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Study: Anti-immigration steps are doing the opposite of what they intend to do

Restrictions to keep immigrants from entering the United States are having the effect of encouraging those who are already here to stay by any means necessary, a study by anthropologist Maxine L. Margolis finds.

“The restrictions are doing exactly the opposite of what they intend to do by locking these people in place”, she says according a press release by the University of Florida. Tightened post 9-ll security has prompted immigrants to skip visits to their homelands because of the risk of not being allowed back into the U.S., the anthropologist explains.

Even with valid passports and visas, they can be denied re-entry, she said.:

One Brazilian immigrant, who owned a floor tile company in New York and had lived in the state for several years with his wife and American-born daughter, flew to Brazil when he learned his elderly father was seriously ill. On his return, he was stopped at JFK International Airport and was deported to Brazil for having previously overstayed his tourist visa.

The research is based on interviews with Brazilian immigrants and applies to other nationalities as well, Margolis said. Her findings wil be published in the January issue of the journal Human Organization.

>> read the press release

SEE ALSO:

Why borders don’t help – An engaged anthropology of the US-Mexican border

For free migration: Open the borders!

“Anthropologists Should Participate in the Current Immigration Debate”

Restrictions to keep immigrants from entering the United States are having the effect of encouraging those who are already here to stay by any means necessary, a study by anthropologist Maxine L. Margolis finds.

“The restrictions are doing exactly the…

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Neue Ethnologik: Kluge Worte zum Studium und zur "Anwendbarkeit" von Ethnologie

(alle Links aktualisiert 4.6.2020) “Wenn ich es für ein Ethnologiestudium notwendig habe zu wissen, was ich hinterher damit anfangen kann, dann studiere ich schon falsch”, sagt Ethnologe Wolfgang Habermeyer “Diejenigen, die sich Anfang 20 bereits vollkommen im klaren darüber sind, was sie wollen, würden sich mit Ethnologie nicht wohl fühlen”, sagt sein Kollege Alexander Knorr (und Blogger).

Ethnologie in Aktionheisst eine neue Serie in der Zeitschrift Ethnologik. Die Serie geht Fragen nach wie: Gibt es ein Leben nach dem Ethnologiestudium? Wie sieht es aus – innerhalb und ausserhalb der Unimauern?

Die Serie beginnt mit spannenden Interviews, u.a. mit Wolfgang Habermeyer, der schon gleich zu Anfang vor zu hohen Erwartungen warnt:

Mit der Ethnologie kannst du nach dem Studium in der Regel im Sinne einer Erwerbsarbeit oder eines Berufs nicht viel anfangen. Es können sich zwar immer wieder irgendwelche Sachen ergeben, aber so richtig als Ethnologe, als Ethnologin arbeiten kann man nicht. Das Fach Ethnologie studiert man, weil es einen persönlich interessiert und weil man es aus anderen Gründen für wichtig hält.

Mann Man soll sich nicht von gleich am Anfang festlegen und lieber neugierig schauen was sich so im Laufe des Studiums ergibt.

Das Eigentliche an der Wissenschaft besteht darin, dass man dabei nach und nach Verbindungen herstellt, von denen man vorher gar nicht wusste, dass sie existieren. So etwas geht allerdings momentan mit der Umstellung auf Bachelor- und Masterstudiengänge verloren. Denn je stärker man sich auf bestimmte Studieninhalte fokussiert, weil man glaubt sie wären brauchbar, umso mehr verhindert man diese gelenkten „Zufälligkeiten“, die eigentlich das Wesentliche eines Studiums ausmachen.

Viele kluge Worte auch zum “Nutzen” unseres Faches:

Ich bin felsenfest überzeugt davon, dass die Ethnologie gesellschaftlich relevant ist, dass man die Ethnologie wirklich braucht. Ich würde aber die Frage, warum die Ethnologie wichtig ist und worin ihr gesellschaftlicher Nutzen besteht, völlig von dem entkoppeln wollen, was diese Gesellschaft an handfesten Resultaten von der Universität bzw. von Ethnologen erwartet.

(…)

Die Frage nach der Relevanz ist halt eigentlich erst der zweite Schritt. Diesen zweiten Schritt kann man jedoch nur dann in der rechten Weise machen, wenn man wirklich ernsthaft den ersten Schritt gemacht hat. Der erste Schritt ist die Frage an uns selbst: Was ist Ethnologie? Wie definieren wir selbst Ethnologie? Worum geht es da und worum geht es da nicht? Was können und wollen wir leisten als Ethnologen und was nicht? Warum ist das eine Wissenschaft und keine Frage z.B. der Weltanschauung usw. usf.?

Wenn man diesen ersten Schritt von vornherein unter dem Aspekt der Verwertbarkeit macht, dann belügt man sich selber, dann lässt man sich verbiegen und gibt nach — und betreibt meiner Ansicht nach keine Wissenschaft mehr.

Kultur- und Geisteswissenschaften in einer demokratischen Gesellschaft (vermutlich gilt das auch für Naturwissenschaften, aber ich will mir da ein Urteil nicht anmaßen) sind frei von unmittelbaren Verwertungsinteressen und in dem Moment, in dem man anfängt, Wissenschaft unter die Fuchtel von unmittelbaren Verwertungsinteressen zu stellen, wird Wissenschaft zu einem willfährigen Büttel der gerade herrschenden Meinung und läuft sich auf diese Weise vermutlich über kurz oder lang ohnehin tot.

>> zum Interview in der Ethnologik (Link aktualisiert)

Zur Zeit werden die Studenten gedraengt, ihr Studium moeglichst schnell durchzuziehen. 17 Semester brauchte Habermeyer, ich brauchte 20. Alexander Knorr schlaegt auch ein Schlag fuer etwas mehr Langsamkeit:

Lasst Euch nicht irre machen von dem Gerede, man bräuchte heutzutage einen „stromlinienförmigen Lebenslauf“. Am besten mit zwölf Abitur, mit 19 promoviert, mit 21 bereits sechs Jahre einschlägige Berufserfahrung und vier Jahre bei einer consulting Firma im Ausland verbracht haben.

Manche Dinge, nämlich diejenigen, welche wirklich etwas wert sind, brauchen ihre Zeit. Sich zurechtzufinden in der Welt, den eigenen Kurs suchen, braucht Zeit. Ein Studium braucht Zeit — Ethnologie sollte man zwar nicht all zu langsam, aber eben auch auf keinen Fall zu schnell studieren. Nach der geltenden Prüfungsordnung könnte man das ganze Ding in ein paar Semester per Gewalt über den Tisch reißen, aber dann hat man gar nichts, außer einem Abschluss. Auch auf die Gefahr hin, dass das jetzt esoterisch klingt: In die Ethnologie muss man hineinwachsen.

>> zum Interview mit Alexander Knorr (Link aktualisiert)

Von Thomas Hylland Eriksen gibt es dazu einen passenden Text: On the fundamental uselessness of universities (Link aktualisiert)

Zu diesen Themen gibt es auch mehrere Diskussionen im antropologi.info-Forum

(alle Links aktualisiert 4.6.2020) "Wenn ich es für ein Ethnologiestudium notwendig habe zu wissen, was ich hinterher damit anfangen kann, dann studiere ich schon falsch", sagt Ethnologe Wolfgang Habermeyer "Diejenigen, die sich Anfang 20 bereits vollkommen im klaren darüber sind,…

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New journal: “Radical Anthropology” with David Graeber

David Graeber is one of the authors in a new journal called Radical Anthropology. The journal is available for free. You can download it as pdf-file. The journal follows Graebers vision of anthropology as an “intellectual forum for all sorts of planetary conversations” that makes “common cause with social activism for the sake of human freedom”.

The first issue consists of two essays

David Graeber: Revolution in reverse
The idea of radical change today seems unrealistic.Why?

Camilla Power: Religion as spectacle
Richard Dawkins may think it’s just a delusion, but religion had amore interesting evolutionary role than that.

The journal is edited by The Radical Anthropology Group that was founded back in 1984. Many members are active in indigenous rights movements and combine academic research with activist involvement in environmentalist, anticapitalist and other campaigns.

>> download the first issue of “Radical Anthropology

>> previous publications by The Radical Anthropology Group (lots of papers!)

David Graeber is one of the authors in a new journal called Radical Anthropology. The journal is available for free. You can download it as pdf-file. The journal follows Graebers vision of anthropology as an “intellectual forum for all…

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Kosher cell phones, kosher bus routes and kosher clothing: Israel’s Ultra-Orthodox economy

For Jews, not only food needs to be kosher, the New York Times explains in an interesting article about Israel’s Ultra-Orthodox.

There are even kosher mobile phones. You cannot send text messages with them, take photographs or connect to the Internet. More than 10,000 numbers for phone sex, dating services etc are blocked. Calls to other kosher phones are cheaper and on the Sabbath any call costs $2.44 a minute, a steep religious penalty. “You pay less and you’re playing by the rules. You’re using technology but in a way that maintains religious integrity.”

A whole economic system has evolved to meet their needs, as Tamar El-Or, an anthropologist at Hebrew University explains. She has studied ultra-Orthodox shopping patterns. “There are lines of cellphones and credit cards and Internet suppliers and software and DVDs and clothes and so many things produced or altered or koshered for them, because they have a certain organized power to get the producers to make what they want.”

We read about a bus company that has special routes for the ultra-Orthodox, so that men and women are segregated, sometimes in separate buses. There are shops where you can buy special clothing. Movies and television are forbidden by many rabbies – an exemption is made for children if the intentio is educational. So in a video and music store for the Ultra-Orthodox you can find a large stock of nature documentaries: “National Geographic videos are considered fine, so long, as that there is no human nudity or sexuality, or even sexuality from animals.”

>> read the whole story in the New York Times

As we learn in an article in Science-Spirit mobile use has always been allowed but “it has been difficult to find one that didn’t contain access to the Internet or feature instant messaging plans displaying ads for worldly goods and services.” So, Israel’s ultra-Orthodox rabbis responded by convincing companies to produce a no-frills mobile phone for their community.

The introduction of the kosher phone comes at a time of intense discussion about the community’s future and the practicality of remaining so separate from the rest of Israeli culture:

The Ultra-Orthodox constitute about ten percent of Israeli Jews, or about 600,000 people. (…) They live in their own neighborhoods, have their own school systems, and, as long as they remain in religious school, are exempt from the military service required of all other Israeli citizens (except the approximately 1.5 million Palestinian Arabs living in the state). Ultra-Orthodox families have an average of seven children and most of the men study religion rather than work, relying on stipends from the government. (…) But in recent years, driven by rising poverty, cuts in government stipends and their own expanding population, the ultra-Orthodox have slowly begun to increase their participation in the largely secular Israeli society.

>> read the whole story in Science Spirit

I’ve found one article by anthropologist Tamar El-Or online:

The length of the slits and the spread of luxury: reconstructing the subordination of ultra-orthodox Jewish women through the patriarchy of men scholars (Sex Roles: A Journal of Research, Nov, 1993)

See also Wikipedia on Orthodox Judaism

For Jews, not only food needs to be kosher, the New York Times explains in an interesting article about Israel’s Ultra-Orthodox.

There are even kosher mobile phones. You cannot send text messages with them, take photographs or connect to the…

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Ethnologischer Ethnozentrismus: Neugestaltete Ethnologik im Netz

Die ersten Artikel der neuen Ausgabe der von Münchner Ethnologiestudenten gestalteten Zeitschrift Ethnologik sind im Netz. Neu kann man die Texte auch kommentieren! Die Ethnologik hat nun endlich den Weg ins Netz gefunden. Eine gute Nachricht!

Inhaltlich habe ich weiterhin Probleme mit dem Blatt. Bereits in zwei Texten kam der Ethnozentrismus vorangegangener Ausgaben wieder zum Vorschein. Die Autoren reden von “Uns” (weisse Mitteleuropaer) und den (exotischen, evtl problematischen) “Anderen”.

Im obskuren Text Warum „betrügen“ Chinesen? z.B. schlägt Stefan Mittermeier mit zweifelhaften Generalisierungen um sich. Er schreibt z.B:

List wird von uns Europäern intuitiv als etwas Schlechtes empfunden.

(…)

Nun unterscheidet sich die chinesische Vorstellung von der Welt extrem von der unseren. Die Chinesen haben sich niemals in dem Maße für die „Wahrheit“ interessiert wie das die griechischen Philosophen taten.

(…)

Wir Europäer wissen ganz genau wie sich ein Chef seinen Untergebenen gegenüber verhalten muss. Ist der Untergebene aber ein persönlicher Freund, sollte dieser nicht genauso behandelt werden, da Konflikte unweigerlich die Folge sind. „Privates und Berufliches sollte man am Besten trennen“, sagt der Volksmund trefflich.

Wer sind diese Europaer und wer sind die Chinesen? Ist das Ethnologie?

Ein anderes Beispiel ist der Text Menschenrechte. Jens Zickgraf geht der Frage nach ob sich universale Menschenrechte als Grundlage einer globalen Rechtsordnung legitimieren lassen?

Zickgrafs Text wimmelt auch von klischeehaftem Ethnozentrismus, der gerade in diesen islamophoben Zeiten politisch korrekt geworden ist. Sollte man nicht von Ethnologen einen differenzierten Blick erwarten? Hier eine Kostprobe:

Allerdings ist es fraglich, ob die Idee der Menschenrechte, die ihrerseits tief in der europäischen Geschichte wurzelt und mit ihrer Konzentration auf das Individuum vielfach im Konflikt mit anderen Welt- und Menschenbildern steht, wirklich geeignet ist, um als ethisches Leitbild einer „Weltgemeinschaft“ Bestand zu haben.

Oder hier:

So besteht ein großer Unterschied darin, ob die „Würde des Menschen“ wie im säkularisierten Europa von seiner Vernunftbegabung abgeleitet wird oder, wie beispielsweise in vielen islamischen Regionen, vom Dasein als Geschöpf Gottes.

Menschenrechte etwas europäisches? Europa säkularisiert? Wie kommt Zickgraf darauf?

Im Netz sind auch noch ein paar interessante Buchbesprechungen. Vermutlich werden weitere Texte folgen.

>> zur neuen Ethnologik-Ausgabe 2/2007

AKTUALISIERUNG: Neuer Beitrag zur neuen Ausgabe: Neue Ethnologik: Kluge Worte zum Studium und zur “Anwendbarkeit” von Ethnologie

SIEHE AUCH:

Ethnologik und Ethmundo: Vermitteln Ethnozentrismus und ein ueberholtes Bild von der Ethnologie?

David Graeber: There never was a West! Democracy as Interstitial Cosmopolitanism

PS: Am Rande: Zur Stellung von Demokratie in Deutschland, siehe Eintrag bei Kulturwissenschaftliche Technikforschung

Die ersten Artikel der neuen Ausgabe der von Münchner Ethnologiestudenten gestalteten Zeitschrift Ethnologik sind im Netz. Neu kann man die Texte auch kommentieren! Die Ethnologik hat nun endlich den Weg ins Netz gefunden. Eine gute Nachricht!

Inhaltlich habe ich weiterhin Probleme…

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