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Musikethnologie des Alphorns – neue Multimedia-Webseite

Swissinfo hat kuerzlich eine spannende Webseite ins Netz gestellt: www.swissalpinemusic.ch – Man erfaehrt dort nicht nur alles Moegliche ueber das Alphorn, ueber Jodeln und andere Alpentraditionen: Man kann sich nicht nur Schweizer Alpenmusik anhoeren, sondern sogar selbst Alphorn-Lieder komponieren, das Lied speichern und dann versenden.

André Scheurer, Musikredaktor bei Radio Swiss Classic, hat die Töne einzeln auf dem Alphorn für den “Composer” eingespielt. “Das Alphorn starb beinahe aus, weil es seine Bedeutung als Kommunikations-Werkzeug der Hirten um 1800 verlor”, sagt Musikethnologin Brigitte Bachmann-Geiser, die die Texte geschrieben hat. In den vergangenen 30 Jahren habe sich die Tradition des Alphornspielens wiederbelebt. Das Alphorn eroberte seinen Platz in der Klassik, im Pop und auch im Jazz.

>> zum Text in Swissinfo

>> zur Webseite www.swissalpinemusic.ch

Swissinfo hat kuerzlich eine spannende Webseite ins Netz gestellt: www.swissalpinemusic.ch - Man erfaehrt dort nicht nur alles Moegliche ueber das Alphorn, ueber Jodeln und andere Alpentraditionen: Man kann sich nicht nur Schweizer Alpenmusik anhoeren, sondern sogar selbst Alphorn-Lieder komponieren, das…

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Auf zum Zoo der archaischen Riten in Papua New Guinea!

Was lesen wir im Hamburger Abendblatt: Der Journalist ist offenbar begeistert von seiner Wahl des Reiseziels:

Pro Jahr kommen nur etwa 20 000 Reisende nach Papua-Neuguinea. Dabei kann man hier nicht nur fantastische Landschaften kennenlernen und in einer atemberaubenden Unterwasserwelt schnorcheln und tauchen, sondern hat auch die Chance, den Geistern ganz nahe zu kommen. Wohl nirgendwo sonst auf der Welt können Touristen archaische Riten so hautnah miterleben und fotografieren wie am Ufer der Blanche-Bucht. Mit ihren Kameras kommen sie so dicht an die tanzenden Masken heran wie nur wenige der Einheimischen.

Erinnert irgendwie an ein frueheres Blogposting ueber diese Art von Voyeurismus: Afrikanische und andre Dörfer – “Sie sprießen wie die Schwammerl aus dem Boden”

Vielleicht sollte der Journalist sich naeher mit obskuren norddeutschen Braeuchen beschaeftigen? Ich kann sueddeutsche (oder schweizerische) Fasnachtsrituale empfehlen. Vielleicht wird ihm dann auch bewusst, dass Rituale Inszenierungen sind und nicht representativ fuer das Alltagsleben sind.

>> zum Text Die Geister tanzen zum Takt der Trommel im Hamburger Abendblatt

UPDATE (15.9.06): Dazu passt eine Geschichte im Rheinischen Merkur: Im Land der maskierten Götter. Zu Besuch bei den nordamerikanischen Hopi-Indianern auf dem Colorado-Plateau. Die Hopi haben aus der Neugierde der Touristen gelernt:

Nach den Ethnologen kamen damals Esoteriker, Hippies und Eine-Welt-Verfechter. Alle wollten diese beneidenswerten Harmoniemenschen sehen, die so bedürfnislos von Mutter Natur lebten. Sie guckten durch Wohnzimmerfenster, fragten Älteste nach dem Datum des Weltuntergangs und machten Fotos von allem, was sich bewegte. Schließlich hatten die Hopis genug. Sie verhängten ein totales Fotografierverbot und tanzen seitdem nur noch für Einheimische. Seitdem dürfen weder Menschen noch Tänze, noch Häuser, noch Dörfer fotografiert, gefilmt oder aufgenommen werden. Selbst Landschaftsaufnahmen sind verboten.

SIEHE AUCH:

Die uebliche Exotisierung: SPIEGEL ueber Garma-Festival der Aboriginees

Our obsession with the notion of the primitive society

Ancient People: We are All Modern Now

Was lesen wir im Hamburger Abendblatt: Der Journalist ist offenbar begeistert von seiner Wahl des Reiseziels:

Pro Jahr kommen nur etwa 20 000 Reisende nach Papua-Neuguinea. Dabei kann man hier nicht nur fantastische Landschaften kennenlernen und in einer atemberaubenden Unterwasserwelt…

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Ethnologie und Volkskunde/Europäische Ethnologie – Ein spannungsreiches Verhältnis?

EVIFA – Die virtuelle Fachbibliothek Ethnologie (und einer der wichtigsten Ethnologie-Seiten im Netz) hat eine Diskussion gestartet zum Verhaeltnis Ethnologie und Volkskunde:

Wer sich in diesem Portal mal umgeschaut hat, der wird wissen, dass wir in unseren Angeboten die Volks- und Völkerkunde auch nicht sauber auseinander halten. ;-) Dafür sind wir gescholten, aber auch gelobt worden. Sowohl Vertreter der Ethnologie als auch der Europäischen Ethnologie haben uns schon vorhgehalten, doch wohl stärker das jeweils andere Fach zu vertreten. Daran läßt sich erkennen, wie sehr nach wie vor aus der Perspektive ‘die’ und ‘wir’ gedacht wird. Für ein Portal, dass NutzerInnen von beiden Seiten für sich gewinnen will, ist das eine durchaus schwierige Situation.

(…)

Sei es aufgrund von Veränderungen in den von uns empirisch untersuchten Lebenswelten, Verschiebungen im fachidentitären Selbstverständnis oder institutionellem Druck im Zuge universitärer Umstrukturierungen – an Gründen für rekapitulierende und doch zukunftsorientierte Blicke auf Gemeinsamkeiten und Unterschiede der Fächer mangelt es nicht.

Vier Texte werden zur Diskussion gestellt (zuvor veröffentlicht in den Mitteilungen der “Deutschen Gesellschaft für Völkerkunde” Mai 2006, Nr. 36), ein Forum ist eingerichtet (das leider jetzt schon mit Spam zugeschuettet wurde, ein bekanntes Problem aller Forenbetreiber)

>> Zur Diskussion bei EVIFA

SIEHE AUCH:

Umbenenung: “Institut für populäre Kulturen” statt “Volkskundliches Seminar” (Ethnologie statt Voelkerkunde. Sozial-/Kulturanthropologie statt Ethnologie. Namensaenderungen widerspiegeln Aenderungen im Fach)

Diskusssion: Ethnologie vs Kulturanthropologie

EVIFA - Die virtuelle Fachbibliothek Ethnologie (und einer der wichtigsten Ethnologie-Seiten im Netz) hat eine Diskussion gestartet zum Verhaeltnis Ethnologie und Volkskunde:

Wer sich in diesem Portal mal umgeschaut hat, der wird wissen, dass wir in unseren Angeboten die Volks- und…

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Wieso immer noch Kasten in Indien?

Indien ist das Schwerpunktthema der neuesten Ausgabe der Zeitschrift Journal Ethnologie. Einer der Artikel handelt um das Kastensystem. Obwohl offiziell bereits vor knapp 70 Jahren abgeschafft, existiert es weiterhin, schreibt Ulrich Oberdiek. U.a werden Ehegesuche in indischen Tageszeitungen weiterhin nach Kasten geordnet: Brahmanen, Marwari (Händlerkasten), Punjabi (Sikhs, Kshatriyas) etc. Es gibt sogar die Charakterisierung “Kaste kein Hindernis!”.

Warum ueberlebt dieses anti-demokratische System? Ein wichtiger Grund ist dem Ethnologen zufolge die arrangierte Ehe:

Ehen werden von den Eltern oder Großeltern arrangiert, die dafür sorgen, dass die Ehepartner aus der eigenen Unterkaste kommen. Es lässt sich allerdings im „modernen“ Leben nicht immer vermeiden, dass zwei junge Leute verschiedener Kasten sich kennen lernen (etwa im College) und beschließen zu heiraten, aber das ist sehr selten. Vereinzelt kommt es auch vor, dass Eltern in solchen „Entgleisungsfällen“ einwilligen. Flucht und manchmal sogar Selbstmord zeigen jedoch die dramatische Wirklichkeit dieser Regeln auch heute.

>> zum Text in Journal Ethnologie

Frank Heidemann zeigt in seinem Beitrag u.a. einen Zusammenhang von Kolonialismus und dem Entstehen des Kastensystems auf:

Nicholas Dirks hat mit seinem Werk „Castes of Mind“ (2001) die langfristigen Folgen der kolonialen Durchdringung Indiens, vor allem die Kolonisation des Geistes, aufgezeigt. Nach Dirks waren Kasten vor der Ankunft der Briten keine festen Einheiten und bildeten nur eine unter vielen Möglichkeiten der Identifikation.

Durch die Praxis der Volkszählungen (bei denen sich jede Person zu einer Kategorie bekennen musste), durch die Festlegung einer Kastenhierarchie in Listen und Handbüchern, und durch die Zuschreibung kollektiver Identitäten wurden die Kasten zur wichtigsten sozialen Kategorie und jeweils mit spezifischen Qualitäten assoziiert.

>> zum Text Indien – mit Tradition und Moderne von Frank Heidemann

Weitere Texte in Journal Ethnologie:

Ulrich Demmer: An Sanesvaras Schrein. Lokale Modernität und Politik in den nördlichen Nilgiris (Südindien)

Markus Schleiter: “Zum Tanze”. Eine ethnographische Erzählung über den indischen „Stamm“ der Birhor

Bettina Weiz: Die Trommler der neuen Zeit. Besuche bei Experten der Informations-Technologie

Indien ist das Schwerpunktthema der neuesten Ausgabe der Zeitschrift Journal Ethnologie. Einer der Artikel handelt um das Kastensystem. Obwohl offiziell bereits vor knapp 70 Jahren abgeschafft, existiert es weiterhin, schreibt Ulrich Oberdiek. U.a werden Ehegesuche in indischen Tageszeitungen weiterhin nach…

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Alltagsforschung: “Hoppla, da steckt ja viel viel mehr dahinter”

“Was ist das für ein Fach, das sich mit dem Alltäglichen befasst, das beobachtet, wann die Leute aufstehen und was sie als erstes tun?” fragt der Deutschlandfunk in einem Artikel ueber das Fach Ethnologie / Volkskunde, berichtet ueber diverse Projekte und interviewt u.a. Ruth-E. Mohrmann, Professorin für Volkskunde in Muenster.

Sie ist stolz, dass ihr Fach tatsächlich Nachwuchs aus vielen Nachbar-Disziplinen anzieht:

Bei uns wechseln relativ viele Studierende von der Kunstgeschichte, Soziologie und Geschichte, weil die sagen: “Bei Ihnen ist das viel spannender, bei Ihnen kommt man viel dichter an den Menschen heran, und dort werden uns Fragen beantwortet, die wir uns in den anderen Disziplinen auch stellen, die aber nicht beantwortet werden.”

Die Professorin erklaert:

Wir wollen mehr über die Menschen erfahren und insofern ist eben die Kleidung, in denen Menschen auftreten, das Interieur, mit dem sie sich in ihren Wohnungen umgeben, ist die Art, wie sie Geräte benutzen, mit welchen Manieren sie miteinander umgehen, etwas, was sehr viel über die Menschen aussagt und was gegebenenfalls nicht nur über die Gesellschaft uns Aufschlüsse gibt, sondern auch über den jeweiligen Zeitgeist

>> weiter beim Deutschlandfunk

SIEHE AUCH:

Umbenenung: “Institut für populäre Kulturen” statt “Volkskundliches Seminar”

“Mein 18. November” – Ethnologen dokumentieren Erlebnisse eines Tages

"Was ist das für ein Fach, das sich mit dem Alltäglichen befasst, das beobachtet, wann die Leute aufstehen und was sie als erstes tun?" fragt der Deutschlandfunk in einem Artikel ueber das Fach Ethnologie / Volkskunde, berichtet ueber diverse Projekte…

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