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Eine Schweizer Migrantin in Deutschland ueber Integration und Identitaet

Es tut immer gut, seine eigene Gesellschaft oder das vermeintlich bekannte zu exotisieren. Migranten, das sind nicht nur Tuerken oder Pakistaner, sondern auch die Leute aus dem Nachbarland. Einige Aussagen der von Swissinfo portraitierten Schweizer Migrantin, die nach Deutschland gezogen ist, koennten auch aus einem Interview mit einer Tuerkin stammen:

Dass sie einen Deutschen heiratete und wegging, war für ihr Umfeld nicht einfach. “Für meine Mutter war es am Anfang schwer.” Das habe sich dann zum Glück bald geändert, denn sie “liebte ihren Schwiegersohn”, sagt Ruth Ziegler mit einem Zwinkern zu ihrem Ehemann.

(…)

Schattenseiten gebe es überall, sagt Ziegler. “Als Fremde muss ich mich anpassen, nicht mein Gastland.” Und: “Meine Heimat ist die Schweiz, doch zu Hause bin ich hier.”

Wir erfahren auch, dass es Freiburg – nur 60km von der Schweiz entfernt, einen Schweizer Verein gibt.

>> weiter bei Swissinfo: “”Ich bin Gast, aber keine Ausländerin”” (Link aktualisiert)

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Tessin: Deutsche und Deutschschweizer wollen sich nicht integrieren

Deutsche in Zürich: Sie sind überall!

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Tessin: Deutsche und Deutschschweizer wollen sich nicht integrieren

Berichte ueber Tuerken, die “sich nicht integrieren wollen” etc gibt es mehr als genug. Daher ist es erfrischend, Berichte ueber mangelhafte Integrierung und Anpassung von Deutschen und Deutschschweizern zu lesen – jene Leute, die wahrscheinlich sonst ueber Auslaender schimpfen. In einer schoenen Reportage im Berner Bund ueber das Tessin lesen wir ueber die Einwanderer aus der Deutschschweiz und Deutschland: Sie “leben seit vierzig Jahren im Tessin und sprächen noch immer kein Wort Italienisch. Viele Deutschschweizer gäben sich keine Mühe, sich zu integrieren”. Genauso jedoch: «Man kann sich nicht einfach hinsetzen, zusammen Wein trinken und dann Duzis machen – die Tessiner bleiben lieber unter sich.» Ersetze “Deutsche” und “Deutschschweizer” mit “Tuerken”, die Gemeinsamkeiten sprechen fuer sich. >> zur Reportage im Bund (ersetzt mit Kopie)

Berichte ueber Tuerken, die "sich nicht integrieren wollen" etc gibt es mehr als genug. Daher ist es erfrischend, Berichte ueber mangelhafte Integrierung und Anpassung von Deutschen und Deutschschweizern zu lesen - jene Leute, die wahrscheinlich sonst ueber Auslaender schimpfen. In…

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Leitkultur reloaded

Die leidige Diskussion ueber eine sogenannte deutsche “Leitkultur” ist auf Intiative der CDU wieder aufgeflacht. Im ethno::log kommentiert kerleone:

Diese Leute wollen die Definitionsmacht darüber, was die Leitkultur ist. Sie wollen festlegen, was deutsch ist, und was undeutsch ist.

Einem Ausländer mag es noch am ehesten egal sein, ob Bundestagspräsident Norbert Lammert irgendwann festlegt, dass zum Deutschsein die Kenntniss von Schillers Glocke oder sonst was gehört. Aber als Deutscher, der einen solchen absurden, klischeehaften und normativen Kriterienkatalog nicht erfüllt, muss man sich doch komisch vorkommen, wenn man plötzlich seiner Identität beraubt ist.

(…)

Das wichtigste für Deutschland ist deshalb, eine Diskussion über Leitkultur nicht aufkommen zu lassen, weil sie die wahre Kultur und Leitkultur des ganzen Volkes, die wir bereits haben, verdrängt und mit einer elitären und künstlichen Idee ersetzt.

Es ist bereits eine lebhafte Diskussion im Gange und nicht alle stimmen kerleone darin zu, dass diese Debatte nicht gefuehrt werden soll.

>> weiter bei ethno::log

Ich habe meine Meinung vor einer Weile im Text Wieviel Zusammenhalt braucht eine Gesellschaft? formuliert:

Problematisch ist der Begriff Leitkultur, weil er eine eindeutige Grenze zieht zwischen einer ”Kultur der Einwanderer“ und einer ”Kultur der Deutschen“ und nicht zuletzt zwischen Christentum und Islam. Dieses Weltsicht macht Menschen blind dafür zu sehen, dass ich als Deutscher mit einem Ethnologen aus Kolumbien mehr gemeinsam haben als mit einer deutschen Bauersfrau. Diese Weltsicht macht einen blind dafür, Gemeinsamkeiten zu sehen zwischen den Religionen und gegenseitigen Beeinflussungen im Laufe der Geschichte.

Positiv waere natuerlich, wenn diese Leitkultur so formuliert werden koennte, dass sie sich auf universelle Standards basiert z.B. auf der UN-Menschenrechtserklaerung. Doch darauf sind die Christdemokraten vermutlich nicht aus?

SIEHE AUCH:

Apropos Leitkultur… Eine Umfrage in der Hamburger Innenstadt

Anpassung an eine “europäische Leitkultur”?

Leitkultur bei Wikipedia

Die leidige Diskussion ueber eine sogenannte deutsche "Leitkultur" ist auf Intiative der CDU wieder aufgeflacht. Im ethno::log kommentiert kerleone:

Diese Leute wollen die Definitionsmacht darüber, was die Leitkultur ist. Sie wollen festlegen, was deutsch ist, und was undeutsch ist.

Einem…

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Ausstellung “Projekt Migration”im Kölnischen Kunstverein

Ungewohnte Perspektiven auf das Thema Migration bietet die Ausstellung “Projekt Migration” im Kölnischen Kunstverein, an der auch Ethnologen der Universität Frankfurt mitgeschafft haben, schreibt die taz:

Wer das Bild einer multikulturellen Buntheit von dieser Ausstellung erwartet, wird überrascht sein, wie anders sie die Akzente setzt.

Ein Beispiel:

Aus dem Couchtisch in der Mitte ragen Hals, Kopf und Helm des letzten Kaisers des Deutschen Reiches, und mit ihm auf Augenhöhe sitzt ein Besucher und fotografiert. “Und was hat das mit Migration zu tun?”, fragen die meisten ungefähr zehn Sekunden nachdem sie durch die Tür getreten sind.

Das ist auf Seite 262 des kleinen Ausstellungsführers gut erklärt, aber wer den noch nicht hat, erhält Auskunft vor Ort: Erstens ist Kaiser Wilhelm II, Enkel von Queen Viktoria aus England, ein schönes Beispiel dafür, dass Migration in europäischen Adelshäusern üblich und politische Praxis war. Zweitens begann mit der Großindustrie in der Zeit von Wilhelm II eine Zuwanderungspolitik, die zwischen willkommenen und unwillkommenen Nationen unterschied. Drittens steht der Kaiser für die kurze Epoche deutscher Kolonialherrschaft. Auf diese Zusammenhänge kommt erst mal fast keiner. Geschichte aus der Perspektive von Migrationsbewegungen und nicht aus der Erzählung über Nationalstaaten wahrzunehmen ist eben noch immer eine ungewohnte Übung.

>> weiter in der taz

>> Besprechung der Ausstellung in der Welt am Sonntag

>> Webseite der Ausstellung “Projekt Migration”

Ungewohnte Perspektiven auf das Thema Migration bietet die Ausstellung "Projekt Migration" im Kölnischen Kunstverein, an der auch Ethnologen der Universität Frankfurt mitgeschafft haben, schreibt die taz:

Wer das Bild einer multikulturellen Buntheit von dieser Ausstellung erwartet, wird überrascht sein, wie anders…

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Bedrohliche Schweiz: Tamilen fürchten “Kulturverlust”

Ein Interview im St.Galler Tagblatt mit Damaris Lüthi, Ethnologin an der Universität Bern undLeiterin eines Forschungsprojekts zum sozialen Wandel der tamilischen Flüchtlinge in der Schweiz.

Sie erzaehlt von den grossen Unterschieden zwischen den frueheren Einwanderern und deren Nachkommen:

Für die erste Generation ist die Hoffnung auf einen eigenen Staat in Sri Lanka wichtig – so wichtig, dass sie ihre Kultur im Gastland konservieren und die Anpassung vermeiden will. Diese Generation bleibt durch tamilisches Fernsehen und tamilische Zeitungen, traditionelle Rituale und Feste stets mit der Heimat verbunden. Die Schweizer Gewohnheiten gelten als bedrohlich – die Sexualmoral und die Geschlechterbeziehungen, aber auch Trinken und Rauchen.

Fuer die “zweite Generation” spielt der Rueckkehrgedanke keine grosse Rolle mehr:

Die zweite Generation wird durch das Schweizer Bildungssystem stark integriert. Damit wird sich auch das Verhältnis der tamilischen Gemeinschaft zur Gesamtgesellschaft «normalisieren».

>> zum Interview im St.Galler Tagblatt

>> Buchbesprechung: “In der Heimat ihrer Kinder. Tamilen in der Schweiz”.

>> Damaris Lüthi (2005): Soziale Beziehungen und Werte im Exil bewahren. Tamilische Flüchtlinge aus Sri Lanka im Raum Bern (Arbeitsblatt 30 des Instituts fuer Sozialanthropologie, Bern)

Ein Interview im St.Galler Tagblatt mit Damaris Lüthi, Ethnologin an der Universität Bern undLeiterin eines Forschungsprojekts zum sozialen Wandel der tamilischen Flüchtlinge in der Schweiz.

Sie erzaehlt von den grossen Unterschieden zwischen den frueheren Einwanderern und deren Nachkommen:

Für die erste Generation…

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