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London Anthropology Day

British Museum, London, 10 July, 9.30-4pm.

Lecturers from 17 university anthropology departments will run interactive workshops covering social, biological, and various other strands of Anthropology. Find out more at www.londonanthropologyday.co.uk.

British Museum, London, 10 July, 9.30-4pm.

Lecturers from 17 university anthropology departments will run interactive workshops covering social, biological, and various other strands of Anthropology. Find out more at www.londonanthropologyday.co.uk.

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One year ago today…


Leaving Paris by train

Today, it is one year since I packed my bags and left the field. I left a little earlier than planned because the field exhausted me and I wanted some calm. The last ten days I had lived in an hotel, because the letting contract had run out and I was not in the mood, nor had the energy, nor the extravertness to ask any of my acquaintances for a place to stay. After sleeping 6 months on the world’s hardest futon four floors above the madness of Rue du Faubourg du Temple, the crammed hotel room with thin walls and slamming doors almost felt like a relief. Instead, I think it was the nature of the fieldwork itself that exhausted me.

In London, I lived in a great flat share (in such a lovely British terraced house with blackbirds, squirrels and cats in the greenery outside my window), where I could withdraw from the maelstrom of the field for some hours or a day or two, with people to share my frustrations and find inspiration. In Paris, I had nothing but aloneness – and probably quite a lot of loneliness – when I refuged from the field. In addition, the field itself was several levels more advanced than what I had sharpened my anthropological tools on in London.

My command of French limited, but had I not chosen to study a group of people whose force was their command of language, game of words and poetry? In London, practically all my “informants” were my peers, in terms of level of education and to some extent social background, and they were no more than ten years older or younger than me. In Paris, the majority hadn’t even finished 12 years of schooling and only a handful had been to university. Instead, many had been through a whole different school of life than I could imagine. In terms of age, they ranged from 20 years younger to 35 years older. Moreover, while my focus of study had been of great interest to the people concerned in London, I never really felt that that was the case in Paris. Perhaps it was the language that made me qua researcher far more interesting to spend time with in England than in France, perhaps it was the subjects of concern, or perhaps it was just the French tradition of liaisons that rarely let me qua femme (et blonde et exotique en plus) retreat in favour of the researcher and even friend. I wouldn’t say that this fieldwork demanded black belt in professional and language skills and social sagacity, but it demanded enough to make me so exhausted in the end that I voluntarily left Paris more than two weeks before schedule. But it was really an awful summer anyway. And besides, I had important business to sort out at home.

After an autumn of absence, the field started coming back to me. When I hurried through my old neighbourhood in East Paris for a quick coffee by Canal Saint Martin on my way back from Corsica to Oslo in the spring, I realised how much I missed the atmosphere. What atmosphere? I can’t say for the moment, but that particular feel the streets of North East Paris instigate is something I grapple with in my writing at the moment. The sheer diversity of human beings and activities everywhere at all times, the history, beauty and grandeur emanating from the buildings and boulevards, the touch of anarchy and creativity in the street art and street life… I don’t know, but there is a difference. It was very hard to live it, but I really miss it. Now, for the time being, I’ll have to make do with trying to describe it.

Leaving Paris by train

Today, it is one year since I packed my bags and left the field. I left a little earlier than planned because the field exhausted me and I wanted some calm. The last ten days I had…

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Kritisiert ethnologische “Stammesforschung”

umschlag

Ethnologe Markus Schleiter scheint eine interessante Dissertation geschrieben haben, die sich kritisch damit auseinandersetzt wie Ethnologen ihnen fremde Gesellschaften beschreiben.

In “Die Birhor- Ethnographie und die Folgen. Ein indischer ,Stamm’ im Spiegel kolonialer und postkolonialer Beschreibungen” geht es besonders um den Begriff “Stamm”, erfahren wir in der Buchbesprechung von Melitta Waligora auf suedasien.info.

Der Begriff “Stamm” (oder “tribe”auf Englisch) ist umstritten, weil er oft negative Assotiationen weckt wie “Rückständigkeit”. Die Begriffe “Stamm” und “Kaste” wurden in Indien im 18. und 19. Jahrhundert oft synonym verwendet.

Die ethnographische Konstruktion der „Stämme“ mit den jeweiligen Zuschreibungen wie primitiv, isoliert, rückständig, gefährdet erfolgte erst ab der Mitte des 19. Jh., gleichlaufend mit dem Begriff der „Kaste“.

Mit beiden Begriffen sollte fortan jeweils etwas anderes beschrieben werden, ohne dass es dafür eine hinreichende Grundlage gab. So konnte es passieren, dass ein und dieselbe Gemeinschaft in einem Gebiet als primitiver Stamm, in einem anderen als niedrige Kaste und wieder woanders als herrschende Schicht klassifiziert wurde.

Diese koloniale Einteilung, so der Ethnologe, wurde sehr bald von den nationalen Akteuren übernommen. Bis heute findet sie sich in der Entwicklungshilfeideologie “als Paternalismus gegenüber den subalternen, so ganz anders gearteten und hilfebedürftigen Stämmen wieder”.

Melitta Waligora schreibt:

So kann der Autor in seinem Resümee nahezu zynisch formulieren, dass die Birhor und deren postulierte Gefährdung eine notwendige Existenzberechtigung für eine Armada von Entwicklungsadministratoren wie Forschern bieten, deren Interesse an einer realen Verbesserung auch der ökonomischen Situation der Birhor demzufolge nur gering ist.

>> weiter bei suedasien.info

Von Markus Schleiter gibt es kaum etwas im Netz. Auf journal-ethnologie.de hat er zumindest den Text “Zum Tanze”. Eine ethnographische Erzählung über den indischen „Stamm“ der Birhor veröffentlicht

SIEHE AUCH:

So lebt der Kolonialismus in der Ethnologie weiter

Ethnologe Leo Frobenius und der koloniale Blick auf Afrika

“Leben wie in der Steinzeit” – So verbreiten Ethnologen Vorurteile

Ethnologen kritisieren Berichterstattung über “isolierte Urwaldvölker”

Nackte Nagas, Nationalsozialismus und Ethnologie

Wieso immer noch Kasten in Indien?

Anthropologists condemn the use of terms of “stone age” and “primitive”

umschlag

Ethnologe Markus Schleiter scheint eine interessante Dissertation geschrieben haben, die sich kritisch damit auseinandersetzt wie Ethnologen ihnen fremde Gesellschaften beschreiben.

In "Die Birhor- Ethnographie und die Folgen. Ein indischer ,Stamm’ im Spiegel kolonialer und postkolonialer Beschreibungen" geht es besonders um…

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Neues Buch von Thomas Hauschild über “Ehrenmorde”, Religion und Gewalt

umschlag

“Ritual und Gewalt” heisst das neue Buch des Ethnologen Thomas Hauschild, das soeben in der Welt besprochen wurde.

Der Ethnologe attackiert darin den Kulturrelativismus in Debatten über Ehrenmorde. “Weder bäuerliche Werte, familiales Gewohnheitsrecht noch der Koran können den Mördern einen kulturellen Bonus verschaffen”, so Hauschild. Das Gerede vom Ehrenmord sei nichts als eine Mystifikation, ersonnen in einem Diskurs, für den alles Kultur ist, alles voller Bedeutung steckt und alles relativ ist.

Hauschild benutzt im Buch seine Erkenntnisse aus seiner Mittelmeer-Forschung, um das Phänomen “Ehrenmord” und andere angeblich durch den Islam motivierte Gewalt zu analysieren. Welt-Kritiker Wolfgang Sofsky war jedoch nicht sonderlich überzeugt vom Buch. Wieweit man ihn als Kritiker vertrauen kann, ist nach dem Eröffnungssatz (“Von Zeit zu Zeit wird die Öffentlichkeit durch Gewalttaten in der Parallelwelt der Einwanderer aufgeschreckt.”) jedoch fraglich.

>> weiter in der Welt

Auch nicht unbedingt überzeugt vom Buch ist Niels Beintker von der Süddeutschen Zeitung. Der Kritiker tut sich schwer mit dem “gedanklichen Sprung von der religiösen Verehrung eines Heiligen in den süditalienischen Bergen zu den religiös verirrten heiligen Kriegern der Gegenwart, vom Aberglauben in der Basilikata zum Kult der fundamentalistischen Massenmörder”.

>> weiter in der Süddeutschen

Bei Suhrkamp erfahren wir folgendes über das Buch:

Gewaltexzesse, die scheinbar von außen in die westlichen Gesellschaften einbrechen, erweisen sich häufig als rituell grundiert und haben ihre europäischen Resonanzen und Gegenstücke. Angesichts dessen entwickelt Thomas Hauschild eine neue Sicht auf Rituale und deren Zusammenhang mit Ressentiment und Gewalt.

Jenseits von Idealisierung und Dämonisierung, von »aufgeklärtem Westen« und »rückständigem Orient«, von postkolonialem Denken und Wissenschaftsgläubigkeit versteht er Rituale als im Kern politisch neutrale Grenzphänomene an den Rändern textlich überlieferten Wissens, die weniger mit abstrakten politisch-religiösen Überzeugungen zu tun haben als mit den konkreten Lebensbedingungen der Menschen.

Hauschild setzt daher auf die Mikroanalyse lokaler ritueller Praktiken und präsentiert höchst anschauliche ethnologische Studien europäischer Gesellschaften und des Mittelmeerraums. Die »Kultur« von Al Qaida wird ebenso untersucht wie die der sizilianischen Mafia, der »Ehrenmord«, der »böse Blick« sowie andere magische und religiöse Riten und Fetischismen.

Bei Suhrkamp kann man auch die Einleitung des Buchs (pdf) lesen

UPDATE Besprechung in der Frankfurter Rundschau (18.7.08) und in der Berliner Zeitung (31.7.08)

SIEHE AUCH:

Hauschild: “Wir müssen begreifen, was es heißt, als Muslim im Westen zu leben”

Thomas Hauschild: Böser Blick nicht nur im Mittelmeer

Ehrenmorde: Ist Kultur ein mildernder Umstand?

Ethnologe Werner Schiffauer über Hintergründe von Verbrechen im Namen der Ehre

umschlag

"Ritual und Gewalt" heisst das neue Buch des Ethnologen Thomas Hauschild, das soeben in der Welt besprochen wurde.

Der Ethnologe attackiert darin den Kulturrelativismus in Debatten über Ehrenmorde. "Weder bäuerliche Werte, familiales Gewohnheitsrecht noch der Koran können den Mördern einen kulturellen…

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20th European Conference on Modern South Asian Studies (Manchester)

8-11 July 2008, University of Manchester

The European Conference on Modern South Asian Studies (ECMSAS) is the largest gathering of South Asia oriented researchers in Europe, covering all fields from the humanities and social sciences to technology, natural sciences and medicine.

http://www.arts.manchester.ac.uk/ecmsas/

8-11 July 2008, University of Manchester

The European Conference on Modern South Asian Studies (ECMSAS) is the largest gathering of South Asia oriented researchers in Europe, covering all fields from the humanities and social sciences to technology, natural sciences and medicine.…

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