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Tourismus-Tagung: Ethnologen hinterliessen schlechten Eindruck?

Es passiert nicht oft, dass Journalisten Fachtagungen besuchen oder ueberhauit darueber berichten. Keine gute Werbung fuer unser Fach scheint die Konferenz “Dinge auf Reisen” der “Kommission für Tourismusforschung in der Deutschen Gesellschaft für Volkskunde” in München gemacht zu haben – lesen wir im Artikel von Florian Welle in der Sueddeutschen.

Die Referenten scheinen keine spannende Analysen geliefert zu haben:

Fundierte volkskundliche Forschung zeichnet sich jedoch durch ein hohes theoretisches wie methodologisches Reflexionsniveau aus. Ihre Arbeit beginnt erst nach der minutiösen Beobachtung unseres räumlich, zeitlich und sozial komplexen Alltags.

Wenig allerdings war davon in München zu erahnen. Die Kritiker des Faches und aller “Material Cultural Studies” hätten ihre Vorurteile bestätigt gefunden. Denn die Mehrzahl der Vorträge blieb auf der beschreibenden Ebene ihres Materials.

(…)

Die wohlwollend vorgetragenen methodologischen Einwände von den Größen des Fachs – dem Schweden Orvar Löfgren, dem Emeritus Helge Gerndt, der Münchner Professorin Irene Götz – wurden von vielen Rednern nonchalant abgetan. Auf diese Weise stärkt man weder den innerfachlichen Dialog noch die Wahrnehmung des Faches von außen.

>> zum Artikel in der Sueddeutschen

Es passiert nicht oft, dass Journalisten Fachtagungen besuchen oder ueberhauit darueber berichten. Keine gute Werbung fuer unser Fach scheint die Konferenz "Dinge auf Reisen" der "Kommission für Tourismusforschung in der Deutschen Gesellschaft für Volkskunde" in München gemacht zu haben -…

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Ethnologiestudenten erforschen KZ-Alltag

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Wie lebte man im KZ? Dieser Frage haben sich auch 15 Studenten des Instituts für Europäische Ethnologie der Universität Wien angenähert, melden oesterreichische Medien.

In einem dreisemestrigen Projekt konzipierten die Studenten für die Gedenkstätte im Konzentrationslager Dachau die Ausstellung “Zeit Raum Beziehung”, die bis zum 14. September im Wiener Volkskundemuseum zu sehen ist.

In der Ausstellung geht es vor allem um Beziehungen: um Freundschaften, um Kontakte zur Außenwelt – und vor allem um Beziehungen zu Dingen, die zu Erinnerungsstücken wurden. Texte erzählen von heimlichen, geschmuggelten Geschenken, einer Mundharmonika oder einer winzigen Statuette. Zu den Recherchen gehörten auch Interviews mit Zeitzeugen sowie mit deren Angehörigen.

>> Vienna Online: Leben in Dachau: “Zeit Raum Beziehung” im Volkskundemuseum

>> Der Standard: Ausstellung: Die Blechschüssel als “KZ-Lektion”

>> ORF: Alltag im Albtraum. Dachau-Ausstellung im Volkskundemuseum

>> Zeit Raum Beziehung: Webseite der Ausstellung

Uebrigens: Der ORF hat das Institut für Europäische Ethnologie ins Institut für österreichische Ethnologie umbenannt

SIEHE AUCH:

Neue Webseite zur Ethnologie im Nationalsozialismus

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Wie lebte man im KZ? Dieser Frage haben sich auch 15 Studenten des Instituts für Europäische Ethnologie der Universität Wien angenähert, melden oesterreichische Medien.

In einem dreisemestrigen Projekt konzipierten die Studenten für die Gedenkstätte im Konzentrationslager Dachau die Ausstellung "Zeit Raum…

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Die virtuelle Fachbibliothek Südasien (Savifa)

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In der Ethnologie haben wir Evifa, fuer Suedasien speziell gibt es Savifa – eine virtuelle Fachbibliothek, ein Wegweiser durch die fachlich relevanten Ressurcen im Internet. Savifa ist interdisziplinaer und wird von der Uni Heidelberg betrieben(Südasien-Institut – UB Heidelberg).

Wie suedasien.info meldet, ist soeben das erste Themenportal fertig geworden und im Netz. Es heisst Varanasi Displayed und präsentiert (An-)sichten der Stadt Varansi am Ganges, die auch Benares oder Kashi genannt wird. Das Themenportal beinhaltet eine virtuelle Fotogalerie mit Bildern des Fotografen Thomas Effinger, zwei historische Reisebeschreibungen und eine Bibliographie , die aus dem Varanasi Research Project am Südasien-Institut der Universität Heidelberg hervorgegangen ist.

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In der Ethnologie haben wir Evifa, fuer Suedasien speziell gibt es Savifa - eine virtuelle Fachbibliothek, ein Wegweiser durch die fachlich relevanten Ressurcen im Internet. Savifa ist interdisziplinaer und wird von der Uni Heidelberg betrieben(Südasien-Institut - UB Heidelberg). …

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Eine “ethnologische Perspektive” auf die Probleme im Sudan – Buch von Bernhard Streck

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Sudan – Ansichten eines zerrissenen Landes heisst das neue Buch des Ethnologen Bernhard Streck, das soeben in der faz besprochen wurde. Streck geht es weniger um eine politische Analyse, sondern um eine Beschreibung und Erklärung aus ethnologischer Perspektive.

Obwohl es genug Information ueber den Sudan gebe, so Streck, “scheitern bislang alle westlichen Erklärungsmodelle: ein enormer Schub an technischem Fortschritt auf der einen, staatlich verordnete Exzesse von Grausamkeit auf der anderen Seite”.

In vielen Analysen dreht sich der Konflikt um Religon: Der islamisch geprägte Norden versuchte demnach den christlichen Süden unter seine Kontrolle zu bringen. Diese Interpretation habe, so Streck, einiges für sich, reiche aber als Erklärung nicht aus.

Als “Opfer des islamistischen Aufbruchs in Sudan” sehe der Autor, so die faz, weniger die Christen, für die der Islam ja traditionelle Schutzrechte kenne, sondern die Anhänger lokaler Religionen.

An der Rezension merkt man, dass weiterhin einiges unklar bleibt oder nicht ausreichend erklaert wurde. Laut einer Besprechung im Südwind Magazin 12 / 2007 setzt Strecks Buch Grundkenntnisse über den Sudan voraus. Und der Grossteil des Buches sei “trockenen wissenschaftlichen Höhenflügen gewidmet”.

>> Besprechung in der faz 30.3.08

>> Besprechung im Südwind Magazin 12 / 2007

>> Radio-Interview mit Bernhard Streck (WDR5)

SIEHE AUCH:

Schreibt in der WELT (regelmässig?) über ihre Feldforschung im Sudan

Challenges of Providing Anthropological Expertise: On the conflict in Sudan

Research in Sudan: “We anthropologists have a huge responsibility to give back to the places we study from”

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Sudan - Ansichten eines zerrissenen Landes heisst das neue Buch des Ethnologen Bernhard Streck, das soeben in der faz besprochen wurde. Streck geht es weniger um eine politische Analyse, sondern um eine Beschreibung und Erklärung aus ethnologischer Perspektive.

Obwohl es…

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Ethnologische Theorien Schwerpunkt von Journal Ethnologie 2/08

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“Theorieansätze, die schon vor Jahrzehnten entwickelt wurden, sind auch heute noch relevant”, lesen wir im Editorial der neuen Ausgabe von Journal Ethnologie zum Thema Ethnologische Theorien. Die vier zufaellig ausgewaehlten Theorien sollen Einblick geben in die wissenschaftliche Forschung unseres Faches.

Hier sind die Texte:

Lioba Rossbach de Olmos: David Schneiders Kulturanalysen. Wissenschaft in den Kategorien der Anderen
“Schneider war einer der ersten, der darauf hinwies, dass auch Wissenschaft kulturell geprägt ist. Diese Einsicht ist auch weiterhin bedenkenswert.”

Ulrike Stohrer: Väter der Ritualtheorie. Arnold van Gennep und die Übergangsriten und Victor Turners Begriff der „Liminalität“
“Da Übergangsriten überall die gleiche Funktion der Kontrolle der sozialen Dynamik haben, sind sie in allen Gesellschaften ähnlich ausgeprägt und folgen stets der gleichen Struktur, egal ob in so genannten „primitiven“ oder hochentwickelten Gesellschaften.”

Dagmar Schweitzer de Palacios: „Sex“ und „gender“. Margaret Mead und die Anfänge der Frauenforschung in der Ethnologie
“Mead brachte die Kategorie Geschlecht in den Zusammenhang mit Kultur.Kultur entscheidet darüber, welche Eigenschaften bei den Geschlechtern wertgeschätzt werden und wie sich geschlechtliche Differenzierungen äußern.”

Antje van Elsbergen: Mikrokosmos Habitus
“Ein Kind kauft eine Kleinigkeit, die seinen Bedürfnissen Ausdruck verleiht. Mit zunehmendem Alter entwickeln sich diese Bedürfnisse zu komplexen Gebilden von Habitus, Ruf und Identitätsstiftung.”

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"Theorieansätze, die schon vor Jahrzehnten entwickelt wurden, sind auch heute noch relevant", lesen wir im Editorial der neuen Ausgabe von Journal Ethnologie zum Thema Ethnologische Theorien. Die vier zufaellig ausgewaehlten Theorien sollen Einblick geben in die wissenschaftliche Forschung unseres…

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