gründen, der dann als Ehrdelikt ausgegeben wird. >> weiter

SIEHE AUCH:
Werner Schiffauer: Democratic culture and extremist Islam
Veröffentlichungen Prof. Dr. Werner Schiffauer

NACHTRAG (26.2.05):
Scheint sich um ein angesagtes Thema zu handeln. Ethno:log hat noch mehr Artiklel ueber Schiffauer und “Ehrenmorde” entdeckt:

Werner Schiffauer: Schlachtfeld Frau (Sueddeutsche Zeitung, sehr interessant: “Eine dritte, kulturalistische Bewegung führt dazu, dass die jungen Ausländer ihr ethnisches Anderssein betonen. Dafür greifen sie auf kulturelle Elemente zurück, die oft aus dem Kontext gerissen werden – wie Kopftuch und eben Ehre.”)

“Ehrenmord” – In den Fängen einer türkischen Familie (Sueddeutsche Zeitung)

»Wie eine Deutsche« – Erst jetzt wird der »Ehrenmord« zum Politikum (Die Zeit)

AKTUALISIERUNG
Und die taz legt am 28.2. nach mit “Multikulti ist verantwortungslos” – Interview mit Menschenrechtsaktivistin Seyran Ates

BerlinOnline

Seit Oktober 2004 sind in Berlin vier Frauen von ihren türkischen Ex-Männer umgebracht worden. In Tempelhof wurde eine junge Türkin vermutlich von ihren Brüdern erschossen. Müssen wir uns an sogenannte Verbrechen im Namen der Ehre gewöhnen? Die Zahlen sind auf…

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Migrantinnen – Gegen Klischee der Hilflosigkeit

Zofinger Tagblatt

Es gibt Dinge, die ändern sich auch nach 120 Jahren nicht: «Frauen wandern mehr als Männer», konstatierte 1885 der erste Migrationsforscher Ernest George Ravenstein. Diese Beobachtung hat bis heute ihre Gültigkeit bewahrt. Weltweit sind es 50 Prozent Frauen, die aus Arbeitsgründen auswandern. Und bei Flucht, Zwangs- oder Armutsmigration sind es sogar 70 bis 80 Prozent Frauen. Und trotzdem dominiert das Klischee vom heldenhaften – männlichen – Auswanderer, vom Pionier.

«Rund 750 000 Frauen ausländischer Herkunft leben hier, doch die Vielfalt ihrer Lebens- und Arbeitssituation ist einem Grossteil der Bevölkerung fremd», so das Fazit der Ethnologin und Leiterin des Sekretariats der Eidgenössischen Ausländerkommission, Simone Prodolliet.

Die Tagung «Migrantinnen in der Schweiz – ihre Ressourcen und Leistungen», die gestern in Aarau stattfand, hatte denn auch das Ziel, die «bekannte Unbekannte» vorzustellen und «den Rucksack an Erfahrungen und Wissen von Migrantinnen sichtbar zu machen», wie Susanne Seytter, Co-Leiterin der Fachstelle für die Gleichstellung von Frauen und Männern Aargau, sagte. (nicht mehr online)

SIEHE AUCH:
Simone Prodolliet: Ohne Migrantinnen geht wirtschaftlich nichts. Frauen – der blinde Fleck in der Migrationsforschung

Zofinger Tagblatt

Es gibt Dinge, die ändern sich auch nach 120 Jahren nicht: «Frauen wandern mehr als Männer», konstatierte 1885 der erste Migrationsforscher Ernest George Ravenstein. Diese Beobachtung hat bis heute ihre Gültigkeit bewahrt. Weltweit sind es 50 Prozent Frauen, die…

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Ein Schiffsarzt wurde zum Gründervater der Ethnologie in Deutschland

Ärzte Zeitung

Einem exotischen Fach hat der Arzt Adolf Bastian seinen Stempel aufgedrückt: Bastian ist der Begründer der akademischen Ethnologie in Deutschland. Heute jährt sich der Todestag des auf der Insel Trinidad gestorbenen Forschungsreisenden zum 100. Mal.

Die von Bastian angeregten und teils selbst vorgenommenen Sammelaktivitäten bilden den Grundstock des heutigen “Ethnologischen Museums” in Berlin. Bedeutung erlangte seine Lehre von den Elementar- und Völkergedanken. Ausgehend von der Annahme gleichartiger physischer Strukturen bei allen Menschen, leitete Bastian das Vorhandensein einer ebenfalls ursprünglichen psychischen Einheit ab >> weiter

SIEHE AUCH
Adolf Bastians Erbe im Ethnologischen Museum (Ethno::log)

Ärzte Zeitung

Einem exotischen Fach hat der Arzt Adolf Bastian seinen Stempel aufgedrückt: Bastian ist der Begründer der akademischen Ethnologie in Deutschland. Heute jährt sich der Todestag des auf der Insel Trinidad gestorbenen Forschungsreisenden zum 100. Mal.

Die von Bastian angeregten und…

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Folkloristische Ethnologen? Konferenz „Identität versus Globalisierung“

Tagesspiegel

Die Gegenüberstellung von Identität und Globalisierung erwies sich als voreilig. Die Einsicht in den hybriden Charakter kultureller Praktiken mündete in eine Kritik der Ausstellung, in deren Kontext die Konferenz stattfand: „Positionen zeitgenössischer Kunst aus Südostasien“ im Ethnologischen Museum Berlin. Der Bezug auf regionale Identitäten kann verhängnisvoll sein, weil sie folkloristische Stereotypen reproduziert. Und als künstlerische Strategie ist das Beharren auf „Identität“ letztlich ein Widerspruch in sich selbst – da Kunst immer das Offene, das Neue sucht. >> weiter

SIEHE AUCH
Homepage der Tagung und Ausstellung

Tagesspiegel

Die Gegenüberstellung von Identität und Globalisierung erwies sich als voreilig. Die Einsicht in den hybriden Charakter kultureller Praktiken mündete in eine Kritik der Ausstellung, in deren Kontext die Konferenz stattfand: „Positionen zeitgenössischer Kunst aus Südostasien“ im Ethnologischen Museum Berlin. Der…

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