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Vor 100 Jahren: Maji-Maji-Krieg in “Deutsch-Ostafrika”

ORF Science

Vor hundert Jahren wurde ein besonders blutiges Kapitel der Kolonialgeschichte Europas geschrieben, das heute ziemlich in Vergessenheit geraten ist. Die einheimische Bevölkerung des heutigen Tansania – damals “Deutsch-Ostafrika” – erhob sich gegen ihre deutschen Besatzer. Zwei Jahre dauerte der ungleiche Kampf, bei dem vermutlich 100.000 Einheimische getötet wurden – aber nur 15 Europäer.

Ein soeben erschienenes Buch geht den Geschehnissen in Afrika zum 100. Jahrestag des Beginns des Maji-Maji-Krieges nach, das von der Historikerin Felicitas Becker und dem Ethnologen Jigal Beez herausgegeben wurde. Der Maji-Maji-Krieg war “die erste antikoloniale Erhebung, bei der sich viele unterschiedliche Völker – insgesamt etwa 20 – gemeinsam gegen die Kolonialherrschaft zur Wehr setzten”, so Jigal Beez in seinem Buchbeitrag.

Von Beginn an geprägt war das Verhältnis von einem absoluten Überheblichkeitsgefühl der weißen Kolonialherren gegenüber den Afrikanern. Gerechtfertigt wurden damit Landenteignung, körperliche und psychische Gewalt, Zwangsarbeit auf Plantagen und – last but not least – auch die Einhebung von Steuern. >> weiter

ORF Science

Vor hundert Jahren wurde ein besonders blutiges Kapitel der Kolonialgeschichte Europas geschrieben, das heute ziemlich in Vergessenheit geraten ist. Die einheimische Bevölkerung des heutigen Tansania - damals "Deutsch-Ostafrika" - erhob sich gegen ihre deutschen Besatzer. Zwei Jahre dauerte der…

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Was haben afrikanische und appenzellische Heiler gemeinsam?

Ethnologe David Signer, St.Galler Tagblatt

Es ist verblüffend, wie viele Parallelen es zwischen dem afrikanischen und dem appenzellischen Heilwesen gibt. Ich habe von 1997 bis 2000 in mehreren westafrikanischen Ländern eine Forschung zum Thema Heiler und Hexer durchgeführt. Vor kurzem las ich nun den Aufsatz «För Hitz ond Brand» über Gebetsheilerinnen und Gebetsheiler in Appenzell Innerrhoden von Roland Inauen und fühlte mich dabei geradezu in die tropischen Dörfer zurückversetzt! Noch bis weit ins 20. Jahrhundert war der Glaube an Hexerei auch im Appenzellerland ziemlich verbreitet. >> weiter (Link aktualisiert mit Kopie)

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NZZ über David Signer, Hexerei und soziokulturelle Faktoren von Armut in Afrika

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UPDATE2: African Village eröffnet, Aussteller zeigen kein Verständnis für Kritik

In der ganzen Welt erregte das afrikanische Dorf im Augsburger Zoo Aufsehen und der Zoodirektorin wurde Rassismus vorgeworfen. Doch wie eine Bekannte, die den Zoo gestern besuchte, herausbekam, verstehen die afrikanischen Aussteller die Kritik nicht. Sie sind wegen des Geldverdienens da, und ob sie ihre Ringe im Zoo oder in der Einkaufsstrasse verkaufen, spielt für sie keine Rolle. Ausserdem “lieben Afrikaner Tiere”, bekam sie zu hören. Jeder Clan habe seinen eigenes Totemtier, das man wie einen Bruder behandele.

Jede Menge Journalisten waren bei der Eröffnung gestern zugegen, siehe u.a. Sueddeutsche Zeitung: Skandal im Zoo. “Das ist kein ´afrikanisches Dorf´, sondern ein ´African Village´ und Interview mit Norbert Finzsch: “Man kann nicht so tun, als bestünde Afrika nur aus Savanne”. Inzwischen berichtet auch die BBC darueber.

In der Augsburger Zeitung wird von fröhlichen Besuchern und Händlern berichtet: “Ich fühle mich nicht als Schauobjekt”, sagt Marieme Dia aus dem Senegal. “Afrika muss seine Waren verkaufen.” Und Kulturwissenschaftsstudentin Annariitta Grzonka kommentiert selbskritisch auf Ethno::log:

“Erinnert mich irgendwie mehr an Afrika Stände auf einem kommerziellen multikulti Stadtfest als an eine Völkerschau aus dem 19. Jahrhundert. (…) Ich möchte nicht die Reproduktion von Stereotypen und Reduktionen durch die Veranstaltung infrage stellen, nur wäre es angesichts der internationalen Diskussion und Aufmerksamkeit, die das African Village entfacht hat, angebracht genau hinzuschauen, um was für eine Art event es sich hier handelt.”

UPDATE 20.6.05:
Radio interview on African Village/ “Germans & Japanese less sensitive about race”

UPDATE 14.6.05: Bayerische Ausländerbeiräte üben scharfe Kritik an der Veranstaltung “African Village” (Der Standard, Wien)

UPDATE 13.6.: African Festival im Zoo in Detroit, African Nights im Londoner Zoo

UPDATE 11./12. 6.05: Noch kritischer über den Protest schreibt Jörg Schallenberg in der taz vom 11.6. : “Vor Ort entpuppt sich der hitzige öffentliche Streit um das “African Village” im Tierpark von Augsburg lediglich als Lehrstück über Arroganz und Ignoranz aller Beteiligten”, denn das afrikanische Village gibt es gar nicht: “Was vom “Skandal” übrig bleiben wird, ist das Befremden darüber, wie schnell die Arroganz der Kritiker die Ignoranz der Veranstalter eingeholt hat.”

UPDATE 12.6.05: Der Spiegel kommt zu einem aehnlichen Schluss: “Was bleibt vom Vorwurf des Kolonialismus, des Rassismus, der Menschenverachtung? Wenig bis gar nichts. Nur die Verbindung von “Afrika” und “Zoo” provoziert ungute Assoziationen und zeigt, wie nahe “Political correctness” und Hysterie beieinander liegen. Bei jedem “Karneval der Kulturen” in Berlin kommen mehr Rassismus, Sexismus und Voyeurismus zum Zuge als im “African Village”, das bis gestern Abend gezeigt wurde. ”

Wogegen zamamba auf ethno::log darauf hinweist: Dennoch ist das ganze bei weitem nicht so harmlos wie es aussieht, denn allem Anschein nach sieht es zwar aus wie ein afrikanischer Markt im 21. Jahrhundert, aber die Gedankenwelten und reproduzierten Stereotypen könnten ganz genau die gleichen sein, wie die des 19. Jahrhunderts, die sich bis heute anscheinend nur wenig verändert erhalten haben.

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Bewusster oder unbewusster Rassismus? Proteste gegen “African Village” im Zoo (Kommentar und Linksammlung)

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“African Village” – Strafanzeige gegen die Augsburger Zoodirektorin

Der Protest gegen das afrikanische Dorf im Augsburger Zoo wächst, lesen wir im Berliner Tagesspiegel. Auch die südafrikanische Literaturpreisträgerin Nadine Gordimer hat sich kritisch geäussert. Und die international tätige Initiative Ecoterra hat Strafanzeige gegen die Augsburger Zoodirektorin Dr. Barbara Jantschke und die Veranstalterfirma Max-Vita erstattet. Hans-Jürgen Duwe vom Ecoterra-Büro in Kassel forderte in einem Schreiben die bayerische Landesregierung auf, „sofort tätig werden, um diese Zurschaustellung aufzuhalten“.

Norbert Finzsch, Professor für anglo- amerikanische Geschichte an der Universität Köln sagte dem Tagesspiegel, es sei falsch, die afrikanischen Kulturen unter einem einzigen Kulturbegriff zu subsumieren. Es sei „absurd, so zu tun, als ob Afrika, ein Kontinent mit vielen unterschiedlichen Kulturen und Kulturräumen, nur aus Savannen bestehe, in denen naturverbundene, freundliche Menschen ihrem Tagwerk in Hütten nachgehen“. >> weiter zum Artikel im Tagesspiegel

Uebrigens hat als erste regionale Zeitung der Donaukurier sich dem Thema angenommen.

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Augsburger Oberbürgermeister: Zoo ein adäquater Veranstaltungsort für Afrikaner

wengert
Auf der Homepage der Stadt Augsburg hat Augsburgs Oberbürgermeister Paul Wengert (Bild: Wikipedia) eine Presseerklärung veroeffentlicht. Wie erwartet, verteidigt er die Veranstaltung und weist Vergleiche mit früheren Völkerschauen zurueck:

Wengert sieht “keine Notwendigkeit, diese Veranstaltung in Frage zu stellen, weil diese von Afrikanern selbst bzw. von Institutionen getragen wird, die sich mit Afrika im positiven Sinne verbunden fühlen.” Er weist auch darauf hin, dass es sich nicht um ein “afrikanisches Dorf” handle, dies wäre durchaus problematisch, sondern um “40 Stände mit Kunst-, Schmuck- und Gebrauchswaren”.

Ironischerweise rechtfertigt er den Wahl des Veranstaltungsortes damit, dass es “für afrikanische Vereine und einzelne afrikanische Kulturschaffende bekanntlich schwer ist, sich in der Öffentlichkeit „hör- und sehbar“ zu machen. Deshalb”, so der OB weiter, “halte ich die Wahl des Augsburger Zoos als Veranstaltungsort für durchaus adäquat.”

Wie heisst es doch im Protestbrief: “Wir weisen darüber hinaus mit Nachdruck darauf hin, dass Schwarze Deutsche auch während des Nationalsozialismus, nämlich von der Zwischenkriegszeit bis in die vierziger Jahre, dazu gezwungen waren, in Völkerschauen aufzutreten, weil ihnen andere professionelle Sphären verschlossen wurden.”

>> zur Presseerklaerung

Via Tierrechts-Blog bin ich auf einen Text in Human Ecology gestossen, der interessant zu sein scheint. Er zieht Parallelen zwischen Zoobesuch und Pornografie: “This paper compares the phenomenological structure of zoological exhibition to the pattern prevalent in pornography. The central idea uncovered in this process of interpretation is paradoxical: zoos are pornographic in that they make the nature of their subjects disappear precisely by overexposing them. It is suggested that the zoo as we know it be phased out in favor of more authentic modes of encountering other forms of life.” >> weiter

UPDATE (9.6.05)
Ethnologieprofessor Frank Heidemann hat einen Antwortbrief geschrieben: “Wenn den afrikanischen Kulturschaffenden kein anderer öffentlicher Raum als der Zoo zur Selbstpräsentation gegeben wird, so leisten Sie einem falschen und auch gefährlichen Bild Vorschub.” >> weiter auf ethno::log

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Bewusster oder unbewusster Rassismus? Proteste gegen “African Village” im Zoo (Kommentar- und Linksammlung)

wengert

Auf der Homepage der Stadt Augsburg hat Augsburgs Oberbürgermeister Paul Wengert (Bild: Wikipedia) eine Presseerklärung veroeffentlicht. Wie erwartet, verteidigt er die Veranstaltung und weist Vergleiche mit früheren Völkerschauen zurueck:

Wengert sieht "keine Notwendigkeit, diese Veranstaltung in Frage zu stellen, weil diese…

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