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(updated) First news from the AAA-conference?

At the moment, the 105th Annual Meeting of the American Anthropological Association (AAA) is taking place in San Jose. The AAA has done some work with its homepage and written some (really useful) press releases that serve as a guide for journalists. I haven’t discovered news from the conference yet, though.

The first blog post – live from the conference – was written by Jen Cardew at Synthesis of Thoughts. In Cardew’s opinion, “the vibe of the AAA conference” is different from other conferences and he “really was very put off by it”:

I’m not sure what exactly it is, but the people don’t seem to be as friendly, people really don’t like you in the eyes but at your name badge and there is a slight air of overall stuffiness. I’ve never felt like that at the SFAA. I’m hoping that this was just an “off day” and the rest of the week is different, because I usually thoroughly enjoy conferences.

Jen Cardew also tells us about a new initiative – the blog http://studentanthro.blogspot.com/ – it is part of the session “At A Critical Intersection: Exploring the Expectations and Needs of Anthropology Students in 2006” (not yet much activity there, though)

Another anthroblogger – a new discovery – “Nani” on her blog Everyday Anthropology – comments on a panel where Native Indians and archaeologists talked past each other. It’s her first conference ( “Everyone wore a badge (except me) and had in their hand the novel-length AAA Meeting program.”)

Nani is writing a thesis on the issue of repatriation and reburial of Native American human remains and cultural items.

In her second blog post she tells us about why anthropology is relevant to her. Anthropology gives answers to personal questions:

It was the only field that could answer my personal questions: Why did my Chinese-Indonesian relatives and friends see and treat me differently because of my dark(er) skin? Why were GUESS, Esprit, and other American brands so popular in my high school in Bandung, West Java? Why do I feel neither “feminine” nor “masculine”, like the oppositional way society defines the two? Why don’t Native Indonesians and Chinese-Indonesians get along? What is evolution, and how are we the same as and different both within our own species and from other species? etc.

>> visit Everyday Anthropology

I suppose there will be more news from anthropology bloggers at the conference, among others we can expect news about the Open Access activities by the Savage Minds bloggers

UPDATES

In San Jose, the members of the American Anthropological Association (AAA) approved resolutions condemning the occupation of Iraq and the use of torture

Elizabeth (Dori) Tunstall , Associate Professor of Design Anthropology at University of Illinois at Chicago, writes that she prefers workshops to presentations:

The two workshops I facilitated were interesting because they were very interactive. Using a lot of Post-it notes to get participants to brain storm about the brand attributes of anthropology and opportunities to craft audience appropriate messages.

Someone said to her: “You can’t be an anthropologist. Your presentation looks too good.”

SEE ALSO:

This is conference blogging!

Anthropology and the World: What has happened at the EASA conference?

Conference blogging at the conference of the Society for Applied Anthropology: “Quit using the word ‘culture’ wherever possible”

AAA Annual Meeting: Are blogs a better news source than corporate media?

What’s the point of anthropology conferences?

How To Present A Paper – or Can Anthropologists Talk?

At the moment, the 105th Annual Meeting of the American Anthropological Association (AAA) is taking place in San Jose. The AAA has done some work with its homepage and written some (really useful) press releases that serve as a guide…

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Was ist Ethnologie? Eine schöne Definition

(Links aktualisiert 10.9.2019) Hat jemand jemals besser erklaert was nun Ethnologie ist und was Ethnologinnen so tun? In der aktuellen Ausgabe von Ethnologik erlaeutert Alexander Knorr:

Ethnologie ist eine Kulturwissenschaft. Genauer, die Wissenschaft vom kulturell Unverstandenen.

Kultur sitzt zunächst im Geist des Menschen: Werte, Normen, Vorstellungen, Ideen, Weltsicht und Weltverständnis. Wenn solche geistigen Dinge von einer Gruppe von Menschen geteilt werden, sprechen wir von Kultur.

Aber Kultur bleibt nicht in den Köpfen und Herzen der Menschen. Sie dringt nach außen, informiert wie wir leben, was für eine Welt wir uns schaffen, wird sichtbar, fühlbar und erfahrbar. Was für Häuser und Maschinen wir wie bauen, wie wir zusammenleben, wie wir arbeiten und Freizeit verbringen, an was wir glauben, welche Geschichten wir uns erzählen, was wir moralisch für richtig und falsch empfinden, usw. All das ist Ausdruck und Teil von Kultur. Unsere gesamte Lebensweise ist Ausdruck von Kultur.

Warum verteidigen Ethnologen Minderheiten, erzählen begeistert von Gesellschaften im afrikanischen Busch? Warum bezeichnen Ethnologen Bewohner im Regenwald nicht als rückständig? Knorr macht einen kurzen fachgeschichtlichen Rueckblick:

[M]an sah, dass die Abwesenheit von Nationalstaatlichkeit, so wie wir sie uns in Europa vorstellten, nicht die Abwesenheit von politischer Organisation bedeutet. Man sah auch, daß Nicht-Christ-Sein nicht die Abwesenheit von Religion bedeutet. Man sah, dass auch ohne die Erfindung des Geldes Handel, Märkte und Ökonomie existieren können. Und man sah, dass das Fehlen von Schrift nicht bedeutet, daß es keine Philosophie und Wissenschaft geben kann.

All das hat man zunächst nicht gesehen, weil man nicht verstand, weil man gar nicht wusste, wo man hinsehen soll. Weil es in anderen Kulturen Dinge gibt, die man sich zunächst gar nicht vorstellen kann, weil sie in der eigenen, in unserer Kultur nie erfunden wurden. Doch dann begann man zu sehen, bemühte sich zu verstehen, entdeckte den Reichtum, die Vielfältigkeit und den Tiefgang anderer Kulturen. Daraus folgte der große Schritt, zu akzeptieren, dass andere Kulturen gleichberechtigte alternative Lebensentwürfe bedeuten.

(…)

Der nächste Schritt war die Erkenntnis, dass das Verstehen der Anderen, die neuen Sichtweisen die man dadurch erlangt, einem helfen können, die Dinge im eigenen Vorgarten und in unmittelbarer Nachbarschaft besser zu verstehen.

Was interessiert Ethnologen? Was sind ihre Forschungsfelder? Knorr schreibt:

Heute beschäftigt sich Ethnologie mit allen zunächst unverstandenen Formen menschlicher Lebensführung, Lebensbewältigung und Lebensgestaltung. Überall auf der Welt. Aktuelle Forschungsprojekte des Münchner Instituts für Ethnologie befassen sich beispielsweise mit Identität in Süd-Indien, mit Anbau und indianischem Weltbild in Kolumbien, mit Islam und Islamismus in Marokko, mit Christentum, Reform und indigener Gesellschaft in Brasilien, mit der kulturellen Aneignung von Informations- und Kommunikationstechnologien und mit Sprache und Globalisierungsprozessen in westafrikanischen Städten.

Wir interessieren uns aber auch für Punks in München, für die Graffitisprüher am Laimer Verladebahnhof, und für den Trachtenverein in Simbach am Inn. Alles Kulturen, denen man zunächst etwas verständnislos gegenübersteht.

Weshalb Ethnologie? Hier nur ein kurzes Zitat – ueber den Sinn von Grundforschung:

Wissenschaft ist dazu da, die Grenzen der Erkenntnis, des menschlichen Wissens über die Welt und die Menschheit selbst, weiterzuschieben. Niemand kann über die Grenzen der Erkenntnis hinaussehen, außer der Wissenschaft selbst, indem sie eben diese Grenzen verschiebt. Aber wir wissen vorher nicht, was wir dort finden werden. Wir können es nicht absehen, nur in Erfahrung bringen. Und weil wir nicht einmal wissen, was wir dort finden werden, wissen wir auch nicht, was wir vielleicht damit anfangen können.

Deshalb muss Wissenschaft zunächst frei in jede Richtung gehen dürfen und können. Und nicht nur in die Richtungen von denen wir heute, jetzt und hier vermuten, dass sie etwas praktisch verwertbares bringen. (…) Doch die vielleicht einzigartige Stärke des Menschen liegt darin, Neues in die Welt zu bringen, und mit Gefundenem Unerhörtes anzustellen.

>> zum Text in der Ethnologik “Orchideen” von Alexander Knorr (pdf, Seiten 4 und 5) LINK ALTUALISIERT 21.10.2022 – Ethnologik.de gibt es leider seit langem nicht mehr, ich habe eine Kopie hochgeladen

UPDATE:

Siehe auch zur Umbenennung des Fachs: Das Fach heißt Ethnologie, oder? Warum jetzt Kulturanthropologie? Oder Sozialanthropologie?

(Links aktualisiert 10.9.2019) Hat jemand jemals besser erklaert was nun Ethnologie ist und was Ethnologinnen so tun? In der aktuellen Ausgabe von Ethnologik erlaeutert Alexander Knorr:

Ethnologie ist eine Kulturwissenschaft. Genauer, die Wissenschaft vom kulturell Unverstandenen.

Kultur sitzt zunächst im Geist…

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Wissensintensiver Alltag in der Wüste

Ethnologen neigen bekanntlich dazu, andere Gesellschaften exotischer dazustellen als sie eigentlich sind. In Zeitungsartikeln stehen oft Steretypien Schlange. Anders in diesem Beitrag von Cornelia Brück im Main-Rheiner ueber Ethnologen Nikolaus Schareika, der in der Kinder-Uni ueber den Alltag in der Wueste berichten wird.

Zwei Jahre lang hat der Ethnologe bei den Wodaabe im Staate Niger gelebt und ist mit ihnen und ihren Rinderherden umhergezogen.

Wir lesen:

Bei der Tierhaltung und Arbeit konnte der Ethnologe seinen Gastgeber nicht helfen, denn “das Leben in der Sahelzone setzt Fertigkeiten voraus, die man nicht von heute auf morgen erwerben kann”. Welche Stelle im Busch ist günstig für ein Camp? Wie behandele ich ein krankes Tier mit einem Brandeisen? Ist das Risiko, die Tiere zum Tschadsee zu führen, vertretbar oder nicht? Diese und ähnliche Fragen bestimmen den Alltag der Wodaabe und es braucht viel Erfahrung, die richtigen Entscheidungen zu treffen.

Kinder sind ein Teil dieser nomadischen Lebenswelt und werden schon früh mit einbezogen. “Sie holen Wasser oder treiben auch schon mal als Dreijährige die Kälber nach Hause”, berichtet Dr. Schareika. “Ihre Schule ist der Busch, nicht schriftliches Wissen, sondern praktische Erfahrung bereitet sie auf das Leben in einem Dürregebiet vor.”

Die Wodaabe sind hier nicht “eine andere Kultur”, sondern Menschen, die mit einer anderen Wissenstradition gross geworden sind. Der Ethnologe zeigt dass ihr Leben genauso wissensintensiv ist wie der Alltag von IT-Experten.

>> weiter im Main-Rheiner

UPDATE: >> Bericht ueber den Vortrag

SIEHE AUCH:

Ethnologen und Oeffentlichkeit: “Moderne und weniger entwickelte Gesellschaften”

“Leben wie in der Steinzeit” – So verbreiten Ethnologen Vorurteile

How to survive in a desert? On Aboriginals’ knowledge of the groundwater system

“Aboriginal knowledge is science”

Ethnologen neigen bekanntlich dazu, andere Gesellschaften exotischer dazustellen als sie eigentlich sind. In Zeitungsartikeln stehen oft Steretypien Schlange. Anders in diesem Beitrag von Cornelia Brück im Main-Rheiner ueber Ethnologen Nikolaus Schareika, der in der Kinder-Uni ueber den Alltag in der…

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Forschungsvermittlung einmal anders: Forschungsergebnisse auf Ethno-Kalender

Statt ein Buch zu schreiben oder Zeitschriftartikel oder gewoehnliche Seminararbeiten haben Studierende am Institut für Europäische Ethnologie an der Universität Wien einen Wandkalender erstellt meldet DieUniversitaet-online, die Zeitung der Universität Wien. “Der Kalender ‘Herz 2007’ ist ein Versuch, neue Formate zur Vermittlung wissenschaftlicher Forschung zu erproben, erklärt die Herausgeberin Elisabeth Timm.

Denn die Ergebnisse kulturwissenschaftlicher Forschung sollen auch außerhalb der Universität nutzbar gemacht werden”, sagt sie:

“Das Studienprojekt nutzt das Format eines Wandkalenders auch deshalb, weil wir es für notwendig halten, dass die Europäische Ethnologie als empirische Kulturwissenschaft solche populären Medien nicht nur untersucht, sondern sie auch für die Popularisierung ihrer wissenschaftlichen Erkenntnisse einsetzt.”

Der Kalender dokumentiert auf zwölf Monatsblättern Forschungen zur Geschichte und Gegenwart des Herzens als Organ und als Symbol:

“Im Mittelpunkt der Forschungen stand das Herz als Symbol im Alltag. Jedes Blatt wurde von einem Studierenden betreut, die Themen reichen von “Valentinstag und Muttertag: Das Herz als Angebot” (Mai-Blatt), “Die Nation als Herz, Herz für die Nation” (Oktober-Blatt) oder “Herz als Mahlzeit: zwischen Tabu und regionaler Spezialität” (Dezember-Blatt). Zeitgenössische Zitate, Fotos und Grafiken zur jeweiligen Monatsthematik vermitteln anschaulich die Welt des Herzens.”

>> mehr in der Zeitung “Die Universitaet”

Ueber eine andere innovative Art der Wissensvermittlung war hier kuerzlich zu lesen, siehe Musikethnologie des Alphorns – neue Multimedia-Webseite

Statt ein Buch zu schreiben oder Zeitschriftartikel oder gewoehnliche Seminararbeiten haben Studierende am Institut für Europäische Ethnologie an der Universität Wien einen Wandkalender erstellt meldet DieUniversitaet-online, die Zeitung der Universität Wien. "Der Kalender 'Herz 2007' ist ein Versuch, neue Formate…

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Kvinneliv i eksil: Flyktningkvinner forteller

I den nye boka Kvinneliv i eksil ønsker sosiolog Berit Berg og sosialantropologene Torunn Fladstad og Kirsten Lauritsen synliggjøre flyktningkvinner og gi dem en stemme. De fleste flyktninger er nemlig kvinner. Likevel er det som regel mennene som er i fokus når krig, flukt og eksiltilværelse skal beskrives, mener forfatterne.

Boka er basert på samtaler med og livsløpene til seks kvinner fra Vietnam, Bosnia, Somalia, Chile og Irak.

I et innledende kapittel beskrives bokprosjektet:

I vår studie har vi hatt ganske unike muligheter til å samarbeide med seks kvinner over en lengre periode av deres liv. Dette er sjelden mulig i et tradisjonelt forskningsprosjekt. (…) Alle tre forfatterne har tidligere hatt yrkesroller som flyktningkonsulenter, sosialarbeidere og annet, der vi har møtt kvinnene i profesjonell sammenheng, som flyktninger. (…) Forfattere har [senere] begynt som forskere, kvinnene har utdannet seg i andre retninger. Det som startet som en profesjonell relasjon, har over tid utviklet seg til å bli nærmere kjennskap og vennskap.

(…)

Våre ulike treffpunkter med de seks kvinnene har til sammen gitt oss et materiale som ofte er lite tilgjengelig for forskere – intervjuer i ulike perioder, de mer uformelle samtalene, reisene vi har gjort sammen, merkedagene vi har delt. Gjennom slike “thick descriptions” (Geertz 1973,2000) har vi ønsket å formidle både det som er felles for de seks kvinnene og i mangt og meget for kvinner over hele verden, og det som er forskjellig – mellom livene til kvinner “her” og “der”, i trygghet og på flukt.

Høres interessant ut. Om boka lever opp til forventnigene kan du lese her i slutten av neste uke.

Mer om boka:

IMDI om Kvinneliv i eksil

Høgskolen i Nord-Trøndelag: Sterke flyktningkvinner mellom to permar

I den nye boka Kvinneliv i eksil ønsker sosiolog Berit Berg og sosialantropologene Torunn Fladstad og Kirsten Lauritsen synliggjøre flyktningkvinner og gi dem en stemme. De fleste flyktninger er nemlig kvinner. Likevel er det som regel mennene som er i…

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