search expand

Tierethnologen erforschen die Psyche von Elefanten

Tierethnologen? Irene Jung im Hamburger Abendblatt schreibt von Psychologen und Ethnologen an der Oregon State University, die das schwierige Verhaeltnis zwischen Elefanten und Menschen studieren. Die Elefanten werden immer mehr von den Menschen bedraengt und reagieren darauf mit Aggression. “Das ganze Verhältnis zwischen Elefanten und Menschen hat sich dramatisch verändert”, sagt die Psychologin Gay Bradshaw.

Es gibt bereits ein Wort fuer dieses Phaenomen: Human-Elephant-Conflicts (H.E.C) und viele Webseiten zum Thema.

Wir lesen:

“Jahrzehntelang haben Elefanten Dezimierung durch Jagd und Wilderei erlebt, sind aus Revieren vertrieben worden. Das hat das feine Netz familiärer und sozialer Beziehungen unterbrochen, in dem junge Elefanten aufwachsen und mit dem Elefantenherden regiert werden. Was wir heute erleben, ist nicht weniger als der Kollaps der Elefantenkultur”, schreibt der Autor und Verhaltensforscher Charles Siebert.

Die aus Uganda stammende Tier-Ethnologin und Wildlife-Beraterin Eva Abe zieht eine klare Parallele zwischen besonders auffälligen jungen Elefantenbullen und menschlichen Kindersoldaten in afrikanischen Bürgerkriegsgebieten. “Wir haben mehr als 200 Flüchtlingscamps in Nord-Uganda. Es gibt dort kaum Erwachsene. Es sind Camps voller Kinder, ohne Eltern und Großeltern, ohne Schulen, ohne Infrastruktur. In diesen Camps werden Kindersoldaten rekrutiert. Sie haben nichts anderes.”

>> weiter im Hamburger Abendblatt

MEHR DAZU:

The elephants are going mad (Toronto Star / New York Times, 19.11.06 – aktualisiert mit Kopie)

Meitamei Ole Dapash: Coexisting in Kenya The Human-Elephant Conflict (Animal Welfare Institute Quarterly 2002)

Papers von der Human-Elephant Conflict Working Group

Human-Elephant-Conflicts in Asia (Wildlife Conservation Society)a

Mitigating Human-Elephant Conflict in the Mara Ecosystem, Kenya (Projekt des Department of Anthropology, University of Kent)

Tierethnologen? Irene Jung im Hamburger Abendblatt schreibt von Psychologen und Ethnologen an der Oregon State University, die das schwierige Verhaeltnis zwischen Elefanten und Menschen studieren. Die Elefanten werden immer mehr von den Menschen bedraengt und reagieren darauf mit Aggression. "Das…

Read more

Journal Ethnologie 6/2006 ueber Haare!

Was ist an Haaren ethnologisch interessant? Im Editorial der neuen Ausgabe von Journal Ethnologie lesen wir:

Während Manipulationen am Körper – Tätowierungen, Bemalungen, Piercings und so weiter – in vielen Regionen der Welt eine lange Tradition haben und stets mit Ritualen verknüpft waren, werden in der westlichen Welt handwerkliche Verschönerungen dieser Art erst jetzt entdeckt, allerdings losgelöst von ihren traditionellen Bedeutungen.

Anders dagegen der Umgang mit dem Kopfhaar: Auch in Europa wurden Frisuren seit Alters her stets mit großer Aufmerksamkeit bedacht.

Als Hierarchien in Lebensgemeinschaften und Gesellschaften noch eine große Rolle spielten, war der Status des Einzelnen oft an Haaren und Frisuren abzulesen. Heute spielt dieser Statusaspekt der Frisur kaum noch eine Rolle, gleich wohl dienen Frisuren immer noch als ein Erkennungszeichen der Zugehörigkeit zu einer bestimmten Gruppe (Skinheads, Rastas, Punks, aber auch die ordentlich geschnittene Kurzhaarfrisur bei Männern).

Besonders interessant fand ich den Text Haare. Von Magie und Status, Macht und Moden bis zu globalen Trends von Gerda Kroeber-Wolf und Ulrike Krasberg.

Sie schreiben u.a. ueber Frisuren als Protest der Schwarzen in den USA.

Menschen aus der schwarzen Diaspora holen sich Ideen aus den kulturellen Traditionen in Afrika, und AfrikanerInnen nehmen die von ihren brothers and sisters in Amerika mit neuen Ideen und veränderten Inhalten versehenen alten Traditionen wieder auf.

So sind zum Beispiel die braids, die kleinen am Kopf anliegenden Zöpfchen, die heute von us-amerikanischen männlichen Jugendlichen gern getragen werden, ursprünglich eine Mädchenfrisur, die bei den Wolof in Westafrika Tradition war. Jetzt kommen die Zöpfchen als Männerfrisuren aus Amerika zurück.

Wenn die männlichen Jugendlichen in Afrika diese braids tragen, ist das ein Zeichen des Protests der eigenen Gesellschaft gegenüber. Zum einen in Bezug auf die Geschlechterdefinition, zum anderen in Bezug auf gesellschaftliche und politische Normen im eigenen Land.

(…)Sie symbolisieren eine neue afrikanische Identität, denn sie werden im Prozess der Aneignung dem eigenen lokalen Lebensstil und seinen Wertvorstellungen angepasst. Aber zugleich fühlen sich Jugendliche, wenn sie zum Beispiel Rastazöpfe tragen, dem Reggae und seiner Ideologie zugehörig und sind damit auch ein Teil der Welt außerhalb Afrikas und ihrer Heimat.

Wir lernen auch naeheres ueber die Botschaften, die Haare in laendlichen Gebieten Westafrikas aussendeten:

An Frisuren konnte man die Zugehörigkeit zu einem Volk ablesen, und differenzierter noch: zu einer bestimmten Schicht. Ob jemand dem Adel angehörte, Sklave war oder Bauer, die Frisur verriet es. Ebenso zeigte sich der Status im Lebenszyklus: Ein Kind wurde anders frisiert als Verheiratete, eine verheiratete Mutter anders als eine Witwe.

Lustig ist immer zu erfahren wie Moden und Traditionen entstehen koennen – z.B. die Perückenmode in Frankreich, die König Ludwig XIII. vor dreihundert Jahren einführte:

Ludwig XIII. litt unter Haarausfall, und er zeigte sich dem Volk nie ohne Perücke. Sein Hofstaat und der Adel fingen ebenfalls an, Perücken zu tragen. Schon bald kamen diese in weiten Teilen Europas in Mode.

>> zum Text: Haare. Von Magie und Status, Macht und Moden bis zu globalen Trends

Weitere Beitraege in der neuen Ausgabe:

Beate Zekorn-von Bebenburg: Über Glatzen und Rastazöpfe. Kulturvergleichendes zu Haaren und Frisuren

Nicole Tiedemann: Haarige Zeiten. Langes Männerhaar in den 1960er-Jahren

Nicole Tiedemann: Ein Hauch von Ewigkeit. Haarkult im 19. Jahrhundert

Lena Bjerregaard: Haar als Symbol und Werkstoff. Haarobjekte in den Staatlichen Museen zu Berlin

Was ist an Haaren ethnologisch interessant? Im Editorial der neuen Ausgabe von Journal Ethnologie lesen wir:

Während Manipulationen am Körper - Tätowierungen, Bemalungen, Piercings und so weiter - in vielen Regionen der Welt eine lange Tradition haben und stets mit Ritualen…

Read more

“Grüezi”: Die Exotik des Schweizer Alltags

“Die eidgenössische Ureinwohnerin mit Tribal Tattoo, Nasenring und Zungenpiercing sieht doch mindestens so exzentrisch aus wie die Araberin mit Kopftuch neben ihr auf der Schulbank, oder nicht?”, schreibt Ethnologe David Signer in einem neuen Buch, das den Blick für “das Skurrile und Exotische unseres Alltags” schärfen soll. «Grüezi. Seltsames aus dem Heidiland» heisst das Werk mit Bildern des Fotografen Andri Pol.

>> mehr im St.Galler Tagblatt

NEU (31.1.07):
Bericht in Swissinfo ueber das Buch

SIEHE AUCH:

David Signer: Was haben afrikanische und appenzellische Heiler gemeinsam?

Schamanismus im Alpenraum: Uralte Praktiken wurden vom Christentum übernommen

“Wie in Afrika!” Ausstellung über archaische süddeutsche Bräuche

Musikethnologie des Alphorns – neue Multimedia-Webseite

Schweizer Mundartrap zwischen Lokalpatriotismus und Globalisierun

"Die eidgenössische Ureinwohnerin mit Tribal Tattoo, Nasenring und Zungenpiercing sieht doch mindestens so exzentrisch aus wie die Araberin mit Kopftuch neben ihr auf der Schulbank, oder nicht?", schreibt Ethnologe David Signer in einem neuen Buch, das den Blick für…

Read more

Open Source Fieldwork! Show how you work!

Andreas Lloyd from the University of Copenhagen extends our notion of Open Access Anthropology and writes:

Now that I’ve officially finished my fieldwork, and with all the talk going on about Open Access Anthropology, I thought I’d try my own little Open Access experiment. I’ve decided to publish the question guide I’ve used for my fieldwork under the GPL. I’ve even indented and commented them in proper code fashion (or, at least, as far as I’ve been capable of emulating it). Also, at suggestion of one of my informants, I’ve answered my own questions (…)

In Opening the source, he explains:

Traditionally, anthropologists guard their questions and approaches fairly carefully as it does say a lot about how they think and act as anthropologists. A question guide can in this way be seen as the source code for one of their basic methods – the interview.

Lloyd has done fieldwork in the Ubuntu open source community and published several papers on technology and anthropology

>> visit Anders Lloyds blog

SEE ALSO:

Kerim Friedman: Open Source Anthropology

New Open Access Anthropology Website, mailinglist, chat and t-shirts!

antropolohgi.info special Open Access Anthropology

Open Access Anthropology – news archive

Andreas Lloyd from the University of Copenhagen extends our notion of Open Access Anthropology and writes:

Now that I’ve officially finished my fieldwork, and with all the talk going on about Open Access Anthropology, I thought I’d try my own…

Read more

Anpere – New Open Access Anthropology Journal

anpere – Anthropological Perspectives on Religion is the name of a new journal that is freely available for everybody. It is edited by anthropologists Pierre Wiktorin and André Möller from Lund University (Sweden).

They explain:

The aim of anpere is to offer a flexible and relevant channel for researches as well as lay people interested in questions pertaining to the anthropology of religion.

anpere do not stick to the traditional way of publishing, as it will publish as soon as any text is ready to meet the public. This means that we may publish three articles a day or three articles per month, depending on the quality and quantity of the articles received.

In order to faciliate the life of our valued readers, we will gladly send you an e-mail each time a new article or review is added on the anpere site.

The articles are written both in Swedish and English. At the moment there are three papers in English:

Åse Piltz: Being Tibetan: Internet and Public Identity among Tibetan Youth

André Möller: Islam and Traweh Prayers in Java: Unity, Diversity and Cultural Smoothness

Jörgen Hellman: Entertainment and Circumcisions: Sisingaan Dancing in West Java

There are even lots of photos, among others related to Ramadan.

>> visit anpere – Anthropological Perspectives on Religion

By the way, one of the editors, André Möller, maintains an interesting Indonesian Islam Blog.

SEE ALSO:

Open Access to Indigenous Research in Norway

American Anthropological Association opposes Open Access to Journal Articles

antropologi.info’s special on Open Access Anthropology (multilingual)

Open Access Anthropology Website (wiki and blog)

anpere - Anthropological Perspectives on Religion is the name of a new journal that is freely available for everybody. It is edited by anthropologists Pierre Wiktorin and André Möller from Lund University (Sweden).

They explain:

The aim of anpere is to…

Read more