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Studenten verweigern Unis das Geld

Kein Recht mehr auf Bildung? Ab dem Sommersemester 2007 müssten in Niedersachsen, Hamburg, Nordrhein-Westfalen, Bayern und Baden-Württemberg 1,8 Millionen Studis je 500 Euro zahlen. Studiengebührengegner wollen 400.000 Studis zum Boykott des Bezahlstudiums motivieren, schreibt die taz.

Wer nicht zahlt, dem droht die Exmatrikulation. Doch wenn genug Studis Zahlungen boykottierem, werde ein Verweis von der Uni politisch unmöglich. “400.000 Studenten in fünf Bundesländern können die nicht rausschmeißen”, ist Fredrik Dehnert vom Aktionsbündnis gegen Studiengebühren überzeugt.

>> Aufruf zur Unterstützung des Studiengebührenboykotts

>> Hintergrundinformationen

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Situation an den Unis – antropologi.info Archiv

Kein Recht mehr auf Bildung? Ab dem Sommersemester 2007 müssten in Niedersachsen, Hamburg, Nordrhein-Westfalen, Bayern und Baden-Württemberg 1,8 Millionen Studis je 500 Euro zahlen. Studiengebührengegner wollen 400.000 Studis zum Boykott des Bezahlstudiums motivieren, schreibt die taz.

Wer nicht zahlt,…

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Kulturwissenschafter kämpfen um Anerkennung

Da Unis mehr und mehr zu Orten anwendungsorientierter Forschung werden, müssen sie den Sinn ihrer Arbeit erklären und Anerkennung auch außerhalb der Unis suchen. Das war der eindeutige Befund, zu dem ein Symposium über die Situation der Kulturwissenschafter kam, meldet der Standard. Ein neuer Begriff machte die Runde – der des “Zwischenschaftlers”. Wir lesen:

Dass viele Kulturwissenschafter oft gar keine Karriere innerhalb der Universität mehr anstreben, mag zunächst überraschen. Tatsächlich haben sie in einer losen Anbindung an die Universitäten neue Freiheiten entdeckt, so Herta Nöbauer vom Zentrum für Frauenförderung und Genderforschung, die sich im Zuge ihrer Doktorarbeit mit dem Phänomen intensiv beschäftigt hat. Dazu zitiert sie eine externe Lektorin: “Ich will kommen. Ich will meine Arbeit tun. Ich will wieder gehen. Das hier ist mir alles zu eng.” Auch verstehen einige das Unterrichten von Studenten als bewussten Teil einer politischen Praxis.

Einen Namen für seine neu gefundene Identität hatte Oliver Hochadel, universitärer Lektor und Wissenschaftsjournalist. Er bekannte: “Ich bin ein Zwischenschafter.” Ein Standbein in und eines (oder mehrere) außerhalb der Universität zu haben, sei charakteristisch für die freien Kulturwissenschafter. Einerseits sei das notwendig, um sich das finanzielle Überleben zu sichern. Andererseits könnten daraus wertvolle Inputs für die eigene Arbeit gewonnen werden.

>> zum Text im Standard

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Die Münchner Ethnologen streiken

Ethnologie und Oeffentlichkeit II: Das ambitioese Projekt der Muenchner Ethnologiestudierenden

Kein Platz mehr für Ethnologie: Uni Innsbruck stutzt “Orchideenfächer”

Kollaps des Instituts für Sozialanthropologie in Wien?

Fachsuaheli auf Marmorklippen: In Expertenzirkeln mit gespreizten Geheimcodes fühlen sich deutsche Sozialwissenschaftler am wohlsten

“More and more anthropologists, but they’re absent from public debates – “Engaging Anthropology” (1)”

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Die Münchner Ethnologen streiken / Kundgebung am 2. Mai

Die Lehrbeauftragten am Institut für Ethnologie und Afrikanistik der Uni Muenchen haben ihren Streik begonnen. Ein Grossteil der Seminare fallen aus: Denn die Lehrbeauftragten managen den Grossteil des Unterrichts. Fuer 9 Euro pro gehaltener Lehrstunde bzw. ca. 1,90 Euro pro aufgewendeter Arbeitsstunde (inkl. Vor- und Nachbereitung, Korrekturen und Prüfungen etc.). Von dem Lohn kann kein Mensch leben, daher streiken die Lehrbeauftragten nun.

Aus der Pressemitteilung:

Die Notlage der Lehrbeauftragen ist Teil einer größeren Misere, hervorgerufen durch kurzsichtige Hochschulpolitik: wie viele andere Institute verfügt die Münchner Ethnologie über fast keinen Mittelbau! Inakzeptabel bezahlte Lehraufträge füllen also dürftig die fehlenden dauerhaften Stellen auf, völlig überlastete Professoren übernehmen die Aufgaben ihrer nicht existenten Assistenten. Die eklatante Reduzierung von fest angestellten Wissenschaftlern ist unserer Meinung nach eine eindeutige hochschulpolitische Fehlentscheidung, die Forschung und Lehre an der Universität allgemein in Gefahr bringt. Sieht so die Zukunft an der bayerischen Elite-Universität aus?

>> mehr Info auf protest.twoday.net

>> SZ ueber Ethnologen-Protest: “Nachwuchswissenschaftler arbeiten zum Nulltarif”

Am Dienstag, 2.Mai findet auf dem Muenchner Marienplatz eine Kundgebung statt. UPDATE: Die Reden sind online als mp3s

Die Lehrbeauftragten am Institut für Ethnologie und Afrikanistik der Uni Muenchen haben ihren Streik begonnen. Ein Grossteil der Seminare fallen aus: Denn die Lehrbeauftragten managen den Grossteil des Unterrichts. Fuer 9 Euro pro gehaltener Lehrstunde bzw. ca. 1,90 Euro pro…

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Arbeitsmarkt: "Auch der überzeugte Ethnologe hat gute Perspektiven."

Die faz moechte Geisteswissenschaftlern Mut machen und stellt fest: “Bildung bleibt der beste Schutz vor Arbeitslosigkeit”. Jutta Allmendinger, die Direktorin des Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB ) meint sogar: “Die Beschäftigungschancen von Akademikern dürften weiter steigen”. Dies gelte auch fuer Geisteswissenschaftler. Der Fachkräftemangel werde die Bereitschaft der Unternehmen steigern, sich für “Quereinsteiger” zu öffnen, glaubt Allmendinger.

“Auch der überzeugte Ethnologe hat gute Perspektiven”, sagt Bernhard Hohn vom Arbeitsmarkt-Informationsservice der BA:

Für Arbeitgeber sei häufig eben nicht die fachspezifische Ausbildung das ausschlaggebende Kriterium, sondern die allgemeinere Annahme, daß sich ein Akademiker bestimmte Arbeitstechniken angeeignet hat. Dazu gehören unter anderem methodisches Vorgehen, das Aufbauen von Netzwerken und professionelle Kommunikationsformen.

Hohn warnt generell davor, sich bei der Frage nach dem Studienfach von der aktuellen Arbeitsmarktlage beeinflussen zu lassen. Nur vor Beginn des Hauptstudiums sei es sinnvoll, mit Blick auf die Wahlfächer aktuelle Trends zu berücksichtigen. Ansonsten sollten vor allem individuelle Interessen und Fähigkeiten den Ausschlag für die Wahl des Studienfaches geben.

Faz-Leser Andreas Lohr kommentiert den Artikel kritisch:

Die hier präsentierten Durchschnittswerte verzerren jedoch das Bild. Man hätte nach die Arbeitslosenquoten unter den Akademikern einmal nach der vergangenen Zeit seit dem Studienabschluß differenzieren können. Denn die Lage derjenigen Absolventen, welche vor kurzem ihr Studium abgeschlossen haben, ist bei weitem nicht so gut, wie der Durchschnitt unter allen Akademikern.

>> weiter in der faz (Link aktualisiert mit Kopie)

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Das machen wir für einen Euro: Er hat drei Hochschulabschlüsse: als Ethnologe, als Lehrer und als Dolmetscher für Koreanisch, Russisch und Englisch

Frustriert von der Jobsuche: Ethnologiestudenten gründen “Absageagentur”

Studium Ethnologie? – Diskussion im Forum

Nachrichten Ethnologie und Beruf

Links Ethnologie und Beruf

Als arbeitslose Ethnologin beim Bewerbungsseminar

Die faz moechte Geisteswissenschaftlern Mut machen und stellt fest: "Bildung bleibt der beste Schutz vor Arbeitslosigkeit". Jutta Allmendinger, die Direktorin des Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB ) meint sogar: "Die Beschäftigungschancen von Akademikern dürften weiter steigen". Dies gelte auch…

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Ethnologie und Oeffentlichkeit II: Das ambitioese Projekt der Muenchner Ethnologiestudierenden

Es gibt kein Fach, das so hart um seine wissenschaftlichen Grundlagen zu kaempfen hat wie die Ethnologie. (…) Es ist ein Kampf gegen die Kritiker, die unserem Fach akademischen Autismus und Praxisangst vorwerfen. (…) Um den Gegnern zu zeigen, dass an Ethnologie sehr wohl was dran ist, muessen die Sinne angesprochen werden: Ethnologie muss greifbar, fuehlbar und sichtbar werden.

Dies lesen wir im Editorial von Ethnologik, der Zeitschrift der Muenchner Ethnologiestudierenden. Das Blatt wird sich von nun an verstaerkt mit dem Thema Ethnologie und Oeffentlichkeit beschaeftigen. In der kommenden Ausgabe, die derzeit geplant wird, soll dies Thema noch mehr im Vordergrund stehen, eine Sonderausgabe ist geplant, erfahren wir auf ethno::log:

Bei der letzten Podiumssitzung zur miserablen Lage der Ethnologie entstand die Idee einer Sonderzeitschrift, an der sich verschiedenste Fachrichtungen beteiligen sollen. Diese soll der Öffentlichkeit (und vor allem einflussreicheren Personen) einen kurzen Einblick in unser Fach vermitteln. Dabei sind vor allem die Geistes-, Religions- und Kulturwissenschaften angesprochen, da gerade sie sich bei der derzeitigen wirtschaftlichen Lage unter starken Profilierungsdruck befinden.

ethnologik

Ganze 60 Seiten stark ist die erste Ausgabe der neuen Redaktion geworden mit Interviews mit Einwanderern, Buchbesprechungen, Reiseberichten – dazu recht professionell gestaltet. Mann und Frau auf der Strasse wird das Blatt vielleicht nicht unbedingt ansprechen, fuers Fach muss man sich naemlich schon interessieren.

Sehr interessant ist Wolfgang “anthronaut” Wohlwends Beitrag zum Borderfilm-Projekt. Obwohl nicht von Ethnologen initiiert, ist es ein gutes Beispiel dafuer, wie unser Fach “greifbar, fuehlbar und sichtbar” wie im Editorial gefordert, werden kann. Migrationspolitik ist ein komplexes und polarisiertes Thema. Wie laesst sich sowas ansprechend vermitteln, ohne dass man zu sehr vereinfacht?

Rudy Adler, Victoria Criado und Brett Honeycutt haben Migranten und Grenzwaechtern Einwegkameras in die Hand gedrueckt, damit sie ihren Alltag dokumentieren. Wohlwend schreibt:

“Was da nun troepfchenweise wieder eintrifft, ist Bildmaterial, dessen Intimitaet und Direktheit vereinnahmt. (…) Bilder, die nur jemand machen kann, der sich nicht erst in eine Situation einfuehlen muss, sondern mittendrin ist. Sie sind wertvoll und eine Eintrittskarte fuer eine emische Sichtweise.

(…)

“Es ist eine simple Idee mit einer grossen Wirkung. (…) Die Bilder sind Dokumente, die nicht nur neue Ansaetze in die Immigrationsdebatte fuehren und die Fronten erweichen wird, sondern auch einen interessanten Ansatz fuer zukuenftige Aktionen in aehnlichen Kontexten.”

Wie Daniel Wagner im Eroeffnungstext “Going Public. Der lange Marsch der Ethnologie durch die unbekannte Welt oeffentlicher Meinung” schreibt, gibt es genug Gelegenheiten, uns in gesellschaftliche Diskurse einzubringen. Doch finde ich nicht, dass sich Ethnologen auf Themen beschraenken sollten, die mit “Fremden” (wer auch immer damit gemeint sein soll) zu tun haben. Denn ethnologisch lassen sich auch Ethnologiestudenten untersuchen und wie wir wissen tragen Ethnologen zur Entwicklung von High-Tech-Geraeten, Webdiensten oder Espressomaschinen bei.

Wagner zitiert C.Lenz:

[w]enn ich zeigen kann, dass die Lokalpolitik in einem nordghanesischen Dorf nicht grundsaetzlich anders funktioniert als in einem hessischen Dorf, ist das noch berichtenswert?

Selbstverstaendlich. Denn in der Ethnologie geht ja nicht darum darzustellen, worin sich Leute in Nordghana von jenen in Hessen unterscheiden. Es geht darum, ihr Leben zu dokumentieren, um so ethnologische Theorien weiter zu entwickeln und Menschen im allgemeinen besser zu verstehen. Einsichten in ihr politisches System liefert wichtige Informationen fuer eine generelle Theorie von Politik (die auch fuer Politologen und Soziologen relevant ist).

Das Potential der Ethnologie bestuende darin, die westliche Perspektive erweitern zu helfen, schreibt Wagner weiter. Das hoert sich ethnozentrisch an. Sollte Ethnologie nicht auch die oestliche, suedliche und noerdliche Perspektive, ganz allgemein die Perspektive aller Menschen erweitern helfen? Schliesslich kritisiert er ja selbst die Zurueckhaltung vieler Ethnologen, wenn es darum geht, andere Gesellschaften zu kritisieren. Abgesehen davon gibt es ja genug Ethnologen ausserhalb des “Westens”.

Wie Thomas Hylland Eriksen in seinem Buch Engaging Anthropology: The Case for a Public Presence, bemaengelt Daniel Wagner die Sprache, in der ethnologische Texte verfasst werden:

“Vor allen Dingen muessen wir schreiben lernen. Und zwar so, dass uns auch diejenigen lesen wollen, die uns bislang aus gutem Grund mieden.”

Ethnologik ist schon mal ein vielversprechender Anfang!

PS: Es soll auch bald eine Webversion der Zeitschrift geben – und zwar auf www.ethnologik.de

ethnologik

Es gibt kein Fach, das so hart um seine wissenschaftlichen Grundlagen zu kaempfen hat wie die Ethnologie. (...) Es ist ein Kampf gegen die Kritiker, die unserem Fach akademischen Autismus und Praxisangst vorwerfen. (...) Um den Gegnern zu zeigen, dass…

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