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Ethmundo.de – neues ethnologisches Online-Magazin

Mehrere engagierte Ethnologie-Studierende von AG Onlinejournalismus der Fachschaft Ethnologie an der Uni Münster haben Ethmundo ins Leben gerufen – ein “offenes Online-Magazin für Kultur und Gesellschaft”. In der öffentlichen Diskussion, meint Redaktionsmitglied Caro Kim, muessen ethnologische Erklärungsansätze häufiger Beachtung finden. Daher sollte eine breitere Öffentlichkeit für ethnologische Sichtweisen auf aktuelle Themen erreicht werden. Simone Schubert ergaenzt: “In der Ethnologie gibt es so viele aufregende Geschichten und Inhalte; wir müssen bloß spannend und ohne Angst vor einer gewissen, nötigen Banalisierung darüber schreiben!”

Fuer die erste Nummer hat die Redaktion das Schwerpunkt Thema Kannibalismus gewaehlt. Ausserdem gibt es eine Buchrezension, ein Artikel zur Wahrnehmung von rechts und links und ein Interview zum Thema Ethnologie in der Erwachsenenbildung.

>> weiter zu Ethmundo.de

Mehrere engagierte Ethnologie-Studierende von AG Onlinejournalismus der Fachschaft Ethnologie an der Uni Münster haben Ethmundo ins Leben gerufen - ein "offenes Online-Magazin für Kultur und Gesellschaft". In der öffentlichen Diskussion, meint Redaktionsmitglied Caro Kim, muessen ethnologische Erklärungsansätze häufiger Beachtung finden.…

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“Tag des Kusses”: Maori bevorzugen Nasenreiben

Der Mitteldeutschen Zeitung zufolge ist heute, am 6. Juli der internationale Tag des Kusses. Im Internet, das ergab zumindest eine kurze Suche, gibt es keine offiziellen Infos zu diesem Tag – er ist vermutlich das Produkt von Massenmails, Kettenbriefen, eine dieser Wandergeschichten?

Jedenfalls befragt die Mitteldeutsche Zeitung eine Ethnologin zu verschiedenen Arten, Zuneigung auszudruecken. Sabine Klocke-Daffa, Ethnologin an der Universität Münster und Verfasseren des Buches Sex and the Body, erzaehlt, dass sich die Paerchen bei den Trobriandern in Papua-Neuguinea gegenseitig die Augenbrauen abknabbern. Das Zerkratzen des Rueckens stehe auch hoch im Kurs. Die Maori auf Neuseeland reiben sich die Nasen gegeneinander.

Vielleicht verbreiten sich diese Braeuche genauso wie der Kuss auf die Wange, der aus Suedeuropa stammt? “In Deutschland beginnen die Leute, diese Verhaltensweise zu übernehmen, weil sie das auf Reisen oder im Fernsehen kennen gelernt haben”, erklärt die Ethnologin.

>> weiter in der Mitteldeutschen Zeitung

“Today is International Kissing Day!” (bamber.blogspot.com)

Mehr Info zur Kulturgeschichte des Kusses in der Seattle Times: Kissing: nature’s cure-all, for most

Kuss – Zitate von Wikiquote

Der Mitteldeutschen Zeitung zufolge ist heute, am 6. Juli der internationale Tag des Kusses. Im Internet, das ergab zumindest eine kurze Suche, gibt es keine offiziellen Infos zu diesem Tag - er ist vermutlich das Produkt von Massenmails, Kettenbriefen, eine…

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Ethnologe: “Deutscher WM-Patriotismus positiv”

In ein paar Stunden werden wieder die deutschen Fahnen geschwenkt – auch in Oslo (siehe Bild vom Spiel gegen Argentinien). Anders Deutsch-Bloggerin Urmila Goel ist vom Fahnenschwenken nicht angetan. Obwohl ich dem WM-Enthusiasmus nicht so kritisch gegenueberstehe, werde ich im Gegensatz zu vielen anderen deutschen Einwanderern in Norwegen wieder sitzenbleiben, wenn die Deutschland-Hymne ertoent und nicht mitsingen (aber dennoch die deutsche Mannschaft anfeuern).

Urmila Goel schreibt, die Medien “überschlagen sich geradezu, ob der friedlichen WM und dem positiven Fahnenschwenken”. Kuerzlich war auch hier auf antropologi.info zu lesen World Cup Enthusiasm:”Need for a collective ritual, not nationalism”.

Der Deutschlandfunk hat nun den Berliner Ethnologen Wolfgang Kaschuba zum deutschen WM-Patriotismus befragt. Kaschuba meint, die meisten Menschen freuten sich über die deutsche Mannschaft, sie seien aber nicht nationalistisch eingestellt – und Neonazis haben da keine Chance:

Also die deutsche Fahne wurde in Kreuzberg von türkischen Lieferfahrzeugen zunächst mal hoffähig gemacht, und dann trauten sich die Deutschen natürlich auch allmählich.

(…)

Es sind keineswegs nur sozusagen nationalistische oder nationale Bedürfnisse, da mischt sich vieles. Wenn Sie genau hinschauen, wie gefeiert wird, da ist natürlich ein Stück Party mit drin, Eventkultur, es gibt sehr viele Großereignisse, die von den Menschen aufgesucht werden, und in dieser Zeit des Individualismus gibt es eben auch ganz offenbar diese andere Seite, diesen Wunsch nach Gemeinschaftserlebnissen, die nicht zu tief sein sollen, nicht zu lange dauern sollen, aber die man sucht.

(…)

Es gibt gerade auch in dieser Fankultur und in diesen Formen von Begeisterung eben ein deutliches Abgehen sozusagen von diesen harten und gröhlenden Formen nur hin eben auch zu spielerischen und zum Teil auch ironischen. Wer die deutsche Fahne trägt, hat nicht immer sozusagen dieses Stammtischdenken dahinter, sondern macht es zum Teil auch ganz spielerisch, und manche der Fahnen sind da reine Fantasieprodukte.

(…)

Ein ganz interessanter Befund, den ja auch schon einige Medien schon angestellt haben, die Neonazis bekommen in dieser patriotischen Welle kaum einen Fuß auf den Boden. Warum? Weil es offenbar eben nicht ihr Nationalismus ist, also einer, der aggressiv sich gegen andere wendet.

>> weiter beim Deutschlandfunk

Den Vogel schiesst die fahnenverhuellte Claudia Schiffer ab: “Das Topmodel zeigt, wie sexy Germany ist. Um Investitionslust zu wecken”, meldet die Sueddeutsche.

SIEHE AUCH:

Anders deutsch: Fahnen schwenken (mit vielen guten Links!)

anders deutsch: Aggressiver Nationalismus bei der WM

Anders Deutsch: Trauer und Jubel: Ich verstehe nach wie vor nicht, warum alle diesen sogenannten ‘positiven Patriotismus’ so positiv finden

World Cup: Cultural representations and why patriotism is not healthy

World Cup Enthusiasm: “Need for a collective ritual, not nationalism”

Is the Football World Cup a peacemaker?

Frauen und Fussball: Warum sich die Geschlechterklischees trotzdem halten

Fussball: Keineswegs nebensächlich für Ethnologen

“Faszination Fußball” im Hamburger Völkerkundemuseum -ueber diese Ausstellung berichtet sogar die Zeitung The National (Papua New Guinea)

Ethnologe Kurt Wachter: Von “Othello” bis Milla – Fußball in Afrika

Marc Auge: Ein Ethnologe bei der Fußball-WM

Aus der Halbdistanz – Fussballbiografien und Fussballkulturen heute (Studienprojekt des Instituts für Europäische Ethnologie der Humboldt Universität Berlin)

Blickpunkt Fussball-WM: eine Form von Religion?

In ein paar Stunden werden wieder die deutschen Fahnen geschwenkt - auch in Oslo (siehe Bild vom Spiel gegen Argentinien). Anders Deutsch-Bloggerin Urmila Goel ist vom Fahnenschwenken nicht angetan. Obwohl ich dem WM-Enthusiasmus nicht so kritisch gegenueberstehe, werde ich…

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Zugang zur Forschungsliteratur: Widerspruechliche Entwicklungen

(via netbib weblog) Auf der einen Seite waechst die Gruppe von Forschern und Bibliothekaren, die sich dafuer einsetzen, dass Forschungsresultate und Papers gratis fuer alle im Netz zugaenglich sind (Open access). Auf der anderen Seite hoert man immer wieder von Bemuehungen, den Zugang zu wissenschaftlicher Literatur zu erschweren. Im Handelsblatt ist von einem neuen geplanten Urheberrecht zu lesen. Es soll nicht mehr erlaubt sein, von Zuhause aus (mittels Uni-Account) die digitalen Bestaende der Unibibliothek zu nutzen. Dies soll nur noch an speziellen Plätzen in der Bibliothek moeglich sein.Zudem duerften Papers nicht mehr per e-mail verschickt werden:

Danach müssten Kopien von wissenschaftlichen Aufsätzen wieder per Post und Fax verschickt werden. Der mittlerweile übliche elektronische Versand wäre nur erlaubt, wenn die Verlage keine eigenen Online-Angebote machen, und dann auch nur als kaum zu verarbeitendes Faksimile.

Die Wissenschaft laeuft nun Sturm gegen diese Copyright-Bestimmungen. Der Vorsitzende des Wissenschaftsrates, Peter Strohschneider sagt:

Bei allem Verständnis für die Verwertungsinteressen der Industrie, frage ich mich, wie die Autoindustrie reagierte, wenn morgen festgelegt würde, dass Autos nur noch von Pferden gezogen werden müssten.

>> weiter im Handelsblatt

SIEHE AUCH:

VOKUS – Volkskunde-Zeitschrift stellt alle Artikel gratis ins Netz

New Open Access Journal: After Culture – Emergent Anthropologies

American Anthropological Association opposes Open Access to Journal Articles

Open Access Konferenz in Wien: Wissenschaftler für freien Zugang zu Wissen

Afrikanistik online: Das Internet als Forschungsinstrument für die Afrikanistik

(via netbib weblog) Auf der einen Seite waechst die Gruppe von Forschern und Bibliothekaren, die sich dafuer einsetzen, dass Forschungsresultate und Papers gratis fuer alle im Netz zugaenglich sind (Open access). Auf der anderen Seite hoert man immer wieder von…

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Ethnologen-Band soll Musiktraditionen bewahren

Seit gut 30 Jahren bereisen sie Afrikas Dörfer, um die mündliche Überlieferung von Märchen, Sagen und Mythen zu sichern. Vor fuenf Jahren gruendeten die Ethnologen Gerhard Kubik und Moya Malamusi das Donald Kachamba´s Heritage Jazzquartett – um Musiktraditionen zu bewahren, u.a. Kwela-Musik.

Kuerzlich gasterierte das Quartett im Rheingau. In der Wiesbadener Zeitung gibt Ethnologieprofessor Gerhard Kubik folgendes Statement ab:

Wir haben inzwischen die weltweit größte Sammlung mündlicher Überlieferung in mehr als 80 Sprachen auf Tonband und Video aufgenommen. Der Großteil davon lagert im Berliner Ethnologie-Museum. Wir stehen so unter Zeitdruck, weil wir in den letzten Jahren einen derartigen Niedergang des Erzählens beobachten. Statt sich wie früher abends zu unterhalten und dabei Überlieferungen zu erhalten, hängen selbst Südafrikaner in entlegensten Dörfern immer häufiger vor Satelliten-TV und Computer oder kommunizieren per Handy in der Amtssprache Englisch. Mit den Erzählungen gehen auch die Kultur und die kleineren Sprachen jetzt ganz schnell verloren.

Sie benutzen nur Originalinstrumente wie Gitarre, Bass, Kwela-Flöte, Rassel und den einseitigen Musikbogen Nyakatangali. Elektronik ist verboten.

>> zum Text im Wiesbadener Kurier

Er scheint ein sehr statisches und konservatives Verstaendnis von Tradition zu haben. Informationstechnologie kann zum Bewahren von Sprachen beitragen. Das Erzaehlen lebt ja nach wie vor und steht u.a. besonders im Rap (oder Slam Poetry) sehr stark. Rapper verweisen gerne auf eine Kontinuitaet von Rap und den Erzaehlertraditionen der westafrikanischen Griots.

Ethnologe Henrik Sinding-Larsen, der norwegische Folkmusik studiert hat, sagte kuerzlich auf einer Konferenz, Tradition lebe dadurch, dass sie sich staendig veraendere. “Um ein guter Folkmusiker zu sein, musst man seinen eigenen Stil entwickelt haben”, sagte er. “Kopiert man lediglich, bricht man Tradition”. Die (norwegische) Folkmusik sei im 19. Jahrhundert viel lebendiger als im 20.Jahrhundert weil sie sich da viel mehr veraendert hat. Ein Grund fuer die mangelnde Weiterentwicklung der Folkmusik soll die staerkere Verwendung von Noten sein.

Seit gut 30 Jahren bereisen sie Afrikas Dörfer, um die mündliche Überlieferung von Märchen, Sagen und Mythen zu sichern. Vor fuenf Jahren gruendeten die Ethnologen Gerhard Kubik und Moya Malamusi das Donald Kachamba´s Heritage Jazzquartett - um Musiktraditionen zu…

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